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BeitragVerfasst: Di, 10.10.2006, 18:05 
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RetroRebel

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Mitte der 80-er Jahre muß es gewesen sein, als ich das erste Mal den Hochschwab bestiegen habe, die Wanderung führte mich vom Seeberg aus über die Aflenzer Staritzen zum Gipfel, nach einer Übernachtung im schon deutlich renovierungsbedürftigen Schiestlhaus marschierten wir durch die Dullwitz hinunter nach Seewiesen, nicht ohne der Voisthaler Hütte einen Besuch abzustatten. Später kamen andere Touren von Weichselboden aus über das Gschöderer-Kar hinauf zur Hochfläche, ich erinnere mich auch an eine Wanderung im Nordbereich des Massivs auf unmarkierten Pfaden vorbei an der Seltenheim-Jagdhütte zum Teufelssee sowie an eine wegen einer Warmwetterfront mit massivem Regen abgebrochenen Winterüberquerung vom Präbichl aus.
Auch wenn der Hochschwab mit seinen 2292 Metern in der östlichen Steiermark nicht als hochalpin bezeichnet werden kann, so handelt es sich bei diesem Massiv weniger um einen Berg als um ein Gebirge mit zahllosen Gipfeln, Karen, ausgedehnten Hochflächen und steilen Anstiegen. Von Norden aus dem unter Kajakfahrern weithin bekannte Salzatal sind es mindestens 1500 Höhenmeter bis zum Gipfel, in Talnähe findet sich hier die Quellen der zweiten Wiener Hochquellwasserleitung, westlich wird das Massiv durch die Präbichl-Paßstraße begrenzt, im Bereich der Passhöhe findet sich das gleichnamige Schigebiet, das in den letzten Jahren deutlich ausgebaut wurde. Von Süden her führen einige Täler zu den Ausgangspunkten der Zustiege, zu nennen wären etwa der Aufstieg von Tragöß vorbei am Grünen See über die Russenstraße zur Sonnschienalm, vom Gasthaus Bodenbauer über´s G´hackte oder über Fölzalm und Voisthaler Hütte, östlich bietet der steirische Seeberg mit seinen 1245 Metern die Möglichkeit, beim Aufstieg ein paar Höhenmeter einzusparen.
Etwa 15 Jahre liegt mein letzter Besuch des Gipfels zurück, insbesondere der Neubau des Schiestlhauses in Form eines architektonisch höchst interessanten Niedrigenergiebaus war für mich ein Anreiz, meine Erstroute vom Seeberg aus zu wiederholen, und so finden sich am 21.9.06 acht Pfoten (Golden Retriever Billy und Border Collie Angus) und 4 Füße (sergio promillo und meine Wenigkeit) um ca. 10 Uhr am Parkplatz Seeberg ein. Sogar die Wegweiser sind mit Zusatztexten versehen, die auf die nicht zu unterschätzenden Berggefahren im Hochschwabgebiet hinweisen.
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Rasch überwinden wir die ersten Höhenmeter und passieren bald die Bergstation des Ochsenhaltliftes.
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Während wir bei Sonnenschein am Parkplatz aufgebrochen sind, hält sich am Kamm der Aflenzer Staritzen eine Wolkenhaube, in die wir bald eintauchen. Trotzdem gewinnen wir auf dem steilen Weg rasch an Höhe und erreichen bereits nach etwa 80 Minuten und ca. 600 Höhenmetern die Hochfläche, der Blick zurück zeigt, daß unten im Tal noch immer die Sonne scheint,
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während Angus und Billy, die unsere Gruppe meist anführen, den Weg durch Nebelbänke suchen müssen.
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Deshalb gibt es vom ersten Teil des Weges auch keine Bilder mehr, das ändert sich jedoch rasch gegen halb eins, als es plötzlich heller wird und bald blauer Himmel zwischen weißen Wolkenfetzen zu sehen ist.
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Minütlich ändert sich die Szenerie und unsere Speicherkarten laufen heiß.
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Nun ist auch erstmals der Hauptgipfel des Hochschwab zu sehen (links).
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Sergio ist auch ganz begeistert.
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Nun wird die Wanderung zu einem reinen Vergnügen. Immer wieder bergauf und bergab führt uns der Weg über die Staritzen (nominell sind es ? HM vom Seeberg zum Gipfel, wir legen insgesamt 1583HM zurück, die Hunde wahrscheinlich das Doppelte).
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An der Abzweigung zur Voisthaler Hütte durch das Ochseinreichkar findet sich eine der wenigen Quellen der Hochfläche.
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Und weiter geht es. Ob die Hunde wohl einen Blick für die kulissenartig aufgebauten Bergkämme haben?
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Um Viertel nach Vier können wir den ersten Blick auf das neuerbaute Schiestlhaus werfen.
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Wir marschieren jedoch gleich direkt auf den Gipfel, allerdings sehen wir, daß wir dort nicht alleine sein werden. Während wir auf unserer Route über die Staritzen gerade eine Handvoll Bergwanderer getroffen haben, scheinen viele Touristen über den Normalweg durch die Dullwitz aufgestiegen zu sein.
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Den beiden ist es wahrscheinlich egal, wieviele Leute dort sein werden, sie würden sich höchstens über ein paar Hundedamen freuen.
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Der Blick zurück zeigt die Panoramalage der Hütte, rechts von ihr ist noch der Platz zu sehen, an dem das alte Haus gestanden hat.
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Weiter geht´s Richtung Gipfel.
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Neuerlicher Blick zur Hütte, im Vordergrund eine der Mulden, in der meist das ganze Jahr über Schnee liegen bleibt.
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Über scharfkantige Felsen müssen die Hunde klettern.
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Wie erwartet, am Gipfel ist einiges los.
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Jedoch erkennt man sofort, warum sich die Bergsteiger nicht losreißen können.
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Mehr als eine Stunde genießen wir das Schauspiel, bis wir schließlich zu frieren beginnen und uns der Hütte zuwenden.
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Von vielen Besuchern wird bemängelt, daß dieses Haus keine Hüttenatmosphäre mehr ausstrahlt, mir gefällt jedoch auch die Architektur. Nach Süden eine große Fensterfläche im Erdgeschoß im Bereich der Gaststube, oberhalb zwischen den Fenstern der Schlafräume Solarkollektoren, an der Nordseite nur kleine Lichtöffnungen.
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Innen ist noch alles neu, hell und freundlich und vor allem auffallend sauber.
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Mit unseren Vierbeinern mußten wir ein Zweibettzimmer vorbuchen, was sich auch als sehr günstig erwiesen hat, da die Hütte an diesem Tag sogar überbelegt war.
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Im Obergeschoß gibt es an der Südseite eine kleine Galerie.
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Weitere Impressionen aus dem Hütteninneren.
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Hier ein zweckmäßig aber freundlich eingerichtetes Lager.
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Und nochmal die beiden Hunde im nordseitig gelegenen Gang.
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Die untergehende Sonne zaubert dramatische Lichteffekte.
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Und wir sitzen noch einige Zeit in der Gaststube, nachdem wir ein schmackhaftes Abendessen (Fridattensuppe, Kärnter Kasnudeln, Kuchen) genossen haben.
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Die in dieser Nacht ebenfalls auf der Hütte nächtigende Schülergruppe erschwert das Einschlafen ein bißchen, dafür dürften wir uns jedoch mit unserem frühmorgendlichen Aufbruch um 6 Uhr etwas revanchiert haben, vor allem durch die Tatsache, daß die beiden über unser Aufstehen höchst erfreuten Hunde in dem engen Schlafraum mit ihren Schwänzen beim Wedeln gegen die Wände trommeln.
Wir wollen den Sonnenaufgang am Gipfel erleben, sind zwar nicht die einzigen, die diese Idee haben, aber nur eine Handvoll Wanderer macht sich in der noch kalten Nachtluft an den Aufstieg.
Hier der letzte Anstieg zum Gipfelkreuz, die Sonne ist noch nicht aufgegangen.
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Beim Gipfelkreuz noch vor Sonnenaufgang.
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Um 6 Uhr 43 erhebt sich schließlich die Sonne über den Horizont.
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Die nächste halbe Stunde: nur Schauen, Genießen und Photographieren:

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Bis ca. Viertel nach Sieben bleiben wir am Gipfel, dann marschieren wir zurück zum Schiestlhaus, hier der Blick zurück zum Gipfel.
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Dort wollten wir eigentlich frühstücken, aber angesichts der wiedererwachten Schülergruppe im Gastraum ändern wir unseren Plan, holen nur die Rucksäcke und marschieren hinunter in die Dullwitz zur Voisthaler Hütte.
An beiden Tagen der Wanderung haben wir zahlreiche Gämsen gesehen, was vor allem unsere beiden Vierbeiner sehr interessiert hat.
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Mit den auch beim Abstieg dramatisch wirkenden Landschaftseindrücken dürften die beiden jedoch weniger anfangen können.
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Die scharfkantigen Steine haben Billy´s Pfoten leider stark zugesetzt, sodaß er gegen Ende der Tour über weite Strecken getragen werden muß, bei 30 kg Lebendgewicht sicher kein Honiglecken.
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Nach der Fülle an Eindrücken im Gipfelbereich halten wir uns nun phototechnisch zurück, hier noch ein Blick vom Bereich der Voisthaler Hütte ins obere Dullwitztal.
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In der Hütte nehmen wir ein gutes Frühstück in Form von Ham&Eggs sowie eines Apfelstrudels ein, dann geht es weiter.
Zügig marschieren wir vorbei am Franzosenkreuz zur vor einigen Jahren abgebrannten Florlhütte, hier wird gerade am Neubau gearbeitet.
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Mit dem Mittagsläuten treffen wir am Parkplatz in Seewisen sein, wo Sergio und die beiden Hunde wegen Billy´s Pfotenproblemen bleiben, ich gehe weiter und stoppe hinauf zum Seebergsattel, wobei es relativ lange dauert, bis mich jemand mitnimmt. Es ist ein durchaus angenehmes Gefühl, die Bergschuhe gegen bequeme Latschen zu tauschen, ich kurve wieder hinunter nach Seewiesen und hole meine Kameraden. Sogar die beiden Hunde scheinen zumindestens ein bißchen müde zu sein, jedenfalls hören und sehen wir von den beiden auf der Heimfahrt nicht viel.

Während es für meine Begleiter der erste Ausflug in diese Gegend war, kannte ich den Berg ja schon von früheren Touren, auch wenn die letzte schon etwa 15 Jahre zurücklag. Alle (und ich denke, ich kann auch für die Hunde sprechen) waren wir jedenfalls begeistert von dem Wandererlebnis, was einerseits auf die landschaftlichen Schönheiten dieses ausgedehnten und in weiten Teilen sehr einsamen Bergmassivs, anderseits auf das ausgesprochene Wetterglück an den beiden Tagen unserer Unternehmung zurückzuführen ist.

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BeitragVerfasst: Di, 10.10.2006, 19:50 
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RetroRebel
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Hey hey, serh geil. Ich liebe solche Landschafts- und Stimmungsaufnahmen, vor allem der Morgen im Gebirge gehört für mich zum reizvollsten, was es so gibt...

Heißt ein "Golden Retreiver" so, weil er bei Sonnenaufgang anfängt zu leuchten?? :)

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BeitragVerfasst: Di, 10.10.2006, 20:38 
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Mann, muss mir erst mal die Augen reiben... das grenzt an Reizüberflutung! SEHR schön, ein Genuss!

Stefan


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BeitragVerfasst: Di, 10.10.2006, 21:22 
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RetroRebel
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Aha, daher also dieses geniale Bild im Photowettbewerb an anderer Stelle ;-)
Beeindruckend jedenfalls, echt beeindruckend diese Bilder.

Glaub über das Schiestlhaus hab ich irgendwann mal im Fernsehen ne Reportage gesehen, auf 3sat oder so.

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BeitragVerfasst: Di, 10.10.2006, 21:25 
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Wunderbare Bilder ... Respekt auch deinem Kollegen, einen Hund mit 30kg zu tragen. :shock:


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BeitragVerfasst: Mi, 11.10.2006, 16:50 
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Nach dem ich mich nun auch im Forum angemeldet habe muss ich mich auch noch zu Wort melden, ich bin der Träger des Hundes Billy, fälschlicher weise bezeichnet als "Sergio Promillo" aber in wirklichkeit Serge.Promillo, was aber nicht so schlimm ist.

Jetzt aber genug geplappert, die Tour war wirklich ein Traum, tolles Wetter, schönes Wandergebiet und sehr sehr nette Tourenpartner. Wobei der Abstieg fast eine größere Plage war als der Aufstieg :lol: :shock: :lol:

Die Fotos sind dem Gerrit wirklich gut gelungen, da meine ganz ähnlich sind, stelle ich keine mehr online.

LG, Mario alias Serge.Promillo

PS: Der Bericht ist dir wirklich gut gelungen!


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BeitragVerfasst: Mi, 11.10.2006, 19:30 
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RetroRebel

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[trincerone] hat geschrieben:
Heißt ein "Golden Retreiver" so, weil er bei Sonnenaufgang anfängt zu leuchten?? :)


:) :lol:

@mario: Entschuldige die "Umbenennung" :wink:

Freut mich, daß Euch die Bilder gefallen, es war wirklich ein optimales "Photo-Wetter", da macht es einem gar nichts aus die nicht ganz leichte Spiegelreflexkamera den Berg hinaufzuschleppen.

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BeitragVerfasst: Di, 17.10.2006, 18:46 
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Geile Bilderchen - und mit Nebelmeer - da können die Alpen ja doch mit Norwegen mithalten ....

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Ganz ehrlich - so ein Panorama mit den vielen nach hinten höher werdenden "Schichten" hab ich noch nie gesehen. Gibt's so 'was im "Osten" öfters?


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BeitragVerfasst: Di, 17.10.2006, 19:17 
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RetroRebel

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Der Effekt ist am Hochschwab besonders ausgeprägt, da der Berg höher ist als seine unmittelbaren Nachbarn, der Blick nach Westen aber bei guter Sicht den zunehmenden Anstieg an absoluter Höhe der Gipfel in Richtung Westalpen zeigt. (Zugegeben, den Monte Rosa haben wir nicht gesehen.... :wink: )

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