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BeitragVerfasst: Di, 16.09.2008, 20:53 
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Mich würde mal interessieren, was die Kosten für die "Modernisierung" von Skigebieten sind und wie sich diese auf die Skipasspreise auswirken.

Beispiele:

Was z.B. hat die Umgestaltung der Erschließung Tonale-Passo Paradiso gekostet:

1. Umbau Piste incl Mauern Fangzäunen.
2. Spätere Begrünung (sofern erforderlich bzw. gewünscht) mit Folgekosten über die Jahre
2. Ausgleichsmaßnahmen (sofern erforderlich) mit Folgekosten
4. Beschneiungsanlage mit Folgekosten
5. Neubau der Bahn (Absolut und im Vergleich zu einer PB des alten Ausmaßes)
6. Nebenkosten für Planungen, Genehmigung, sonstige Untersuchungen etc.
7. Weitere, eventuell periphäre Kosten.

Oder:
- Kosten KSB ggü. SB/Korblift etc. ;-) ggü. SL incl. Folgekosten, wie Wartung, sonstige Unterhaltung, früher erforderlicher Neubau, Minderkosten wg. günstigerer Trassierung bzw. dem Wegfall einer etwaigen SL Trasse etc.

- Kosten EUB/ZUB ggü. PB, Funifor, Funitel ebenfalls langfristig.
Incl. Waldschneisen etc. (z.B. nicht erforderlich bei PB).
(Jetzt mal unabhängig davon, dass sich natürlich nicht alle Gegebenheiten für jede Bahn eignen)

- Kosten für die ständige (auch nächtliche) Pistenpräparation mit Folgekosten.

Hier sind doch einige aktiv, die sich sehr gut mit sowas auskennen.

Diese Maßnahmen werden ja ergriffen, da sie sich im Regelfall rechnen bzw. die Gesellschaften davon ausgehen, dass sie sich rechnen.
Beteiligen sich die Ortschaften teilweise mit, z.B. um eine bessere Bettenauslastung und bessere Umsätze in der Gastronomie und dem Einzelhandel etc. z.B. durch "Schneesicherheit" und damit Prestige dank künstlicher Beschneiung zu erreichen?

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BeitragVerfasst: Di, 16.09.2008, 23:16 
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Die frage stelle ich mir auch öfters, insbesondere bei kleinen und mittleren skigebieten, die innerhalb relativ kurzer zeit ihr simple bergbahninfrastruktur von fixen 2er SB's und skilifte auf ein modernes triumvirat aus gondelbahnen, KSB's und beschneiten modellierpisten umfrisieren....

Aber eben in diesen orten kommen für die anlagen meist staatliche körperschaften auf, zB. die banken die zu nahezu 100% der region/bundesland gehören, die anno dazumal bei der pleite des privaten betreibers das ganze uebernommen haben. Oder die anlagen gehören gleich der region (wie cervinia neuerdings), bzw. der gemeinde. Korblifte gehören übrigens relativ oft gemeinden, denn diesen fehlt das geld, einfach mal so eine KSB hinzustellen.

In österrreich wird ebenso kräftig (verboten) subventioniert, zB durch die sog. Tourismusvereine, für die alle(!) firmen/selbstständige einen jährlichen zwangsbeitrag leisten müssen (und nichtmal so wenig). Um wettbewerbsverzerrungen vorzubeugen (durch staatlich subventioniertes aufrüsten) hat die EU anfürsich eine subventionslimite von 30% bei neubauten gesetzt, die aber allerorts durch diverse tricksereien umgangen wird.
Die hotelerie ist nur in den seltensten faellen direkt beteiligt, der (verstaendliche) versuch der infrastrukturbetreiber, die hotelerie an der sündhaft teuren beschneiung zu beteiligen, ist zB im land salzburg immer wieder gescheitert (euphemismus "des scheieuros").

Für südländische gefilde kommt noch etwas wichtiges hinzu: Während die alten anlagen mechanisch einfache und damit genügsame konstrukte waren, an denen es weder viel zu warten noch zu vandalisieren gab, so sind moderne KSB's alles andere als pflegeleicht. Und mit nachhaltiger wartung haben es die italiener im allgemeinen nicht so...
Die komplexität der neuen Anlagen (mechanik+Elektronik) und die anscheinend doch ziemlich pedantische umsetzung der tw. paranoiden sicherheitsnormen in italien ergeben ein ungutes gemisch: Sprich,es ist ein frage der zeit, bis die ersten KSB's stillstehen, weil die eigentümergemeinden kein geld mehr haben, lockervomhocker die durch blitzschlag zerpflückte SPS erneuern zu lassen.


Leider werden in italien die eigentümer durch diese idiotische "fine di vita tecnica" gezwungen, die anlage he nach gattung nach 42 jahren komplett wegzuschmeissen...

Ein fast subventionsfreies land ist im alpenraum übrigens...bayern- weswegen dort noch die tollsten anlagen und die generell am wenigsten modellierten pisten zu finden sind... roughly.

Der italienische dorfschmied hingegen, der den alten marchisiokorblift immer wieder kostengünstig zum laufen brachte, indem er ggf. hier und dort seine handwerklichen geschicke einsetzte, kann bei einer aufgeregt rot blinkenden LED einer leitner SPS an der nagelneuen KSB nur die bahn und den verkauf der punktekarten einstellen, ....und einen guten vino aufmachen im noch alten ristorante der 70er nebenan...


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BeitragVerfasst: Mi, 17.09.2008, 8:11 
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3303 und Krisu:

Kompliment für Eure Thesen resp. erhellenden Fakten. Sehr, sehr interessant, ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Trifft m.E. den Nagel auf den Kopf!


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BeitragVerfasst: Mi, 17.09.2008, 9:20 
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RetroRebel
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Das Verrückte ist meines Erachtens: Neben gesetzlich bedingter Erneuerung kursiert die Angst vor schwindenden Marktanteilen. Auch dies treibt die Gesellschaften zur kostenträchtigen "Flucht nach vorn" und damit in die Modernisierung. Doch damit nicht genug. Die höheren Abschreibungen und Betriebskosten müssen durch die Erhöhung der Kundenfrequenz aufgefangen werden. Alle Studien zur Modernisierung gehen von einer resultierenden höheren Kundenfrequenz aus. Denn die Mehrkosten können nur bedingt durch höhere Skipasspreise kompensiert werden. Da der Markt insgesamt stagniert, bedeutet höhere Gästefrequenz gleichzeitig auch einen größeren Marktanteil.

Wenn jetzt der Markt stagniert und jeder einen größeren Marktanteil bekommen möchte, stimmt irgend etwas nicht. Als Folge müssen zwangsläufig einige Gebiete auf der Strecke bleiben und dicht machen.

Interessant wäre die Frage, ob es auch mittelfristig eine marktnische gibt für Gebiete, die mit extrem geringem technischen Aufwand ein Gebiet für Stammgäste und Nischenzielgruppen am Leben halten können. Vichères im Wallis wäre so ein plakatives Beispiel.

Weitere Fragen in diesem Zusammenhang:
- Sind defizitäre Gebiete volkswirtschaftlich tragbar oder notwendig - etwa im Rahmen der Förderung strukturschwacher Regionen (Tourismus als einziges Gewerbe)
- Kann der Markt durch Nachwuchsförderung belebt werden (Skihallenprjekte, Kleinlifte mit Beschneiung nahe der Großstadt, etc.)
- Gibt es für den Markt und die Breitbandigkeit der Angebote ein marktwirtschaftliches Regulativ oder befinden wir uns in einem Teufelskreis?
- Gibt es einen ernstzunehmenden Markt für Skigebiete mit relativ naturnahen Pisten und überschaubarem Aufwand für komfortable Bergförderung und Beschneiung?

All dies beantwortet die Eingangsfrage nicht, aber es sind IMHO Aspekte in diesem Zusammenhang.

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Chasseral - "Les derniers vestiges ont disparu - la fin d'un rêve"


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BeitragVerfasst: Mi, 17.09.2008, 9:54 
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Chasseral hat geschrieben:
...kursiert die Angst vor schwindenden Marktanteilen. Auch dies treibt die Gesellschaften zur kostenträchtigen "Flucht nach vorn" und damit in die Modernisierung.

Sehe ich ganz genau so. Es herrscht ein Verdrängungswettbewerb, in dem jeder mit allen möglichen Mitteln zu bestehen versucht. Wenn der Nachbarort eine neue 8-EUB baut oder mit seiner neuen Beschneiungsanlage bereits ab Mitte November in den Winter starten kann, muss man nachziehen um keine Gäste zu verlieren.
Aus meiner Sicht ist das die wichtigste treibende Kraft hinter allen diesen Auswüchsen. Die Sache mit den Subventionen ist dann wiederum nur eine Folge dessen. Einige wenige, große Destinationen haben das nötige Kleingeld, um jedes Jahr dick zu investieren (Beispiel Ischgl). Die anderen Orte drum herum fangen an auszubluten, also muss staatliche Unterstützung her.

Um die ursprüngliche Frage zu beantworten, müsste man wohl ein bisschen recherchieren. Ich würde mal die Seiten der ganzen Planungsbüros anschauen (z.B. klenkhart.at, seilbahnbuero.com etc.), als Einstieg bietet sich ausserdem seilbahn.net an.


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BeitragVerfasst: Mi, 17.09.2008, 10:12 
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Mal ein Beispiel:

seilbahn.net hat geschrieben:
Bergbahnen Kleinwalsertal Oberstdorf: Garantierte Schneesicherheit - ab Anfang Dezember 2008 !

Fellhorn/Kanzelwand: Wir bauen für Sie eine hochmoderne Schneeanlage!

Mit dem Schnee ist das so eine Sache. Zwar herrscht auf Fellhorn und Kanzelwand, Deutschlands größtem und modernsten Skigebiet, daran kein Mangel. Aber: Er fällt nicht immer dann, wenn Skifahrer und Snowboarder ihn gerade brauchen.

Daher unterstützen wir Frau Holle schon seit Jahren mit unserer Beschneiungsanlage, die aus Luft und klarem Wasser das begehrte Weiß entstehen lässt. Neue technische Entwicklungen ermöglichen es uns nun, die bestehende Anlage zu optimieren. So können wir in kürzerer Zeit mehr Schnee bereitstellen: Konkret:
Künftig lassen sich in 70 Stunden alle Pisten beschneien. Bisher waren dafür 250 Stunden notwendig. Das spart Energie, schont die Umwelt und sichert unseren Gästen den Winterspaß an jenen Tagen, an denen sie dafür Zeit haben!

Deshalb bauen wir gerade für Sie und hoffen, Sie dadurch bei Ihrem Besuch auf Fellhorn und Kanzelwand nicht zu beeinträchtigen. Unter anderem entsteht ein großer Speicherteich, das künftige Wasserreservoir. Eines versprechen wir Ihnen: Bei Ihrem Besuch im nächsten Jahr werden Sie nicht mehr erkennen, wo wir Rohrleitungen verlegt haben und der "Bergsee" wird sich harmonisch in die Landschaft einfügen.

Technische Daten:
Speicherteich: 50.00 Kubikmeter Inhalt.
Rohrleitungen: 6 Kilometer in der Erde verlegt.
Max. Schneeleistung: 3.000 Kubikmeter pro Stunde (entspricht 300 Lkw-Ladungen).
Investitions-Volumen: 6 mio. Euro

Wichtige Bauabschnitte:
Fertigstellung Bergsee als Speicherteich: Ende 09/2008.
Verlegung aller Rohrleitungen bis 10/2008.
Installation Technik bis 09/2008.
Möglicher Beginn Beschneiung: 01.11.2008.
Winter-Saisoneröffnung mit Opening: 06.12.2008

Wir erweitern unsere Beschneiungsanlage am Nebelhorn!

Projekt 1:
Neubau eines Speicherteichs an der Seealpe für die gesicherte Wasserversorgung der Beschneiungsanlage.
Wasserfassungsvermögen des Teichs 45000 m³.

Projekt 2:
Ausbau der Beschneiungsanlage auf der Abfahrt von der Station Höfatsblick zur Seealpe.
Verlegung von ca. 4 km Beschneiungsleitungen.
Insgesamt 24 neue Entnahmestellen.
Errichtung einer Pumpstation an der Seealpe.

Durch diese Investitionen durchgängig beschneite Talabfahrt von der Station Höfatsblick bis ins Tal nach Oberstdorf!


http://www.seilbahn.net/snn/bericht.php ... &zurueck=0


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BeitragVerfasst: Mi, 17.09.2008, 15:58 
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RetroRebel
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Registriert: Di, 20.03.2007, 20:04
Beiträge: 497
Der "neue Korblift mit geschlossenen kabinen" auf den Monte Poieto bei bergamo hat 1,88Mio € gekostet, für 1200meter länge. Was hätte eine gondelbahn dort gekostet an investitionen, und welches wären die jeweiligen betriebskosten? Waere interessant zu wissen...


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BeitragVerfasst: Mi, 17.09.2008, 17:24 
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Erstmal danke für Eure Beiträge.
Auch wenn nicht alles direkt die Eingangsfrage beantwortet (Chasseral), ist es doch in diesem Zusammenhang sehr interessant und relevant.



Hier mal ein paar Daten, die ich so auf die Schnelle finden konnte.

Beispiel 1:

KSB Schönangerbahn - Hochkönig 5,4 Mio. EUR;
Länge: 1171-1250m, je nachdem, wo man nachliest.

Quelle: http://www.ski.de/skigebiete/oesterreich/hochkoenigs/sport.php

Auszug aus dem Text bei Ski.de:

ski.de hat geschrieben:
Es schneit Euro Millionen

Für ein zauberhaftes Wintererlebnis investiert Hochkönigs Winterreich wieder kräftig:
5 Millionen Euro in den Bau der Schönangerbahn und 1,2 Millionen Euro in Beschneiungsanlagen. In den vergangenen sechs Jahren trugen Investitionen von rund 11 Millionen Euro zur Schneesicherheit bei.
....
Die 1171 Meter lange Bahn wird mit einer Fahrgeschwindigkeit von 5 m/s in 4,5 min 231 Höhenmeter überwinden. Die 73 6er-Komfortsessel mit Wetterschutzhauben werden von 11 Stützen getragen. Rund 3000 Skifahrer und Snowboarder können pro Stunde von der leistungsstarken Schönangerbahn befördert werden. Die baukosten belaufen sich auf rund 5 Millionen Euro. Zusätzliche 1,2 Millionen Euro werden in diesem Jahr dazu in die Schneesicherheit investiert. Die Beschneiungsanlage wird mit einen zweiten Speicherteich und weiteren 8 Beschneiungsmaschinen ausgebaut. Der ca. 35000m³ Wasser fassende Speicherteich Rossboden im Bereich der 6er Sesselbahn Fellersbach in Mühlbach entsteht. Auch in Dienten wird kräftig investiert. 312000 Euro gehen in das neue Förderband Gabühel zur Fahrzeitverkürzung, den Pistenausbau und die Beschneiung Bürglalm, den technischen Ausbau vom Wastlhöhelift sowie die Aufrüstung des Kassen- und Zutrittsystem Skidata.

Die Attraktivität und Qualität des Skigebiets Hochkönigs Winterreich wurde in den vergangenen sechs Jahren durch Investitionen von rund 11 Millionen Euro in die Schneesicherheit gesteigert. Pistenfreaks stehen insgesamt 37 Seilbahnanlangen und 150 km Skiabfahrten zur Verfügung. Auf die Brettl'n und los heißt es bald in Hochkönigs Winterreich.


Interessant an solchen Texten immer: Der vom Verfasser angenommene, so genannte "Pistenfreak" wird als Maß der Dinge angenommen. Damit scheint der wie auch immer ermittelte Durchschnittsgast gemeint zu sein.




Beispiel 2:

Gerlos - Kreuzjoch X-Press

Quelle: http://www.gerlos.at/de/arena/sommer/kreuzjochxpress.html?PHPSESSID=10642a693e1dc6354db9971d525e7d43

Gerlos.at hat geschrieben:
KREUZJOCH-X-PRESS - für noch mehr Spaß beim Wintersport!
Seit 7. Dezember in Betrieb!

Die Kreuzjoch Doppelsesselbahn wurde durch den neuen KREUZJOCH-X-PRESS ersetzt: Die leistungsstarke, kuppelbare 6er-Sesselbahn mit Wetterschutzhaube bietet noch mehr Komfort und beseitigt das Nadelöhr in der Verbindung von Zell nach Gerlos.

Kreuzjoch-X-Press Fakten:
Type: kuppelbare 6er-Sesselbahn mit Wetterschutzhaube
Hersteller: Doppelmayr – Wolfurt
Länge: 1.260 m
Förderleistung: 2.400 Personen/Stunde
Baukosten: EUR 5,4 Mio.



Das wären also Beispiele für Kosten von KSBs.

Einmalige Kosten: 5,4 Mio für eine KSB v/s 1,88 Mio für die Fixe MEB "Gondelbahn" am Monte Poieto.


Zur Vergleichbarkeit:

...müsste man jetzt erstens wissen, ob das jeweils reine Baukosten sind oder nicht.
Im Hochbau in D belaufen sich die Nebenkosten für Planung, Genehmigung etc. auf nicht selten 20% der Bausumme.
Wie das bei Seilbahnen ist, weiß ich nicht.
Zu dem Betriebskosten und den durchschnittlichen Betriebszeiträumen habe ich noch nichts genaues gefunden. Dies wäre aber sehr wichtig zu wissen.

...müsste man ggf. die Kapazitäten hinzurechnen, also die Kosten pro beförderter Person, was das Ungleichgewicht zu Gunsten der KSB relativieren dürfte bzw. in den entsprechenden Fällen ganz umkrempelt.
Dies wiederrum ist natürlich dort, wo die Kapazitäten nicht gebraucht werden, nicht relevant.
Weiter kommt durch z.B. dreifache Kapazität natürlich nicht automatisch die dreifache Gästezahl zustande.
Ferner ist zu erwarten, dass sich das Kostenverhältnis bei zunehmender Bahnlänge ebenfalls etwas zu Gunsten der KSB verschiebt, da der Anteil der Stationen an den Gesamtkosten höher sein dürfte, als bei einer fix geklemmten Bahn.

...muss man im Hinterkopf behalten, dass nicht alle Fälle direkt vergleichbar sind.



Hier noch ein Thema aus dem AF von 2003:
http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=7&t=3391

Interessant, wie die Ansichten der user in diesem Thema sind.
Es kommt auch zu keiner gegenteiligen Meinungsäußerung.

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BeitragVerfasst: Mi, 17.09.2008, 19:02 
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RetroRebel
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Noch was zum Thema, aus folgender Studie: elib.uni-stuttgart.de/opus/volltexte/2004/1918/pdf/AB204.pdf

Hier werden jährliche Betriebskosten einer EUB mit 2000 p/h überschlägig mit 0,5 Mio. Euro veranschlagt.

Zitat:
Angaben der Fa. Doppelmayr: 3 Personen Betriebspersonal; Revision: 4 Wochen à 2 Personen, 0,5 Prozent der Investitionssumme für Ersatzteile und TÜV, hinzu kommen Kosten für Reinigung usw.; Erfahrungswerte der Feldbergbahn Feldbergerhof-Seebuck lassen Kosten von insgesamt 0,5 Mio. Euro/Jahr erwarten.


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BeitragVerfasst: Mi, 17.09.2008, 20:28 
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RetroRebel
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3303 hat geschrieben:
...
Weiter kommt durch z.B. dreifache Kapazität natürlich nicht automatisch die dreifache Gästezahl zustande.
...

Da hast du recht. Mitnichten kommt die dreifache Gästezahl zustande! Das einzige was ziemlich sicher ist: Die Gäste absolvieren pro Tag eine größere Anzahl an Fahrten.

Jetzt kommt die nächste Kuriosität: Der "Wettbewerb" innerhalb des Skigebiets. Wie geht das? Die Einnahmen werden kalkulatorisch auf die Anlagen verteilt. Bei einer einzigen Gesellschaft geschieht dies nur zu internen Controlling-Zwecken, bei Skiverbünden zu Abrechnungszwecken. Die Schlüsselung der Erlöse erfolgt meist nach dem Kriterium "Anzahl Beförderungen, multipliziert mit Höhendifferenz und Komfortmultiplikator". Eine erneuerte Bahn bringt in der Regel mehr Beförderungen und einen höheren Komfortmultiplikator. Damit ist eine neue Bahn meist "relativ" wirtschaftlich. Allerdings kannibalisiert sie damit die übrigen Anlagen. Diese werden plötzlich scheinbar unwirtschaftlich. Dies treibt das Management vor die Frage "Stillegung oder Erneuerung". Letzteres kostet erneut Geld. Aber was passiert in vielen Fällen letztendlich? Die Zahl der Fahrten steigt, die Verteilung der Erlöse wird "schief", aber die Gäste-Ersteintritte bleiben konstant - und damit bleiben die Einnahmen konstant.

Ergo: Nicht die gesteigerte Zahl der transportierten Gäste ist ein Indiz für gesteigerte Attraktivität, sondern lediglich die Zahl der Ersteintritte ins Skigebiet! Nur letzteres bringt Geld. Eigentlich ist das eine Binsenweisheit; aber es besteht die Gefahr, dass durch eine bewusst oder unbewusst unsachgemäße Interbretation von Kennzahlen der wirtschaftliche Erfolg neuer Anlagen überschätzt wird.

Das bedeutet keineswegs, dass ich Anlagenerneuerungen grundsätzlich für unsinnig halte. Aber die Thematik ist sehr komplex und sicherlich nicht plakativ oder eindimensional beantwortbar. Und ich halte es für nicht leistbar und nicht notwendig, den gesamten Alpenraum anlagentechnisch zu erneuern. Und ich hoffe, dass es (auch) in Zukunft Skigebiete mit sehr unterschiedlichen Charakteren gibt - von der vollbeschneiten *) und vollmodernisierten Pistenarena über das naturnahe "Freak-Skigebiet", wo nur die anspruchsvollen Abfahrtsmöglichkeiten im natürlichen Gelände zählen und der Zielgruppe die Art der Aufstiegshilfen völlig egal ist, bis zum preisgünstigen Familienskigebiet, das neben Übungs-Tellerlift und einer flotten KSB am Haupthang viele kostengünstig zu betreibende Schlepplifte auf den übrigen Hängen hat.

*) Unter Vollbeschneiung verstehe ich folgendes: Die Hauptpisten an den Hauptanlagen und alle Verbindungspisten sind beschneit, so dass auch bei schlechter Schneelage grob alle Ecken abgefahren werden können. Alle Nebenpisten sind von Beschneiung zu verschonen, so dass man bei guter Schneelage auch Pisten mit reinem Naturschnee vorfindet. 100% Beschneiung erachte ich nirgendwo als sinnvoll.

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Chasseral - "Les derniers vestiges ont disparu - la fin d'un rêve"


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BeitragVerfasst: Mi, 17.09.2008, 21:19 
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"Ergo: Nicht die gesteigerte Zahl der transportierten Gäste ist ein Indiz für gesteigerte Attraktivität, sondern lediglich die Zahl der Ersteintritte ins Skigebiet! "

Njein, im Dolomiti Superski Verbund sind die anzahl der absolvierten fahrten massgeblich für die verteilung der gesamteinnahmen an die einzelnen bergbahngesellscaften... auch deshalb haben die dort sehr früh begonnen, hochkapazitätsanlagen zu bauen...hier in tirol merkt man dies in der art der berichterstattung, die einem neubau jahrelang vorweg begleiten...


in kleinen, isolierten skigebieten, wo die bergbahnen vielfach oft der gemeinde gehören (nach pleite des ursprünglich privaten betreibers...) ist ein bahnneubau zu vergleichen mit dem neubau der dorfkirche mit höherem glockentum als in der nachbargemeinde anno dazumal, sprich prestige ist dort, wo geld aus staatlichen körperschaften fliesst, etwas überaus wichtiges...

recht interessant ist, dass es durchaus auch den anderen weg gibt, in italien sind in den letzen jahren 3 teils oder ganz geschlossene fixgeklemmte korblifte gebaut worden (Laveno, Monte Poieto und Lurisia). In allen drei orten hat die gemeinde einen grossen teil der kosten getragen. Bedenkt man, dass eine gemeinde als zentrale aufgabe die erbringung zahlreicher dienste hat (schulen, altersheime, wasser, strassen...), und gemeinden oft finanziell sehr mager ausgestattet sind, bzw. hochverschuldet sind, so ist vorzug von fixen vor kuppelbaren anlagen durchaus sinnvoll. Dies umsomehr, wenn man für die kosten einer KSB in etwa 5 oder 6 dorf-grundschulen bauen kann...


Zuletzt geändert von krisu am Mi, 17.09.2008, 21:27, insgesamt 3-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mi, 17.09.2008, 21:20 
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krisu hat geschrieben:
...
in kleinen, isolierten skigebieten, wo die bergbahnen vielfach oft der gemeinde gehören (nach pleite des ursprünglich privaten betreibers...) ist ein bahnneubau zu vergleichen mit dem neubau der dorfkirche mit höherem glockentum als in der nachbargemeinde anno dazumal, sprich prestige ist dort, wo geld aus staatlichen körperschaften fliesst, etwas überaus wichtiges...

:lol: :lol: :lol:

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BeitragVerfasst: Mi, 17.09.2008, 22:12 
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krisu hat geschrieben:
recht interessant ist, dass es durchaus auch den anderen weg gibt, in italien sind in den letzen jahren 3 teils oder ganz geschlossene fixgeklemmte korblifte gebaut worden (Laveno, Monte Poieto und Lurisia).


Ähm, Lurisia ist ja weiterhin noch nicht ganz fix...

die aktuellsten News von simolimo.it:

Zitat:
Come si dice: “il più, è fatto”. «Non abbiamo ancora un verdetto definitivo: ma adesso valuteremo le ultime prescrizioni, e poi si parte»: è il commento di Renato Occelli, sindaco di Roccaforte, all’indomani dell’ultima tappa del “viaggio” delle nuove cabinovie di Lurisia. La “Funivia biposto valle Asili-monte Pigna”, questo il nome completo del nuovo impianto di risalita, è un’idea che sta per diventare realtà. Martedì 16 settembre si è riunita la Conferenza dei servizi in-loco, con tanto di sopralluogo alle stazioni di monte e di valle: erano presenti i tecnici di Provincia e Regione, insieme ai geologi e ai progettisti, ai rappresentanti del Comune e della proprietaria “Cabinovie Spa”. Per discutere del progetto e rilevare le eventuali criticità. Un parere “orientato” verso il sì, ma che richiede ancora qualche perfezionamento? «Io sono decisamente ottimista – è il commento di Occelli –. Se penso a tutti i mesi che sono passati dietro a questa storia, tra progetto e finanziamenti... Adesso valuteremo le prescrizioni, e i costi che comportano, e poi andremo avanti».
Il costo complessivo supera di poco i 3 milioni di euro: la “fetta” più importante è quella che viene dal contributo regionale, pari a 2 milioni di euro. La parte restante verrà coperta dal Comune di Roccaforte (320 mila euro), dalla Provincia (la cifra è ancora da definire) e dalla “Società Cabinovie SpA”.
In un primo tempo si parlava di un impianto di tipo diverso: ma le vicissitudini legate al terreno e alle falde delle acque di proprietà della “Lurisia”. E allora si è optato per una vera e propria opera di “ristrutturazione” della vecchia cabinovia, senza cambiare tracciato. Il nuovo impianto sarà un impianto utilizzabile 365 giorni all’anno, servendo così sia l’utenza invernale che quella estiva. Avrà 135 cabine chiuse biposto, riscaldate e dotate di impianto di illuminazione; entrambe le stazioni saranno “ad ammortamento fisso”, con stazione di rinvio e tensione a valle e stazione con motrice fissa a monte. La portata massima dell’impianto è di 330 passeggeri ogni ora; la lunghezza complessiva è di 2.073 metri, mentre il dislivello coperto è di 671 metri.
(Da Unione Monregalese del 16/09/2008 )


.. es wird jedenfalls der erste beheizbare Gondellift :-) Seh zwar immer noch nicht ganz den Sinn dahinter, jede einzelne 2er Kabine zu beheizen und beleuchten - da hätte man von den 3 Mio sicher noch etwas einsparen können ...


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BeitragVerfasst: Fr, 19.09.2008, 22:55 
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Registriert: Di, 27.09.2005, 10:47
Beiträge: 2255
Ich habe noch etwas gefunden, was teilweise mit dem Thema zu tun hat:

http://www.cipra.org/pdfs/459_de/

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BeitragVerfasst: Sa, 20.09.2008, 1:58 
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Wohnort: Zentralschweiz
Ist das Titelblatt in Samnaun aufgenommen? Denn die einzige 4er Bubble mit den alten Klemmen und diesen Hauben kommt mir sonst auf Davos Parsenn in den Sinn. Und da steht im Hintergrund kein Garaventa Doppelskilift und vorne ein DM Übungslift.


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