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Zermatt // Freeride-Sektor Stockhorn - Rote Nase - Triftji
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Autor:  CV [ So, 03.05.2020, 18:04 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Zermatt // Freeride-Sektor Stockhorn - Rote Nase - Trift

für mich ist die Sache relativ klar: es gab Sommerski am Triftji.

Die vermutliche Rampe und die recht frischen Spuren auf den 80er-Jahre Bildern sind das eine. Das andere ist: Die T-Stütze beim Zwischeneinstieg am damaligen Gletscherrand wurde erst nachträglich zwischen der 5.- und 6.-letzten Stütze eingebaut. Auf den alten Bildern sind nur Portalstützen zu sehen und auch wenn sich durch den Gletscherrückgang die Stützenpositionen leicht verschoben haben, so scheint mir die T-Stütze genau zwischen den bestehenden Portalstützen eingefügt. Rein trassen-technisch braucht es diese Stütze dort nicht. Ergo: sie wurde als Zwischeneinstieg für den Sommer eingebaut.

Für realistisch halte ich dies aber nur seit Bau der Rote-Nase Bahn 1986 bis Anfang 90er, wenn überhaupt so lange.

Autor:  Emilius3557 [ Fr, 08.05.2020, 19:17 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Zermatt // Freeride-Sektor Stockhorn - Rote Nase - Trift

Bild

Vor 1967.

Bild

Dito.

Autor:  intermezzo [ Mo, 08.06.2020, 20:51 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Zermatt // Freeride-Sektor Stockhorn - Rote Nase - Trift

PB Gornergrat - Hohtälli - Stockhorn:

Bild

Autor:  starli [ Sa, 13.06.2020, 17:27 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Zermatt // Freeride-Sektor Stockhorn - Rote Nase - Trift

Emilius3557 hat geschrieben:
Vor 1967.
Dito.

.. toller Schlepplift, tolles Gelände .. wo findet man so eine Kombination heutzutage schon noch ..

Autor:  Emilius3557 [ Mi, 01.07.2020, 14:53 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Zermatt // Freeride-Sektor Stockhorn - Rote Nase - Trift

Hier

https://de.wikipedia.org/wiki/Triftjigletscher_(Stockhorn)

steht folgendes:

Zitat:
Der Triftjilift stammt aus dem Jahr 1984 und ersetzte den ersten Skilift aus dem Jahr 1964, dessen Bergstation am 22. April 1984 durch einen Brand zerstört wurde.


Leider ohne Quellenangabe. Ich habe von diesem Vorfall noch nichts gehört - ihr? Wie große Anteile des Liftes wurden denn bei dieser Gelegenheit wohl neu errichtet?

Autor:  ATV [ So, 05.07.2020, 9:08 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Zermatt // Freeride-Sektor Stockhorn - Rote Nase - Trift

Emilius3557 hat geschrieben:
Leider ohne Quellenangabe. Ich habe von diesem Vorfall noch nichts gehört - ihr? Wie große Anteile des Liftes wurden denn bei dieser Gelegenheit wohl neu errichtet?

Aus dem Garaventa Jahrbuch 1984: Neue Antriebstation mit WL Antrieb (vorher Diesel?) der Rest wurde übernommen. Also man hat nur die abgebrannte Bergstation wiederaufgebaut und das Seil ersetzt. Der Rest des Liftes konnte man beibehalten. Dabei wurde die Fahrgeschwindigkeit und damit die Kapazität erhöht.

Autor:  Emilius3557 [ Sa, 02.01.2021, 13:50 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Zermatt // Freeride-Sektor Stockhorn - Rote Nase - Trift

Bzgl der Frage des Sommerskibetriebs am SL Triftji habe ich unterdessen eine sehr umfassende Stellungnahme der Bergbahnen Zermatt AG erhalten (merci vielmal nach Zermatt!), die ich hier gerne inhaltlich in Auszügen widergebe, v.a. um mit allerlei Legenden hoffentlich ein für alle Mal aufzuräumen bzw. vorzubeugen:

- Ja, es gab Sommerskibetrieb, aber nur in einem einzigen Jahr, 1966. Damals wurde die Anlage vom 22.06.-18.07.1966 betrieben, um den Nationalmannschaften eine zusätzliche Trainingsmöglichkeit für die Weltmeisterschaften in Chile zu bieten. Im Frühjahr 1965 war vom 13.-15.5. Betrieb, ist aber per Def. kein Sommerskibetrieb.

- Training am Triftji-Hang war für Fahrer und Betreuer sehr umständlich, da die Fahrer im Sommer zu Fuß vom Hohtälli bis zur Rote Nase laufen mussten und das Material (z.B. Slalomstangen) über dieselbe Strecke von Hand transportiert werden musste. Auch die Anreise über Gornergrat - Höhtälli war viel länger als zum Trockenen Steg.

- In den meisten Jahren wurde der Betrieb des Tritji-Liftes erst Anfang Dezember aufgenommen und dauerte bis Saisonende im April. Bei schlechten Schneeverhältnissen war die Betriebsaufnahme sogar wesentlich später, so im Dezember 1967 (erst am 12.12.) in 1969, 1970, 1971 und 1977 (erst am 1., bzw. 2.2.) in 1972 (erst 28.12.), in 1978 sogar erst am 1.3., aber in diesem Jahr nicht wegen Schneemangels, sondern wegen zu viel Schnee, der bis zum Förderseil reichte. 1988 ging die Anlage erst Mitte Dezember, 1989 im Dezember gar nicht in Betrieb

- Die Materialseilbahn vom Hohtälli zur Roten Nase wurde erst Anfang der 1970er-Jahre erstellt, und zwar vor allem für den Skitransport und die Lieferungen zur Skihütte. Diese Materialseilbahn wurde obsolet, als 1986 die Pendelbahn Hohtälli-Rote Nase gebaut wurde. Diese ist wohl optional für Doppelspur ausgelegt, weil sich die GGB im Gebiet Rote Nase mehr Frequenzen erhofft hatte

- Tatsächlich wurde als Zubringer für den Skilift Triftji vor allem das Stockhorn genutzt und dann auch der Skilift Gant-Plattje. Diese Anlage gehörte aber der Zermatter Rothornbahn AG. Der Gant-Plattjelift war aber nur Zubringer zum Triftjelift, wenn genügend Schnee lag, weil der Hang zwischen Hohtälli-Stockhorn und Gant sehr steinig ist, soweit nicht Gletscher besteht.

- Die Einstiegsstütze hatte nichts mit einem Sommerskibetrieb zu tun, sondern war ausschließlich in Funktion bei Schneemangel. Auch war der oberste Hang im Triftji für Slalomtrainings fast zu steil und für Abfahrten zu wenig lang. Die Hänge oberhalb Testa Grigia Richtung Klein Matterhorn waren sehr viel besser für die Trainings geeignet, hat doch gerade in diesem Gebiet z.B. jeweils der Kilometro lanciato von 1947 bis ca. 1976 stattgefunden.

- Die damaligen Skirennfahrer von Zermatt haben bestätigt, dass Sommer- oder Herbstskigebiete oftmals nur über einen längeren Fussmarsch erreicht werden konnten, so auch z.B. 2 Std. Anmarsch oberhalb von Riddes im Wallis oder bei Plaine Morte. Diese Märsche wurden auch als Fitnesstraining angesehen.

- Ohne die Bahnanlage Rote Nase-Hohtälli hätten die Skifahrer im Gebiet der damaligen Gornergratbahn nur den Triftji Skilift nutzen können und wären bei einer Abfahrt unweigerlich ins Gebiet der Konkurrenz gefahren, wenn sie nicht über Hohtälli zurück auf Gornergrat gekommen wären. Die umständliche Rückkehr nach Gornergrat über den Fussmarsch nach Hohtälli hat sie wohl davon abgehalten und daher die Gornergratbahn bewogen, eine direkte Rückkehr nach Gornergrat über die Anlage Rote Nase-Hohtälli zu ermöglichen.

Autor:  intermezzo [ So, 03.01.2021, 12:21 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Zermatt // Freeride-Sektor Stockhorn - Rote Nase - Trift

@Emilius3557:

Ein grosses Dankeschön Dir für diese wichtigen Information, und selbstredend auch Merci für den Aufwand, den Du für Deine Recherchen betrieben hast.

Jetzt wissen wir tatsächlich mehr. Schön, dass die Bergbahnen in Zermatt dabei mitgemacht haben.

Autor:  CV [ So, 03.01.2021, 18:24 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Zermatt // Freeride-Sektor Stockhorn - Rote Nase - Trift

Danke für die Infos aus erster Hand! Da sieht man mal, was man auch im Nachhinein fehlinterpretieren kann, wenn die Mosaiksteinchen trotzdem gut zusammenpassen...

Autor:  intermezzo [ Mo, 11.01.2021, 20:26 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Zermatt // Freeride-Sektor Stockhorn - Rote Nase - Trift

CV hat geschrieben:
Danke für die Infos aus erster Hand! Da sieht man mal, was man auch im Nachhinein fehlinterpretieren kann, wenn die Mosaiksteinchen trotzdem gut zusammenpassen...


Dem ist nichts hinzuzufügen!

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Zermatt, Triftij-Hang und Stockhorn (damals noch ohne Rote Nase-PB) im Sommer 1981:

Bild

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