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BeitragVerfasst: So, 14.10.2018, 8:39 
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Nie realisiert: ein Sessellift-Projekt in der Nähe von Basel...

Im Jahr 1956 gab es konkrete Pläne, von der Gemeinde Ettingen (im Speckgürtel der Stadt Basel gelegen) aus eine Sesselbahn auf den rund 800 Meter hohen Jura-Hügelzug des Blauen zu erstellen. Genauer auf den Hochblauen. Von dort oben aus bietet sich eine schöne Aussicht auf Basel und die Oberrheinische Tiefebene mit Blick von den Vogesen, über den Schwarzwald bis hin zum Jura. Eine Konzession wurde eingereicht, Von Roll Bern mit Planungsskizzen und Unterlagen zum Bau der Sesselbahn beauftragt. Realisiert wurde dieses Projekt, wie viele andere auch, allerdings nie. Reiche später noch mehr Material nach.

War mir bisher völlig unbekannt, dieses nie in die Tat umgesetzte Sessellift-Projekt in der Nordwestschweiz... wäre wohl eine VR 101 geworden.

Interessant ist das, was im Staatsarchiv des Kantons Baselland zu diesem Projekt aufgeführt ist, besonders der Aspekt mit den Konservenbüchsen ist ein echtes Highlight:

Zitat:
Bei der Ablehnung der geplanten Sesselbahn Ettingen-Blauen 1956 waren sich Behörden und Natur- und Heimatschutzorganisationen in wesentlichen Punkten einig. Kurz und illustrativ nahm die Solothurnische Natur- und Heimatschutzkommission Stellung: «Der Bau der Sesselbahn in die unberührte Landschaft des Blauen mit den prächtigen Kirschgärten und dem nahegelegenen Wallfahrtsort Mariastein würde ohne Zweifel die Einheit zerstören. Die Bahn führt ausserdem nicht zu einem bekannten Aussichtsort. Zu diesem Zweck muss erst noch ein Aussichtsturm erstellt werden. Die Bergmatte wird heute als Spielwiese benützt, welche über die relativ geringe Höhendifferenz und Distanz mit Leichtigkeit zu Fuss erreicht werden kann. Die beiden Bürgergemeinden […] sind am Ausbau der Waldwege, sodass in absehbarer Zeit die Bergmatten auch per Auto erreicht werden können. Nicht allein die Waldschneise würde das Landschaftsbild verändern, auch das ganze Drum und Dran mit Konservenbüchsen etc. würde sich nachteilig auswirken.» Die Baselbieter Stellungnahmen erwähnten die zunehmende Verunstaltung der Landschaft durch technische Anlagen wie Starkstromleitungen und -masten. Die Argumente der Bürgergemeinde Hofstetten waren ökonomisch geprägt, aber auch ästhetisch: Verlust von Waldboden, Entwertung der Waldbestände entlang der Schneise und Erschwerung der Bewirtschaftung. Im ganzen Projekt sei eine «materielle Schädigung der Bürgergemeinde zu sehen, geschweige noch von der Verunstaltung unseres schönen Blauengebietes».(1)

(1) Staatsarchiv Baselland, NA, Bau-Akten Nr. 422, 1956


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