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BeitragVerfasst: Fr, 23.07.2010, 15:48 
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Bereits im Sommerskibericht über das Plateau Rosa hatte ich ja darauf hingewisen, dass Cervinia nach meinem Empfinden einer der insgesamt hässlichsten Skiorte ist, die ich je gesehen habe.
Ich schreibe dazu zunächst mal keine ergänzende Begründung, denn vielleicht ergeben sich ja aus der Diskussion ja entsprechende Aspekte.
Doch was wäre Italien ohne seine Besonderheiten, die fast überall vorhanden sind, aber manchmal erst beim zweiten Hinsehen auffallen und mit denen zu beschäftigen sich unabhängig davon, ob man ihnen nun etwas abgewinnen kann oder nicht, lohnt.

Folgend nun einige aus dem Gesamtbild herausgegriffene Objekte, die auf die Schnelle nach dem Skifahren und vor der Abreise bei denkbar schlechten Juli-Mittagslichtverhältnissen sozusagen isoliert vom Umfeld und photographisch weitestgehend "reduziert", betrachtet wurden.
Auch hier wieder zunächst keine Wertung oder Beurteilung außer, dass sich die Beschäftigung mit diesen Objekten durchaus lohnen kann.



1. Der Talstationskomplex
im Ort lässt eine starke Veränderung mit der Zeit erkennen. Ebenso wie der Ort selbst, in dessen Zentrum er platziert ist. Oder doch eher am Rand? Das wusste ich in Cervinia nicht immer so genau.

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2. "Cielo Alto"
befindet sich fast als Sattelit südlich an einem Nordwesthang über dem Ort und nimmt eine Sonderstellung ein.
Hier scheint sich, im Gegensatz zum Ort selbst, in den letzten Jahrzehnten nicht allzu viel geändert zu haben, so dass die ursprünglichen Strukturen auch ohne näheres Hinsehen erfassbar sind.

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Ein Deutscher, mit dem ich mich am Plateau Rosa unterhalten habe, bezeichnete den Ort und den Zustand der Substanz als "erschreckend".

Mich würde, bevor ich etwas dazu schreibe interssieren, wie Ihr Cervinia, sei es nun von Besuchen oder von Bildern her, empfindet und vor Allem, warum.
Was gibt es positiv und was negativ hervorzuheben?
Wie würdet Ihr die beiden hier bebilderten Objekte beurteilen?


Zuletzt geändert von 3303 am Fr, 23.07.2010, 16:22, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Fr, 23.07.2010, 16:06 
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Nur rasch auf die Schnelle, da ich dringend nachher weg muss: Super-spannendes topic!

Und da ich halt doch irgendwie Cervinia- resp. Zermatt-affin bin: Cervinia ist zwar wahrlich keine Augenweide, aber die beiden von Dir detailliert porträtierten Gebäude moegen zwar etwas zerfallen oder verwahrlost aussehen, sie haben aber definitiv ihren ästhetischen Reiz - ist natuerlich mein rein subjektiver Geschmack.

Aber ansonsten: Cervinia als Ort ist ziemlich trostlos, mit vielen Scheusslichkeiten gespickt, aber das italienisch-marode hat eben auch was! Zudem: gerade gewisse französische Skiorte finde ich deutlich hässlicher als Cervinia. Ausführlichere Stellungnahme folgt dann später.


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BeitragVerfasst: Fr, 23.07.2010, 16:50 
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Ich kenne Cervinia persönlich nicht, daher Beurteilung aus den Fotos:

Das geschwungene, doch recht organisch-gestalltete Hotel (Ist es ein Hotel, oder?) gefällt mir von der Optik her eigentlich recht gut.
Den Zustand der Anlage kann ich anhand der S/W Fotos jedoch nicht sonderlich beurteilen. Was ich aber beurteilen kann, ist das es sich um dieses Gebäude um eine Energie-Schleuder der Sorte 1A handelt. Die vielen Dachterassen, eingeschobene und ausragende Gebäudeteile lassen die Oberfläche des Gebäudes enorm werden und somit entstehen zahlreiche, komplizierte Anschlüsse an die eigentliche Gebäudeaussenhülle, welche im zu schätzenden Baujahr des Gebäudes sicher mit hülle und fülle vorkommenden Wärmebrücken bestückt ist.
Ausserdem, auch wenn es gut aussieht, würde ich sowas in schneereichen Gegenden nicht planen. Man stelle sich vor: 50 cm Neuschnee, schön feucht und schwer, der oberste beginnt seinen Balkon zu Räumen, wirft es dem unteren einfach auf den Balkon.....Was passiert beim untersten wenn alle oben mal geräumt haben...? :shock: :x :lol: Wenn es ein Anlage mit Wohnungen wäre. wäre der Krieg unter den Einwohner bereits vorprogrammiert :lol:

Zu Cervinia selbt kann ich leider nix beitragen. Kenne es einfach nicht. Wäre schön einen Situationsplan der Siedlung zu sehen. Die ganze Dorfstruktur etc.

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BeitragVerfasst: Fr, 23.07.2010, 17:04 
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RetroRebel

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Sehr spannend. Ich kenne Cervinia ja mittlerweile auch aus - wenn auch kurzer - eigener Erfahrung und möchte das Gesamtbild jedenfalls durchaus als ziemlich hässlich bezeichnen. Im Kernbereich gibt es allerdings sehr wohl architektonisch spannende Objekte aus der ersten Zeit der touristischen Entwicklung der 20-er und 30-er Jahre, erhalten geblieben sind einige Hotels und die Reste einer teilweise unterirdischen Tankstelle. Jedoch haben die folgenden Jahrzehnte unterschiedlichste Gebäude hervorgebracht, von denen wohl nur die wenigsten (wenn überhaupt) interessante Manifestationen der architektonischen Entwicklung ihrer Entstehungszeit darstellen sondern meist austauschbar und stillos sind.
Cielo Alto steht hier im Gegensatz, denn hier hat sich seit der Erbauung der Gebäude nahezu nichts verändert und die "Siedlung" zeigt noch genau den Charakter, den ihr damals der Architekt verpassen wollte. Man kann immer über die Attraktivität bestimmter Baustile diskutieren bzw. manchen Epochen ästhetisch nicht viel abgewinnen, aber m.E. ist jeder erkennbare Stil immer noch viel besser als eine gesichtslose Masse austauschbarer Bauobjekte ohne zu Grunde liegendes gemeinsames Konzept.
Zum Thema Architektur in den Alpen übrigens ein durchaus interessanter Artkiel von Wolfgang Kos: Klick

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BeitragVerfasst: Sa, 24.07.2010, 0:07 
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RetroRebel
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Ich finde Cielo Alto ziemlich faszinierend und besuche den Teil eigentlich regelmäßig, wenn ich in Cervinia bin. Einzig die marode Substanz dort finde ich kontraproduktiv, weil sie den Futurismus verblassen lässt.

Den Rest von Cervinia finde ich weitestgehen ok im Sinne von mittelmäßig. Anders als zB in Zermatt gibt es wenig Gebäude, die mich wirklich stören (wohl hingegen die Zersiedlung, die ist in der Tat völlig daneben), gleichermaßen gibt es anders als in Zermatt aber auch kein Findeln, wo es so richtig authentisch schön ist. Cervinia hat durchaus seinen Stil und etwas wild-westmäßiges, dem ich partiell etwas abgewinnen kann. Im Hochwinter jedenfalls. Im Frühjahr ist das ziemlich trostlos und hässlich, das gilt aber für sehr viele Skiorte (insofern mag sich Gerrits Bild ggf. noch ein klein wenig ändern eines Tages, wenn auch sicher nicht grundlegend).

Ich habe Cervinia im wesentlichen immer als zweckmäßg betrachtet, zumindest insoweit als man dort Schifahren kann. Ich finde den Ort bei weitem nicht so hässlich und stillos wie andere Skiorte, zB ist für mich Schladming subjektiv ein Ort, an dem ich mich ob der vorhandenen Infrastruktur und der Lage wesentlich unwohler fühle und viel das Bedürfnis habe, einfach mal die Augen zu schließen. Auch die Peripherie von St. Anton finde ich tendenziell verstörender. Die Stilmixe in Les Menuires (heute) finde ich ebenfalls erheblich hässlicher als Cervinia. Gleichermaßen gibt es Dutzende Skiorte in den Alpen, die mich mehr ansprechen.

Fazit: Cervinia ist irgendwo Mittelmaß, dabei aber wieder außergewöhnlich. Das macht den Ort für mich annehmbarer als andere, ebenso gewisse "Highlights" wie die Stationen, Cielo Alto etc. Insgesamt aber nicht ohne Grund ein Ort, an dem selten photographiere.

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BeitragVerfasst: Sa, 24.07.2010, 0:09 
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RetroRebel
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Übrigens: sehr faszinierende Infrarotbilder die gekonnt (!) interessante Facetten finden und aufzeigen, nicht nur in den Focus stellen, sondern geradezu isolieren. ME eine ziemliche Kunst, mir gelingt es selten dort gute Bilder zu machen, zu viel Objektive und Gegebenheiten haben meine Bilder oft gestört.

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BeitragVerfasst: Sa, 24.07.2010, 9:39 
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RetroRebel
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Was macht denn für euch die Bezeichnung "hässlich" in dem Bezug überhaupt aus? Ich kenne Cervinia auch nur von Bildern und sehe immer diese halb verfallenen Gebäude und dieses etwas morbide Flair. Aber das alleine ist ja noch nicht hässlich, oder? Jedenfalls empfinde ich persönlich das nicht so. Und es kommt ja vermutlich auch kaum jemand auf die Idee, z.B. eine Burgruine als hässlich zu bezeichnen, während z.B. ein normales, gepflegtes Wohnhaus von sehr vielen als hässlich empfunden würde, wenn es in feinstem Schweinchenrosa angestrichen wäre.
In Les Menuires ist es, wie trinc ja schon erwähnt hat, der ziemlich wilde Mix aus unterschiedlichen Epochen. Da steht beispielsweise ein illuminierter, hölzerner Glockenturm im Ortszentrum mitten zwischen den Hochhäusern aus den 60ern. Hinzu kommt auch dort die zunehmende Zersiedelung.

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BeitragVerfasst: Sa, 24.07.2010, 13:31 
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RetroRebel

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Gar nicht so leicht zu beantworten. Ich denke, ich empfinde dann ein Bauwerk (oder auch eine Ansammlung an Bauwerken) als häßlich, wenn es (sie) völlig ohne Bezug auf die (landschaftliche oder auch architektonische) Umgebung gebaut worden sind. Das schließt keinesfalls aus, dass ein "modernes" Gebäude auch in einem "alten" Ensemble quasi als Kontrapunkt gesehen sehr attraktiv sein kann, allerdings erwarte ich vom Architekten (Erbauer), dass er sich bei der Planung und Ausführung auch Gedanken über die Beziehung des Bauwerks zu seiner Umgebung macht und nicht einfach "Irgendetwas" hinstellt, das letztlich überall stehen könnte.
Allerdings stellt sich natürlich auch die Frage, ob der "Lederhosenstil" letztlich nicht auch irgendwie eine letzlich etablierte Stilform des alpinen Bauens darstellt bzw. mit welchen Argumenten man ihm die Existenzberechtigung absprechen könnte..... :?:

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BeitragVerfasst: So, 25.07.2010, 1:32 
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Danke zunächst mal für Eure Beiträge. Hört sich ganz so an, als lägen alle nicht allzu weit auseinander.

Zunächst mal, warum ich Cervinia so hässlich fand.
An allererster Stelle steht dabei die Zersiedlung und das offenbar ungeordnete Wuchern (oder ist das so gewollt?) des Ortes.
Bei der Hotelsuche haben wir zunächst so gut wie den gesamten Ort durchfahren bzw. durchlaufen, um uns einen Überblick zu verschaffen.
Dabei fiel auf, dass es neben dem "normalen" Straßengefüge, das Baugrundstücke erschließt immer wieder Fortführungen dieses in den Rückwärtigen Bereichen der Anwesen gibt.
Manchmal hatte man das Gefühl, über ein Privatgrundstück zu fahren, um danach vielleicht noch zu einer Pension zu kommen. An einer Stelle stand ein Rückwärtiges Gebäude in Mitten eine großen Asphaltfläche. An beiden Seiten konnte man es umfahren. Auf der Fläche gruppierten sich noch Parkplätze. Am Ende ging es dann noch weiter an einem Gebäude knapp und schmal vorbei ohne Wendemöglichkeit zu einer noch nicht ganz fertigen Pension.
Solch merkwürdige Erschließungen finde ich immer schlimm. Man benötigt sicher die doppelte Verkehrsfläche, wie bei einer ordentlich geplanten Bebauung mit Konzept und hat dennoch schwierigere und nachteilige Zufahrten. Wertvolle Flächen werden verbraucht, ohne dass dadurch irgend eine Qualität entsteht. Es ist weder praktisch noch schön und sicher nicht günstig sowie meist für Jahrzehnte nicht mehr reversibel. Jetzt fragt man sich jahrzehnte, ob es da noch weiter geht und wenn ja, wie. Dann werden irgendwann Werbeschilder aufgestellt, damit man es findet und wieder wird es hässlicher.
An anderer Stelle baut man einfach mit ewig langen Straßen den Hang hoch, wobei an einer Stelle ein riesiges Plateau freigesprengt wurde, worauf dann eine Art Chalet platziert ist. Nebenan gibt es aber Flächen, auf denen man das überdimensionierte Chalet auch so hätte platzieren (platzieren, nicht planen ;) können. Man arbeitet gegen die natürliche Hanglage, nimmt mit dem Gebäude keinen Bezug auf die Landschaft, ja entstellt sie unnötiger Weise sogar irreversibel.
Dann gibt es einige Wohnanlagen, wahrscheinlich hundert Meter lang und gliedert diese mit unzähligen optischen Elementen des Einfamilienhausbaus, Giebelchen, Gauben etc...
Dann diese riesigen Freiflächen am Ortseingang. Ist das ein Parkplatz? Zur Touristeninfo fährt man am besten mit dem Auto.
Insgesamt fand ich das Ortsbild darum wirklich hässlich.
Im Gegensatz dazu hat sich mE Tignes trotz der Chalets und einiger fragwürdiger Anlagen noch recht gut gehalten, wie ich finde. Auch der Parkplatz, der den Ortsrand auf dem Weg zur Seilbahn begleitet ist dort wesentlich logischer angeordnet. In Cervinia fäht man erstmal quer durch den Ort. Oder habe ich da etwas verpasst?
Der teils ungepflegte Zustand der Gebäude sowie die unterschiedlichen Stile ansich stören mich eher weniger.

Warum fand ich Cielo Alto bemerkenswert?
Weil es einfach genial ist, wie die Anlage als künstlicher Körper, monolithisch aus dem Boden wächst, das natürliche Gelände aber geschickt nutzt, um Spannungen aufzubauen, ohne es gänzlich einzuebnen. Und weil es stilistisch recht gut erhalten ist.
Die ganzen Anschlussprobleme hinsichtlich Dämmung und Abdichtung sind mir auch aufgefallen. (Es waren auch umfangreiche Sanierungsarbeiten an einigen dachflächen im Gange)
Aber dazu wird man sich in den 60ern und 70ern wohl kaum Gedanken gemacht haben.
Was mir erst dank piznair's Beitrag auffällt: Was macht man mit dem Schnee auf der Dachterrasse?

Und die Talstation:
Krasses Teil. Oben verfallen und unten genutzt. Wie funktioniert das? Notabdichtung oben auf der Geschossdecke. Deckel auf Treppenauge und Schächte und dann zwei bis drei Puffergeschosse, die vergammeln können. Weiter kommt das Wasser nicht durch, also kann man unten ganz normalen Betrieb laufen lassen?
Es sieht aus, als wäre das mal eine sehr geile Anlage gewesen. Gibt es da Photos vom Urzustand?

@Photos: SW macht es da deutlich einfacher. Werbeplakate, Bruchsteinverkleidung, buntes Treiben neben dem Gebäude, alles geht in Grauwerten und Filmkorn unter ;)


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BeitragVerfasst: So, 25.07.2010, 9:44 
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3303 hat geschrieben:
Was mir erst dank piznair's Beitrag auffällt: Was macht man mit dem Schnee auf der Dachterrasse?

Ziemlich üble Variante: Dachterasse mit Elektro-Bodenheizung.... Massiver Bodenablauf reinhauen, dann gehts. Energieschleuder hoch47...
Oder ansonsten Dachterasse so geschickt plazieren, dass man den Schnee noch über den Dachrändern hinauswerfen kann.

Eine etwas "ökologischere" Lösung konnten wir auch für eine Anlage mit Dachterasse finden, indem man die Überflüssige Energie einer Solaranlage nutzt (Warmwasser). Das Wasser würde in einem nicht ständig bewohnten Gebäude bei extremer Sonneneinstrahlung die Wasserbehälter in den Technikräumen zum bersten bringen, somit können wir Dachterassen als "Puffer" anwenden und durch einen weiteren Wasserkreislauf quasi zwei Fliegen auf einem Streich treffen :D. Schneeschmelze & Wasserkühlung :D

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BeitragVerfasst: So, 25.07.2010, 18:07 
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Mein Eindruck von Cervinia ist relativ nah bei Trinc's. In Kurzform, Cervinia hat für mich zwei interessante und zwei hässliche Teile:

Interessant: Bereich Cieloalto (Architektur, Lage, ...) und Bereich Ortsmitte/Fußgängezone/Cretatz Tal (original)
Hässlich: Zersiedelung bergauf entlang der Cratatz-Piste und die große Freifläche am Ortseingang.

Die Ruinen gehören für mich inzwischen schon zum "homogenen" Ortsbild dazu. Die brauchen's gar nicht renovieren oder abreisen. Man muss Cervinia auch mal bei nasskaltem Wetter durchstöbern und der Phantasie freien Lauf lassen. Cervinia ist dann einzigartieg Kulisse und nicht "hässlich". ;-)

viewtopic.php?p=18058#p18058

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BeitragVerfasst: So, 25.07.2010, 19:54 
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Ich mach mir da ja meist wenig Gedanken, v.a. wenn ich Cervinia bin, bin ich ja nur zum Skifahren dort und wohn nicht lang. Allerdings fand ich's nicht besonders schrecklich bisher, auch nicht als ich letztes Jahr durch die Straßen/Fußgängerzone ging und ein Restaurant gesucht hab, v.a. die Ruine der PB (die ich gern mal erforschen würde) gefällt und übertüncht den Rest für mich so dermaßen, dass ich eigentlich nur Augen für die alte PB-Station hab ;)

Dass es mit Cielo Alto da oben so ein geniales Beton-Kunstwerk gibt, wusste ich noch gar nicht, wäre mir bisher nicht aufgefallen, scheint also gut versteckt zu sein, auch wenn ich weiß, wo es liegt. Da kann man sogar ein Freund der Leitner-DSB werden, die da drin startet. Find ich auch bei weitem nicht so überdimensioniert wie in vielen französischen Skiorten.

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Da ich hier wie im Alpinforum von den Anhängern der Corona-Sekte verfolgt werde, werde ich hier nichts mehr schreiben oder lesen.
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BeitragVerfasst: So, 25.07.2010, 23:14 
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Die Archtektur von Cervinia bezeichne ich nicht a priori als hässlich.
Was mich stört sind die großstädtischen Strukturen, mit ihren viel zu großen Bauten, ausgerechnet in einem Naturraum, wo diese Strukturen m. E. nichts verloren haben.

Dazu kommt noch die permanente Vernachlässigung, die ja teilweise als morbider Charme romantisch verkärt wird, der ich nichts abgewinnen kann.

Die Kombi aus "falscher" Archtektur am falschen Ort samt Vernachlässigung wirkt hässlich auf mich.


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BeitragVerfasst: Mi, 28.07.2010, 12:12 
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Fab hat geschrieben:
Dazu kommt noch die permanente Vernachlässigung, die ja teilweise als morbider Charme romantisch verkärt wird, der ich nichts abgewinnen kann.
Wenn jede Generation all ihre verfallenen Ruinen entsorgt hätte, gäbe es heute weder Überreste mittelalterlicher Burgen, noch das Colosseum in Rom. Insofern find ich derartige Zeitzeugen nicht schlimm, eher im Gegenteil, es eröffnet neue Perspektiven, es eröffnet einen Blick in die Vergangenheit, es sticht als etwas "unübliches" hervor, es weckt Neugierde, es weckt den menschlichen Drang des entdecken und konservieren wollen.

Der "Charme" begründet sich m.E. also nicht direkt auf die "Morbidität" oder des Verfalls an sich, sondern eher auf all das, was dadurch ausgelöst wird, oder auch was umgekehrt der Grund für die "Morbidität" ist.

Ganz wichtig denke ich ist dabei auch die "Ursprünglichkeit". Um z.B. bei der mittelalterlichen Burgruine zu bleiben: Am besten wäre, sie wäre vollständig erhalten, so wie sie früher war. Am zweitbesten wäre, sie wäre ansatzweise erhalten, so wie sie früher war. Am unpassendsten finde ich jedoch, wenn sie originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Weil es einfach einen "künstlichen" Beigeschmack hat.

Find ich ähnlich wie mit dem, was vor kurzem da in dem ehemaligen Molybdän-Bergwerk in der Alpeiner Scharte passiert ist. Da werden die Gegenstände, die seit dem dritten Reich in der Mine liegen "so wie sie damals zurückgelassen wurden", eingesammelt, um sie in einem Museum auszustellen. Ist doch irgendwie langweilig?

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