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BeitragVerfasst: Sa, 21.04.2012, 21:46 
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Skitourenwoche Weidener Hütte, Tuxer Alpen, 13.-16. März 2012

Dienstag, 13. März 2012

Abfahrt 11 Uhr südlich von München, ab Einfahrt in die Alpen sehr schönes Wetter (zuvor dicht bewölkt), Treffpunkt Bahnhof Schwaz 12.30 Uhr, danach Auffahrt nach Weerberg (schöner, ruhiger Ort, Skilifte nicht mehr in Betrieb, mit tollem Panorama auf das Karwendel und das Inntal) und auf guter Straße bis zum Gasthof Innerst (1300 m), unter der Woche offenbar keine Parkplatzgebühr.

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Hobarjoch (2512 m) vom Parkplatz Innerst. Vom Frühling in den Winter.

Entspannt Mittagspause, Umziehen, Rucksäcke packen und hinunter zum Bach vorsichtig auf den Fellen über recht stark von Nadeln und andere Baumbestandteilen bedeckten Schnee gerutscht. Im Schatten auch am Nachmittag noch sehr hart gefroren, es liegt noch jede Menge Schnee, z.B. auf der schmalen Brücke über 50 cm, so dass die Brückengeländer mehr Zierde als Sicherheitsmaßnahme darstellen. Nach kurzem steileren Stück wird der breite Forstweg zur Weidener Hütte und ins Nafingtal erreicht, der im Winter als (wohl recht flache) Rodelbahn firmiert.

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Anstiegsweg Weidener Hütte. Über weite Strecken angenehme Steigung, als Rodelbahn aber nur bedingt geeignet.

Gemütlicher Aufstieg in 2 ½ Stunden (Hütte liegt auf 1800 m, d.h. gut 600 Hm Aufstieg) mit einer weiteren Pause an einer Bank bei durchweg gemächlicher Steigung die angeregte Unterhaltungen zulässt. Wenig Betrieb, wenige Skifahrer und Rodler kommen von oben entgegen, schöne Ausblick auf Karwendel und Tuxer Alpen, knorrige Zirben an der Wald- und Baumgrenze, Vögel sind zu hören.

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Karwendel und Innerst vom Hüttenanstieg. In Bildmitte das Bettelwurf-Massiv (2725 m).

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Fahrweg kurz vor Weidener Hütte.

Die Weidener Hütte wurde 2008 komplett renoviert und erweitert und präsentiert sich uns als sehr angenehm und geradezu luxuriös: Schuh(trocknungs)raum, Trockenraum, Skiraum, Waschräume mit Duschen (1,5 € für drei Minuten). Heute Abend ist sehr wenig Betrieb: mit uns zusammen vielleicht insgesamt 10 Gäste, die über Nacht bleiben. Halbpension kostet 27 €, Übernachtung 10 € für AV-Mitglieder.

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Weidener Hütte, 1799 m, 2008 renovierte DAV-Hütte.

Mittwoch, 14. März 2012

Wie gestern herrliches Wetter. Aus dem Hüttenzimmer grüßen Grafensspitze, Hirzer und Wildofen im Morgenlicht.

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Grafennsspitze (2619 m), Hirzer (2725 m) und Wildofen (2553 m) am frühen Morgen aus dem Hüttenfenster gesehen.

Da F. erst heute Morgen von Innsbruck nach Weerberg und dann zur Hütte hinaufkommen muss, gehen M. und Ich alleine in Richtung Hoher Kopf und Nafingköpfl los.

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Nafingtal Ostseite mit Gilfert und Hochkopf vom Hobarjoch aus gesehen.

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Nafingtal Ostseite mit Hochkopf und Nafingköpfl gesehen vom Hobarjoch.

Der steile Hang direkt hinter der Hütte verlangt gleich die Verwendung der Harscheisen. Da wir keine gut ausgetretene Spur finden, orientieren wir uns selbst und überwinden diese ersten steilen 300 Hm bis zu einer markanten Geländeverflachung durch lockere Zirbenbestände mit mehreren heiklen, da ungewohnten Spitzkehren im morgendlich eisigen Steilgelände.

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Grafennsspitze (2619 m), Hirzer (2725 m) und Wildofen (2553 m) vom Aufstieg zum Hochkopf gesehen.

Danach wird das Gehen deutlich angenehmer, das Gelände legt sich zurück und wird weitgehend baumfrei, wir folgen verwehten, älteren Spuren nach Nordwesten in Richtung Kamm und genießen bereits hier großartige Ausblicke auf das Karwendel und das vordere Nafingtal.

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Aufstiegsspur in Richtung Hochkopf knapp oberhalb der Waldgrenze.

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Zugewehte Aufstiegsspur in Richtung Hochkopf. Die gefrorenen Schneeflächen glitzern verlockend und versprechen gute Firnverhältnisse.

Ab 2200 m ergibt sich eine regelrechte Verflachung, so dass wir jeden Moment meinen auf den bereits sichtbaren Kamm zu gelangen.

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Weite Schneeflächen nordwestlich des Hochkopfs. Herrlich einsame Landschaft.

Dies erweist sich jedoch als Trugschluss, so dass wir doch noch eine Weile in einem Rechtsbogen nach Osten und schließlich Südosten und Süden zuletzt wieder steiler auf den Hochkopf (2373 m) zusteigen und über den kurzen und kaum exponierten Grat praktisch direkt bis zum Gipfelkreuz emporsteigen können, das wir nach gut 2 Stunden von der Hütte aus erreichen.

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Hochkopf-Gipfel von Norden (2373 m).

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Hochkopf (2373 m) Gipfel, wir sind direkt mit den Skiern bis zum Kreuz aufgestiegen.

Die Rundsicht ist von hier bereits beeindruckend: im Süden spitzt der Tuxer Hauptkamm mit Olperer und Gefrorener Wandspitze hervor, im Westen ragen Hobarjoch, Hippold und die drei bereits genannten Gipfel empor, im Nordosten dominiert der Gilfert mit seinen weit gerühmten Skitourenhängen, dann im Osten das Nurpenstal, abgeschlossen im Südosten vom Rastkogel. Wenn man ins Nurpenstal blickt versteht man die begehrlichen Blicke und Pläne von Skigebietsplanern.

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Vorderes Nurpenstal mit Gilfert (2505 m) und Pfaffenbichl (2431 m). Hinter dem Kamm in Bildmitte liegt das Skigebiet von Hochfügen.

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Mittleres Nurpenstal. Schönes Skigelände, kein Wunder, dass Expansionsgelüste der Zillertaler Ski-Unternehmer bestehen.

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Oberes Nurpenstal und Rastkogel (2761 m) von Nordwesten. Herrlich weiter, von Liften nicht erschlossener Talschluss.

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Kammverlauf nach Süden. Blick auf Nafingköpfl (2434 m), unser nächstes Ziel.

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Hobarjoch (2512 m), Hippold (2642 m), Grafennsspitze (2619 m) und Hirzer (2725 m) von der aussichtsreichen Querung Hochkopf bis Nafingköpfl (ca. 30 min).

Wir rasten ausgiebig in der Sonne und unterhalten uns nett mit einem einheimischen Tourengeher. Da der Schnee auf unserer Nordwest- und Westflanke noch keinerlei Anstalten macht aufzufirnen und auch F. noch einige Aufstiegsstunden vor sich hat, beschließen wir zum Nafingköpfl weiter skizuwandern. In 30-40 min leicht zu schaffen, zumal gespurt. Mit Fellen und offener Bindung einige heiklere Zwischenabfahrtsmomente.

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Nafingköpfl (2434 m) von Norden mit Aufstiegsspur.

Das Nafingköpfl ist mit 2434 m noch etwas höher als der Hohe Kopf, weist aber kein Kreuz auf. Die Aussicht ist relativ vergleichbar.

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Tuxer Hauptkamm vom Nafingköpfl. Von links Hoher Riffler, Gefrorene Wand-Spitze, Olperer, Fußstein und Kleiner Kaserer.

Wir essen wiederum etwas, trocknen die Kleidung. Da F. uns hier noch lange nicht einholen wird, beschließen wir zunächst weiter am Grat zur Halslspitze zu promenieren. Bereits der erste Gratabschwung stellt sich jedoch angefellt und mit offener Bindung als recht heikel da, zumal hier in der Südwestflanke bereits ordentlich aufgefirnt. Wir variieren die Pläne, machen uns für die Abfahrt fertig und folgen dem vorhin erwähnten Einheimischen in Richtung Hütte. Das Knie hält Gott sei Dank und meldet sich auch nicht weiter. Der Schnee ist hier wirklich gut aufgefirnt und fährt sich in der steilen Flanke zwischen größeren Felspartien sehr gut. Es ist jedoch dank der intensiven Strahlung und der Wärme sehr heiß in Anorak, Skihandschuhen etc.

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Abfahrt vom Nafingköpfl. In Bildmitte meine Spur, darüber mein Bergkamerad M.

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Nafingtal und Weidener Hütte von der Abfahrt vom Nafingköpfl aus gesehen.

Weiter unten wird das Gelände flacher und wir sind besser eingefahren, der Schnee jedoch schwerer und durch erste Zirben an der Nafingalm manövrieren wir uns manchmal nahe an der Sturzgrenze bis der Fahrweg holprig, aber problemlos und rasch uns zur Hütte führt, wo wir sogleich F. treffen, der direkt vom Hohen Kopf abgefahren ist.
Ein paar Apfelschorlen, ein leckerer Kuchen und eine Dusche stellen uns bald wieder her.

Donnerstag, 15. März 2012

Die erste gemeinsame Tour mit F. Wir haben uns die Halslspitze (2574 m) vorgenommen mit eventuellem Übergang zum dominierenden Rastkogel. Zunächst folgen wir dem Fahrweg zur Nafingalm, den wir gestern bereits abgefahren sind.

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Morgendlicher Aufstieg im Nafingtal. Im Hintergrund das Karwendel mit dem Hochnissl (2547 m) in Bildmitte, links davon die markante Kante der Lamsenspitze (2508 m). Dahinter befindet sich die Eng.

Danach gibt es eigentlich gute Spuren in Richtung Gipfel,

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Aufstiegsspur, hinten das Geiseljoch.

wir folgen aber einer eher wenig begangenen, die in Richtung Nordosten den Kamm hinaufzieht und sich bald vollständig vom Hauptstrom entfernt. M. und Ich legen aufgrund der Steilheit und des festen, gefrorenen Harschdeckels Harscheisen an.

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Aufstieg in Richtung Halslspitze auf weiten, relativ steilen, hartgefrorenen Schneefeldern.

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Schneehuhn im Nafingtal. Für viele Erschließungsbefürworter ja ein Hassobjekt...

In steilen Spitzkehren und auf Dauer unangenehmen Querungen im Steilgelände gewinnen wir gut an Höhe und queren dann lange nach Süden und Erreichen den Gipfel über seinen Nordgrat.

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Halslspitze Kreuzgipfel (2574 m) von Norden gesehen.

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Windgepresste Skispuren unterhalb des Halslspitz-Gipfels. Dieses Phänomen zeigt sich auch durch Pistenpräparierung auf Gletschern (laut Dr. H. Klier).

Der gefrorene Firn spiegelt sich wunderbar in der Sonne. Nachdem wir in etwas mehr als 2 Stunden auf der Halslspitze angelangt waren, machen wir mit hervorragendem Panoramablick auf das Tuxer Tal, den Tuxer Hauptkamm, den Zillertalerhauptkamm (Großer Löffler, Schwarzenstein) und die höchsten Gipfel der Tuxer Alpen um Geierspitze, Torwand und Reckner Rast und beschließen mangels sinnvoller Route den Rastkogel sein zu lassen.

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Gefrorene Wandspitze (3286 m), Olperer (3476 m) und der Tuxer Ferner. Man erkennt die gewalzten Pisten mit bloßem Auge.

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Zoom zur Gefrorenen Wandspitze und dem Tuxer-Ferner-Haus. Gut erkennbar der inzwischen im Vergleich zu früher harmlose Eisbruch, die zwei Äste der TFH-Abfahrt und die Trasse der neuen 10-EUB.

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Zoom zum Großen Kaserer (3268 m) mit den gut erkennbaren Gletscher-SLten Kaserer I (links) und Kaserer II (rechts).

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Großer Löffler (3376 m) und Schwarzenstein (3369 m) am Zillertaler Hauptkamm.

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Torwand (2831 m), Geierspitze (2857 m), Lizumer Reckner (2884 m) und Lizumer Sonnenspitze - die höchsten Gipfel der Tuxer Alpen oberhalb der Wattener Lizum.

Stattdessen fahren wir in Richtung Geiselalm über die Lämmerbichlalm ab und erwischen das ideale Firnfenster des riesigen Südkessels und schwingen wie von Engeln getragen zu Tal.

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Abfahrt von der Halslspitze ins Tuxer Tal. Herrliche Firnabfahrt.

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Tuxer Hauptkamm mit Grinbergspitzen (links) bis Olperer (rechts) von der Abfahrt zur Lämmerbichlalm aus gesehen.

Ich habe noch keine so gute Firnabfahrt erlebt, auch nicht auf präparierten und dann „aufmachenden“ Pisten.

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Firnabfahrt auf der Lämmerbichlalm - selten eine schönere Firnschwünge erlebt.

Im letzten Teil queren wir weit nach Westen um die Geiselalm zu erreichen…

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Geiselalm (1850 m) und Torspitze (2663 m) auf die ich 2005 von der Wattener Lizum aus mit Skiern gestiegen bin.

…wo wir uns sogleich für den Gegenanstieg bereit machen, der zunächst entspannt beginnt…

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Weiter Talkessel zwischen Geiselalm und Torspitze - trotz Nähe zum intensiv erschlossenen Tuxer Tal Ruhe und Einsamkeit.

…in der gleißenden Hitze des heftig reflektierenden Schnees und der nun maximal herunter brennenden Frühjahrssonne aber bald zu einer üblen Quälerei ausartet. Zumal wir wegen drohender Gleitschneeanrisse in der Steilpassage zum Geiseljoch auf einen bereits abgegangen Lawinenkegel wechseln und die Ski tragen müssen (ca. 100 Hm?).

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Anstrengender Aufstieg zum Nafingjoch. Wegen Schneerutschgefahr zu Fuß mit Skiern in der Hand einen grasigen Rücken hinauf, bei gefühlten 45°C im Schatten...

Danach geht es sehr steil und deshalb nervenzehrend zu einem weithin sichtbaren Kreuz im Südrücken des Nafingjöchls. Hier ist dann das Gröbste geschafft, eine Pause stellt v.a. mich wieder her…

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Speichersee an der Eggalm, gesehen vom gegenüberliegenden Hang.

….und wir sind in weniger als einer halben Stunde über eher flaches Gelände am Nafingjöchl. Wir hätten einfach direkter hinaufsteigen müssen und uns den Abstecher zur Geiselalm sparen sollen. Inzwischen ist es 15.30 Uhr, der Tag neigt sich dem Ende, die Schatten werden länger, wir spüren wie die Sonne wieder an Kraft verliert.

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Rastkogel (2761 m) von Südwesten. In Bildmitte unsere Abfahrtsroute von zuvor.

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Blick vom Nafingjoch nach Norden ins Nafingtal und Karwendel.

Die ersten Schwünge der Abfahrt sind wegen Steinen und stark verblasenem Schnee von Vorsicht und steter Sturzgefahr geprägt.

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Abfahrt vom Nafingjoch im windgepressten Schnee, der alle drei Meter seine Konsistenz veränderte, was entsprechende Aufmerksamkeit verlangte.

Danach ist der Nordwesthang erst pulvrig, dann wieder gut firnig und in einer Art Rinne kommen wir sehr angenehm nach unten und queren dann lange und flott in Richtung Nafingalm und auf den inzwischen bekannten Fahrweg.

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Auch vom Nafingjoch ergab sich eine gute Abfahrt nach Norden.

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Abfahrt vom Nafingjoch zur Nafingalm - der Schnee war bereits relativ schwer, dennoch schön zu fahren.

Puh, das war heute definitiv meine Leistungsgrenze: so genial die südliche Firnabfahrt war, so teuer musste dieses Erlebnis mit dem sehr kräfteraubenden Gegenanstieg bezahlt werden. Die in Summe vielleicht 1.300 Hm Anstieg sind auch das Maximum, das ich bislang an einem Tag auf Skiern aufgestiegen bin. Von der ganzen Stubenhockerei und Schreibtischtäterei der letzten Jahre wird man eben nicht wirklich fit… :D

Wiederum etliche Getränke (ich habe heute mein Kleidung sicherlich drei Mal vollständig durchgeschwitzt) und eine Dusche stellen uns wieder her. Die 1,5 € Kosten nehme ich für diese drei Minuten gerne in Kauf. Für zu Hause wäre das auch etwas, dann wäre man schneller im Bad fertig…

Freitag, 16. März 2012

Zum Abschluss unserer Tourenwoche haben wir uns das Hobarjoch aufgespart.

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Hobarjoch (2512 m) vom Hochkopf-Aufstieg. Unsere Aufstiegsroute führte entlang des markanten Rückens leicht links der Bildmitte.

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Hobarjoch (2512 m) Gipfelgrat und Nordrücken, entlang dessen die Aufstiegsspur verläuft.

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Die Hobarjoch Nordostflanke bietet eine zweite, v.a. im Einstieg deutlich alpinere Abfahrtsvariante.

Zunächst geht es wie gestern den Fahrweg in Richtung Nafingalm und queren dann den gut angelegten Spuren folgend in die Sonne, auf den Nordosthang des Hobarjoch, wo es durchweg in erster oder zweiter Steighilfe in Serpentinen bergan geht.

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Aufstieg zum Hobarjoch über den Nordrücken. Wir ziehen unsere Spitzkehren bergan.

Bald dreht die Richtung des Anstiegs auf Nord, wodurch es weniger heiß und kräftezehrend wird. Wir stellen erfreut fest, dass hier im schattigen Nordhang der Schnee trotz der großen Wärme der letzten Tage schön pulvrig geblieben ist, was viel für die Abfahrt erwarten lässt.

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Anstieg zum Hobarjoch Gipfelgrat. Bereits der Aufstieg lässt kommende Abfahrtsfreuden erahnen.

Der grob dem Nordrücken des Hobarjochs folgende Anstieg flacht zunehmend ab und erreicht dann eine Art Skidepot, an dem M. und Ich aufgrund der gratartigen Exposition abschnallen und zu Fuß in Richtung Gipfel weitersteigen.

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Aufstieg zum Skidepot am Hobarjoch Nordgrat, das sich unterhalb des zweiten Gratkopfs befindet.

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Blick nach Innerst und Karwendel vom Hobarjoch Nordgrat (in der Nähe des Skidepots). Rechts außen das Rofan-Massiv, links davon das Stanser Joch mit den markanten Lawinenverbauungen.

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Fußaufstieg am Hobarjoch Nordgrat. Halbwegs exponiert, aber dank viel Schnee kein Problem.

F. lockt zwar der Nordwestrücken, dazu müssten wir allerdings alle mit Skiern auf den Gipfel, was ich angesichts der gestrigen Skischlepperei und des nicht einfachen Gelände zurückweise.

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Aufstieg zu Fuß am Hobarjoch Nordgrat Blick nach Norden.

Vor dem Gipfel geht es auf der Westseite um einen Gratkopf in teilweise eisigem Steilgelände. M. bleibt hier zurück, ich hatte wenig Zeit zu überlegen, konzentriere mich und komme gut durch.

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Hobarjoch (2512 m) Gipfel vom Nordgrat. Zwischen dem Photostandort und dem Gipfel gab es noch eine heikle Kletterstelle mit kaum Schnee, dafür Eis (auf der Westseite).

Danach ist es der Weg zum 2512 m hohen Gipfel für F. (nun auch zu Fuß) und mich frei (von der Hütte ca. 2 Stunden), wir machen einige Photos und steigen rasch über die heikle Stelle zurück (im Aufstieg viel einfacher). Ausgedehnte Mittagspause.

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Ahornspitze (2978 m) vom Hobarjoch aus gesehen. Unten rechts das Skigebiet Ahorn.

Die Abfahrt erfolgt zunächst parallel zum Nordrücken und den Aufstiegsspuren (hole mir leider einen tiefen Kratzer an einem versteckten Felsen). Der beste Teil der Abfahrt beginnt als wir bestehenden Spuren direkt nach Norden über weite mittelsteile Pulverhänge folgen, die uns vor Abfahrtsfreude aufjauchzen lassen und sich mühelos fahren lassen.

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Nordseitige Pulverabfahrt vom Hobarjoch trotz anhaltend hoher Tagestemperaturen.

Als die Zirben dichter und der Schnee schwerer wird, gehen wir es etwas langsamer an, der Schnee ist jedoch immer weich und tief genug für gelingende Schwünge.

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Herrliche Nordabfahrt vom Hobarjoch, leider unscharfes Photo.

Durch das schön kupierte, waldige Gelände mit Steilhängen und Abflachungen ist es amüsant und abwechslungsreich zu fahren. Unten queren wir schließlich in Richtung Hütte und müssen ca. 50 Hm in der prallen Sonne des Südwesthangs gegensteigen, was wiederum mit einer Apfelschorle belohnt wird.

Danach packen wir die Rucksäcke und lassen uns vom Gewicht den Forstweg hinunterziehen. Nur in der Mitte muss man kurz etwas schieben, ansonsten läuft es gut. Witzig, wie schnell die Schneebeschaffenheit je nach Besonnung/Beschattung und Exposition zwischen Sulz und Eis variiert. Samt Gegenanstieg hinauf zum Parkplatz benötigen wir 25 bis 30 min. Ist doch viel angenehmer als das Ganze zwei Stunden wieder hinunter zu hatschen.

Vier großartige Tage mit aufsummiert 600+700+1300+750 Hm Aufstieg und Abfahrt finden ihr Ende, die uns allen aufgezeigt haben, was für eine großartige Sportart Tourenskibergsteigen doch ist und mir meine ersten richtigen Frühjahrstourenerfahrungen beschert haben.
Die Weidener Hütte hat sich als Tourenstützpunkt für mittelmäßig ambitionierte und fähige Tourengeher wie mich erwiesen und die Tuxer Alpen, wiederum einmal als herrliches Tourengebiet, in dem man trotz der intensiven Erschließung in direkter Nachbarschaft weitgehend alleine seine Kreise ziehen kann.


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BeitragVerfasst: Sa, 21.04.2012, 22:03 
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RetroRebel
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Ein schoener gut bebildeter und detailliert beschriebener Bericht bei bestem Wetterglück, gleich nebenan sozuagen. Und ich bin faul.
Aber was anderes: Rechts oben in jedem Bild ist scheinbar jeweis ein bekanntes Logo eingeblendet. Skitourenbilder. Kann das sein? Ich reibe mir die Augen. Das Logo ist immer noch da. Haluzinationen?


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BeitragVerfasst: Sa, 21.04.2012, 22:09 
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Zitat:
Rechts oben in jedem Bild ist scheinbar jeweis ein bekanntes Logo eingeblendet. Skitourenbilder. Kann das sein? Ich reibe mir die Augen. Das Logo ist immer noch da. Haluzinationen?


Danke für die Rückmeldung. Ja, das kann sein. Von 2009 gibt es unter diesem Logo sogar Bergsteigerbilder...


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BeitragVerfasst: So, 22.04.2012, 9:22 
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RetroRebel

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sehr hübsch! Das war ja diese extrem heiße Zeit Mitte März, da haben wir am Dachstein auch ordentlich geschwitzt. Verhältnisse wie normalerweise erst ein Monat später, aber Mitte April sind wir dafür am Loser bei 25 cm Pulver gefahren.

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Schweben im Powder - Die, die es erlebt haben, verstehen, den anderen kann man es nicht erklären!


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BeitragVerfasst: So, 22.04.2012, 10:52 
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Sehr schöne Bilder und Tourenvarianten! Und das Panorama, wow, sowas muss wirklich Spaß machen :) .


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BeitragVerfasst: So, 22.04.2012, 19:00 
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krisu hat geschrieben:
Aber was anderes: Rechts oben in jedem Bild ist scheinbar jeweis ein bekanntes Logo eingeblendet. Skitourenbilder. Kann das sein? Ich reibe mir die Augen. Das Logo ist immer noch da. Haluzinationen?
Pf, als ob ich nicht auch schon ein paar Mal kleinere Skitouren gegangen wäre.... (ok, nicht in dem Ausmaß.)

Außerdem, in 20 Jahren stehen dort in den Tälern vielleicht ein paar Seilbahnen, und dann gibt's gleich passende Vergleichsbilder in der Gallery ;-)

(Kaltenbach-Mayrhofen/Rastkogel wäre doch am sinnvollsten über das Nurpenstal zu verbinden, oder?)

Marius: Kannst du die ganzen Touren noch grob in ein GE-Bild einzeichnen?

_________________
Da ich hier wie im Alpinforum von den Anhängern der Corona-Sekte verfolgt werde, werde ich hier nichts mehr schreiben oder lesen.
Meine Berichte sind ab sofort nur noch auf meinem Blog: http://blog.inmontanis.info
Überblick Ski-Saison 1.10.2020-30.9.2021 (102 Tage, 52 Gebiete) & Meinung zu Corona


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BeitragVerfasst: Mo, 23.04.2012, 21:48 
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Danke für die positiven Rückmeldungen.

Zitat:
Kannst du die ganzen Touren noch grob in ein GE-Bild einzeichnen?


Gerne auch auf einen Top-Karten-Scan. Was ist Dir/Euch lieber?
Im Falle GE bräuchte ich noch bitte eine Kurzanleitung, habe das, muss ich zu meiner Schande gestehen, bislang noch nicht gemacht.


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BeitragVerfasst: Di, 24.04.2012, 12:32 
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Marius hat geschrieben:
Im Falle GE bräuchte ich noch bitte eine Kurzanleitung, habe das, muss ich zu meiner Schande gestehen, bislang noch nicht gemacht.
Baff. GE ist für mich egtl. die "Killerapplikation" der letzten sagen wir 10 Jahre. Und wirklich sehr einfach zu bedienen. Wobei die Entwickler zugegebenermaßen manchmal die Benutzerfreundlichkeit mit Füßen treten, da kann man schon mal fluchen. Aber im Prinzip einfach deinen Suchbegriff eingeben, hoffen, dass du ihn findest, und dann mit dem Strecken-Einzechnungs-Tool (die Linie mit den Punkten) die gewünschte Linienführung einzeichnen und ggf. Dicke, Farbe und Transparenz ändern und nachher die aktuelle Ansicht als Bild abspeichern. Klar gibt's noch viel mehr Dinge, aber viele verwend ich davon auch nicht.

GE verwende ich
- zum Checken des Geländes, Sommer wie Winter (Steilheit, Gegenanstiege, wie verlaufen Forstwege)
- zum Checken von Skigebieten (wie interessant/modelliert/breit sind die Abfahrten, wie groß)
- zum Messen von Lift- und Abfahrtslängen
- zum Setzen von POIs für mein Navi
- und nachher natürlich noch für meinen GPS-Track

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BeitragVerfasst: Di, 24.04.2012, 21:31 
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Zitat:
Baff. GE ist für mich egtl. die "Killerapplikation" der letzten sagen wir 10 Jahre. Und wirklich sehr einfach zu bedienen.


Ein bisschen kann ich Dich beruhigen. GE kenne ich natürlich und nutze es häufig (wobei, egtl. meist mehr Gmaps), aber eine Strecke habe ich bisher eben dort noch nicht eingezeichnet. Das werde ich schon hinbekommen...

Auf jeden Fall danke für die Hinweise!


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BeitragVerfasst: Mi, 25.04.2012, 11:40 
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Wobei Google Maps ja nur eine 2D-Ansicht hat, oder?

Hab ja letztens mal probiert, ein Bild auf GE einzubinden, als Hintergrund für den GPS-Track am Ätna. Hab ich aber perspektivisch nicht so hingebracht, dass es gepasst hätte. Entweder hab ich da auch eine Funktion übersehen oder ich hätte das Bild erst mal im Photoshop o.ä. perspektivisch korrigieren müssen. Mit dem Höhendiagramm für Strecken, das glaub ich auch erst seit einigen neueren Versionen drin ist, hab ich mich auch noch nicht näher beschäftigt. Und mit 3D-Modellen u.ä. natürlich erst recht nicht ;-)

Sehr praktisch ist auch das Umschalten zu alten Sat-Bildern. Manchmal sind die sogar besser von der Qualität her.

Und, ganz vergessen: Sonnenstand! Äußerst praktisch um nachzusehen, ab wieviel Uhr eine Abfahrt in der Sonne liegt. Müsste auch für dich als Tourengeher sehr praktisch sein. Oder um zu sehen, wo die Sonne zu einem bestimmten Tag aufgeht ("Auf den Bergen oder noch in der Po-Ebene/ über dem Meer?").

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