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 Betreff des Beitrags: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: Sa, 20.02.2010, 22:11 
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Registriert: Sa, 03.03.2007, 12:53
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Da ich ja oft auf der Suche nach interessanten Wanderungen bin,
stieß ich irgendwann unweigerlich auf die einsamen Pässe zwischen Avers und Bregaglia.
Geschichtlich waren sie sehr bedeutend. Einst führten wichtige Handelspfade über Passo di Lei,
Pass da la Prasgnola und deren nähere Umgebung.
Im 13.-14. Jahrhundert fand ein reger Warenverkehr statt, der durch den Strukturwandel in der Gesellschaft zwischenzeitlich zu Schmuggel wurde.
Die üblichen zu tragenden Lasten betrugen dabei 43kg, welche über 2000hm durch das Hochgebirge getragen werden mussten.
Doch nicht nur Handel wurde betrieben. Chiavenna versuchte auch, sich die fruchtbaren Weideböden der Hochtäler um das Avers zu sichern,
verlor aber schlussendlich doch Vieles an die immer weiter vordringenden Valser.
Dabei soll es zu fast schon militärischen Auseinandersetzungen gekommen sein.
Schließlich war der Talboden des Valchiavenna oft überschwemmt und bot der wachsenden Bevölkerung nicht mehr ausreichend Weidegrund.
Einige Fragmente der ehemaligen Schmuggler- und Bauernpfade, über die unter heutzutage unvorstellbaren Bedingungen das Vieh getrieben wurde,
Maiensäße, Alpen und Hütten existieren heute noch.
Das aber nur am Rande.

Einer dieser einst begehrten Weidegründe, das insgesamt längste Seitental östlich des Splügenpasses, ist das Valle Di Lei.
Nach Süden ist es durch verschiedene Pässe un den markanten Pizzo Stella begrenzt.
Nach Norden mündet es in einer Schlucht. Diese Umstände machen es extrem abgelegen.
Ursprünglich war es sehr schwer zugänglich.
Landwirtschaftlich hat es heutzutage so gut wie keine Bedeutung mehr, dafür aber eine ganz Andere.

Es kann seit ca. 50 Jahren problemlos mit dem Auto erreicht werden.
Man durchfährt sich steigernde Stufen der Abgeschiedenheit.
Zunächst folgt man dem Rheintal bis tief in die Alpen Richtung San Bernardino.
Kurz nach Andeer zweigt man in das bereits sehr abgelegene Val Ferrera ab.
Im Herbst hängen in den Tunnels bereits große Eiszapfen von der Decke.
Irgendwann zweigt eine einspurige Straße nach rechts ab.

Diese Abzweigung nehme ich an einem Oktobertag. Nach einigen Serpentinen Endet die Straße an einem geschlossenen Tunnelportal.
Geschlossen, wie kann das sein? Hatte ich mich doch kurz zuvor über die Befahrbarkeit informiert.
Ich steige aus. Es ist absolut still, die Luft ist frostig, aber die Morgensonne wärmt.
Neben dem geschlossenen Tor befindet sich ein Handtaster, mit dem das Tor geöffnet wird.
Um diese Jahreszeit ist es wegen Vereisungen im Tunnel grundsätzlich geschlossen und wird nur für die Einfahrt kurz geöffnet.
Ich öffne das Tor, warte das grüne Licht ab und fahre in den einspurigen Tunnel ein.
Hinter mir schließt sich das Tor bereits wieder....

Im Jahre 1957 wurde im nördlichen Valle die Lei unterhalb des Passo del Scengio mit dem Bau einer Staumauer begonnen.
Der überwiegende Teil der bis zu 1500 am Bau Tätigen kam aus Italien.
Zu diesem Zweck wurden je zwei Sektionen Pendelbahn sowie Materialseilbahn von Campodolcino über den Passo Angeloga in das Valle di Lei gebaut.
Die erste Sektion hatte eine Länge von 5,7 - und die Zweite von äußerst bemerkenswerten 8,6km.
Die Pendelbahn könnte von Agudio gebaut worden sein. Vielleicht kann jemand etwas dazu sagen, denn ich bin mir nicht sicher.

Die Talstation in Campodolcino:


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Die Strecke:
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^^Materialbahnen gab es offenbar mehrere



Die Mittel- und zugleich höchstgelegene Sstation am Passo Angeloga:

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Die Endstation im Valle di Lei:

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Zum Bau der Staumauer wurden im Umfeld eine umfangreiche Infrastruktur sowie zahlreiche technische Anlagen errichtet.
Den Bilddokumenten nach zu urteilen wurden Arbeiterunterkünfte in großer Anzahl, der Zufahrtstunnel, sonstige,
eventuell Verwaltungsgebäude und eine regelrechte Abbauindustrie gebaut,
die sich auf der Westrampe des Passo del Scengio incl. Förderanlagen befunden haben müsste.


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[ Bildverwendung mit freundlicher Genehmigung von Paolo/funivie.org - molte grazie! ]

1961 wurde die Anlage fertiggestellt.
Es entstand der Stausee "Lago di Lei" mit einer Länge von knapp 8km und einem Stauvolumen von 197 Mio.m³.
Zehn Menschen starben bei den Bauarbeiten.
Mehrere Alpen wurden überflutet. Lediglich die Höchstgelegnen nicht.
Es wurde eine bemerkenswerte Korrektur der Staatsgrenzen vorgenommen.
Das Gebiet um die Staumauer wurde von Italien an die Schweiz abgetreten,
wogegen die etwas nördlicher gelegene Alpe Motta von der Schweiz an Italien abgegeben wurde.
Stauanlage und Zufahrtstunnel lagen danach somit auf Schweizer Gebiet, von wo sie dann auch betrieben wurden.


... der Tunnel ist knapp einen Kilometer lang und endet an einem ebenfalls geschlossenen Tor.
Beim heranfahren öffnet es sich automatisch und ich fahre in das Licht...

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Fortsetzung folgt...


Zuletzt geändert von 3303 am Fr, 26.02.2010, 0:18, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: So, 21.02.2010, 9:53 
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Danke für diesen sehr interessanten Bericht. Bin schon so oft durch Campodolcino gefahren (meistens einen Capuccino dort getrunkten) .... hätte nie gedacht dass man die Staumauer von Italien aus gebaut hat. Sieht man noch irgendwelche Sachen dort oder wurde alles Rückgebaut?


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: So, 21.02.2010, 20:10 
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Registriert: Mo, 07.05.2007, 19:15
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Gespannt warte ich auf die Fortsetzung....

die Talstation in campodolciono der Personen-Pendelbahn war ja enorm chique!

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: Di, 23.02.2010, 20:03 
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RetroRebel

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Wohnort: Niederösterreich
Sehr eindrucksvoll, warte auch gespannt auf die Fortsetzung!

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Schweben im Powder - Die, die es erlebt haben, verstehen, den anderen kann man es nicht erklären!


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: Fr, 26.02.2010, 0:14 
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Registriert: Sa, 03.03.2007, 12:53
Beiträge: 1542
...ich stehe mit dem Auto direkt an der Krone der Staumauer.
Das Überfahren der Krone ist nicht erlaubt - nach links führt eine Rampe zum öffentlichen Parkplatz.
Zwei Autos stehen hier noch.
Eine Zeit lang überlege ich, was ich genau tun soll. Es ist bereits nach 10 Uhr und eine Kombinierte Tour MTB bis Pian del Nido und Wanderung über den Passo die Lei zum Pizzo Somma Valle ist zwar sicher sehr lohnend - Von dort müsste es ein phantastisches Panorama über das Valchiavenna in die Po Ebene geben - aber zeitlich dürfte es mit Vorbereitung knapp werden. Und 10km im Dunklen mit dem Fahrrad am See entlang zurück sind nicht so verlockend, zumindest nicht wenn man allein unterwegs ist. Eine Fahrradpanne könnte die ganze Aktion nochmals in die Länge ziehen. Im ungünstigsten Fall könnte es knapp mit der Schließung des Tunnels um 22:00 Uhr werden. Schließlich kenne ich den Weg nicht. Es könnte, falls größtenteils weglos und teilweise eingeschneit, mehr Zeit in Anspruch nehmen, um zum Pass zu kommen. Außerdem möchte ich nicht überall hindurchrennen, sondern mir auch Zeit zum Photographieren und schauen nehmen.
Insofern wird die Unternehmung auf eine Bummelfahrt nach Pian Del Nido reduziert und kurz darauf ist das einzige Geräusch das Summen die Reifen auf dem Beton der Staumauer.

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Das Umfeld ist wieder gut eingegrünt und es sieht aus, als wäre die Anlage in eine weitgehend unberührte Landschaft positioniert worden.
Einige Wege in den Hängen gegenüber verraten aber, dass hier einst eine riesige Baustelle betrieben wurde.
Beim Überfahren der Staumauer fällt der Blick auch unweigerlich auf einen solchen Weg, der sich gegenüber in wenigen Serpentinen den Hang emporschlängelt und auf ein eindeutig erkennbares Gebäude zuführt.
Diesen Weg nehme ich als Erstes.

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Direkt nach der Mauerkrone betritt man italiensiches Staatsgebiet.
Völlig ausgeschlachtet, nicht vielmehr als eine Hülle, vollkommen verwittert und durch Vandalismus stark in Mitleidenschaft gezogen, mit zugemauerten Fenstern und versperrtem Eingang steht die Seilbahnstation in perfektem Licht.

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Unterhalb steht die Kapelle, die auch zum Gedenken an die Todesfälle während der Bauzeit noch hier steht.
Nach einem letzten Blick auf die Ruine mache ich mich auf den 10km langen Weg am westlichen Ufer Richtung Pian del Nido.

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Es ist Herbst. Die Bäche sind bereits von einer Eiskruste überzogen, unter der das Wasser fließt.
Auf dieser Seite finden sich verschiedene Fundamente der Seilbahnen. Je nach Gelände fast am Ufer oder sehr weit oben am Hang, bevor sich die Überreste am Hang Richtung Passo Angeloga schließlich optisch verlieren.
Es muss eine faszinierende Anlage gewesen sein.
Mit eingen Zwischenstopps fahre ich am Ufer des fjordartigen Sees entlang ohne auch nur einem einzigen Menschen zu begegnen.
Die sechs Alpen im Tal sind bereits geschlossen. Es gibt noch weitere, aber die liegen auf dem Grund des Sees, für immer in der Tiefe unter den Wassermassen begraben.

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Zum Talschlss hin liegt der Talboden über dem Seeniveau und das Tal endet in einer unerwarteten Weite. Hierhin will madesimo sein Skigebiet erweitern.
Schlagartig sinkt die Temperatur. Ein eisiger Wind weht vom Passo Angeloga herunter.
Am gegenüberliegenden Seeufer erkennt man einen Zufluss, der zu einem unterirdischen System von Wasserläufen gehört.
In der jüngeren Vergangenheit gab es seitens des Betreibers das Bestreben, auch im benachbarten Val Madris die Wasserkraft zu nutzen.
Das Projekt scheiterte nicht zuletzt aufgrund des geschützten Hochmoores dort.
Als Kompromiss wurde das Wasser des Baches im Madris unterhalb des Moores abgeleitet und unterirdisch dem Lago di Lei zugeführt.

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Im Talboden beginnen verschiedene Wanderwege und Routen.
Besonders schön soll der Aufstieg zum Pizzo Stella über die Nordseite sein, die allerdings auch eine Gletscherbegehung beinhaltet und damit eher etwas für wirklich erfahrene Alpnisten ist. Einfacher ist die Route über den Passo Angeloga und den Westgrat.
Ebenfalls startet hier der Weg zum Passo Di Lei.
Der kalte Wind und die geschlossenen Alpen fördern die Stimmung absoluter Abgelegenheit.

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Auf dem Rückweg entdecke ich noch ein Relikt, das mir auf dem Hinweg entgangen ist.
Ein Stück oberhalb des Wegesrandes befindet sich eine Art Materialseilbahn, die zu einem Fundament führt.

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Als ich mich wieder der Anlage nähere wird mir nochmals die Infrastruktur am Passo dello Scengio vor Augen geführt.
Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, dass hier offanbar Abbau für den Bau der Staumauer stattfand, dessen Zuwege und Fundamentierungen nicht beseitigt wurden.
Bemerkenswert ist, dass sich diese Relikte aud Schweizer Gebiet befinden.

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Auf deren Seite, im Osten befinden sich auch die Tunnelzufahrt und ein Gebäude, vermutlich für den Betrieb.
Von dort Richtung Westen über die Mauerkrone blockend sieht man die alte PB-Station und die Kapelle.
Auf der Wasserberfläche glänzt das Nachmittagslicht und in der Ferne zieht die Kaltluft über den Passo Angaloga.

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Schließlich fahre ich noch ein Stück den Passo dello Scengio hinauf, der eine beeindruckende Aussicht auf den See bietet.
Aus diesem Grund, wegen der Nähe der Grenze und des massiven Ausbaus überlege ich zunächst noch fälschlicher Weise, ob es sich heribei um eine alte Militärstraße handeln könnte.
Doch die Straße ist total verfallen. Einige Stellen sind durch Felsstürze stark eingeengt und die "Fahrbahn" verbuscht bereits vielerorts. Auf einem Fundament mache ich halt und so wende ich bereits nach einigen durchfahrenen Büschen in einem Anfall von Motivationslosigkeit und fahre zum Parkplatz zurück. Bei meiner mäßigen Fahrtechnik wäre hier Wandern die bessere Wahl gewesen.

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Direkt neben dem Tunnelportal gibt es noch das relativ neue Inforama.
Es sieht geschlossen aus.
Kein Mensch ist hier, alles ist dunkel.
Dennoch müsste laut Anschlag jetzt geöffnet sein.
Ich betätige den Knopf an der Tür.
Das Licht schaltet sich ein und die Tür öffnet sich.
Ich betrete den Raum. Niemand befindet sich hier.
Hinter mir schließt sich die Tür automatisch.
Der Raum ist in eine Ambientebeleuchtung gehüllt und ein Klangteppisch aus leiser, geräuschartiger, kristalliner Musik erfüllt ihn.
In Auslagen steht diverses Prospektmaterial zur Verfügung.
Für einen kurzen Moment blicke ich umher, aber es ist tatsächlich niemand hier.
Die Ausstellung informiert über die Geschichte und die Bauarbeiten der Anlage sowie eigentlich alles sonstige Wissenswerte um das Kraftwerk.
An diesem Tag empfinde ich das plötzliche Vorhandensein von neu und modern anmutender Gestaltung, an diesem Ort, in dieser Abgeschiedenheit und dann noch ohne Personal als fast schon gespenstisch.

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Als ich den Raum durch die Automatictür wieder verlasse, kommt ein Auto vorbei, dessen Fahrer freundlich grüt und mit seinem Auto über die Mauerkrone verschwindet, bevor auch ich mich auf den Weg mache, den Öffnungsknopf betätige und wieder in den Tunnel einfahre.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: Fr, 26.02.2010, 8:28 
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Registriert: Mo, 07.05.2007, 19:15
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Es ist alles so extrem interessant und spannend.
Die Gestaltung der Bauten wie der Tunnelportal, die Kapelle und die Bahnstation, obwohl es eigentlich "nur" ein Krafwerk ist der die wenigsten interessiert, ist faszinierend.

Weisst du ob die Mittelstation der Seilbahnen auf dem Passo Angeloga noch existiert oder ob alles Rückgebaut wurde? Wie man auf dem schwarz-weiss Fotos im Intro sieht, muss es ja eine riesige Anlage gewesen sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: Fr, 26.02.2010, 8:52 
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Ein Wahnsinnsbericht - für mich ein absolutes Highlight. Und zu den Fotos lässt sich wie gewohnt nur eine Feststellung treffen: Grossartig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: Fr, 26.02.2010, 9:56 
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Vielen Dank für diese ausführliche Dokumentation dieser faszinierenden Bauten. Auf den alten Bildern sieht man deutlich wie viel Aufwand nötig war um diese Anlagen zu errichten.
Schade dass da nicht noch mehr Teile der Seilbahnanlagen stehen geblieben sind, sonst wäre das ein wahres Seilbahnmuseum dort.


Zuletzt geändert von Mt. Cervino am Fr, 26.02.2010, 11:12, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: Fr, 26.02.2010, 10:07 
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RetroRebel
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Wirklich toll eingefangen (mal wieder ;-)). Ich bin ja, wie viele andere hier, auch sehr fasziniert von derartiger Infrastruktur im Gebirge.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: Fr, 26.02.2010, 15:30 
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sowas von genial. Die Mittelstationen am Passo Angeloga sind noch weitgehend vorhanden und auch zahlreiche Fundamente der Materialseilbahnen sieht man noch.

Hab nach langem Googeln resp. Google Earth dieses Foto gefunden:

http://static.panoramio.com/photos/orig ... 617377.jpg

Vorallem in der Winterzeit, mit den Schneeverwehungen und so wäre es sicher ein ganz romantischer Anblick dieser Gebäude 8)

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: Fr, 26.02.2010, 19:03 
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Beiträge: 287
Habe hier noch grobe Schnitt- und Grundrisspläne der Val di Lei Staumauer gefunden.
Allgemein Lohnenswert sich die Page mal durchzukliken. Hier sind alle Stauanlagen der Schweiz eingetragen, teilweise mit Pläne.

http://www.swissdams.ch/Dams/damForm/coupeT_d.asp?ID=13
^^Staumauer Val di Lei

http://www.swissdams.ch/Dams/damMap/default_d.asp
^^Übersicht

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: Fr, 26.02.2010, 20:17 
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Registriert: Mo, 10.09.2007, 12:50
Beiträge: 1211
Wohnort: Tegernsee
Oh Mann, was für geniale Fotos von einer meiner Lieblingsecken in den Alpen!
Du verstehst Dein Handwerk wirklich, Kompliment! (aber hast sicherlich bei der Nachbearbeitung was gemacht, oder? Würd mich interessieren, was speziell)

Ausserdem hab ich jetzt dank Deiner Fotos begriffen, warum wir vor 2 Jahren am Pizzo Stella gescheitert sind. Der Felsriegel muss weiter östlich umgangen werden, was auf der SwissTopo (von oben) nicht so ersichtlich ist.

Das Inforama hat ja James-Bond-artigen Charakter. Habt ihr dort drinnen nicht Dr. No oder Goldfinger getroffen?

_________________
"Wir dürfen den Sand nicht in den Kopf stecken!" (Lothar Matthäus)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: Fr, 26.02.2010, 23:28 
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Registriert: Sa, 03.03.2007, 12:53
Beiträge: 1542
Danke Euch :)

Einige Photos zur Station am Passo Angeloga sind noch bei funivie.org zu finden:

Bildquelle ist wieder http://www.funivie.org:

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^^Dies könnte noch irgendwo zwischen Campodolcino und dem Passo Angeloga sein.

@piznair: Es gibt ja jemanden, der dort im Winter schonmal war:
copyright by pancugolo:
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^^Kaum eingeschneit. offenbar sehr geschickt positioniert.
Die Route vom Pizzo Groppera über den Passo Angeloga führt dort in den Nähe entlang.

Die Gestaltung der Stationen mit den filigranen Fensterprofilen und den passenden Proportionen finde ich auch gut.
Extrem steil finde ich die Talstation in Campodolcino, die fast schon keilförmig gewesen sein muss.
Wegen der Symmetrie im Bild: Dank Gitternetz Mattscheibe bakommt man das ganz gut hin.

@pancugolo:
Seid Ihr vom Passo Richtung Pt. 2536 aufgsiegen um dann östlich Pizzo Peloso zu den Seen zu queren?
Und Ihr hättet vom Lago Ballone ungefähr auf gleicher Höhe Richtung Vallone dello Stella queren müssen,
bevor der Aufstieg eher im östlichen Bereich des Gletschers hätte beginnen sollen?

@Photos: Das sind Diascans vom Kodachrome Film.
Da die immer recht farbstichig und abgesofffen aus dem Scanner kommen, passe ich die Farben an
und helle die abgesoffenen Schatten möglichst etwas auf.
Das erfordert einiges an Arbeit und kommt an die Brillianz des Originales dennoch nicht heran.
Nach dem Verkleinern schärfe ich dann noch etwas nach.
Was mir an dem Tag in die Hände gespielt hat, was das besonders anfangs bei der Station perfekte Licht,
in dem die Strukturen des Verfalls besonders zur Geltung kamen.
Auch war es eher weich
mit genug Kontrast in den Schatten und dennoch plastisch. Oktober eben.

Im Inforama hat übrigens jemand, der nicht sprechen konnte seinen Hut nach mir geworfen
und damit die Sattelstütze des Bikes abgesäbelt. Darauf hin habe ich dann die Flucht angetreten.

So sieht der See übrigens im Dezember vom Groppera aus aus:
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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: Di, 02.03.2010, 10:53 
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RetroRebel
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Registriert: Mo, 09.02.2004, 5:42
Beiträge: 6855
Wohnort: Hannover
Auch für mich höchstgtadig faszinierend, die Geschichte und die Kontraste von damals zu heute. Tatsächlich habe ich im Januar in Campodolcino versucht die Reste der Bahn zu finden, aber ohne genaue Ortskenntnisse nichts weiter entdeckt. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Talstation noch steht, da es in dem Ort ohnehin wenig Platz gibt und dieser möglicherweise ander benötigt wurde. Genau weiß ich das aber nicht. Im Tal oberhalb findet man noch ein paar Reste, die andeutungsweise mit der Bahn zu tun haben könnten, aber nichts spannendes.

Faszinierend ist übrigens auch das Bild von Campodolcino in dem leeren Tal, wenn man weiß wie es da heute aussieht mit den Großparkplätzen, den Gallerien und hunderten neuen Häusern.

KodakChrome, ja. Ein Jammer, dass ich nie einen verwendet habe. Jetzt ist es zu spät...

_________________
http://www.youtube.com/watch?v=7kQNFyEI2rs

... the echo of a distant time ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Valle di Lei
BeitragVerfasst: Sa, 06.03.2010, 15:25 
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Registriert: Mo, 07.05.2007, 19:15
Beiträge: 287
eindrückliche Bilder aus der Bauzeit, inkl einige Skizzen zum damaligen Hinterrheintal-Stauseeprojekt:

http://www.valdilei.it/picture/index.htm

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