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BeitragVerfasst: Di, 09.03.2010, 20:32 
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RetroRebel

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Man sagt, der Weg ins Paradies wäre ein steiniger, das lässt hoffen, denn kleinere Felsbrocken liegen genug herum auf der Straße durch die düstere Schlucht. Eng geschmiegt an die Felswand, einige roh ausgehauene Tunnels, tief unten ein Gebirgsfluss, dann ein kleines Stauwerk mit einer Handvoll Häuser. Vorbei an einem Gasthof, offenbar geschlossen, ein "A vendre" Schild im Fenster, geht es weiter, düster ist es, trotz des makellos blauen Himmels, den man in dem tiefen Schlund nur erahnen kann.
Immer wieder trifft man in den Alpen auf solche Schluchten, die - oft nur wenige Meter breit - trotzdem den einzigen ganzjährig begeh- oder befahrbaren Zugang zu ganzen Tallandschaften ermöglichen, deren Ausdehnung und Vielfalt man sich angesichts des engen Zugangs zunächst gar nicht vorstellen kann.
In diesem Fall handelt es sich um den Fluss Guil, der oberhalb des Ortes Ristolas entspringt, im Queyras, wie die Tallandschaft in den französischen Seealpen und auch der dortige Nationalpark genannt wird. Eine Handvoll Ortschaften finden sich dort, ganzjährigen Zugang bietet nur die oben beschriebene Straße durch die Schlucht Comb du Queyras, im Sommer kann man den Weg nach Briancon auch über den Col d´Izoard abkürzen oder über den Col d´Agnel ins italienische Val Varaita gelangen. Der Guil mündet bei Guillestre in die Durance, welche im Gemeindegebiet von Montgenevre entspringt und nach etwa 320 Kilomenter südlich von Avignon in die Rhone mündet.
Es ist Freitag, der 5. März 2010 und wir sind auf dem Weg ins Unbekannte, in den kleinen Ort Abries im östlichsten Teil des Queyras, obwohl uns unser grober Reiseplan eigentlich irgendwo in die Gegend der 3 Täler führen hätte sollen. Doch schlechtes Wetter im Norden und Hoffnung auf Powder im Südosten haben unsere Pläne geändert, die Straßenkarte hat eine Liftanlage in Abries gezeigt und dann haben wir uns an starlis Bericht vom Jänner erinnert, in dem er Abries und insbesondere St. Veran so gelobt hat. Deshalb geht es heute nicht durch den Frejus-Tunnel in die Maurienne, sondern das Hotelzimmer in Monetier les Baines wurde nochmals verlängert und wir fahren nun gespannt durch die düstere Schlucht.
Diverse Wetter-Seiten im Web haben im Bereich des Monte Viso erhebliche Neuschneemengen angeführt, einen Teil davon haben wir am Vortag im Gebiet von Montgenevre genossen, allerdings bei wechselndem Wetter.
Blauer Himmel und strahlende Sonne haben uns aber nun auf dem Weg von Briancon nach Guillestre begleitet und auch die spärlichen Ausblicke aus der Schlucht eröffnen in der Ferne weiß glitzernde Hänge und Bergspitzen. Vorbei an einer aus einem Märchen entsprungenen Burganlage, dem Chateau Queyras, geht es, dann weitet sich das Tal langsam und bei Ville Vielle verlassen wir die "Hauptstraße" zum Col d´Agnel und passieren Aiguilles, dessen Höhenschigebiet zwar in den Regionsprospekten noch angeführt wird, aber leider seit kurzem geschlossen ist, die Zubringer-DSB wurde bereits abgebaut.
Zwar lassen sich im Tal noch keine wesentlichen Neuschneemengen erkennen, aber Sonne und wolkenloser Himmel verbreiten gute Stimmung, insbesondere der in Monetier les Baines erhebliche kalte Nordwind ist hier nicht zu spüren. Endlich, nach einer Fahrzeit von einer guten Stunde, treffen wir in dem kleinen Ort Abries ein, eine sympatisch wirkende Häusergruppe, ein paar kleine Hotels, zwei Sportgeschäfte und etwas außerhalb in Richtung Ristolas, schließlich die Talstation einer kuppelbaren 6-er KSB. Richtige Parkplätze gibt es nicht, geparkt wird links und rechts der Straße, nahezu ausnahmslos sind es Autos mit französischem Kennzeichen, Ausländer dürften dieses Gebiet (mit Ausnahme unseres starli) bisher nicht entdeckt haben.

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23 Euro kostet die Tageskarte, billig im Vergleich zu den größeren Schigebieten, die wir in den letzten Tagen besucht haben. Schnell sind wir an der Bergstation der KSB, von wo aus man zwei annährend paralelle Stangenschlepper zur Auswahl hat. Und nun läßt sich bereits starlis Begeisterung für dieses Gebiet nachvollziehen, die Pisten scheinen angenehm trassiert in lockerem Lärchenwald und wirken ziemlich leer.

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Diese Piste ist vergleichsweise schon "überfüllt"! :wink:

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Allerdings wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass wir heute eigentlich fast nicht auf den Pisten unterwegs sein werden (obwohl sie sich, wie wir in den kurzen Pistenpassagen merken, aufgrund der perfekten Präparierung, der idealen Trassierung und der praktisch fehlenden humanen Störfaktoren ausgesprochen gut zum Power-Carven eignen).

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Unser Blick wird zunächst von einem angenehm geneigten Südwesthang eingefangen, oberhalb der Mittelstation ist deutlich mehr Schnee gefallen als im Tal und Spuren finden sich nur vereinzelt, dafür erkennen wir einen Ziehweg, der offenbar vom dritten (vom Tal aus gesehen linken) Stangenschlepper erschlossen wird.
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Einige Schwünge im schon etwas verspurten Gelände neben dem eben benützten Lift, dann ein paar gecarvte lines auf der Piste nach rechts und eine Fahrt mit dem linken Schlepper bringen uns auf den erwähnten Ziehweg und Helmut ist schon unterwegs nach unten.

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Auch Sabine wirkt sehr beglückt.

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Und wieder Helmut!

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Einfach nett!

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Wieder benützen wir den linken Lift, auf dem kúrzem Aufstieg zum Ziehweg gleitet unser Blick nach links ab und entdeckt verlockend wirkende Spuren in einem Hang, der augenscheinlich im Rahmen eines Aufstiegs von der Bergstation des mittleren Lifts erreicht werden kann.

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Doch vorher steht noch einmal die Befahrung des ersten Hanges am Programm, hier läßt sich der Verfasser ablichten.

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Helmut am Werk!

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Nachdem die Felle im Auto liegen, carven wir die harte, aber griffige Talabfahrt hinunter und statten uns entsprechend aus, mit dem mittleren Lift erreicht man die größte Höhe und von hier aus geht es mit dem Colltex-Express weiter. Dankenswerter Weise haben unsere Vorgänger eine hübsche Spur angelegt.

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Ich finde, Aufstiegsbilder haben eine ganz besondere Ästhetik, deshalb bleibe ich immer wieder zurück und tobe mich aus.

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Tief unten im Tal erkennt man noch die Schneisen eines der abgebauten Lifte von Ristolas, das ehemalige Pistengelände wurde offenbar auch schon von Tourengängern verwendet.

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Ohne Worte!

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Wir haben den Kamm erreicht und blicken nun auf die Nordseite. Diese Hänge sind es, die vor uns liegen, ganz unten im Tal erkennt man einen kleinen Alm-Weiler, an dem unsere Abfahrt enden wird.

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Der obere Teil des hinter dem erschlossenen Berg gelegenen Tales, auch hier jede Menge Tourenmöglichkeiten, wir erkennen in der Ferne auch eine Gruppe, wahrscheinlich die Tourengänger, die ihren Tag mit der vor uns liegenden Abfahrt begonnen haben und dann einen zweiten - längeren - Aufstieg gemacht haben.

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Doch wir haben die geeignete Einfahrtsmöglichkeit noch nicht erreicht und müssen entlang des Kammes noch ein wenig Aufsteigen.

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Dann taucht er auf: 3841 Meter hoch, südlichster Berg der Alpen mit mehr als 3500 Meter Höhe, der Monte Viso. Um mehr als 500 Meter überragt er seine Nachbarn in den Cottischen Alpen, an seiner Ostseite finden sich de Quellen des Po.

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Näher, erreichbarer und vor allem für uns relevanter sind jedoch diese Hänge.

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Blick nach Westen in Richtung Talausgang.

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Und wieder der Monte Viso!

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Hinter der nächsten Kuppe ist der ideale Platz zum Einfahren in den Hang.

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Für Sabine geht es gleich los!

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Was soll man da noch sagen?

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Langsam erreichen wir die Baumgrenze.

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Der Blick zurück erfüllt uns mit Befriedigung.

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Doch es liegt noch schönes lichtes Waldgelände vor uns.

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Nicht nur Schi-Spuren finden sich hier.

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Fast schon im Talgrund queren wir einen Graben, und auf der Sonnseite wird der Schnee für eine kurze Strecke etwas anspruchsvoll.

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Durch den Graben geht es dann weiter hinaus.

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Und wir erreichen die kleine Almsiedlung.

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Blick zurück zu unserer Abfahrt.

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Hier treffen wir auch auf die Hintenrum-Abfahrt, die in einem flachen Ziehweg weiter talauswärts bis zur Siedlung Le Roux führt.

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Hier besteigen wir nach kurzem Warten einen Schibus (Navette ski), der alle halbe Stunde zurück zur Talstation fährt. (Mittagspause von 12:30 bis 14:30). In Abries fällt mir eine weit oberhalb des Ortes gelegene kleine Kirche auf.

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Dann machen wir eine kurze Mittagspause in der Hütte an der Sesselbahn-Bergstation (Sabine und Helmut)

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Am gegenüberliegenden Grat entdecken wir die oberste Liftstation des leider geschlossenen Gebiets von Aiguilles.

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Der Vollständigkeit halber benützen wir nun den ganz rechts gelegenen Lift, dessen Pisten aber auch mit dem mittleren Stangenschlepper erreichbar sind.

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Auch diese Abfahrten sind leer, werden aber ebenfalls von uns links (bzw. rechts) liegengelassen.

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Unser Vormittagshang, immer noch genügend Platz für neue Spuren.

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Was kann schöner sein?

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Naja, vielleicht Schifahren im Wald?

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So verbringen wir den Rest des Nachmittags und dann geht es in entgegengesetzter Richtung durch die Schlucht wieder zurück ins Tal der Durance und in unser Hotel in Monetier.
Da der Nordwind eher zugelegt hat, ist unser Plan für den Samstag rasch festgelegt, noch einmal wollen wir ins Queyras, für den Vormittag steht eine Wiederholung der Variantenabfahrt samt zugehörigen Aufstieg auf dem Programm und so stehen wir nun wieder - nach einem deutlich windigeren und kälteren Aufstieg als gestern - in der kleinen Scharte am Ausgangspunkt der Abfahrt.

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Heute eine Zoom-Aufnahme der Almsiedlung

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Im obersten Teil ist der Schnee nun stark windgepresst, aber trotzdem gut zu fahren.

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Im Wald wird es aber bald besser und die Bedingungen sind wieder ideal.

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Helmut äußert den Verdacht, dieser Wald wäre von einem Schifahrer designt worden, selbst in den dichteren Passagen findet sich genug Platz zwischen den Bäumen.

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Die "schwierigste" Passage der Abfahrt am nach Süden gerichteten Gegenhang im Graben.

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Obwohl der Schneefall nun schon 2 Tage zurückliegt, hätten wir - bei der praktisch nicht vorhandenen Frequenz an Freeridern - wahrscheinlich noch genug unverspurte Hänge für die nächste Woche, die alle mit den beiden Liften des Schiegebiets und dem kurzen Aufstieg erreichbar wären.
Nun wollen wir aber noch das Schigebiet von Molinas - St. Veran kennenlernen, etwa 20 Minuten Fahrt mit dem Auto bis zu einer fix geklemmten Vierersesselbahn, an deren Bergstation wir uns nun befinden.

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Wie wir später merken, sind nahezu alle Schifahrer im Gebiet hier versammelt und nehmen an einem Rennen teil.

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Wir fahren aber weiter nach hinten, hier erstreckt sich das Schigebiet über einen unendlich weiten Westhang zwischen etwa 2000 und 2800 Meter Höhe, einige - jeweils versetzte - Stangenschlepper führen durch unendliche Weiten und erschließen zahlreiche menschenleere und ebenfalls ideal präparierte Pisten, allerdings weht hier eine steife Nordwestbrise.
Helmut kommt hier am "Dach der Welt" an....

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Weitere Impressionen vom Schigebiet....

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Etwas über dem Talboden der Ort St. Veran:

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Jede Menge Panorama....

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... und nahezu "unendliche" Weiten im Schigebiet.

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Von der Bergstation des obersten Lifts blickt man in das dahinterliegende Tal, das sich auch mittels eines kurzen Aufstiegs als Hintenrum-Tour erreichen ließe.

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Und wieder der Monte Viso

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Die höchstgelegene Bergstation des Gebiets auf 2800 m.

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Zwar waren die Hänge zwischen den Liften locker verspurt, doch wenige Hundert Meter links (von oben gesehen) finden wir wieder absolut unberührte Hänge bis hinunter ins Tal.

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Schließlich treffen wir auf einen Ziehweg....

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.... blicken noch einmal zurück zum obersten Lift....

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.... auf unsere Abfahrtshänge.....

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.... und steuern schließlich den Ort St. Veran an,.....

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.... in dem es eigentlich nur sehr wenige touristische Einrichtungen gibt und praktisch noch jedes Haus einen Stall nebenan hat.

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Für eine Pause auf der Terrasse des Hotels ist es zu kalt, doch im gemütlichen Gastraum trinken wir Tee und heiße Schokolade.

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Nach der Pause geht es über weitere menschenleere Pisten zurück zum Auto in Molines.

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Zum Abschluss noch einige Impressionen aus dem Tal.

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Kirche von St. Veran

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Eine wehrhaft aussehende Kirche weiter unten im Tal

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Zwei wundervolle und vor allem in ihrer Art völlig überraschende Tage liegen nun hinter uns, wir haben uns in die Tallandschaft und die Berge von Queyras haltlos verliebt und können uns jedenfalls vorstellen, hierher einmal für eine kombinierte Touren- und Variantenwoche wieder zu kommen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Wetterlage wie im heurigen Jahr, die durch mehrere Mittelmeertiefs genug Pulver an die eher als inneralpines Trockengebiet bekannte Westseite des Monte Viso gebracht und das Queyras in ein absolutes Winterwunderland verwandelt hat.

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BeitragVerfasst: Di, 09.03.2010, 21:10 
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Ui. Da hast du unsere beiden tollen Tage aber sehr schön bildlich und textlich zusammengefasst. Ich hatte übrigens auch den Eindruck, dass die enge Talschlucht und die Burg dazu da sind, einen Touristenansturm in dieses "Paradies" zu verhindern.

Ich werde demnächst meine einschlägigen Fotos sichten und schauen, ob ich überhaupt welche dabei habe, die nicht vollkommen redundant zu deinen sind :).

Bezüglich der Talfotos: Du hast ganz auf das "achte Weltwunder" vergessen (ich hab's übrigens schon gegoogelt - Demoiselle Coiffée - und es ist, wie wir richtig vermutet hatten eine "klassische" Erdpyramide).

Am Samstag war übrigens erster Nachsaisontag mit einer Preisreduktion der Tageskarte auf 17 EUR (starli schrieb in seinem Beitrag, glaub ich 18 EUR, d.h. die sind sogar noch billiger geworden :)).

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BeitragVerfasst: Di, 09.03.2010, 23:42 
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BeitragVerfasst: Di, 09.03.2010, 23:48 
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17,- ist der Wochenend-Tarif außerhalb der Schulferienzeit. Eins der wenigen Gebiete, die am WE günstiger als unter der Woche sind, meist ist es ja eher umgekehrt :) 2-Tageskarte Sa+So bzw. So+Mo kosten dann nur 30,-!

Ja, schöne Bilder aus einer der schönsten Ecken Frankreichs, und die beiden Skibus-Abfahrten in Abries sind somit immer noch Forums-Jungfräulich geblieben?

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Da ich hier wie im Alpinforum von den Anhängern der Corona-Sekte verfolgt werde, werde ich hier nichts mehr schreiben oder lesen.
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BeitragVerfasst: Di, 09.03.2010, 23:56 
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RetroRebel

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starli hat geschrieben:
Ja, schöne Bilder aus einer der schönsten Ecken Frankreichs, und die beiden Skibus-Abfahrten in Abries sind somit immer noch Forums-Jungfräulich geblieben?

So ist es, mit Ausnahme der Talabfahrt im Bereich der KSB, der Verbindungsabfahrt von unserem Vormittagshang zum linken Schlepper und dem kurzen Schiweg zum Bus haben wir keine Abfahrten benützt, obwohl sie - das muss man konstatieren - in optimalem Zustand waren.

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BeitragVerfasst: Mi, 10.03.2010, 0:12 
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Vielen Dank für den tollen Bericht von einem schnee-, wetter- und geländemäßigem Volltreffer! Das macht Lust auf mehr.


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BeitragVerfasst: Mi, 10.03.2010, 9:55 
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Danke für diesen Super Bericht und die tollen Fotos dieser grandiosen Gegend. Ich habe die Gegend im Sommer besucht und dacht immer im Winter wirds voll sein von Leuten .... wie man sich täuschen kann!


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BeitragVerfasst: Do, 11.03.2010, 21:46 
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Gerrit hat ja unsere Anfahrt nach Abries sehr schön beschrieben. Fast etwas zu schön. Natürlich war die Fahrt durch die überaus reizvolle Landschaft der französischen Alpes du Sud ein besonderes Erlebnis. Gleichzeitig stand aber auch viel auf dem Spiel: Wir wussten nämlich, dass gleich nahe unserer Basisstation, nämlich in Montgenevre, sehr lohnende Schneeverhältnisse off-piste herrschten. Den ganzen Tag davor konnten wir die Ernte eines Neuschneefalles einbringen, und zwar nahezu ohne jede Konkurrenz. Zufällig hatten wir zuvor Leute von einem Freeride-Forum getroffen und mit ihnen diesen lohnenden Pulverschneetag in Montgenevre verbracht.

Wir aber wollten heute „Neuland“ erkunden und hatten uns deshalb (und auch aus Flucht vor dem kalten Nordwind) nach Süden gewandt. Und zunächst wurde unsere Suche nach fluffigen Neuschnee scheinbar nicht belohnt. Eher skeptisch war die Kommunikation im Auto bei der Fahrt das enge Guil-Tal hinauf. Und überhaupt erst knapp vor Abries ließen sich Spuren von Neuschnee neben der Straße erkennen. Neckisch sprach Gerrit bereits von „Heute sollten wir unsere Pistenski nehmen“. Das war natürlich auch etwas ironisch in meine Richtung gewandt – schließlich besitze ich so was gar nicht und hatte für unsere Reise sowieso nur meine breitesten Ski mit.

Dieser Anblick ließ diese Bemerkungen dann gleich in den Hintergrund treten …

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Mit dem wohltuenden Gewissen, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, genossen wir stressfrei die weitgehend unverspurten Hänge in unmittelbarer Pisten- und Liftnähe.

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Bei diesem Anblick konnten wir dann natürlich nicht widerstehen und mussten unsere Felle holen.

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Der Aufstieg war ein einziges Fest für die Augen. Allein der Anblick des Monte Viso und der vielen möglichen Tourenziele war Entschädigung genug für die Aufstiegsmühen. Gleichzeitig wurden bei mir nostalgische Erinnerungen wach – vor mehr als 20 Jahren war ich hier mal (allerdings einen Kamm weiter auf der italienischen Seite) mit dem Zelt unterwegs. Bereits damals war mir die Gegend mit ihren weit hinauf ragenden Grasmatten als ideales Skigelände erschienen.

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Die Abfahrt zum Almdorf Valpréveyre (ca. 1850m) durch das „Lulutal“ (entwässert vom Torrent d'Urine) war dann ein einziger Skigenuß und der Höhepunkt des ganzen Trips.
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Wieder einmal hatte ein kleines, „unscheinbares“ Skigebiet große Namen wie Les2Alpes, Serre Chevalier und selbst die Freerideperle La Grave ausgestochen.

Den weiteren Nachmittag verbrachten wir dann im perfekt für Skifahrer designten Lärchenwald. Schade, dass am Alpenostrand nicht diese skiorientierten Landschaftsgärtner engagiert worden waren …

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BeitragVerfasst: Do, 11.03.2010, 23:22 
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Einfach nur großartig! Dass ihr trotz dieser phantastischen Abfahrten noch so viele Photostopps eingelegt habt ehrt euch wirklich!

Der Mont Viso sieht von diesen Perspektiven aus wie ein Himalaya-Riese...

Gehört das Quéyras bereits zu den Seealpen? Vom Department her gesehen ist es noch Hautes-Alpes, oder?

Über St. Véran, eine der höchst gelegenen Dauersiedlungen der Alpen (gemeinsam mit Trepalle bei Livigno, Vent/Rofen-Höfe im Ötztal) gab es in den "Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in München" vor Jahrzehnten einen spannenden Beitrag, den ich leider derzeit nicht mehr finde. Ist irgendwo im Literaturarchiv verschollen...


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BeitragVerfasst: Do, 11.03.2010, 23:55 
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Queyras gehört zum Departement Hautes Alpes, geographisch handelt es sich um die Cottischen Alpen, die nördlich an die Seealpen anschließen. Was die Photostopps betrifft: wir sind ja nicht zum Spaß unterwegs..... :wink:
Nein, an Tagen wie diesem machen wir uns da keinen Streß, hübsche Passagen fahren wir dann bewußt einzeln, um nicht nur den Genuss an der eigenen Abfahrt zu haben sondern auch um zu Photographieren, letztlich macht auch das Zusehen der Schwünge der anderen durchaus Spaß. Fast "stressig" war der Aufstieg, weil ich praktisch alle 5 Minuten stehengeblieben bin, da sich wieder ein neues Motiv praktisch aufgedrängt hat. Etwas "schlimmer" war es dann an den oberen Hängen in St. Veran, weil der wirklich kalte Wind da bei meinen Begleitern zu Unmutsäußerungen geführt hat, wenn ich mit dem Photoapparat hantiert habe. (Dabei habe ICH mir ja die Handschuhe ausgezogen, nicht sabine oder helmut.....)

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BeitragVerfasst: Do, 11.03.2010, 23:58 
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Marius hat geschrieben:
Über St. Véran, eine der höchst gelegenen Dauersiedlungen der Alpen (gemeinsam mit Trepalle bei Livigno, Vent/Rofen-Höfe im Ötztal) gab es in den "Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in München" vor Jahrzehnten einen spannenden Beitrag, den ich leider derzeit nicht mehr finde. Ist irgendwo im Literaturarchiv verschollen...


Der Artikel über St. Veran würd mich interessieren. Hast du das genaue Zitat bei der Hand? Hab eigentlich nicht weit zum Wiener Geographieinstitut. Die haben die Münchner Mitteilungen in deren Bibliothek.

St. Veran ist in der Tat ein Hit. Der Ort ist noch überaus authentisch als Ensemble und auch die einzelnen Häuser sind noch ganz typisch (mit Ställen und so). Zufällig ist mir jetzt aufgefallen, dass St. Veran als einer der ganz wenigen Orte in den französischen Alpen sogar im alten Kozenn-Atlas aus den 1980er Jahren (klassischer Schulatlas in Österreich vom Ed. Hölzl-Verlag) auf einer relativ kleinmassstäbigen Karte über die Alpenländer drin ist.

Juf in der Schweiz müsste man auch noch zu den extrem hoch gelegenen Dauersiedlungen dazu rechnen. Das Besondere an St. Veran dürfte sein, dass das sogar eine eigene Gemeinde ist.

Die Erdpyramide (Demoiselle Coiffure) am Talanfang des Seitentales zu St. Veran ist auch extrem eindrucksvoll. Ganz ein grosses Exemplar und steht - zumindest was wir so gesehen haben - als einzige weit und breit alleine rum.

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BeitragVerfasst: Mi, 12.05.2010, 11:02 
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Jetzt habe ich endlich - und natürlich zufällig - den obene erwähnten Artikel gefunden:

Monheim, Felix (1954): St Véran-Juf-Trepalle. Die drei höchsten Dauersiedlungen der Alpen. In: Die Erde 1954 (1), S. 39-60.

Mein Fehler war, dass ich immer nach Münchner Geographischer Gesellschaft gesucht habe.

Ich kann Dir den Beitrag gerne als pdf mailen, er ist 5,2 MB groß.
Bei Interesse einfach kurz schreiben und Mail-Adresse angeben...


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BeitragVerfasst: Do, 13.05.2010, 0:04 
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RetroRebel
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Ah, Gerrit, jetzt sehe ich erst wo ihr wart... ist schon ein abgeschiedenes und daher umsoschöneres Nest inmitten weiter lichter Lärchenwälder....logo dass starli schon da war :-) .....wäre dort 2 Wochen später vorbeigehatscht (nach Briancon), wenn es nicht plötzlich der fiese regen die pulversessions beendet haette. So war Endpunkt L'Echalp, das ist der letzte Ort am Talschluss wenn man von Abries ein paar km weiter fährt. Sind von Italien, von Chinale gekommem an dem tag...
Vgl. den Viso von näher dran *feix* :-)
Von Chinale nach L'Echalp


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BeitragVerfasst: Do, 13.05.2010, 22:49 
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Kris: Heftige Tour (noch dazu im Zick-Zack). Zwischendrin mal mit Bus/Taxi gefahren oder ausnahmslos zu Fuß bzw. per Ski?

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