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BeitragVerfasst: Fr, 09.06.2006, 11:50 
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RetroRebel
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Anmerkung:
Trincerone = die Location
[trincerone] = die Person ;-)

Eine für mich im negativen Sinne rekordverdächtige Skisaison verlangte nach einer passenden Aktion zum Abschluss. [trincerone] hatte angedeutet an Pfingsten in Süddeutschland zu sein, und so bot es sich an, eine Neuauflage seiner Gletschertour von 2004 zu planen. Nach dem Ausschlussprinzip verblieben zwei Ziele in der engeren Auswahl: Zum einen der Pitztaler Gletscher, zum anderen das Stilfser Joch. Erstere mussten jedoch aufgrund der bekannten Baumaßnahmen eine Woche vor Pfingsten ihr Angebot deutlich einschränken, so daß wir uns für eine Tagestour zum Stilfser Joch entschieden.
Während der Detailplanung entschlossen wir uns, noch nach dem einen oder anderen weiteren Mitfahrer Ausschau zu halten. So kam es, daß Downhill uns begleitete - und sich netterweise sogar bereit erklärte zu fahren.

Die Wetterprognose riet zu frühem Aufbruch, da es morgens besser sein sollte als nachmittags. So einigten wir uns auf einen Treffpunkt mit [trincerone] um 5 Uhr in Lindau, was wiederum eine Abfahrt um kurz nach vier am Treffpunkt von Downhill und mir an der A7 erforderte. Bei normalen Straßenverhältnissen benötigt man für diese Strecke ab Reutlingen rund 1,5 Stunden, und so machte ich mich gegen 2:45 Uhr am Morgen des Pfingstmontags auf den Weg. Die zu solcher Zeit menschenleeren Straßen ermöglichten zügiges Fahren, so daß der Treffpunkt mit Downhill pünktlich erreicht war. Zusammen setzten wir die Fahrt gen Lindau fort, verpassten aufgrund einer angeregten Unterhaltung und einer ungewohnten Baustelle prompt die Ausfahrt Lindau und trafen uns folglich nach einer Ehrenrunde um die Grenze um kurz nach fünf mit [trincerone]. Zügig ging es weiter Richtung Arlberg, über den Reschenpass hinab ins Vinschgau und schließlich bei Prad auf die imposante Straße mit 50 Kehren hinauf zum Stilfser Joch (2760 m), wo wir gegen 8:30 Uhr eintrafen.


Einige Fakten zum Skigebiet

Das Stilfser Joch ist das einzige Skigebiet der Alpen, das ausschließlich im Sommer geöffnet ist. Saisonbeginn ist meist zwischen Ende Mai und Anfang Juni, Anfang bis Mitte November wird der Liftbetrieb eingestellt und die Passstrasse - erbaut bereits 1825! - geschlossen. Auf der Gletscherfläche zwischen Trincerone, Livrio, Nagler, Cristallo und Geisterspitze wurde angeblich schon in den 1930er-Jahren Sommerski betrieben. Bilder aus früherer Zeit zeigen, daß damals auch auf den Moränenfeldern unterhalb des Trincerone noch Gletschereis vorhanden war.
Nach dem Krieg startete (vermutlich) in den 1950er-Jahren die Erschließung mit Seilbahnen. In der Folge dürften zu Spitzenzeiten zwischen 10 und 15 Lifte in Betrieb gewesen sein, die zwei verschiedenen Gesellschaften gehörten. Dazu entstanden diverse Hotels, sowohl am Joch selbst als auch am Trincerone (3030 m) und am Livrio (3170 m). Im DSV-Skiatlas 80/81 ist von insgesamt 2000 Betten die Rede, zwölf Restaurants und drei Diskotheken sollen damals Gelegenheit zu ausgiebigem Après-Ski geboten haben.
Auch die Zahl von 20 km Pisten dürfte aufgrund der zahlreichen 600 bis 800 m langen, kreuz und quer stehenden Schlepplifte am Gletscher recht nahe an der Wahrheit gelegen haben. Die längste Abfahrt von der Geisterspitze zum Pass ist mit plausiblen vier Kilometern angegeben, bei einem Höhenunterschied von rund 700 m. Dieser Wert gilt sicherlich heute noch unverändert - so die eisfreie Abfahrt vom Trincerone zum Pass noch machbar ist, was zu Beginn der 1980er-Jahre offensichtlich auch im August die Regel war, ganz im Gegensatz zu heute.

Der Rückgang der Gletscher, die Klimaerwärmung und die damit einher gehende Verschlechterung der Sommerskibedingungen, aufkommender Umweltgedanke und das aus der Mode kommen des Sommerskilaufs haben dem Joch über die Zeit zugesetzt. Die mageren Jahre und Jahrzehnte sind an den Gebäuden nicht spurlos vorüber gegangen, Geld zur Instandhaltung war offensichtlich nur in den seltensten Fällen vorhanden. Eine der beiden Liftgesellschaften ging vor Jahren pleite, auch aber wohl nicht nur in Folge dessen stehen einige Hotels und Restaurants heute leer und sind mehr oder weniger dem Verfall überlassen. Aufgelassene Liftstationen, mit Brettern vernagelte Fenster und über den Rohbau nicht hinaus gekommene Nebengebäude (Zitat [trincerone]: "Das ist so hässlich, daß es schon nicht mehr stylish ist. Das fotografier' nicht mal ich!") erinnern daran, daß die Zeiten des Booms schon sehr sehr lange vorbei sein müssen, üben auf den ideologiefreien Betrachter aber auch eine gewisse Faszination aus. Noch eigentümlicher wird das ganze aber durch einige wenige Spuren der skifahrerischen Neuzeit, in Form moderner Pistenraupen (gesehen unter anderem ein Leitwolf und ein Everest) und sogar einer Schneekanone vor dem Pirovano.
Das Funifor wiederum, im Jahr 2000 erbaute Pilotanlage der traditionsreichen Südtiroler Seilbahnfirma Hölzl, hat in den wenigen Jahren seiner Existenz schon viel von seinem Glanz eingebüsst und kann höchstens noch durch die Aufschrift "Weltneuheit" als besonders modern identifiziert werden.

Ein aussagekräftiger Pistenplan ist im Web meines Wissens nicht verfügbar, die gedruckten Pläne sind ebenso wenig aktuell wie die aufgestellten Panoramatafeln bei der Talstation, auf denen die geöffneten Lifte handschriftlich gekennzeichnet sind. Auf Basis des offiziellen Prospekts sollte das folgende von mir modifizierte Panorama aber einen etwas genaueren Eindruck vermitteln:


Bild
(Zum Vergrößern anklicken)


Schwarz eingezeichnet die heute noch existierenden Lifte:

* zunächst die lt. Lift-World-Datenbank 1978 erbaute Pendelbahn Marke Hölzl vom Pass zum Trincerone (Nr. 1)

* im Anschluß das Funifor Trincerone-Livrio (Nr. 2), das wie schon erwähnt im Jahr 2000 eine weitere Hölzl-Pendelbahn ersetzte

* vom Livrio ausgehend die Schlepplifte Geister 1 und 2 (Nr. 4), der linke als durchgehender Tellerlift, der rechte als Bügellift mit Mitteleinstieg

* ebenfalls an der Geisterspitze endend der Schlepplift Payer (Nr. 7), der auch den Rückweg vom Cristallolift (Nr. 8 ) sichert

Die beiden letztgenannten waren bei unserem Besuch nicht in Betrieb, zumindest am Payer wurde aber gearbeitet so daß dieser noch in Betrieb gehen dürfte. Der Cristallolift dagegen stand im Schnee versunken und ohne Seil, ist aber zumindest noch vorhanden und könnte wieder in Betrieb genommen werden.

Grau hingegen die zahlreichen Lifte, die so oder so ähnlich irgendwann in Betrieb gewesen sein müssen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Vom Pass ausgehend sind dies:

* der Einersessellift Pirovano (schräg die Trasse der Pendelbahn schneidend), dessen Stationen noch vorhanden sind, sowie

* der parallel verlaufende ehemalige Korblift, von dem auch zumindest die Talstation noch steht

* am Trincerone der Schlepplift Nagler (ganz rechts), der zwar noch steht aber laut Aussage eines Angestellten nicht mehr in Betrieb gehen wird

* links daneben ein weiterer Naglerlift (ungefährer Verlauf!), eindeutig auf Bildern im oben genannten Skiatlas zu identifizieren aber inzwischen spurlos verschwunden

* unter dem Funifor beginnend der Schlepplift Passo Stelvio, nur die Talstation ist noch vorhanden, und

* in Fortsetzung der Schlepplift Campo Scuola, von dem ebenfalls die Talstation noch steht. Von beiden Liften ist bekannt, daß sie bis vor wenigen Sommern noch in Betrieb waren.

* zwei weitere Anlagen, einmal vom Livrio ausgehend rechts der heutigen Geister-Lifte und aus dem Bereich Campo Scuola in Richtung Geisterspitze

* schließlich links der Geister-Lifte die ehemaligen Anlagen Tukett 1 und 2. Alle vier letztgenannten Lifte sind vollständig abgetragen

* zu guter letzt ist auf den Pistenplänen vor Ort noch ein kurzer Lift im Bereich Cristallo verzeichnet. Ob, wie und wann dieser Lift je in Betrieb war entzieht sich meiner Kenntnis.


Die eingezeichneten Abfahrten - durchgehend rot in Anlehnung an die Notation in alten Panoramakarten und ohne Hintergedanken bezüglich der Schwierigkeit - widerspiegeln den Zustand bei unserem Besuch.


Zurück zu unserem Skitag.

Nach einem kurzen Erkundungs-Spaziergang am Joch warfen wir uns in die Skiklamotten, kauften die nicht ganz billigen Liftpässe (33 Euro, optionale KeyCard gegen 5 Euro Pfand) und fuhren die Liftkette hinauf bis zur Geisterspitze. Nach einer recht langen ersten Abfahrt zum Pass auf noch relativ harter aber griffiger Piste folgte zunächst eine ausgiebige Frühstückspause. Anschließend ging es wieder hinauf zum Livrio, und wir vertrieben uns den Vormittag mit diversen Abfahrten in flottem Tempo zwischen Geisterspitze und Pass, ab und zu entstanden zwischendurch auch ein paar Filmaufnahmen mit der Videocam.
Gegen Mittag verschlechterte sich das Wetter zusehends. Während morgens noch nur leichte Schleierwolken den Himmel bedeckten und die Sicht gen Alpenhauptkamm und kurzzeitig auch zum Gipfel des Ortler frei war, zogen nun Wolken herein und es begann zu schneien. Die Sichtverhältnisse auf der Piste waren jedoch weiterhin ordentlich, und so gab es zunächst keinen Grund die skifahrerischen Aktivitäten einzustellen, erst recht da nun die ohnehin wenigen Besucher das Skigebiet nahezu komplett räumten, so daß wir teilweise ganz alleine am Hang unterwegs waren.

Schließlich machte sich dann doch ein gewisser Hunger bemerkbar und wir beschlossen, im Livrio einzukehren. Einigermaßen erstaunt stellten wir fest, daß die Inneneinrichtung des Hotels zwar etwas altmodisch, aber in alles andere als heruntergekommenem Zustand war. Ein Aufenthalt dort oben, auf immerhin 3170 m, sollte durchaus zu ertragen sein.
Die Pasta im Restaurant war zwar gut, mit 9 Euro allerdings erneut nicht ganz billig und von der Portionsgröße her natürlich klassisch-italienisch nur auf Vorspeisen-Niveau.

Während unserer Mittagspause war der Schneefall stärker und die Sicht deutlich schlechter geworden, so daß wir anschließend kurzzeitig etwas demotiviert gegen die aufkommende Müdigkeit kämpften. Bald besserte sich das Wetter jedoch wieder, die Sonne drückte mit ihrer ganzen frühsommerlichen Kraft durch den Nebel und wir begaben uns wieder nach draußen, zu den zwischenzeitlich menschenleeren Geister-Liften. Die Pisten waren nun von zwei bis drei Zentimetern Pulverschnee überzogen, quasi unverspurt und genial zu fahren. Auch vom Trincerone zum Pass war die Piste nun nicht mehr so hart und abseits ergaben sich exzellente Möglichkeiten im Firn, die wir ausgiebig nutzten. Einzig die letzten 50 m zur Talstation der Seilbahn wurden im Laufe des Nachmittags sulzig und tief, was aber nicht wirklich störte.

Der Skitag wurde ausgereizt bis nichts mehr ging: Um 16:35 Uhr - fünf Minuten nach offiziellem Liftschluss - stiegen wir ein letztes mal in die noch laufenden Geisterlifte ein, die folglich unmittelbar nach unserem Ausstieg abgestellt wurden. Noch einmal die 700 Höhenmeter-Abfahrt hinunter zum Pass, bevor ein von allen als exzellent empfundener Skitag zu Ende ging.
Die Rückgabe der KeyCards erfolgte gegen lautstarken italienischsprachigen Protest, da das Personal aufgrund des mangelnden Andrangs die Kasse bereits pünktlich um 17 Uhr geschlossen hatte. Letztlich erhielten wir unsere fünf Euro aber doch zurück.
Schlußendlich musste auch noch das Après-Ski-Bierchen in der Tibethütte entfallen, da der Laden leider noch nicht geöffnet war.

Und so ging es auf die lange Heimfahrt, nicht jedoch ohne einen Zwischenstopp bei einer Pizzeria in Trafoi und den obligatorischen Besuch bei der Baustelle der Galzigbahn in St. Anton. Gegen 23 Uhr war schließlich Lindau erreicht, kurz vor Mitternacht war ich an meinem Auto und machte mich auf den restlichen Heimweg, der sich dank einiger Pausen, die der aufkommenden Müdigkeit geschuldet waren, etwas in die Länge zog. Fast auf die Minute genau 24 Stunden nach meiner frühmorgendlichen Abfahrt war ich wieder daheim, einmal mehr um viele Eindrücke und einen tollen Sommerskitag reicher.


Fazit: Was bleibt?

Das Stilfser Joch ist ein Skigebiet, das durchaus eine Reise wert ist. So Cristallo und Payer laufen ist das vergletscherte Gebiet im Sommer sicher vergleichbar mit dem was Hintertux an der Gefrorenen Wand und am Olperer bieten kann. Wenn im Frühjahr und im Herbst die Abfahrt zum Pass geöffnet ist, braucht man sich pistenmäßig vor keinem anderen Gletscherskigebiet verstecken. In unserem Fall war durch das eingeschränkte Angebot zum Saisonstart die Pistenvielfalt leider etwas eingeschränkt, was uns aber an diesem Tag nicht sonderlich gestört hat.
Was sich dagegen in den Waden bemerkbar macht - besonders in Zeiten da jeder Dorflift zur 8-EUB umgebaut wird - ist die Tatsache, daß es keinerlei komfortable Lifte gibt. Wer also nach Jahren mal wieder mit Muskelkater vom Skifahren heim kommen will begebe sich zum Stilfser Joch. Die Öffnungszeiten von 8 bis 17 Uhr ermöglichen es, den Tag ausgiebig zu nutzen.

Die Stimmung am Stelvio ist dagegen in keinster Weise mit anderen Gebieten zu vergleichen. Der Begriff "eigentümlich" trifft es meiner Meinung nach am besten - vieles ist im Verfall begriffen, anderes durchaus modern und gar nicht so heruntergekommen wie man denkt. Anders in jedem Fall und überhaupt kein Vergleich zu den hochmodernen Skiorten Tirols, eher schon vergleichbar mit dem heutigen Alagna, das inzwischen mit einer ähnlichen Mischung aus Tradition und Moderne aufwarten kann und doch irgendwie noch mal anders ist.
Könnte aber sein daß ich einen neuen Lieblingsgletscher habe. Die nächsten Besuche werden es zeigen.


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Anfahrt zum Joch. Oben die Passhöhe auf 2760 m.

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Blick zum Livrio auf 3170 m

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Die letzten der 50 Kehren auf der Südtiroler Seite. Oben links die Tibethütte, im Einschnitt die Passhöhe.

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Drei Talstationen am Pass: Links oberhalb die des ehemaligen Einersessellifts, zentral im Bild die der heutigen Seilbahn und direkt daneben die des gleichfalls demontierten Korblifts

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Zweckmässiges Kuriosum: Der Öffnungszustand der Lifte wird handschriftlich auf Aufklebern eingetragen - von wegen elektronischer Anzeige

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Die Seilbahn zum Trincerone, erbaut von Hölzl 1978. Alten Bildern nach zu urteilen war die Kabine früher rot lackiert.

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Blick zurück zum Pass. Auffällig die etwas klobig wirkenden alten Betonstützen.

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Schlepplifte Geister 1 und 2 vom Livrio zum höchsten Punkt des Skigebiets (3450 m)

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Im Lift. Zu sehen die Warteschlange am Mitteleinstieg, verursacht durch einige Skikurse die sich ausschließlich am oberen Geister-Hang tummelten. Der Rest des Gebiets war weitgehend menschenleer.

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Blick zurück zum Livrio, vor dem noch einige Stützenteile eines Lifts herumliegen

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Captain Retro beim Abbügeln

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Downhill beim Abbügeln

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Arbeiten am Payer-Lift

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Ein Mahnmal inmitten der Gletscherfläche

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Pirovano und Naglerlift

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Funifor Trincerone-Livrio, eine echte Weltneuheit im Jahr 2000

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Das Thöni 3000 am Trincerone war geöffnet

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Ortler und Tibethütte vom Pass aus

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Funifor-Kabine. In Betrieb war an diesem Tag nur eine der beiden unabhängigen Bahnen.

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Blick vom Livrio auf die Trasse des Funifors und zum Trincerone. Von links die Hotels Pirovano, Baita Ortler und Thöni 3000. Auf dem Gletscher die Talstation des ehemaligen Stelviolifts.

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Am Ortler bilden sich schon wieder erste Wolken

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Nanu!? Eine Schneekanone vor dem Pirovano zeugt davon, daß nicht alles so marode ist wie es scheint.

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Der Naglerlift wird laut Aussage eines Angestellten nicht wieder in Betrieb gehen, auch wenn die Schneelage es zu diesem Zeitpunkt durchaus zulassen würde

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Blick aus der Pendelbahn zum Trincerone und zum Livrio (oben links). Leider verschlechterte sich das Wetter zwischenzeitlich.

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Gruppenbild am verspiegelten Fenster vor dem Livrio

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Alter Prinoth BIG. Von diesem Modell gibts noch mehrere Exemplare am Joch.

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Gruppenbild an der ehemaligen Talstation des Schlepplifts Campo Scuola, die einsam inmitten der Gletscherfläche stehen gelassen wurde

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Privatfahrt mit dem Funifor

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Auf der "Tal"-Abfahrt mit Blick zum Joch

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Nix war's mit Après-Ski-Bierchen an der Tibethütte. Enorme Schneemauern säumen den Weg dort hin, hier gesehen auf dem Rückweg.

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BeitragVerfasst: Fr, 09.06.2006, 12:27 
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RetroRebel
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k2k hat geschrieben:
(Zitat [trincerone]: "Das ist so hässlich, daß es schon nicht mehr stylish ist. Das fotografier' nicht mal ich!")

Das ist beachtlich!


Klasse Bericht!

Warum ist das Funifor vergammelt? Was deutet darauf hin?

Sprechen die Angestellten auch Deutsch oder nur Italienisch?

Warum sind die Liftstützen des Nagler-Liftes so schief? Da ist doch im unteren Bereich kein Gletscher mehr drunter - oder doch?

Seid froh, dass die die Key-Card noch zurückgenommen haben. Bei mir in Champery sind sie hart geblieben nach Kassenschluss. Aber immerhin konnte man da mit dem Auto noch eine andere Talstationanfahren, deren Kassen bis 18 Uhr geöffnet haben.

Wie lang sind eigentlich die Geister-Lifte?

Kommt man von den Geistern aus halbwegs in den Bereich der Nagler-Bergstation, so dass man diesen Hang heutzutage auch noch nutzen kann? [trincerone] hatte geäussert, dass kaum Pisten verloren gegangen sind. Daraus schliesse ich, dass das irgendwie möglich ist. Weitere Fragen folgen sobald diese sich bemerkbar machen.

p.s.: Warum war meine Skisaison eigentlich am 28.2. beendet?

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BeitragVerfasst: Fr, 09.06.2006, 14:28 
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RetroRebel
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Zitat:
Duuuuuu, Papa, warum..... ????
;)

Ein paar Antworten zu den Fragen die ich mir merken konnte:

Funifor rostet, überall läuft der Rost am Gebäude runter, die Betonsubstand sieht aus wie an der Indren. Wir glauben, man kann wie bei VW zum Basis Funifor Extra-Packages dazu buchen, und die SIFAS scheint bei Hölz das Italo-Style-Packet bestellt zu haben, damit es nicht zu sehr nach Südtirol ausschaut. Der Funifor in Arabba hat laut Downhill zum Beispiel das Seilreiter-Soundpackage, was beim Stilfser wiederum fehlt. Dafür sind beim Cristallo die Stützen tiefergelegt... :D

Die Liftbediensteten sprechen größtenteils nur italienisch, wobei wir eine Ausnahme getroffen haben. Die Leute an der Kasse sprachen auch fließend englisch, die ein oder andere Bedienung in den Cafés schien mir muttersprachlich auch slawische Sprachen zu beherrschen.. ;)

Zitat:
Warum sind die Liftstützen des Nagler-Liftes so schief? Da ist doch im unteren Bereich kein Gletscher mehr drunter - oder doch?


Na eben: früher war da welcher. Und der war plan, der Fels ist es nicht.

Zitat:
Seid froh, dass die die Key-Card noch zurückgenommen haben. Bei mir in Champery sind sie hart geblieben nach Kassenschluss. Aber immerhin konnte man da mit dem Auto noch eine andere Talstationanfahren, deren Kassen bis 18 Uhr geöffnet haben.


Find ich ne Sauerei!! In einem Gebiet wie Stelvio, wo viele Tagestouristen sind und nur (meines Wissens) eine Kasse, kann man nicht gegen Pfand Kexcards ausgeben und dann vor Liftschluss die Kasse dicht machen! Aber gut: ec-Kartenzahlung ging auch nicht. :evil:

Zitat:
Wie lang sind eigentlich die Geister-Lifte?


Auf einer Wadenschmerzskala von 1 - 5 würde ich sagen, 3 - 4 :D Lift-world sagt 1,4 km - kam mir aber länger vor...

Zitat:
Kommt man von den Geistern aus halbwegs in den Bereich der Nagler-Bergstation, so dass man diesen Hang heutzutage auch noch nutzen kann? [trincerone] hatte geäussert, dass kaum Pisten verloren gegangen sind. Daraus schliesse ich, dass das irgendwie möglich ist.


Zur Bergstation nicht, aber auf den Gletscher darunter (dort kommt man auch vom Livrio hin). Habe unten zwei Bilder angehängt vom September 2004. Auf dem unteren sieht mans ganz gut. Dort wo die Rinne ist, das ist der Austieg vom Nagler gewesen. An der Station, die unten auf dem Gletscher steht, geht die heutige Piste lang. Da ist also nicht soo viel verloren. Allerdings - und das wusste ich beim Schreiben letztes Mal nicht - gab es wohl vorne herunter auch eine Piste, wie starli sagt. Diese wäre sehr interessant (Gefälle) und außerdem eine nette Beschäftigung im Bereich trincerone, wo sonst nicht mehr viel ist. Das ist schon eher ein unangenehmer Verlust.


Dateianhänge:
Dateikommentar: Dort wo die Rinne ist, das ist der Austieg vom Nagler gewesen. An der Station, die unten auf dem Gletscher steht, geht die heutige Piste lang. Da ist also nicht soo viel verloren.
nagler.jpg
nagler.jpg [ 78.58 KiB | 2444-mal betrachtet ]
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nagler-lift-3.jpg [ 34.77 KiB | 2416-mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: Fr, 09.06.2006, 14:48 
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RetroRebel
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Zur Länge der Geisterlifte: Man fährt sicher so um die 10 Minuten mit dem Lift von ganz unten, er läuft aber auch eher langsam. Ich hoffe ich krieg morgen meine Karte dann mess ich mal nach. Ich würde sagen "gefühlte 2 km" :D

Mindestens einer der Bediensten am Geister konnte deutsch und war offensichtlich aus Südtirol.
Interessant übrigens: Die Ansiedlungen scheinen teilweise sowohl der Provinz Sondrio/Veltlin(?) zugeordnet zu sein als auch der Provinz Bozen/Südtirol. Jedenfalls hab ich sowohl die Notation "Passo Stelvio (BZ)" als auch "Passo Stelvio (SO)" gesehen.

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BeitragVerfasst: Fr, 09.06.2006, 17:21 
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Hi,

ne nette Geschichte zum Stilfser Joch,

ich war da mal vor ca. 10 Jahren um im Sommer mit anderen Snowboard- Racern zu trainieren. Das ganze wurde damals vom DSDV angeboten. Wer kennt die noch :?

Also jedenfalls haben wir uns alle an der unteren PB Station getroffen und das Hotel am Trincerone hat uns mit dem Mercedes G abgeholt.

Neu dabei war einer, der uns aber nicht gekannt hat. Und da er zu spät gekommen ist hat er die erste Nacht nicht bei uns, sondern im Hotel Perego übernachtet.

Am nächsten Tag hat er uns dann auf der Piste getroffen. Da niemand seinen Namen kannte, haben wir ihn einfach wie das Hotel genannt in dem er die eine Nacht gewohnt hat: Perego.

Ab diesem Zeitpunkt hat er seinen Spitznamen weg und für JEDEN seiner Freunde ist es nur noch Perego.

Die Person, da kann man das auch nachlesen:

http://www.powderpark.de/stories/artikel.php?id=908

Oder hier eine Ergebnisliste von einem Event, der Tricerone bestimmt gefallen würde :D

http://www.s-store-dettingen.de/banked0 ... liste.html


Vg
Franz


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BeitragVerfasst: Sa, 10.06.2006, 13:50 
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k2k hat geschrieben:
Zur Länge der Geisterlifte: Man fährt sicher so um die 10 Minuten mit dem Lift von ganz unten, er läuft aber auch eher langsam. Ich hoffe ich krieg morgen meine Karte dann mess ich mal nach. Ich würde sagen "gefühlte 2 km" :D


So kann man sich täuschen. Sind exakt 1,4 km, der Eintrag bei Liftworld stimmt also.

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BeitragVerfasst: Di, 13.06.2006, 16:49 
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Hier ein hochinteressanter Link, den ich geschickt bekommen habe mit interessanten Bildern aus verschiedenen Epochen.

http://it.pg.photos.yahoo.com/ph/freyao ... e2&.src=ph


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BeitragVerfasst: Mi, 14.06.2006, 13:42 
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Übrigens, zu dieser komieschen Materialseilbahn zum Livirio, die wir gesehen haben: das ist die Wasser- und Ölleitung!! Daher auch diese seltsame Trasse und die Notwendigkeit, sowas parallel zum Funifor zu haben!

Die Fundamente unterhalb der Trincerone gehörten zu einem alten SL, der dort mehr oder weniger parallel zum ESL stand, aber nicht ganz soweit heruter ging. Man sieht ihn noch auf alten Bildern.


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BeitragVerfasst: So, 02.07.2006, 17:00 
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Ja, das mit den "gefühlten" 2km bei den Geistern kann ich nachvollziehen - ich merk da auch keinen Unterschied zu den 2km-Dingern am Pitztaler. Muß wohl an der geringen Geschwindigkeit und der langen Flachphase liegen...


Ad Nagler-Abfahrt:

Bild

Bei genügend Schnee ging sie quasi auf der ganzen Breite und war ein netter Steilhang ...

(Bild vom 18.8.2001 - gar noch nicht so lang her... damals ging auch die Talabfahrt noch ..)


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BeitragVerfasst: So, 02.07.2006, 17:16 
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Tja, sieht echt gut aus für August... und dabei ist das wirklich noch gar nicht so lange her... :cry:


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BeitragVerfasst: So, 02.07.2006, 17:27 
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Nun hatte ich endlich Zeit, mir diesen Bericht genüßlich durchzulesen, am Stilfserjoch war ich ja noch nie Schifahren, das muß ich jedenfalls demnächst nachholen. Interessanter Bericht und ambitionierte Tagesplanung bzw. -durchführung.

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BeitragVerfasst: Mo, 03.07.2006, 18:28 
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So, mal nen kurzen Situationsbericht und einen Gruß aus Gröden:

Am 30.06. war ich dann nach 2 Regentagen und schlechtwetter am Stelvio Skifahren. Rifugio Tibet ist ganz gut und empfehlenswert.. Es war alles offen, selber der Cristallo, Schnee super, Abfahrt leider nur noch bis Trincerone, selbst Starli Gold ging nicht mehr, keine Schnee mehr am Pass und unterhalb vom Trincerone und vor dem Flachstück am Nagler fuhr man schon auf Blankeis....

Am 27.06. am Schnalstaler bei guten Bedingungen und Abfahrt zum Gletschersee offen und in Betrieb, am Samstag 01.07. am Presena, Katastrophal!!! Nur noch direkt am Gletscher, Skibetrieb und Schnee, Ski bis zum Tellerlift hingetragen, nur der rechte offen, und die haben schon etliches an Depots zusammengeschoben, der ehemalige rechte kurze Gletscher, bestand fast nur noch aus Blankeis.... Bilder und Bericht werden folgen........


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BeitragVerfasst: Di, 08.08.2006, 23:56 
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So, wollte auch mal cool sein und was auf YouTube stellen:

http://www.youtube.com/watch?v=ztV8FQf6hgA

Nur ein flüchtiger Zusammenschnitt, Director's Cut folgt vielleicht irgendwann mal :D

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BeitragVerfasst: Mi, 09.08.2006, 0:03 
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Wie kommt man zu dem Video??

Bei mir kommt nur:

Zitat:
This is a private video. If you have been sent this video, please make sure you accept the sender's friend request.


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BeitragVerfasst: Mi, 09.08.2006, 0:06 
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Axo, dann funktioniert der Zugriffschutz doch. Moment...

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