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 Betreff des Beitrags: Workshop Bildbearbeitung
BeitragVerfasst: Sa, 11.03.2006, 16:58 
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RetroRebel
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Hi Leute, im folgenden Thread dacht ich plaudern wie mal ein bisschen über Bildbearbeitung, weil das ja fürs Berichteschreiben ganz interessant sein kann. Insbesonder bezüglich Schneephotos gibts ja ein paar interessante Sache zu sagen. Ich werd mal so ein paar der Sachen, die ich so mach hier reinstellen. Jeder ist herzlich dazu eingeladen, selber auch Sachen zu veröffentlichen.


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BeitragVerfasst: Sa, 11.03.2006, 17:03 
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RetroRebel

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amcomputersitzundganzgespanntschauweilichfastalleswasdumirerklärthastschonwiedervergessenhab! :)
Besonders hübsch wären natürlich hier auch die Vorher-Nachher-Bilder der einzelnen Schritte, weil man (ich zumindest) sich dann wesentlich mehr vorstellen kann.

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BeitragVerfasst: Sa, 11.03.2006, 17:05 
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RetroRebel
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Sischer dat! :) Ein paar Screenschots werd ich vielleicht auch bauen. :)


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BeitragVerfasst: Sa, 11.03.2006, 17:38 
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RetroRebel
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Massenbearbeitung von Bildern. (Kleiner machen, Logo einfügen u.ä.).

Das z.B. braucht man ja ziemlich häufig: erstmal die hochaufgelösten Bilder auf handliche Pixelmaße bringen. Im web braucht niemand 5 Mpix und mehr, außerdem geht die Bildbearbieung ja viel schneller, wenn man weniger Pixel hat. Wenn man - so wie ich - alle Bearbeitungen des Bildes non-destruktiv auf Ebenen macht (dazu werd ich später mal was schreiben), kann man hinterher bei Bedarf auch das hochaufgelöste Bild einfügen und hat die gleiche Bearbeitung auf dem Originalbild.

Ich persönlich benutze Photoshop 6.0, das man mittlerweile zu anständigen Preise erwerben kann. Ich habe für eine Original CD aus Restbeständen um die 30,- Euro bezahlt, Photoshop 7.0, das recht mächtig ist, bekommt man schon für um die 100,- Euro.

Zur Rechtslage beim Handel mit gebrauchter Software (überlesen, bei Desinteresse)

Der Handel mit gebrauchter Software, sofern sie auf Original CDs ist, ist völlig legal. Illegal ist nach aktueller (sehr strittiger und vermutlich nicht lange beständiger Rechtssprechung) allerdings der Handel nur mit Lizenzen. Wer also eine Software downloaded und online die Lizenz erwirbt, darf das Programm nicht weiterverkaufen, indem er es auf CD speichert, die Lizenz abtritt und alles bei sich löscht. Gibt es dasselbe Programm auf der erworbenen OriginalCD weiter /und löscht alles bei sich natürlich), ist das wiederum völlig legal. Der Grund für die kaum nachvollziehbare Differenzierung liegt in der völlig unterschiedlichen Rechtsnatur des Eigentums an einer CD und der vertraglichen Lizennahme an einer Software. Ich gehe aber davon aus, dass in naher Zukunft, beider legal sein wird.

Unabhängig davon geht man auf Nummer sicher, wenn man wie ich einfach aus Restbeständen originalverpackte Software kauft. Im übrigen ist der Handel mit OEM Software auch ohne den Vertrieb von Geräten nach BGH Rechtssprechung zulässig.

Zur Massenbildbearbeitung in Photoshop

Diese erfolgt grundsätzlich in zwei Schritten:

1. Man schreibt eine "Aktion". Dies ist eine festgelegte Abfolge bestimmter Photoshop Befehle, also nichts anderes als ein Makro.

2. Man führt diese Aktion auf beliebig viele ausgewählte Bilder aus, die dann bearbeitet und beliebigen Namen gespeichert werden.

Ich werde hier nicht alle Möglichkeiten erläutern, sondern nur die, die sich für mich pesönlich als am praktischsten bewiesen hat. Andere mögen andere Vorgehensweisen bevorzugen.

Schreiben einer AKtion

Zuerst einmal muss man das Fenster "Aktionen" öffnen. Dies geschieht - so das Fenster nich schon offen ist - durch das Menü in der Querleiste oben. Im Menü "Fenster" ein Häkchen hinter "Aktionen" setzten.

Im Aktionsfenster gibt es unten die Buttons: Stop, Aufnahme, Play; sowie "Neuen Ordner", "Neue Aktion" und "Aktion löschen" (Bildsymbole). Wenn man viel mit Automationen arbeitet, sollte man erstmal einen Ordner anlegen. Als nächstes sollte man Kopie (!!) eines Bildes (Querformat!) quasi als Exempel öffnen. das öffnen wird nicht in der Aktion aufgezeichnet, da es automatisch geschieht. Anschließend kann man eine neue Aktion starten, das Aufnahmezeiche leuchtet auf. Bei der Namensgebung sollte man genau arbeiten und die Aktion nicht einfach nur "kleiner" nennen, sondern z.B. "800x600, qual. 8", wenn man die Bilder auf 800 x 600 Px reduziert, und sie dann in jpeg Qualität 8 speichert. Spätestens wenn man "kleiner1", "kleinermachen2" und "kleiner" hat, ist man sich dankbar für eine sinnvolle Namensgebung. :)

Sobald das rote Aufnahmesymbol aufleuchtet, wird jede Handlung zur Bearbeitung (also nicht z,B, Zoomeinstellungen) aufgezeichnet. Jetzt also im Menü oben auf "Bild -> Bildgröße" klicken und dort z.B. 800 * 600 und 72 dpi einstellen (das ist eine sinnvolle Größe fürs web - die 72 dpi braucht man nicht unbedingt, weil man die Pixelmaße ja eh absolut angibt, aber so funktionieren die Ansichtsoptionen "Ausgabegröße" etc korrekt). Anschließend speichert man diese Kopie des Bildes ab (und zwar mit "Speichern" und nicht mit "speichern unter"). Dies ist nötig, um die jpeg Qualität anzugeben, die sonst in der Automation (die auch automatisch speichern könnte), bei jedem Bild abgefragt würde. Da man also speichern muss in dieser Automation ist es so wichtig, dass das Exempelbild kein Original, sondern eine Kopie ist! Jetzt klickt man "Stop" im AKtionsfenster (Quadrat), die Aktion ist fertig. Das Exempelbild kann geschlossen werden.

Grundsätzlich gibt es bei der ganzen Sache ein kleines Problem: Photoshop kennt keine "if" Abfrage. D.h. also, ich kann nicht schauen, welche die längere Seite des Bildes ist, und dann dort den richtigen Wert eingeben. Photoshop schaut immer nach dem veränderten Wert und ergänzt den zugehörigen anderen Wert automatisch. Gebe ich also für 800 px ein, wird ein Bild im Querformat 800 px breit und 600 px hoch. Eines im Hochformat wird ebenfalls 800 px breit, aber logischerweise 1067 px hoch. Will man diesen Effekt - der auch charmant sein kann, weil hohe Bilder im FOrum nicht so stören wie breite Bilder und man quasi mehr Details hat - vermeiden, dreht man einfach vorher alle Bilder auf Querformat bzw. wenn die Bilder direkt aus der Kemera kommen, ist das ja ohnehin der Fall, so dass man einfach das Drehen der Bilder auf nach der Verkleinerung verschiebt.

Stapelverarbeitung

Da Stapelverarbeitungen irreversibel ohne eigene Kontrolle ablaufen, rate ich dringend, zuerst alle zu bearbeitenden Bilder in einen Unterordner (z.B. "klein") zu kopieren. Danach kann man im Menü oben "Datei -> Automatisieren -> Stapelverarbeitung" wählen. Im sich öffnenden Fenster wählt man oben bei "Satz" den Ordner der Aktion aus (wenn man einen erstellt hatte) und bei "Aktion" eben die Aktion. Als Quelle wird "Ordner" und der Ornder mit den Kopien (unter "wählen") angegeben. Die Checkboxes bleiben alle wie sie sind. Als Ziel wiederum denselben Ornder angeben. "Speichern unter" überschreiben wird NICHT angeklickt. Bei den Namensoptionen sollte man sich überlegen, ob man die Bilder anschließend sofort ins Netz stellen oder noch weiter bearbeiten will. Erst unmittelbar vor dem ins Netzstellen nenne ich die Bilder automatisch um (z.B "tonale-1.jpg", "tonale-2.jpg"...etc). Da ich die Bilder nach dem Verkleinern noch bearbeite, behalte ich vorerst noch die Orinigalnamen bei, um die Orignale wiederzufinden an Hand der Nummer, Insofern steht dann im Namensmenü nur "dokumentname" und im nächsten Feld "erweiterung".

Jetzt kann man die Automation starten. Wenige Sekunden später haben hunderte Bilder die richtige Größe und man hat sich ca. 1 h Arbeit gespart. :)

P.S. NICHT VERGESSEN, DIE HOCHKANTBILDER (ZURÜCK) ZU DREHEN. :)


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BeitragVerfasst: Sa, 11.03.2006, 18:19 
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RetroRebel

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Ich habe mich ja mit dieser Anweisung sehr lange gespielt (allerdings im Photoshop CS) und immer wieder höchst eigenartige Ergebnisse bekommen, unter anderem einmal, daß mir einfach das Bild mit dem ich die ursprüngliche Aktion geschrieben habe, im Zielordner verkleinert und vervielfältigt worden ist oder daß ich jedesmal beim Öffen oder Schließen gefragt wurde. Leider kann ich meine Irrwege nicht mehr so richtig nachvollziehen, geklappt hat es allerdings dann mit der Aktion:
Öffnen - Bildgröße - Speicher - Schließen (wobei ich mir nicht mehr sicher bin, ob ich nicht doch "Speicher unter" genommen hab)
Allerdings mußte ich dann beim Aufruf der Stapelverarbeitung
Automatisierung - Stapelverarbeitung - ...
Häkchen in die Felder ["Öffnen" in Aktionen überschreiben]
und ["Speicher unter" in Aktionen überschreiben]
machen, dann funktionierte es.

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BeitragVerfasst: Sa, 11.03.2006, 18:26 
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RetroRebel
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Logos einfügen


Wer so eitel mit seinen Bildern ist wie ich, wird sie nicht ohne Logos veröffentlich wollen. Dazu gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder man nimmt ein Logo, das immer an der selben Stelle ist und farblich so kräftig, dass man es immer sieht, oder man nimmt ein dezentes Logo, das man dort im Bild einfügt, wo es nicht stört. Letzteres ist mit deutlich mehr Arbeit verbunden.

1. Statisches Logo erstellen (gleiche Postion / Deckkraft bei jedem Bild)

Ersteres funktioniert von der Vorgehensweise quasi genau wie die Verkleinerungsfunktion oben, nur dass man diesmal in der Aktion statt "Bildgröße" mit dem Textwerkzeug den Text des Logos einfügt. Diesen schiebt man dann an die richtige Stelle (z.B. unten rechts in die Ecke). Schließlich wählt man noch im Ebenenmenü "auf Hintergrundebene reduzieren" und speichert das Exempelbild als jpeg. Bei dieser Vorgehensweise muss man allerdings zwei Automationen schreiben für Hochformat und Querformat, weil sonst die unteren Ecke natürlich andere Koordinaten haben. Außerdem muss man vor dem Automatisieren Hochformatbilder von Querfomartbildern trennen (z.B. anderer Ordner), damit jeweils nur die richtige Aktion auf die richtigen Bilder angewandt wird.

2. Flexibles Logo erstellen.

Meine Methode ist folgende:

ich habe eine Aktion, die das Logo ins Bild einfügt. Anschließend korrigiere ich Position und Deckkraft und speichere danach.

a) erste Automation zum Logo einfügen

Dazu erstelle ich eine Automation, die den Logoschriftzug ins Bild einfügt und ziehe ihn an eine Stelle, wo er erfahrungsgemäß gut passt. Bei Winterbildern bietet sich beispielsweise die Mitte am unteren Rand an - dort ist meistens gleichmäßiger Schnee. Im Fenster "Ebenen" passe ich dann noch die Deckkraft des Schrifzuges so an, dass Lesbarkeit und Dezenheit Rechnung getragen wird - Deckkraftwerte zwischen 30% - 45% haben sich bewährt.

b) Schriftarttipps fürs Logo

Für die Schrift verwendet man optimalerweise eine schlichte Schrift (ohne Serifen). Im Fenster "Abatz" (über das Fenstermenü einblenden) wähle ich eine sehr kleine Schriftgröße (z.B. 8 ) und eine große Laufweite (300% - 500%). Das ergibt ein schlichtes elegantes Logo, das im Bild denzent wirkt und gut lesbar bleibt.

c) Zweite Aktion zum Speichern und Schließen - Aktionen auf Funktionstasten legen.

Jetzt erstelle ich eine weitere Aktion: diese beinhaltet die Schritte "auf Hintergrundebene reduzieren", "speichern" und "schließen". Nachdem die Aktion erstellt ist, wähle ich sie im Aktionsfenster aus (blau unterlegt) und klicke im Fenster oben rechts auf das Dreieck. Im sich öffnenden Menü klicke auf "Aktionsoptionen" und weise der Aktion die Funktionstaste "F2" zu. Wenn jetzt F2 gedrpckt wird, läuft automatisch die Aktion ab.

Den Namen der verwendeten Funtkionstaste (F2) schreibe ich übrigens immer in den Namen der Aktion - ganz wichtig! Sonst weiß man bei der zehnten Aktion nachher nicht mehr, welche Funktionstaste welcher Aktion zugeordnet sind, belegt Sachen doppelt und dann passieren krasse Sachen... ;)

d) Stapelverarbeitung

Jetzt begint die Stapelverarbeitung. Ich wähle die erste Aktion (Logo einfügen), Quelle ist wieder mein Ordner "klein" (Unterordner mit Kopien der Originalbilder). Als Ziel gebe ich diesmal an "ohne" an. Die bewirkt, dass die Bilder nach Ablauf der Aktion nicht gepspeichert und geschlossen werden. Automation starten, Logos werden eingefügt, die Bilder bleiben aber offen! Jetzt sehe ich das letzte Bild und prüfe, ob das Logo an der richtigen Stelle sitzt und die Deckkraft stimmt. Wenn ich gute Werte gewählt hab, ist das meist der Fall. Dann drücke ich einfach F2, die zweite Aktion wird gestartet und das jeweilige Bild wird als jpg gespeichert und geschlossen. Das wiederhole, bis alle Logos richtig sitzen.

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Da ich bis zu diesem Punkt immer noch mit den Orignalbildname arbeite, damit ich die Bilder rückverfolgen kann, habe ich dann noch eine Aktion, die keine Befehle enthält. Die führe ich dann abschließend aus, wobei ich Quelle den Ordner "klein" angebe und als Ziel ebenso. Bei den Namen geben ich dann sowas wie "Tonale-" im ersten Fenster, "dreistellige Serienummer" im zweiten Fenster und "erweiterung" im dritten Festner. Dadurch erhalte ich dann durchgehend nummerierte Bilder. Wichtig: keine Leerzeichen verwenden! Das nervt nur im Web und führt zu Fehlern, die keiner braucht!


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BeitragVerfasst: Sa, 11.03.2006, 22:44 
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Herzlichen Dank für dieses Topic! :D
Endlich funzt die Stapelverarbeitung für die Bildverkleinerung beim CS! Manchmal scheitert es eben an Kleinigkeiten, die in noch so umfangreichen Photoshop Nachschlagewerken gar nicht oder nur am Rande erwähnt werden. Oder man sie einfach nicht findet.


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BeitragVerfasst: So, 12.03.2006, 1:35 
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RetroRebel
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Hey, das freut mich. :) Drum gehts auch gleich weiter.

Non-destruktive Bildbearbeitung und Einstellungsebenen

Ich habe mit, vor allem seid ich mit den Designern in meinem Freundeskreis öfter mal über Bilder etc gequatscht hatte, schließlich abgewöhnt, alle Effekte und Bearbeitungen immer in Bilder direkt hineinzurechnen. Photoshop bietet für die non-destruktive Bearbeitung das mächtige Werkzeug der Einstellungsebenen.

Eine Einstellungsebene ist quasi ein Platzhalter für einen bestimmten Effekt. Man erstellt eine Einstellungsebene, indem man im Fenster "Ebenen" unten auf den schwarz-weißen Kreis klickt und den Effekt auswählt, den man benutzen möchte, z.B. Tonwertkorrektur. Anschließend kann man den Effekt benutzen wie sonst auch, nur dass er als neue Ebene im Fenster erscheint. Diese Vorgehensweise bietet folgende gigantische Vorteile:

1. Das Bild wird nicht verändert. Keine Korrektur ist irreversibel. Sollte man also bei einer Farbkorrektur z.B. feststellen, dass das Bild zu dunkel wird, kann man eine vorher erfolgte Tonwertkorrektur erneut bearbeiten, so dass das Bild anschließend sowohl farblich korrigiert als auch hell genug ist. Dies ist wesentlich effektiver als das Bild nach der Farbkorrektur erneut aufzuhellen, weil jede Bearbeitung ein Stück weit Bildqualität kostet und die Filder an Schattierungen und "Bildinformation" also Farb- und Kontrastauflösung verlieren.

2. Die Reihenfolge der Effekte lässte sich beliebig ändern. Manchmal macht es nämlich einen riesen Unterschied, ob man das Bild erst aufhellt und dann den Cyanstich rauszieht oder andersrum. Je nach Bild kann die eine oder die andere Reihenfolge zum besseren Ergebnis führen. Dies lässt sich so leicht herausfinden.

3. Man kann die Ebenen an- und ausschalten. Bei komplexen Bearbeitungen lohtn es sich manchmal, die einzelnen Ebenen zum Vergleich wieder auszuschalten, um zu sehen wo man hergekommen ist, damit man sich nicht irgendwo verfranzt. Außerdem kann man eine alternative Bearbeitung vornehmen (z.B. eine erneute Farbkorrektur) und dann durch abwechselndes an und ausschalten der beiden Ebenen einen direkt Vergleich ziehen, welche Bearbeitung besser passt. Gleichzeitig kann man die verworfene Ebene ausgeschaltet behalten, um z.B. später noch einmal zu schauen, was einem besser gefällt. Die Arbeit geht dann nicht verloren.

4. Ebenen lassen sich maskieren! Eine Maske ist quasi ein räumlicher Filter, der den Effekt nur auf den maskierten Bildteil zur Anwendung bringt. Dies ist ebenfalls ein sehr mächtige Werkzeug! So kann man beispielsweise den Himmel einzeln tonwertkorrigieren (sieht oft sehr geil aus!), oder eine Gondel einzeln aufhellen etc. Die Maske wird mit der Ebene gespeichert und kann später wieder abgerufen werden, wenn man beispielsweise dieselbe Gondel noch auf einer weiteren Einstellungsebene farbkorrigieren will. Außerdem lässt sich die Maske mit den Photoshopwerkzeugen wie Pinsel und Radiergummi bearbeiten, so dass man Korrekturen vornehmen kann, die Ränder "aufweichen" kann (keine harten Übergänge) oder den Effekt in bestimmten Bereichen abschwächen oder verstärken kann, Auch dies ist eine sehr hilfreiche Funktion! Schlussendlich lässt sich auch die Deckkraft und der Einkopiermodus der Ebene ändern, was eine Vielzahl sehr interessanter Effekte ermöglicht.

5. Man kann das Bild in geringer Auflösung bearbeiten, was ennorm Zeitspart wegen der geringeren Rechenleistung. Am Ende kann man das Bild durch "Bildgröße" wieder auf die Originalmaße bringen. Die sehr pixelige Bildebene kann man dann einfach durch eine Ebene mit dem Originalbild in hoher Auflösung ersetzen, die Bildeffekte werden dann auf das neue Bild genauso draufgerechnet wie vorher auf das verkleinerte Bild. VORSICHT: das geht natürlich nur mit Effekten, die auf Ebenen liegen. Habe ich da Bild mit dem Kopierstempel verändert, fehlt diese Änderung auf dem neu eingefügten Bild natürlich trotzdem, weil hier die Pixel des Bildes selbst verändert wurden.

Auf das Thema "Masken" werde ich später noch einmal gesondert eingehen.

Neben den Einstellungsebenen bietet es sich auch an, Kopien der Hintergrundebene (sprich des Bildes an sich) auf neuen Ebenen zu erstellen. Dazu Rechtsklick auf den Namen der Ebene machen und "Ebene duplizieren" wählen. Auf der Kopie lassen sich dann wunderbar non-destruktiv Schärfekorrekturen oder Retuaschen mit dem Klone-Stamp machen, die durch ausblenden der Ebene wieder rückgängig gemacht werden können. Gerade bei Schärfekorrekturen ist oft sinnvoll, mehrere gestaffelt auf verschiedenen Ebenen vorzunehmen. Hat man es übertrieben, kann man, sobald man es merkt, dann auch einfach wieder eine der Ebenen ausblenden. Zu Schärfekorrekturen im einzelnen später mehr.

Schlussendlich bietet es sich auch an, grundsätzlich eine unbarbeitete Kopie der Hinergrundebene zu erstellen. Wird das Bild durch Datenverlust beschädigt - was z.B. auf externen Festplatten häufiger mal vorkommt, als man so denkt - kann man über diese Kopie sehr simpel das Bild wiederhestellen.


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BeitragVerfasst: So, 12.03.2006, 11:19 
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RetroRebel
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Masken; Erstellung und Verwendung

Masken sind das A und O der Bildbearbeitung. Ein gutes Bild wirkt oft deshalb gut, weil die Kontraste im Bild - und damit sind nicht nur Helligkeitskontraste, sondern Kontraste aller Art gemeint - stimmig sind. So wirkt weißer Schnee besonders weiß dadurch, dass ihm farbige "Gegenpole" gegenüber stehen. Hochwinterstimmung entsteht durch nicht durch die Farbe des Schnees, sondern v.a. durch die Farbe der Schatten; strahlendes Winterwetter durch den Kontrast zwischen Schnee und Himmel und so weiter.

Photoshop bietet ein Vielzahl Möglichkeiten Masen zu erstellen, die meist v.a. in ihrer Kombination sehr interessant sind. Ich stelle hier ein paar Möglichlkeiten vor, ansonsten lohnt es sich durchaus, auch selbst mal ein wenig damit herumzuspielen.

Die einfachste Möglichkeit eine Maske zu erstellen ist strg + a (=all), was das gesamte Bild maskiert. Dies ist v.a. praktisch, wenn man mit strg + c (=copy) das Bild kopieren will, um es anderswo einzufügen.

Die Maskierungstools

Ich beschränke mich hier auf diejenigen, die ich selber benutze. Viele Wekrzeuge in der Leite bieten mehrere Varianten des Grundwerkzeuges an, was an dem kleinen schwarzen Dreieck (Pfeil) in der rechten unteren Ecke der Schaltfläche erkennbar ist. Man kann diese durch Rechtsklick (oder langer Linksklick) auswählen. Hilfreiche Befehle sind folgende:

- strg + d: Maskierung aufheben (deselect)
- strg + shft + d: letzte Maskierung wieder einstellen
- strg + shft+ i: Maskierung umkehren (invert); genau alles was vorher nicht maskiert war, ist jetzt maskiert

Hat man eine Maske erstellt und anschließend eine Einstellungsbene erzeugt (z.B. Tonwertkorrektur), dann wird diese Bearbeirung nur im maskierten Bereich vorgenommen. Dieser erscheint im Ebenenfenster neben der Ebene als sog. Ebenenmaske. Durch Rechtsklick auf die Ebenmaske erreicht man die Befehle "Ebenenmaske der Auswahl hinzufügen" und "Ebenenmaske von der Auswahl abziehen", welche extrem hilfreich sind, um eine weitere Einstellung auf dem gleichen Bereich zumachen oder einen schon bearbeiteten Bereich von der nächsten Berbeitung auszunehmen. Desweiteren bietet sich die Kombination mit strg + shft + i an, wenn man genau den von dieser Ebene nicht erfasste Bereich bearbeiten will (beispielsweise Gondel vor Himmel, Gondel ist schon bearbeitet, jetzt möchte man den Himmel heller machen ohne die Gondel zu beeinflussen).

Schließlich gibt es bei den meisten Maskierungstool in der Leiste oben links die Möglichkeit einzustellen, ob der neu maskierte Bereich einer bestehenden Auswahl hinzugefügt oder von ihr abgezogen oder sie ersetzen soll. So kann man Masken korrigieren oder bereits erstellte Masken als Vorlage nutzen, um sie anzupassen. Spart viel Zeit!

a) Reckteckige Maske; Freistellen von Bildausschnitten, Änderung der Seitenverhältnisse eines Bildes

Das Rechteckwerkzeug erzeugt eine rechteckige Maske. Es besitzt drei Modi, die in der oberen Leiste unter dem Menü im Feld "Art" durchgeschaltet werden können:

- "normal": man zieht im Bild einfach irgendwo ein Rechteck, Dieses kann man dann mit den Pfeiltaste (bzw. shift + Pfeil für schnelle Bewegung) bewegen kann. Meines Erachtens in dieser Form selten brauchbar.

- "festes Seitenverhältnis" interessanter ist meines Erachtens dieser Modus. Dieser erzeugt eine rechteckige Maske mit einem festen Seitenverhältnis. Dies ist extrem praktisch, um Ausschnitte aus Bilder freizustellen und dennoch das normale Seitenverhältnis (4:3 bzw. 3:4 bei Hochkantbildern) beizubehalten. Hat man am Rand beispielsweise störende Elemente mit aufgenommen, kann man so den Bildauschnitt wählen, der einem interessant erscheint. Praktisch wird man eine Maske im Modus "fest.Seitv." dort auf dem Bild ziehen, wo sich der Ausschnitt, der übrig bleiben soll, befindet. Die Position der Maske wird man dann mit den Pfeiltaste optimieren und anschließend im Menü "bild" auf freistellen klicken - alles außerhalb der Maske verschwindet. Jetzt kann man im Menü "Bild -> Bildgröße" das Bild auf die richtigen Maße bringen, z.B: 800 x 600; allerdings rate ich davon ab, Bilder zu vergrößern, wenn man es verhindern kann. Sinnvoller ist es - sofern möglich - das Bild von einem hoch genug aufgelösten Orignal freizustellen, so dass der freigestellte Bereich anschließend immer noch höher aufgelöst ist, als es das Endbild sein soll. So vermeidet man unschäne Unschärfe, jpeg Artefakte, Pixeligkeit und Detailverluste.

- "feste Größe" Auch dieser Modus ist sehr hilfreich. Hiermit kann die Pixelmaße der Make von vorneherein einstellen, z.B. 800 x 600. Will man ledigleich einen Ausschnitt des Bildes wiedergeben, bietet sich normalerweise eher oben beschriebenes Vorgehen an, weil man i.A. mit einer festen Größe im Originalbild nie genau den gewünschten Ausschnitt erfasst. Hat man hingegen ein Bild in einem anderen Seitenverhältnis, als es das Zielbild haben soll, so ist diese Funktion hier sehr praktisch. So haben z.B. Bilder im Filmformat, aber meines WIssens auch von digitalen SLR Kameras kein Seitenverhältnis von 4:3, sondern sind etwas breites. Ein solches Bild hat z.B. keine Auflösung von 800 x 600 Px, sondern 800 x 540. Gelegentlich (hier im FOrum wohl eher selten) kann es nötig sein, Bilder in das ein oder andere Format zu bringen. So hat z.B. oftmals Photopapier noch die alten Maße, so dass man weiße Ränder bekomen würde mit 4:3 Bildern. Auch beim Erstellen eines Photoalbums, das man von einem der INternetanbieter printen lässt, ist es mitunter nötig, die Seitenverhältnisse zu ändern. Dann geht man wie folgt vor. Man überlegt sich die Zielmaße - also beispielsweise 800 x 540 wenn man ein Digitalkamerabild abziehen lassen will - und bringt das Quellbild auf eine Größe, die auf der einen Seite genau passt und auf der anderen Seite entsprechend zu groß ist, um durch abschneiden das richtige Format zu erhalten. In unserem Beispiel bietet sich z.B. 800 x 600 an, weil dan die lange Seite mit 800 Px schon stimmt und 600 Px > 540 Px ist, so dass man durch Abschneiden aufs richtige Gormat kommt. Wollte man umgekehrt ein Filmbild auf 4:3 bringen, müsste man genau anders rum die kurze Seite auf 600 Px und die lange Seite, die jetzt 889 Px hätte auf 800 Px abschneiden. Sobald man das Bild auf die richtige Größe gebracht hat (also in unserem Beispiel 800 x 600) stellt man bei der Maske "feste Größe" 800 x 540 Px ein und klickt ins Bild. Es wird eine Maske im Zielformat erstellt, die man mit den Pfeiltasten jetzt solange Vertikal bewegt werden kann, bis einem der Bildausschnitt gefällt. Anschließend kann man durch freistellen den Rest abschneiden.

b) Das Zauberstabwerkzeug

Da Zauberstabwerkzeug befindet sich rechts unterhalb des Rechteckwerkzeuge und ist eines der mächtigsten WErkzeuge in Photoshop. Es wählt alle Pixel aus, die eine gleiche oder ähnliche Farbe haben, wie das bereits angeklickte Pixel. Die Toleranz ist einstellbar, damit muss je nach Kontrasten des Bildes etwas herum experimentieren. Meist wird man die Optin benachbart anklicken, um ausschließlich zusammenhängende Flächen zu maskieren. Außerdem bietet sich der Modus "der Maske hinzufügen an" (Rechteck im Rechteck oben links in der Leiste), da oft beim ersten Mal nicht alle Pixel gleich erfasst werden. So kann man in Sekunden einen Himmel maskieren (zumindest wenn er wolkenlos ist und klar durch Berge abgegrenzt), die roten Wände einer Gondel oder eine große weiße Schneefläche im Vordergrund. Hat man sonst nicht rotes im Bildm außerden 10 roten Gondeln, kann man die Funktion "benachbart" ausschalten, um alle Gondeln auf einmal zu erwischen. VORSICHT: man muss die so erstellten Masken genau kontrollieren, der Zauberstab kann nicht denken und manchmal werden einfach Pixel vergessen oder zu viel ausgewählt. In jedem Fall ein großartiges Werkzeug, das ich sehr oft benutze!

c) die Lassowerkezuge

Direkt unter dem Wekrzeug "rechteckige Maske" sind die Lassotools, ich benutze das normale und das Polygonlasso. Das Polygonlasso ist sehr gut geeignet, um per Hand einen bestimmten Bereich zu maskieren. Man geht dazu auf sehr große Vergrößerung, und setzt Punkt am Rand des zu maskierenden Objektes, die dann automatisch mit Maskierungslinien verbunden werden. So kann man per Hand komplexe Objekte maskieren, die man sonst nicht auswählen könnte, weil zum Beispiel viel zur unregelmäßig für das Zauberstabwerkzeug wären.

Das normale Lassotool ist an für sich sehr unpräzise, dafür ist es aber schnell. Es findet seinen Einsatz v.a. in Kombination mit den anderen Maskierungstools, um zu korrigieren. Beispiel Gondel vor Himmel, ich möchte die Gondel heller machen. Die Gondel ist relativ komplex und lässt sich als ganzes nicht ihne weiteres mit dem Zauberstab maskieren (ich müsste sehr oft die einzelnen Bereiche anklicken) und an Maskierung per Hand mit dem Polygonlasso ist noch aufwendiger. Der Himmel ist aber sehr schön gleichmäßig! Also maskiere ich den Himmel mit dem Zauberstab, so dass die Konturen der Gondel genau erfasst werden. Dann invertiere ich die Maske mit strg + shft + i. Jetzt habe ich die Gondel maskiert und alles was nicht Himmel ist. Ich wähle nun das Lassotool und stelle es auf "von der Auswahl abziehen" und ziehe es kurz um die einzelnen noch maskierten Bereiche, die nicht Gondel sind - sie verschwinden. zurück bleibt eine korrekt maskierte Gondel. Dies ist ein gutes Beispiel, wie die Kombination der verschiedenen Werkzeuge in Photshop schnell und effektiv zu guten Ergebnissen führt.

d) Der Maskierungsmodus.

Extrem mächtig ist auch der sog. Maskierungsmodus. Unter den Farbwahlschltflächen in der Werkzeugleiste befinden sich zwei Button mit jeweils einem Kreis in einem Rechteck. Normalerweise ist der linke angeklickt. Klicke ich auf den rechten, aktiviere ich den Maskierungsmodus. Ab sofort stehen mir weiterhin alle Wekrzeuge von Photshop zur Verfügung, nur dass sie jetzt zum erstellen einer Maske dienen. So kann ich eine bestehende Maske bearbeiten, aber auch v.a. eine neue erzeugen. Dazu benutzt man primär Pinselwerkzeug und Radiergummi, alles was am Ende NICHT rot ist, ist maskiert, sobald man in den normalen Modus zurückwechselt. Warum das so rum und nicht andersrum ist, ist mir ein Rätsel. Ich male im allgemeinen den zu maskierenden Bereich rot an, wechsle in den normalen Modus und invertiere die Maske. Der große Vorteil des Maskierungsmodus ist, dass ich durch das Pinselwekzeug sehr weiche Übergänge an den Ränden bekomme (je nach Einstellung natürlich) und außerdem sowohl bezüglich des Radiergummis wie auch des Pinsel die Deckkraft einstellen kann, so dass ich fließende Übergänge einstellen kann. So kann man geschickt bestimmte Bildbereich aufhellen, ohne dass der Übergang zu deutlich würde.

e) das direkte Berarbeiten den Ebenebmasken

Oft bietet es sich auch an, Ebenenmasken direkt zu bearbeiten, um sie zu korrigieren. Allerdings sollte man eventuell die Ebene vorher duplizieren und unsichtbar machen, um sich die alte Ebenmaseke zu bewharen. Anschließend klickt man im Ebenenfenster auf die entsprechende Maske, und benutzt dann Radiergummi und Pinsel zur Berabeitung ACHTUNG: die Ebenenmaske funktioniert in Schwarz und Weiß, wie auch im Fenster dargestellt. Der weiße Bereich ist duchlässig (hier wird der Effekt engewendet), der schwarze nicht. Je nachdem, wie jetzt die Vorder- und Hintergrundfarben gewählt sind, arbeiten Pinsel und Radiergummi. Ist die Vordergrundfarbe "weiß" und die Hintergrundfabre "schwarz" vergrößert der Pinsel den Bereich, auf den der Effekt angewendet wird und das Radiergummi löscht den Effekt vom radierten Bereich. Sind die Farben andersherum gewählt, verhält es sich genau umgekehrt, Ich finde das nicht sooo sinnvoll, ich empfehle einfach immer Vordergrundfarbe "weiß" Hintergrundfarbe "schwarz" zu verwenden.

Sinnvolle Anwendungen:

- ein Effekt schläg in einem bestimmten Bildbereich zu hart durch: Radiergummi mit Deckkraft 10 - 30 solange im Bereich bewegen, bis alles gleichmäßig wirkt

- Farbkorrektur für rote Gondeln verändert auch (ungewollt) rote Jacke vom Skifahrer (oder so). Ebenenmaske wählen, mit dem Lasso den Sckifahrer umkreisen, "entf" drücken (oder Radiergummi drauf).

- die Ränder des Bereichs mit Effekt wirken hart und stimmen nicht genau: mit Pinsel und Radiergummi Ränder korrigieren. GGf. Pinsel mit weichem Rand und kleiner Strichgröße verwenden, um einen weichen Übergang zu erzeugen.

- sehr schön auch folgender Effekt: Himmel mit Zauberstab maskieren, Maske invertieren. Jetzt den maskierten Bereich stark aufhellen (Tonwertkorrektur) und anschließend auf der Ebenenmaske mit einem kleines weichen Pinsel die Kontur des Berges am Himmelrand nachziehen. Ergebnis: tolle gleißende Bergkulisse bzw. bei dickerem Pinsel Schneefahnen am Grat. :)


Zuletzt geändert von ::: trincerone am So, 12.03.2006, 15:35, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: So, 12.03.2006, 11:27 
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Ich werde auf die verschiedenen Bearbeitungen mit entsprechenden Beispielbildern demnächst im Detail eingehen, vorab ab schon mal ein Veranschauungsbild:

Bild

Hier habe ich folgendes gemacht;

1. mit dem Zauberstab in den Himmel geklickt, um ihn zu maskieren. Danach eine Einstellungsebene mit einer Tonwertkorrektur erstellt (starker Kontrast im Himmel. Himmel abgedunkelt). Anschließend mit strg + shft + d die Maske erneut aufgerufen und per Einstellungsebene die Sättigung aus dem Himmel genommen; Effekt: grau-blauer Himmel statt knalligem Kitschblau.

Gesamteffekt der Maßnahme: Schnee wirkt weißer und strahlender, alles wirkt räumlicher und plastischer.

2. Wiederum strg + shft + d, dann strg + shft + i. Jetzt habe ich alles maskiert, was ich vorher nicht hatte: also Berge und Vordergrund. Ebenfalls tonwertkorrigiert (heller gemacht) und anschließend noch farbkorrigiert.

3. Special Move gemacht: die Maske der Tonwertkorrektur des Himmels (dunkler machen) gewählt und mit einem dünnen weichen Radiergummi ein bisschen am Grat in den Himmel gezogen, Himmel wird hier heller. Effekt: schöner gleißender, etwas märchenhafter Grat. :)


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BeitragVerfasst: Mi, 14.06.2006, 0:10 
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RetroRebel
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Hier mal ein erstes Beispiel für eine Korrektur. Wer möchte darf die Bilder gerne runterladen und die beschriebenen Schritte selbst mal ausprobieren, um ein Gefühl für die Änderungen zu bekommen.

Ausgangsbild:

Bild

Zuerst eine kleine Farbkorrektur. Die Gelbtöne sind viel zu cyanhaltig, das Blau wiederum zu gelb und ein bisschen zu magentahaltig. Folge: Gebtöne wirken grünlich bis matschig grau, vor allem die Übergänge ins rot kommen blass und hässlich raus. Blau wirk ebenfalls schmierig und ziemlich grau, es mangelt dem Bild an Kontrast. Dieser Mangel lässt sich aber nicht durch Kontrast reindrehen beheben, da dies nur Helligkeit und Sättigung beeinflusst. In Wirklichkeit sind die angeprochenen Farbstiche, die die Kamera macht, schuld, da das Bild unausgewogen ist (alles von jeder Farbe überall im Bild).

Maßnahme:

selektive Farbkorrektur. Gelbtönen wird das cyan komplett gezogen, in den Blautönen das Gelb stark runtergenommen und etwas magenta rausgenommen (damit der Himmel nicht so lila zugelklatscht aussieht). Die Veränderung am Gelb bewirkt warme morgendliche Gelb- und Orangetöne, die Veränderung am Blau einen kalten nachtblauen Himmel. Insbesondere die Kombination aus beidem wirkt sehr gut, weil der farbliche Kontrast zwischen Vordergrund und Himmel jetzt aufgeht.

Bild

Jetzt erfolgt der eigentlich Kontrastausgleich, die Tonwertkorrektur. Dabei wird ein sogenanntes Histogramm angezeigt: eine Verteilung der Helligkeitwerte im Bild. An den Pfeilen unter dem Histogramm kann man das Eingans-Ausgangsverhältnis festlegen. Der linke Pfeil gibt an, welche Helligkeitsstufe des Originals gerade noch als Schwarz wiedergegeben wird. Je weiter man ihn nach rechts bewegt, desto mehr laufen die Schatten des Bildes zu. Der rechte Regler ist für weiß, je weiter er links steht desto mehr brennen die Lichter aus. Je nach Bild ist es in vielen Fällen ganz gut, beide in etwa auf die Ränder des im Histogramm angezeigten Bereichs einzustellen. Eine generelle Helligkeit des Bildes stellt man optimalerweise über den mittleren Regler ein, der den Mittelwert festlegt, so dass sich hier in gewissen Grenzen am besten der Gesamthelligkeitseindruck festlegen lässt.

Anmerkung: oft intensiviert die Tonwertkorrektur stark die Sättigung, so dass es sinnvoll sein kann, die Sättigung vorher oder nachher rauszuziehen, was ich hier allerdings nicht gemacht habe.

Bild

Ich habe dann für das Feintuning - sozusagen den künstlerischen Anteil - noch eine weitere selektive Farbkorrektur nachgeschaltet. Zum einen habe ich erneut dem Gelb komplett das Cyan gezogen, weil mir die Gelbtöne immer noch zu unsuaber waren (typisches Problem meiner Kamera, ist aber kein Thema, wenn mans erstmal weiß). Zum anderen habe ich den Gelbtönen auch etwas gelb genommen (also dadurch etwas magenta intensiviert), so dass der Morgen etwas blass rötlicher ausschaut und nicht so knallig. Schließlich habe ich den Blautönen erneut stark das Gelb gezogen und relativ viel Magenta rausgenommen, um den Himmel noch kälter und weniger übersättigt zu bekommen. Das gleiche habe ich sinnvollerweise noch mal mit cyan gemacht, da der Farbübergang des Himmels sich wie auch sonst oft, aus genau diesen beiden Tönen zusammen setzt.

Bild

Schlussendlich habe ich die letzte Farbkorrektur noch einmal ähnlich wiederholt, dabei allerdings den Himmel maskiert, so dass nur dort eine Veränderung stattfindet. Der Kontrast ist zwischen Himmel und Erde ist jetzt sehr stark, so dass ein fast künstlerischer Effekt ensteht. Insbesondere habe ich den cyan Tönen anders als normalerweise diesmal mehr magenta als gelb gezogen, so dass der Himmer hier auch noch ein wenig ins Blau-Grün kippt, was ich sehr charmant finde.

Bild

So schaut das Ergebnis aus. Ist vielleicht noch nicht perfekt, aber einige interessante Bearbeitungen lassen sich sehr anschaulich daran erläutern.


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BeitragVerfasst: Mi, 14.06.2006, 23:20 
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Und ein weiteres Beispiel: diesmal eine simple, aber effektive und von mir häufig angewandte Bearbeitung.

Ausgangsbild:

Bild

Zuerst eine dezente Tonwertkorrektur, um die Kontraste leicht zu erhöhen.

Bild

Man sieht im Historgramm, dass das Bild ganz leicht überbelichtet ist: ganz links, wo schwarz ist, sind keine Striche mehr, das heißt, die dunkeltsten Töne des Bildes sind immer noch nciht ganz schwarz - der mögliche Kontrastumfang wird nicht ganz ausgenutzt. Nach oben hin passt aber alles. Daher wird der linke Pfeil für schwarz leicht nach rechts verschoben, so dass die dunkelsten Töne des Bildes jetzt als Schwart wieder gegeben werden. Der Pfeil für weiß bleibt wie er ist - die Lichter brennen eh schon leicht aus, was man auch daran sieht, dass das Histogramm nach rechts nicht abflacht, sondern abgeschnitten ist. Der Grund, warum die Kamera leicht überbelichtet hat, lag wohl in dem relativ dunklen Mittentonbereich des Vordergrundes, daher bietet es sich auch an, die Mittenwerte im Gegenzug zu der Intensivierung des Schwarz, leicht anzuheben - der mittlere Pfeil steht etwas links (auf dem Wert 1,14 statt 1,00), der Kontrast erhöht sich, ohne dass das Bild dunkler wird. Tiefen reinziehen und Mitten aufhellen bringt bei Winterbilder übrigens oft sehr viel. Und so schauts aus:

Bild

Als nächtes kommt die übliche selektivie Farbkorrektur, um eine saubere Farbtrennung zu erreichen: wie immer ist der cyan Anteil in Gelb und Rot zu hoch und muss gezogen werden. Da ich die als 70s Filmoptik mag, ziehe ich im rot auch noch etwas magenta, so dass Rottöne leicht ins Orange driften.

Hier das Beispiel für, das für Gelb schaut ähnlich aus, allerdings ohne das Gelb selbst zu ziehen.
Bild

Und das Ergebnis (Zaun beachten):

Bild

Zum Schluss noch etwas, was eher eine Special-Move von mir ist: Digitalkameras übersättigen in meinen Augen oft die Farben. Allerdings interessanterweise nicht gleichmäßig. Bei Winterbildern ist es nicht selten so, dass die Farbsättigung an sich passt, nur blau ist leicht übersättigt und cyan ganz extrem. Dem kann man begegnen mit der Einstellungsebene "Sättigung". bei der man oben im Fenster den Farbbereich wählen kann, dem man die Sättigung entziehen will. So kann man beispielsweise einem übersättigten Cyan effektiv begegnen.

Bild

Ich habe hier im Cyan schon sehr stark die Sättigung rausgezogen, weil das für mich einen künsterischen Effekt hat. Macht man es dezenter, wirkt es realer und weniger gestylt. Ich mag aber diesen cyan-grau Style des Himmels, darum zieh ich immer eher etwas mehr Sättigung.

Interessant ist, dass ein solches Bild im A-B Vergleich erstmal weniger gut wirken kann, das liegt daran, dass sich unser Auge gerne von Bonbonfarben täüschen lässt. Mit der Zeit stellt man aber fest, dass das nervt und übertrieben wirkt. Wirklich gute Photos von Profis, auch insbesondere in der Werbebranche, sind auch fast nie übersättigt - darum wirken sie auch so elegant und nicht billig. Hier mein Ergebnis:

Bild

Dies war eine ganz ganz typische Bearbeitungsfolge, die ich fast immer in dieser Form anwende. Teilweise erhöhe ich zusätzlich noch den Kontrast im Himmel (Maskierung nötig), weil man damit einen sehr ähnliche Effekt erreicht, wie bei einer SLR, wenn man einen Polfilter einsetzt - einen Effekt, den ich sehr mag!


Zuletzt geändert von ::: trincerone am Mo, 26.02.2007, 13:57, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mi, 28.06.2006, 9:19 
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So, eigentlich wollte ich hierzu schon vor ein paar Tagen was schreiben aber irgendwie hat sich dann mein Rechner aufgehängt und ich hatte weder Zeit noch Lust, den ganzen langen Text nochmal neu zu formulieren ;-)

Da ich im Moment keinen Windows-Rechner habe und Photoshop, was ja nur für Windows und Mac erhältlich ist, somit leider nicht nutzen kann, habe ich endlich mal angefangen mich mit der Opensource-Bildbearbeitungssoftware GIMP (= GNU Image Manipulation Program) auseinanderzusetzen.
GIMP wird immer dann genannt, wenn Menschen auf der Suche nach einer möglichst ebenbürtigen Photoshop-Alternative für die Linux-Welt sind.
Leider tut man sich als Photoshop-Kundiger am Anfang ein bisschen schwer, weil die Bedienoberfläche ganz anders aufgebaut ist. Das hat mich beispielsweise immer davon abgehalten, mich näher damit auseinander zu setzen - wozu sich in eine zweite Software einarbeiten wenn man sich mit einer anderen schon einigermaßen auskennt?
Wenn man sich aber wirklich mal damit befasst, gewöhnt man sich auch an den GIMP recht schnell. Leider fehlen einem aber ein paar von Photoshop gewohnte und geschätzte Features. Am schmerzlichsten vermisse ich bisher die Stapelverarbeitungsfunktionen. Dafür bietet GIMP eine recht umfangreiche Scripting Engine, die aber wohl nicht so einfach zu erlernen ist, oder zumindest aber einiges an Einarbeitung erfordert. Ich hab's aber auch noch nicht ausprobiert :-)
Was mich aber am GIMP sehr beeindruckt hat, war die Auto-Farbkorrekturfunktion. Während diese bei Photoshop 7 gern etwas überdrehen hat mir GIMP bisher immer ein gutes oder zumindest ordentliches Ergebnis geliefert. Die Bilder vom Stilfser Joch sind beispielsweise alle nur durch diese Autokorrektur gewandert. Teilweise habe ich dann noch manuell den Gamma-Faktor etwas erhöht. Dadurch konnte aus den Schlechtwetterbildern noch einiges herausgeholt werden.

GIMP gibts nicht nur für Linux/Unix sondern auch für Windows und Mac. Wer's mal antesten will (kostet ja nix :D): www.gimp.org

Ich werd mich wohl bei meinen nächsten Berichten weiter an GIMP halten. Dann eventuell auch weitere Erfahrungsberichte zur Software.

Anbei noch ein Beispiel.


Dateianhänge:
Dateikommentar: Originalbild
stilfser_gruppenbild_original.jpg
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Dateikommentar: Bearbeitete Version: Autokorrektur und Gammafaktor hochgedreht
027.jpg
027.jpg [ 78.7 KiB | 1810-mal betrachtet ]

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www.funitel.de
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BeitragVerfasst: So, 02.07.2006, 16:39 
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[trincerone] hat geschrieben:
Interessant ist, dass ein solches Bild im A-B Vergleich erstmal weniger gut wirken kann, das liegt daran, dass sich unser Auge gerne von Bonbonfarben täüschen lässt. Mit der Zeit stellt man aber fest, dass das nervt und übertrieben wirkt. Wirklich gute Photos von Profis, auch insbesondere in der Werbebranche, sind auch fast nie übersättigt - darum wirken sie auch so elegant und nicht billig.


Es ist so, daß Compact-Digitalkameras klarerweise bestehende Schwächen der Optik dadurch kompensieren, daß sie automatisch eine ziemlich aggressive Bildbearbeitung durchführen, um schärfere Kanten und leuchtendere Farben zu liefern, damit das Bild gleich auf den ersten Blick "brilliant" wirkt.
Oft ist es so, daß man nach dem Umstieg auf eine bessere Kamera wie etwa eine DSLR zunächst das Gefühl hat, die Fotos wirken flau und unscharf, bis man schließlich merkt, daß einerseits wesentlich mehr Details abgebildet werden wie bei der kompakten, andererseits durch Nachbearbeitung auch noch mehr rauszuholen ist. (Prinzipiell kann man bei diesen Kameras auch den automatischen Grad der Bildbearbeitung voreinstellen).

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Schweben im Powder - Die, die es erlebt haben, verstehen, den anderen kann man es nicht erklären!


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BeitragVerfasst: So, 02.07.2006, 16:50 
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