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 Betreff des Beitrags: Stillgelegte Pisten
BeitragVerfasst: So, 23.10.2005, 17:53 
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RetroRebel
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Man glaubt es kaum, aber es gibt nicht nur stillgelegte Liftanlagen, sondern auch stillgelegte Pisten, die heute oftmals noch freeride-mäßig befahren werden können. Diesen Phantompisten sei dieses Thema gewidmet. Ich werd mal versuchen, hier zusammen zu tragen, was mir dazu so einfällt. Ich beschränke mich dabei in erster Linia auf diejenigen Abfahrten, die heute dennoch noch mit Schiern bequem zu erreichen sind. Diejenigen Pisten, die aufgrund erstzlos geschlossener Lifte obsolet geworden sind, sind dabei außen vor. Desweiteren geht es natürlich v.a. um Abfahrten unterhalb der Baumgrenze, weil darüber ja ohnehin bei ausreichend Schnee quasi jeder Hang befahren werden kann.

Piste Marilleva 1400 - Marilleva 900.
Marilleva 900 und Marilleva 1400 sind zwei gar nicht so unstylische Retortenstationen im Val di Sole, in Italien (ziwschen Adamello und Brenta). Die Stationen wurden ca. 1974 errichtet und sind durch eine Staße und eine Kabinenbahn (Agudio, 12er Gondel, ursprünglich Eierlift von Nascivera!) verbunden. Trotz der Nordlage und der an sich auch heute noch schneereichen Region, ist trotzdem nur an wenigen Tagen im Winter der Talgrund verschneit, so dass meist erst in Marilleva 1400 (auf 1400m wie der Name schon sagt), ausreichend Schnee liegt. Aus genau diesem Grund wurde die alte Piste dann auch schließlich aufgegeben als die die alte Eiergondelbahn Anfang der 90er Jahre durch die Agudiobahn ersetzt wurde. Ein Schlepplift im unteren Teil der Piste wurde ebenfalls stillgelegt. Die Schneise existiert aber noch! Angeblich kann man diese Piste in schneereichen Winter auch heute noch als kleines Freerideabenteuer genießen. Insbesondere die Talabfahrt vom Doss de la Pesa - offiziell auf 1400m zu Ende - verlängert sich dadurch natürlcih gewaltig. Der Einstieg in die alte Piste ist nich leicht zu finden. Er findet sich talwärts gesehen rechts unterhalb (also nord-östlich) der ehemaligen Korblifttalstation (der reichlich stylische Graffer-Korblift wurde leider diesen Sommer abgerissen). Im Prinzip geht die Piste am östlichen Ende der untersten Häusergruppe los. Man kann also wohl von der Korbliftalstation (bis dahin Piste) ein Stück abfahren und dann mit der Straße den letzen Häuserblock unterqueren. Dort muss man dann entlang der Straße bis zum äußersten Ende der Hochhausblöcke. Hier findet sich eine Waldschneise. Diese folgt man weniger Meter talwärst und hält sich dann links um so der alten Piste zu folgen. Alternativ kann man wohl auch direkt von oben den gesamten Häuserblock umfahren. Man muss dann zur Talstation der 6er Gondelfahren und dort talwärts rechts der Talstatiion den parkplatz an dem großen Hochhaus queren. Dort trifft man auf die Hauptstraße von Marilleva. Quert man auch diese findet man talseitig eine schnell breiter werdende Schneise, die noch einmal die äußere Stichstraße quert und dann außen entlang aller Häuser auf die alte Talabfahrt trifft. Die dritte Möglichkeit ist, von vorne herein der alten Piste zu folgen. Diese ging vermutlich talwärts gesehen links der Talstation der 6er Kabinenbahn vorbei und dann über eine nicht mehr existente Brücke über die Hauptstraße. Talseitig der Straße müsste man noch die Straße der Piste finden, die etwa der des Korbliftes folgt und dann nachdem man jeweils zwischen zwei Blöcken durch gefahren ist rechts weggeht, um die Häuserblöcke unterhalb zu umfahren.

Alle Angaben ohne Gewähr, ich hab das selber noch nicht gemacht. Werde es aber sicher bald mal ausprobieren und dann hier berichten. :)


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BeitragVerfasst: So, 23.10.2005, 18:38 
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RetroRebel
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Predazzo - Scicenter Latemar, Malga Gardonè - Predazzo.

Das Scicenter Latemar mit seinen Teilgebieten Obereggen, Pampeago und Predazzo ist als Teil der Arena Dolomiti Superski nicht unbekannt. Entwickelt hat sich das Gebiet von Pampeago aus. 1996 wurde aus dem Tal zwischen Moena und Predazzo eine Verbidung mittel einer EUB 12 und einer KSB 4 über Malga Gardonè und den Passo Feudo hergestellt. Was ein wenig in Vergessenheit geraten ist: die Verbindung Predazzo - Pampeago ist viel älter. Sie stammt ursprünglich aus dem Jahre 1973. Damals wurde Predazzo mit einem Nascivera Eierlift und zwei Nascivera Doppelsesseligten an das Gebiet von Pampeago angebunden. Die Trassierung war deutlich gelungener als die heutige Verbindung. Sie startete direkt in Predazzo (am Ortrand), und erlaubte mir ihrer geschickteren Unterteilung eine sinvoller gestaffelte Talabfahrt. Der Zielpunkt dieser Verbindung war auch nicht der Passo Feudo, sondern der Doss Capel, eine landschaftlich sehr schön gelegene Erhebung südöstlich von Pampeago.

Diese Liftverbindung wurde 1986 stillgelegt (Grund ist mir unbekannt). Danach dauerte es 10 Jahre, bis die neue Verbindung in Betrieb ging. Wenn auch Talstationen und Bergstationen der beiden Verbindungen nicht mehr identisch waren, die Mittelstationen waren es schon! So endet die heutige EUB 12 an der Malga Gardonè, wo die KSB zum Passo Feudo startet. An genau diesem Ort endete auch die zweite Sektion der alten Liftkette und starte der Lift zum Doss Capel. Die Malga Gardonè ist heut der tiefste mit Schiern erreichbare Punkt, weil die EUB 12 so seltsam über den Hügel gebaut wurde, dass man ihre Talstation nicht mit Schiern erreichen kann. Die alte Trasse der Talabfahrt existiert aber nocht! Sie führt zuerst talwärts links der neuen EUB zur Talstation der ehemaligen zweiten Sektion (bze. Bergstation des Eierlifts) - beide Stationen liegen genau unter der Trasse der heutigen EUB 6) und von dort zur Talstation der ehemaligen Eiergondelbahn durch das Gardonetal. Man endet am Ortsrand von Predazzo an der Straße, wo es wohl auch einen Bus zur neuen EUB zurück gibt.

Auch diese Variante bin ich noch nicht gefahren, sie wird aber in Freerideführen aus den 90ern noch beschrieben. Auch die werd ich mir mal bei Gelegenheit mal genauer anschauen.


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BeitragVerfasst: Do, 03.11.2005, 16:57 
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Val Thorens - Caron

Man wird es nicht glauben, aber auch auf dem Caron in Val Thorens gibt es eine stillgelegte Piste! Effektiv handelt es sich zwar eher um einen Skiweg, als um eine Piste, aber zumindest diente diese Abfahrt als Hauptabfahrt am Anfang. Folgt man nämlich vonm Gipfel des Caron der roten Piste zurück Richtung Val Thorens, so fährt man erstmal auf der abgewandten Westseite des Berge. Bei etwa 3000m quert die Piste dann in einer eingesprengten Bresche den Grat und läuft dann in dem Hochtal auf der anderen Seite zur Talstation der Seilbahn zurück. Diese Bresche gabs aber am Anfang bicht. Sie wurde vielmehr etwa zu Beginn der 90er Jahre erst in den Berg gesprengt. Früher folgte die Piste weitere 200 Höhenmeter dem Westhang des Berges, um dann bei 2800m den natürlichen Übergang am Col de Lauzun zu nutzen. Dabei querte sie auf diesen letzten 200 Höhenmetern recht felsiges Gelände, so dass einfach ein Serpentinenweg angelegt wurde. Dieser Serpentinenweg existiert noch heute und ich habe schon mehrfach erlebt, dass er auch gewalzt war! Skifahrerisch mag diese stillgelegte Piste weniger interessant sein, landschaftlich ist sie aber durchaus reizvoll, zumal man plötzlich völlig abgeschieden da oben rumkurvt, während sich auf der Hauptpiste die Massen gegenseitig über die Schi fahren. Gerade der zwischen Hauptpiste und stillgelegter Piste liegenden Grat sorgt dafür, dass man nach wenigen Metern keine Geräusche des hektischen Schibetriebes auf der Hauptpiste hört, so dass man den Caron einmal ganz anders erlben kann. So abgeschieden auf den Spuren der Geschichte Val Thorens' dahingleiten - das hat schon was. Ich mag diese kleine vergessene Piste sehr gerne! :D


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BeitragVerfasst: Mo, 23.01.2006, 13:43 
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Seiser Alm - St. Ullrich

Ich habe so dunkel in Erinnerung, dass es vor vielen Jahren mal eine Piste von der Seiser Alm vorne bei der ehemaligen PB runter nach St. Ullrich gab. Weiß jemand etwas darüber? Ist die eventuell noch fahrbar?


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BeitragVerfasst: Mo, 23.01.2006, 14:32 
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Eben fällt mir auch noch eine ein:

Lenzerheide/Churwalden: Alp Stätz - Churwalden
Von der Bergstation der als extrem schattig bekannten 3SB Alp Stätz, die Churwalden an den Rest des Skigebiets anbindet, führte früher eine Piste direkt etwas oberhalb der Seilbahntrasse (bergseitig gesehen rechts) durch den Wald zurück zur Talstation. Die Piste ist auf alten Plänen aus den 80er-Jahren noch verzeichnet, inzwischen aber nicht mehr sichtbar und vermutlich weitestgehend zugewachsen. Ihre Funktion hat eine andere Piste übernommen, die im obersten Abschnitt interessanterweise vor ein paar Jahren ebenfalls eine Zeit lang aufgegeben war (nicht präpariert und nicht mehr im Plan verzeichnet), inzwischen aber wieder vorhanden ist.

Bild
Rot eingezeichnet die nicht mehr existierende Piste (stark idealisiert). Der Pfeil deutet auf den roten Abschnitt der Piste 57, der vor ein paar Jahren ebenfalls verschwunden war.

_________________
www.funitel.de


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BeitragVerfasst: Mo, 23.01.2006, 15:16 
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Barzio - Pian di Bobbio; Val Sassina (nördlich von Lecco)

Noch so ein Kandidat: die alte Talabfahrt vom Pian di Bobbio in Barzio. Als das Pian di Bobbio seinerzeit (50er oder frühe 60er Jahre) durch eine PB erschlossen wurde, gab es wohl noch keinen Grund daran zu zweifeln, dass eine Talabfahrt bis auf 800m Höhe Sinn machen würde (zumal sie größtenteils nordseitig liegt). Heute ist die Abfahrt längst aufgeben, als Skiroute aber sogar noch auf dem PLan eingezeichnet und durchaus noch fahrbar.

Ab der Seilbahnbergstation (heute EUB) fährt man talwärts links in die weite Mulde und dann sofort rechts unter der Seilbahn durch. Dort findet man die noch nicht sehr zugewachsene Schneise, die sich steil und interessant ins Gelände trassiert nord und westwärts hinabzieht. Je weiter man hinab kommt, desto lieblicher wird die Landschaft, bald schon fährt man durch lcihten Laubwald mit beinahe mediterranem Ambiente bis man am Ende über sanfte Almwiesen vorbei an uralten sehr hübschen kleinen Steinhäusern zum Parkplatz der Seilbahn kommt. Die Piste war in unserem Fall sehr gut zu fahren naturschnee, weich, durch die Skifahrer präpariert als in Steilstücke leicht buckelig, aber genauso, dass es Spaß mach zu fahren. Erst im allerletzten Stück dominierten dann die Stein, so dass wir die letzten 400m getragen haben. In der Sonne in dem lichten Laubwald aber eher ein netter Spaziergang als eine ärgerliche Angelegenheit. Sehr zu empfehlen, wenns mal geht. :)

EDIT: diese Piste wird jetzt reaktiviert und ausgebaut sowie mit Bescheiung versehen. An sich schön, dass diese herrliche Piste jetzt wieder mehr Beachtung findet. Andererseits kann ich nur hoffen, dass das anständig gemacht wird, was ja leider nicht so oft der Fall. Sollte man ab nächsten Sommer dort eine vollbeschneite Autobahn finden, wäre zumindest der einmalige Charakter der Piste - der eigentlich ihr Hauptvorteil war - dahin.


Zuletzt geändert von ::: trincerone am Mi, 22.03.2006, 21:32, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mo, 23.01.2006, 20:24 
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Garmisch-Partenkirchen / Classic und Zugspitze:

Wie man auf dem Pistenplan sieht, wurden eine ganze Reihe Pisten in Garmisch in den letzten Jahren geschlossen. Einmal natürlich durch Liftschließungen (Neue Welt, Mittelstation Alpspitzbahn), aber auch sonst sind einige Pisten weggefallen.


Classic: Mind. drei Skirouten werden heute nicht mehr auf den offiziellen Pistenplänen geführt. Von mindestens zweien weiß ich aber aus dem Jahre 2004, dass sie ohne Probleme zu fahren sind. Selbst die vergammelten Pistenbeschilderungen stecken noch. Dabei handelt es sich um die Route vom Osterfelderkopf in direkter Linie parallel zur Hochalmbahn und um die Route vom Osterfelderkopf ins Bernadeintal. Beide Routen waren im Februar 2004 super zu fahren. Wenn man so will, ist es vielleicht sogar gut, dass diese für die Massen nicht so publik gemacht werden, so hat man mehr Tiefschnee für sich. ;)
Was mit der Skiroute links der Dreh und Horn- Abfahrt ist, weiß ich auch nicht. Ich vermute aber mal, dass auch diese noch inoffiziell zu fahren ist.

Zugspitze: Hier sieht man auf der alten Panoramakarte, dass es noch eine Abfahrt rechts des Brunntalschleppliftes gab. Diese wird heute auch nicht mehr präpariert. Die Skiroute rechts der heutigen 6KSB Sonneenkar ist mittlerweile zwar auch nicht mehr in den Pistenplänen zu finden, aber hier, wie auch im Alpspitzgebiet stecken noch die Schilder im Schnee.


Dateianhänge:
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Zuletzt geändert von MariusF am Mi, 21.06.2006, 6:51, insgesamt 1-mal geändert.
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BeitragVerfasst: Fr, 24.02.2006, 16:57 
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Bad Hofgastein: Schwarze Talabfahrt Kitzstein - Hofgastein

In Bad Hofgastein musste leider eine sehr schöne, direkte Talabfahrt den "Pistenrationalisierern" weichen. Diese führte von der Mittelstation (=Bergstation der SSB) Kitzstein direkt neben der Standseilbahn in direkter Linie runter zur SSB-Talstation. Diese Piste war relativ steil (war die einzige schwarze Piste im Schlossalm-Gebiet) und im Vergleich zu den heute üblichen Pisten auch sehr schmal. Leider war die Piste aufgrund von Schneemangel recht häufig gesperrt, insbesondere an den Saisonrändern natürlich und nach den für das Gasteinertal üblichen heftigen Föhneinbrüchen (bzw. nach dem uhrwerksgenauen Weihnachtstauwetter). Ich konnte sie lediglich ein einziges Mal fahren (um 1980). Wann genau diese Piste aus den Skipanoramen verschwunden ist, weiss ich nicht. Ebenfalls hab ich keine Informationen darüber, ob die Hänge mittlerweile verwachsen/aufgeforstet sind, oder ob - genug Schnee vorausgesetzt - ein "wildes" Befahren möglich wäre.

Auf diesem Ausschnitt (aus den Panoramabeilagen der öst. Tageszeitung Kurier um Mitte der 1970er Jahre) ist die Abfahrt direkt entlang der SSB gut zu erkennen.
Bild


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BeitragVerfasst: Fr, 13.10.2006, 19:08 
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Canazei: Pista Bellavista

In Canazei wurde schon vor Jahrzehnten - etwa Anfang der 70er Jahre - eine steile Waldabfahrt aufgegeben. Sie ist startete an der Mittelstation Pecol neben dem Hotel Bellavista und führte in eleganten S-Bögen bis zur Pordoi-Passtraße. Dem Fachplan nach, der an der Gemeinde aushängt und in dem die Piste immer noch als Skigebietsbereich ausgewiesen ist, musste man dann wohl ca. 100m parallel zur Straße fahren/laufen bis die Piste vor Kehre 7 wieder im Wald "verschwand" und nach einer Traverse in relativ direkter Linie in den Ort zur Talstation des ehem. ESL führte. Dabei wurde noch einmal die Straße überquert. Man sieht dort heute noch Maueerreste, die zu einer einfachen Brücke gehört haben könnten. Auf den Bildern unten erkennt man jedoch keine Brücke.

Im oberen, recht steilen Bereich ist die Piste nordwestlich exponiert, so dass es hier keine Probleme mit Schneemangel gegeben haben dürfte. Der kritische Bereich ist der letzte, nach Süden exponierte Hang vom Waldrand bis in den Ort. Da es zu dieser Zeit noch keinen Kunstschnee gab, war dies vermutlich auch der Grund, dass die Piste aufgelassen wurde.

Im Extrem-Varianten Buch I Nevi Delle Dolomiti (Autor ist mir unbekannt, hab's nur mal in einem Buchladen gesehen) wird diese aufgelassene Piste dank ihrer Neigung und guten Exposition im oberen Teil als sehr lohnende Variante beschrieben. Ich hatte mir den Verlauf im Sommer schon mehrmals angesehen und bin eher zu dem Schluss gekommen, dass die Piste inzwischen zu sehr zugewachsen ist. Ein Versuch wäre es eventuell bei sehr viel Schnee wert...


Dateianhänge:
Dateikommentar: Der ausgewiesene Skigebietsbereich (Quelle: funivie.org). Auch der Ex-SL unter der Pordoi-Bahn gehört dazu. Der rote Bereich ist relevant, blau markiert ist hier nur die Straße...
pordoipup.jpg
pordoipup.jpg [ 131.1 KiB | 3015-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Blau markiert: der untere Teil der Abfahrt. Rot: Stationen des ESL. Dies ist eines der wenigen Bilder, auf dem sowohl der alte ESL als auch die neue PB zu sehen sind.
canazei-tal4-mark.jpg [103.89 KiB]
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Dateikommentar: Aufnahme Ende der 60er Jahre (noch ohne PB) mit den "S-Bögen" der Waldpiste: Start an der Mittelstation (links oben) und weiterer Verlauf bis zur Straße.
canazei-tal1.jpg [134.29 KiB]
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Zuletzt geändert von CV am Fr, 13.10.2006, 19:22, insgesamt 1-mal geändert.
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BeitragVerfasst: Fr, 13.10.2006, 19:21 
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[trincerone] hat geschrieben:
Seiser Alm - St. Ullrich

Ich habe so dunkel in Erinnerung, dass es vor vielen Jahren mal eine Piste von der Seiser Alm vorne bei der ehemaligen PB runter nach St. Ullrich gab. Weiß jemand etwas darüber? Ist die eventuell noch fahrbar?


Ja, es gab mindestens eine (ich habe auch mal was von zwei Talabfahrten gehört). Man sieht den Verlauf des oberen Teils am besten von der Straße aus St. Cristina her kommend ein. Die Piste ging von der Bergstation erst in östlicher Richtung in einen kurzen Steilhang bevor sie in einer mit Stützmauern und Brücken (?) befestigten Traverse um die "Schulter" der Seiseralm herum führte und schließlich ziemlich genau unter der PB-Trasse zu den Übungsliften und dem ehem. Slalom-Hang der Weltmeisterschaften in den Ort reichte. Die Stützkonstruktion sieht man noch sehr gut aus dem Talboden ein.


Ich habe leider keine Bilder zur Hand und weiß auch nicht, wie der Zustand im oberen "kritischen" Teil ist.

Gruß
Stefan


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BeitragVerfasst: Fr, 13.10.2006, 19:31 
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... auf die Schnelle in eine Wanderkarte mit Blau eingepinselt...


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BeitragVerfasst: Sa, 14.10.2006, 17:52 
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RetroRebel
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Hey Hey, das sind ja mal wieder Infos Güteklasse 1a!!! Sehr geil!

Sag mal, die Anlage die mit dem Ciampac verbindet gibts aber nicht wirklich oder?

Zurück zum Thema: gibts in Campitello eine aufgelassene Piste aufgrund der ehemaligen ESLs??

und zum Thema Predazzo: warst du da eigentlich mal als es die Ovovia und die Pisten noch gab??

Letzte Frage: was für ein SL unter der Pordoibahn??? Wo war der ?? Die Linie quasi parallel zur Passstraße auf deiner Karte??

Gruß

cM


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BeitragVerfasst: So, 15.10.2006, 0:39 
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[trincerone] hat geschrieben:
Hey Hey, das sind ja mal wieder Infos Güteklasse 1a!!! Sehr geil!


Danke für die Blumen... interessante Fragen; das wird jetzt länger :D

[trincerone] hat geschrieben:
Sag mal, die Anlage die mit dem Ciampac verbindet gibts aber nicht wirklich oder?



Nein, aber die Verbindung Alba - Col dei Rossi kommt bestimmt. Das geht sicher wie üblich, letztes Beispiel: die Verbindung durchs Val Giumela. Planen, kein Geld, nochmal planen, Genehmigung in erster Instanz, Protest der Umweltschützer, Änderung der Planung, Genehmigung, Protest der Umweltschützer, Genehmigung, Klage der Umweltschützer, Klage abgewiesen (evtl. wegen Verfahrensfehler), Bau, alle sind zufrieden... na ja, fast alle. :)

Vor dem Hintergrund dieser Verbindungsbahn wurde letztes Jahr die leichtere Piste (Gherdeccia) vom Col dei Rossi ins Belvedere-Gebiet verbreitert. Zudem wurde heuer ein kurzer Verbindungsweg rüber zur steileren Piste (Col dei Rossi) angelegt, damit sich die Skifahrer besser auf das bestehende Pistenangebot verteilen. Die Bahn wird kommen...

[trincerone] hat geschrieben:
Zurück zum Thema: gibts in Campitello eine aufgelassene Piste aufgrund der ehemaligen ESLs??


ja, für die obere Sektion... abgesehen vom letzten Teilstück zwischen der großen PB-Stütze und der ehem. Mittelstation Elbetina eine absolute Panorama-Abfahrt in herrlich sonniger Südlage. Die Sonne stellt aufgrund der Höhenlage aber kaum ein Problem dar. Ich geh das manchmal als Frühjahrsfirntour. Einzige Schwachstelle ist eine gewisse Windanfälligkeit des Gebiets, so dass man im Hochwinter die Lawinengefahr richtig einschätzen muss und dass bei einer zu langen Wärmeperiode der Schneemantel dann doch mal zur Neige geht. Insgesamt wäre die Abfahrt aber mit dem heutigen Stand der Pistenpräparierung ein Genuss und mit ein paar Lawinen-Absperrungen unterhalb der zweiten PB-Stütze auch leicht zu sichern.

Man spricht zwar unter einheimischen Skifahrerkreisen immer wieder von einer Reaktivierung des Gebietes (durch eine KSB o.ä.), aber von der Seilbahngesellschaft hab ich nichts dergleichen gehört.

Eine Abfahrt von der Mittelstation Elbetina weiter nach Campitello gab's nie. Man kann zwar wild runterfahren, aber es ist kein besonders lohnender Hang... zuviel Büsche, Sträucher, Rinnen...

[trincerone] hat geschrieben:
und zum Thema Predazzo: warst du da eigentlich mal als es die Ovovia und die Pisten noch gab??



klar. Die Talabfahrt sind wir aber nie gefahren. Entweder herrschte generell Schneemangel, oder am Vormittag waren zu viele Leute am Lift oder am Nachmittag zu viele Leute auf der engen Abfahrt... meine Eltern zogen es jedenfalls vor, ihren Knirps talwärts wieder in den Lift zu stecken (inklusive ihrerselbst :) ).

Insbesondere kann ich mich aber an die beiden anschließenden Nascivera DSBs erinnern. Der zweite ging ja nicht wie jetzt die KSB in den Passo Feudo sondern direkt auf den immer abgewehten Dos Capel. Um nach Pampeago zu gelangen, musste man über den Grat zunächst in südwestlicher Richtung in einen Sattel fahren und von dort weiter nach Pampeago. Nur die Piste zurück nach Gardone führte vom Dos Capel in den Passo Feudo.
Die heutige Verbindungspiste unter den Latemar-Spitzen vom Passo Feudo nach Pampeago gibt's erst seit der Reaktivierung des Gebietes.

Ich war so etwa vor 5-6 Jarhen mal im Sommer dort. Man sah noch alle Fundamente und auch die alte Verbindungspiste am Grat des Dos Capel inkl. dem kurzen Rückbringer-SL mit Kurve.

Trotzdem: Den Skicenter Latemar fand ich zu jener Zeit irgendwie nicht besonders prickelnd. Die langen, kalten Lifte waren nicht das Problem - dem stürmischen Nordföhn im Zanggen SL zu trotzen war immer ein Highlight! -, aber die Massen an SKifahrern überschritten schlichtweg den damaligen Stand an Präparierung und Liftkapazität.


[trincerone] hat geschrieben:
Letzte Frage: was für ein SL unter der Pordoibahn??? Wo war der ?? Die Linie quasi parallel zur Passstraße auf deiner Karte??


Nein, ich meinte den kurzen SL unter der Seilbahn, der schon vor Jahrzehnten aufgelassen wurde. Kürzlich ist mir mal ein Sommerbild mit den Fundamenten in die Hände gefallen. Werde es scannen...

Es gab aber auch mal ernsthafte Planungen der SIT Canazei, den Pordoi-Pass von Canazeier Seite mit einem Sessellift zu erschließen. Der wurde sogar schon in einige Karten eingezeichnet. Die Talstation sollte in etwa bei dem kleinen Bergsee unterhalb des Hotel Pordoi liegen (das "Standard-Dolomitenmotiv" mit See, Langkofel und Sella), die Bergstation unter der Seilbahntrasse.

Hintergrund dieser Planung der "Prä-Kunstschnee-Ära" war, eine skifahrerisch einfache und schneesichere Verbindung nach Arabba zu schaffen. Außerdem hätte man dadurch eine direkte Verbindung vom Canazeier Gebiet zur Pordoi PB herstellen können (Die kleine Liftgesellschaft auf Belluneser Gebiet wurde ja erst vor wenigen Jahren "integriert"). Von Genussskifahrern und Autohanliebhabern wäre der Lift sicher auch für Wiederholungsfahrten akzeptiert worden. Nachdem sich aber der Kunstschnee durchgesetzt hatte und auch die Kapazitäten der bestehenden Lifte stark erhöht werden konnten, wurde es still um dieses Projekt.

Wenn ich es richtig deute, ist dieser ehemals geplante Lift sogar in die Karte eingezeichnet, Ich hab ihn mal etwas hervorgehoben und auch den ehemaligen SL eingezeichnet.

Gruß
Stefan


Dateianhänge:
Dateikommentar: in grün der ehemals geplante Sessellift vom Hotel Pordoi in den Pordoi-Pass sowie der alte SL unter der PB.
pordoipup-marked.jpg
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BeitragVerfasst: So, 15.10.2006, 2:42 
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Pista Bellavista heute:


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Dateikommentar: "Einstieg"... da stehen schon richtige Bäume, aber man müsste noch ganz gut außenrum kommen...
pista-bellavista1.jpg [84.88 KiB]
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Dateikommentar: Der Beginn der Piste am Hotel Bellavista
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Dateikommentar: Plan (hängt an der Gemeinde): Die Schneise der Piste ist durch parallele gepunktete Linien gekennzeichnet und verläuft zunächst im oberen Bildteil. Im Anschluss an das Stück auf der Straße zieht sie nach der Traverse direkt in den Ort hinunter
plan.jpg
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BeitragVerfasst: So, 15.10.2006, 17:07 
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RetroRebel
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Hey, danke für die tollen Auskünfte!! Die Linie, die du als geplanten Sessellift am Pordoi identifiziert hast, meinte ich.

Ich kenne das Schigebiet am Latemar nur aus den 80ern aus dem Sommer, damals hat es mich insofern fasziniert als dass es a) viele Lifte gab, mit denen ich gerne gefahren wär, aber die im September natürlich nicht liefen und b) ein Lift auf der Karte eingezeichnet war, wo "Ovovia" dran stand. Diesem Phantom bin ich dann bei Gelegenheit, sofern ich in der Gegend war, nach gegangen, jedenfalls soweit das als jugendlicher, die auf die Fahrerei seiner Eltern, die sich nicht für Liftruinen interessieren, möglich ist.

In diesem Rahmen war ich damals auf dem Doss Capel. Ist ein genialer Ort gewesen, so ein einsamer windiger Höhenrücken mit diesem tpyischen Nascivera Stützencluster - mochte ich sehr!!

Später war ich 2003 mal zum Schifahren für ein paar Stunden da - totale Katassptrophe. Das Gebiet ist heute immer noch völlig überlaufen, die Schnee- und Pistenqualität war unter aller Sau, dazu völlig Billig-Proll-Style und zehntausend KSBs, die immer so ca. 150 Höhenmeter machen und etwa 800m lang sind - besten Dank! Geil waren aber der Zanggen (ein großerartiger Schiberg) und die Pisten am Tresca / Agnel. Die Maierlalm war auch noch ok, aber der Rest...

Von der alten Liftkette sah man immer noch die Stationen der unteren beiden Sektionen und Reste der Piste, vom Doss Capel ist aber kaum was über, allenfalls die Schneise lässt sich noch erahnen (im Sommer vielleicht auch Fundamente). Erschrocken hat mich die Talstationsanlage der EUB von Predazzo - also mein Stil Urlaub zu machen ist das sicher nicht!! Dann lieber Falcade oder S. Martino - beide mag ich sehr gern, vor allem weil ich die Pala so mag.

Erinnerst du dich noch einen SL auf dem Doss Capel?? Der müsste als Verbindung vom Agnel / Tresca Sektor her bestanden haben...


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