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BeitragVerfasst: Mo, 02.11.2009, 12:19 
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RetroRebel
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Naja, ich denke schon dass dieser Herbst gezeigt hat, was die Maschine leisten kann. Nur kam dann halt genau in dem Moment, als man mit der Gletscherseepiste fertig war, der große Wintereinbruch - und das gleich so massiv wie selten in den letzten Jahren. Da hat man natürlich keinen Wettbewerbsvorteil mehr gehabt. Wären aber statt diesem einen fetten Wintereinbruch im September und Oktober dreimal 30 cm gekommen, vielleicht sogar mit zwischenzeitlicher Erwärmung, dann hätten die Pitztaler mit ihrer Maschine gewonnen.

Und das Landschaftsbild - trinc hat es angesprochen - spielt natürlich auch noch eine Rolle. Wobei ich da nicht mal die Lanzenwälder am schlimmsten finde, sondern vielmehr diese riesigen Turmkanonen, wie sie am Stubaier und in Sölden installiert wurden. Schaut euch mal die aktuellen Berichte im AF an, das hat mit freier Natur nicht mehr viel zu tun. Erinnert eher an Freizeitpark und Gewerbegebiet.

Hier mal exemplarisch ein Bild, wo es besonders ins Auge sticht:

Bild

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BeitragVerfasst: Mo, 02.11.2009, 13:23 
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Ich finde den Artikel auch gut gelungen, wobei mich zwei Dinge stören. Einen Punkt hat Trinc schon angesprochen: Bevölkerungsentwicklung im Pitztal - es wird suggeriert, dass das Tal vor der Gletschererschließung "fast unbewohnt" war, jetzt habe es 7.400 Einwohner (was wohl stimmt). Dabei fehlt einem aber der Vergleichsmaßstab zu anderen Alpentälern und die Tatsache, dass wohl der Großteil der Bevölkerung im mittelgebirgsartigen Teil um Wenns, Arzl, Jerzens wohnt und nicht im schluchtartigen hinteren Teil des Tales (Gmd. St. Leonhard). Diese Gemeinde hätte es heute ohne die Erschließung wohl wirklich schwer gehabt, insofern hat die Gletscherbahn hier eine immense regionalökonomische Bedeutung.

2. Punkt: ich bin sehr skeptisch, was die Chancen angeht Gletschermassenverluste mit dem Snowmaker auszugleichen. Bei konventioneller Beschneiung klappt das IMHO mengenmäßig schon nicht, beim IDE schon gleich gar nicht. Zudem scheint das nicht die Priorität der Pitztaler zu sein, sonst hätten sie ja das Ding am Mittelbergjoch-Hang installiert oder versucht die Verbindung zum Brunnkogelferner frühzeitig aufzubauen. Stattdessen wurde die niemals unter Eis liegende (nicht in Skibetriebszeiten) Gletscherseeabfahrt beschneit. Der Restaurantvorplatz war übrigens vor etlichen Jahrzehnten vom Eis bedeckt, niemals zur Existenz der Panoramabahn.

Herr Krüger ist übrigens sehr gut charaktisiert, ein wirkliches Original!


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BeitragVerfasst: Mo, 02.11.2009, 13:55 
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Marius hat geschrieben:
2. Punkt: ich bin sehr skeptisch, was die Chancen angeht Gletschermassenverluste mit dem Snowmaker auszugleichen. Bei konventioneller Beschneiung klappt das IMHO mengenmäßig schon nicht, beim IDE schon gleich gar nicht. Zudem scheint das nicht die Priorität der Pitztaler zu sein, sonst hätten sie ja das Ding am Mittelbergjoch-Hang installiert oder versucht die Verbindung zum Brunnkogelferner frühzeitig aufzubauen. Stattdessen wurde die niemals unter Eis liegende (nicht in Skibetriebszeiten) Gletscherseeabfahrt beschneit. Der Restaurantvorplatz war übrigens vor etlichen Jahrzehnten vom Eis bedeckt, niemals zur Existenz der Panoramabahn.

Bin ganz Deiner Meinung, und den Anmerkungen von trinc und k2k wg. Lanzen und Türmen ist nichts hinzuzufügen. Ob der IDE in Großraumgebieten da Abhilfe schaffen kann bezweifle ich sehr. Wenn man sich anschaut was Sölden vor 2-3 Jahren da hingeklotz hat (für mich auch ein Grund dort nicht hinzufahren), dann frag ich mich wieviel IDEs dann dort hin müssen? Das bei Sturm der Schnee der Kanonen undLanzen im Off landet ist mit Sicherheit ein großer Pluspunkt für den Snowmaker in hochalpinen und ungeschützten Lagen.
Und wieviel T60 z.B. braucht man denn um bei optimalen Bedingungen die genannten 1000 Kubikmeter am Tag zu produzieren? Das habe ich bisher noch nirgends lesen können.


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BeitragVerfasst: Mo, 02.11.2009, 15:06 
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Zitat:
Und wieviel T60 z.B. braucht man denn um bei optimalen Bedingungen die genannten 1000 Kubikmeter am Tag zu produzieren? Das habe ich bisher noch nirgends lesen können.

Noch nicht mal eine. Eine TA60 hat einen maximalen Wasserdurchsatz von 9l/s, entspricht 32m³/h und das gibt 74m³ Schnee/h, also 1776m³ am Tag unter optimalen Bedingungen.
Realistisch dürften 1000m³ am Tag locker zu schaffen sein.

Und da finde ich das Verhältnis 1 IDE zu 1 TA60, wenn es um das Landschaftbild geht durchaus auf Seiten der Schneekanone.

Stell dir mal das Bild mit der gleichen Anzahl IDE-Türme vor.

Gruß
vdb

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BeitragVerfasst: Mo, 02.11.2009, 17:56 
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RetroRebel
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Stimmt - aber das Argument dürfte die Unabhängigkeit von der Temp sein. Daher denke ich, dass die Kombi sich an solchen Stellen wie am Pitztaler oder Tr. Steg durchaus durchsetzen kann. Möglicherweise steht am Gamsgarten vielleicht auch bald ein, wenn das dazuführt, dass man das letzte Stück unterhalb des Eisjochferners dann noch fahren kann. Oder am TFH.

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BeitragVerfasst: Mi, 04.11.2009, 23:14 
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valdebagnes hat geschrieben:
Zitat:
Und wieviel T60 z.B. braucht man denn um bei optimalen Bedingungen die genannten 1000 Kubikmeter am Tag zu produzieren? Das habe ich bisher noch nirgends lesen können.

Noch nicht mal eine. Eine TA60 hat einen maximalen Wasserdurchsatz von 9l/s, entspricht 32m³/h und das gibt 74m³ Schnee/h, also 1776m³ am Tag unter optimalen Bedingungen.
Realistisch dürften 1000m³ am Tag locker zu schaffen sein.

Und da finde ich das Verhältnis 1 IDE zu 1 TA60, wenn es um das Landschaftbild geht durchaus auf Seiten der Schneekanone.

Stell dir mal das Bild mit der gleichen Anzahl IDE-Türme vor.

Gruß
vdb


Interessanter Vergleich! Wie sieht es dann mit der Energiebilanz aus? Wahrscheinlich sind da auch die Kanonen im Vorteil, oder?

Der IDE kann m.E. nur die oben sehr zutreffend charakterisierten Schwachstellen von Kanonen komplementarisieren (Wind, Temp) aber unter "normalen" äußeren Bedingungen, die zu "herkömmlichen" Saisonzeiten in einer "gewöhnlichen" Skistation herrschen, sicher mit den Kanonen nicht mithalten. Der Einsatz scheint mir daher auf kritische Randbereiche von Gletschern beschränkt zu sein. Maximal, dass es sich irgendwelche Luxus-Destinationen leisten wollen, ähnlich der Crush-Eis Spielwiese in SFL, Freiluftsommerski auf unterbodengekühlten, glattplanierten und IDE-berieselten F1-Autobahnen anzubieten. Potentielle Ortsnamen und Finanziers will ich jetzt mal nicht in den Raum stellen ;-)

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BeitragVerfasst: Mi, 04.11.2009, 23:46 
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@CV

zugegeben, ich bin gerade zu faul um zu suchen, aber:

Irgendwo, irgendwann habe ich im AF einen energietechnischen Vergleich des IDE zu konventionellen Schneekanonen gelesen. Um es in aller Kürze zu sagen, ohne die konkreten Zahlen im Kopf zu haben:
Aus positiv temperierten Wasser mittels Vakuum-Technik Crush-Eis zu machen ist deutlich energieaufwändiger als aus >x (???) Grad kaltem Wasser Kunstschnee mittels T60-Kanone bei Temperaturen unter x (???).

Toller Post, nicht? :wink: :roll: :mrgreen:

Aber ich musste einfach den Teil meiner Erinnerung kund tun, in den es sich einfach eingebrannt hat, dass der IDE gemessen an seiner effektiv produzierten Schneemenge bei Bedingungen, zu denen auch konventionelle Anlagen funktionieren, exorbitant hoch ist. Da bei ihm ob seiner Arbeitsweise der Energieverbrauch allzeit gleich hoch sein sollte, ist dies IMHO wirklich nur ein Objekt für Gebiete, die ein Interesse an einer Schneeproduktion bei positiven Außentemperaturen haben.


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BeitragVerfasst: Do, 05.11.2009, 0:08 
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:D lass ma, danke! Ich bin's gewohnt mit unscharf beschriebenen Variablen umzugehen und kann Deinem Post daher viel abgewinnen :D

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