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 Betreff des Beitrags: Hochkar, März 1986
BeitragVerfasst: Sa, 21.03.2020, 12:18 
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RetroRebel

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Und wieder machen wir einen Ausflug in die gar nicht graue Vorzeit des Schifahrens, lange vor Internet und social media.
Heute besuchen wir das noch immer alpinste und damals schneesicherste Schigebiet Niederösterreichs, das Hochkar. Mit einer Höhenlage zwischen knapp 1400 und 1800 Metern Seehöhe in einem absoluten Schneeloch galt es damals als "Gletscher" Niederösterreichs, Schibetrieb war in der Regel (wirklich) zwischen November und dem traditionellen Betriebsschluss am ersten Mai.
Während meines Studiums zwischen 1982 und 1988 waren die finanziellen Ressourcen eher überschaubar, und so erwies sich die kleine Ferienwohnung der Familie einer Mitstudentin natürlich als höchst attraktiv vor allem für mehrtägige Aufenthalte außerhalb von Ferien oder Wochenenden.

Die ursprüngliche Erschließung erfolgte Ende der 60-er / Anfang der 70-er Jahre durch einen ESL zum Hochkarvorgipfel und durch 3 Schlepplifte: A-Lift (Doppelschlepplift, ersetzt durch die heutige Almbahn), B-Lift (Doppelschlepplift, Ersatz durch Einzelschlepplift Sonnenlift) und D-Lift "Draxlerloch" (Doppelschlepplift, ersetzt durch 4-SB Draxlerloch). Der ursprünglich projektierte C-Lift hätte ein Schlepplift aus der Mulde unterhalb des B-Lifts (Sonnenlift) aufs Häsing sein sollen, stattdesssen wurde dann Mitte der 70-er Jahre die DSB Häsing gebaut. Die neueste Anlage während meines Besuchs 1986 war die Girak-DSB Großes Kar, die als einzige Anlage noch in der ursprünglichen Form existiert. Seit damals hat sich die Ausdehnung des Schigebiets nicht geändert, wenn auch zusätzliche Pisten (1a, 9) und Anlagen (4-SB Leckerplan) innerhalb der Schigebietsgrenzen geschaffen wurden, die Erschließung der eigentlich attraktiven Geländekammer hinter dem Leckerplan wurde aus Gründen des Wasserschutzes nicht durchgeführt, eine Zubringeranlage aus dem Tal tauchte früher vor diversen Landtagswahlen gelegentlich in den Medien auf, dürfte aber nicht einmal in die Planungsphase gelangt sein.
Durch die immense Schneesicherheit hatte das Hochkar bis zur Entwicklung der Beschneiungsindustrie einen weit höheren Stellenwert in Ostösterreich als heute, nun sind es leichter erreichbare Gebiete wie das Stuhleck, in dem sich an schönen Tagen die Massen tummeln. Wobei es auch heute noch vorkommt, dass die Hochkaralpenstraße wegen Überlastung des Parkplatzes gesperrt werden muss, so etwa heuer an den ersten schönen Tagen nach Weihnachten.

Wir beginnen unsere Zeitreise mit einer Fahrt auf der damaligen Hauptanlage, dem Girak-ESL zum Hochkar-Vorgipfel. (Alle Abfahrtsnummerierungen beziehen sich auf den heutigen Stand, ich weiß nicht mehr, ob die Nummern damals andere waren)

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An der Bergstation angekommen blicken wir hinüber zur Bergstation der DSB Großes Kar und zum dahinter liegenden Hochkar-Hauptgipfel (1808m)

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Vom obersten Bereich der Piste 6 blicken wir zurück zur ESL-Bergstation und zum Geischlägerhaus.

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Und zu Häsing und Leckerplan.

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B-Lifte im Zoom

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4 der 5 Akteure dieser Unternehmung unter dem ESL (Aus der Körpergröße des rechten Schifahrers lässt sich schließen, dass dieser Besuch vermutlich in den Osterferien stattgefunden hat.

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Stilstudien auf der Abfahrt 6, die 70-er Jahre lassen grüßen.

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Blick zur Abfahrt 1a (heute wesentlich breiter)

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und zum Häsing, wo der Schneezaun versucht, den oft verwehten Naturschnee auf dem Steilhang zu halten.

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Nun sind wir im Draxlerloch auf der Piste 7a, ganz oben der Vorgipfel-ESL

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und kommen zur Talstation der DSB Großes Kar

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Wir sind eingestiegen und schauen nach links in Richtung D-Lifte

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Blick aus dem Bergstationsbereich ins große Kar

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und zum Vorgipfel mit ESL-Bergstation und Geischlägerhaus

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Nun befinden wir uns wieder am Hochkarboden und sehen die Häsing-Bahn, rechts den Gastronomiebetrieb an der Talstation des ESL

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Die A-Lifte (heutige Almbahn)

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Schlusshang der Abfahrt 1

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Nun sitzen wir in der Häsingbahn und schauen in Richtung Vorgipfel, ganz schmal die Piste 1a

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Bergstation-A-LIfte und gesamter Verlauf der B-Lifte

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Häsing-Steilhang

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Am B-Lift

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Blick vom Leckerplan zum Hochkar-Gipfel und -Vorgipfel mit ESL und Abfahrten 1, 1a und 6

Blick zum Häsing von der Abfahrt 4a

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Sprungübungen in einer Mulde an der Rückseite des Leckerplan

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Als Abschluss zwei Stimmungsbilder

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Und der Fotograph und Verfasser dieser Zeilen mit seiner Phototasche (vermutlich irgendwo im Bereich des B-Liftes)

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 Betreff des Beitrags: Re: Hochkar, März 1986
BeitragVerfasst: Sa, 21.03.2020, 13:06 
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Registriert: Do, 17.03.2011, 20:54
Beiträge: 559
Wohnort: Forêt-Noire
gerrit hat geschrieben:
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Geniales Bild, auch wenn der folgende Sturz vermutlich ein wenig schmerzhaft war.

Ansonsten erneut Danke für das Einstellen. Mit so guten Bildern ließen sich vermutlich auch Damals/Heute-Vergleiche anstellen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hochkar, März 1986
BeitragVerfasst: Di, 24.03.2020, 13:55 
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RetroRebel

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Der Schnee war ziemlich weich, es kam zu keinerlei Verletzungen.....

Anbei noch ein kleiner historischer Abriss:

1965 erschien das Buch "Skiglück vom Wienerwald bis zum Dachstein" von der Wiener Bergsportlegende Hans Schwanda (Schroll-Verlag), damals hat es am Hochkar folgendermaßen ausgesehen:

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Und die Pläne wurden so beschrieben:

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Ich war im Februar 1973 zum ersten Mal in den Semesterferien am Hochkar, gewohnt haben wir in dem Gasthof knapp unterhalb des Hochkarschutzhauses. Damals gab es wie schon oben erwähnt, die A-, B- und D-Lifte sowie den ESL, ich persönlich war damals 8 Jahre alt und im Schikurs, wir sind ausschließlich mit dem ESL und dem A-Lift gefahren. Fotos gibts davon leider nicht.
Lt. Lift-World ist das Baujahr der A- und B-Lifte 1966 (Doppelmayr), vermutlich auch des ESL (Girak) (der ist bei Liftworld in der Datenbank nicht angeführt), es fehlen auch Baujahr und Hersteller des D-Lifts, der aber 1973 sicher schon in Betrieb war.

Im darauffolgenden Sommer wurden offenbar bereits Vorbereitungsarbeiten für die Erschließung des Häsing begonnen, wie man auf dem folgenden Bild (August), das Klein-Gerrit rechts mit Vater und Bruder zeigt, im Hintergrund ist der untere Bereich der Häsing-Abfahrt bereits planiert, vom Lift war zu diesem Zeitpunkt sicher noch nichts wesentliches zu sehen, weil Klein-Gerrit schon damals an der Infrastruktur sehr interessiert war und den Eindruck im Sommer mit seinen Erinnerungen an den Winter verglichen hat. Insbesondere aufgefallen ist ihm der im Sommer erhebliche Höhenunterschied der damaligen A-Lift-Trasse im Vergleich zur danebenliegenden Piste, der im Winter nicht zu bemerken war.

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Lt. Lift-World wurde die Häsingbahn 1974 von Girak errichtet.

In einem Schiatlas 1978/79 erschien folgendes Panorama, in dem die Häsingbahn mit der Bezeichnung C und als Schlepplift markiert ist (definitiv falsch), wie schon gesagt, wäre der C-Lift als Schlepper ursprünglich aus der Mulde unterhalb des B-Lifts vorgesehen gewesen, da hab ich eine Panoramakarte in Erinnerung, weiß aber nicht, ob sich die in meinem Besitz befindet, gefunden habe ich sie auf die Schnelle nicht. Auf dieser Karte sind jedenfalls die nie verwirklichten Projekte in der netten Geländekammer hinter dem Leckerplan drinnen.

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Die Projekte wurden dann begraben und 1982 sah die Panoramakarte so aus:

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Interessanterweise ist die in der Vorgängerversion noch enthaltene schwarz markierte Abfahrt durchs große Kar wieder verschwunden obwolhl zu diesem Zeitpunkt die DSB großes Kar bereits in Betrieb war (Baujahr 1980 von Girak) und vermutlich auch die Abfahrt bereits bestand. 1990 und 1994 entstanden die fixen 4-SBs Leckerplan und Draxlerloch (beides auch noch von Girak), auch die 4-KSB Hochkarbahn (1995) ist noch von Girak, 2004 errichtete Doppelmayr die beiden fixen 4-SBs Häsing und Almlift als Ersatz für die Girak-DSB und den Doppel-SL, 2017 wurde schließlich der B-Doppelschlepper durch einen Einzelschlepper (Doppelmayr) ersetzt; (Daten von Lift-World).
Zwischenzeitlich gab es am Zagerlboden einen Tellerlift, der vor einiger Zeit meines Wissens durch ein Förderband ersetzt wurde.
[/quote]

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 Betreff des Beitrags: Re: Hochkar, März 1986
BeitragVerfasst: Di, 24.03.2020, 13:57 
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RetroRebel

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Am 18.3. 2006 habe ich die die letztlich nicht erschlossene Geländekammer hinter dem Leckerplan mit gletscherfloh und Serge.Promillo mittels Tourenschi erkundet, Wetter war damals ziemlich nebelig und die damalige Digitalkamera auch nicht berauschend gut, aber ich stell mal die Bilder hier ein um zu zeigen, dass es dort wirklich sehr nett ist.

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Blick aus der Geländekammer zurück zum Leckerplan mit den Bergstationen Sonnenlifte und 4-SB Leckerplan
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 Betreff des Beitrags: Re: Hochkar, März 1986
BeitragVerfasst: Di, 24.03.2020, 14:54 
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RetroRebel
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Ich find das wahnsinnig spannend anzusehen, mir wird wieder bewusst, dass eigentlich alle Skigebiete früher so aussahen: vernünftig dimensionierte Anlagen, gute Pistentrassen, relativ viel Platz auf den Pisten, interessante Tiefschneevarianten... sehr spannend das alles anzusehen - danke!!

Ich wusste gar nicht, dass Du als Bub so vergleichsweise dunkle Haare hattest.

Wieso hattest Du 1973 schon Semesterferien - heißen die Schulferien bei Euch so? (Bei uns nur an der Uni, deswegen).

Ist eigentlich jemandem aufgefallen, welche Ski da gefahren werden??? :) :) :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Hochkar, März 1986
BeitragVerfasst: Di, 24.03.2020, 15:25 
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RetroRebel

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Als ich in die Volksschule kam, gab es noch keine "Semesterferien", ich glaube, nach dem Halbjahreszeugnis gab es ein verlängertes Wochenende (Montag, Dienstag frei), meine Eltern haben aber in der 1. und vermutlich auch 2. Klasse das irgendwie auf die ganze Woche verlängert. Dann gab es ja die Ölkrise, und - kein Witz - zum Energiesparen wurde eine freie Schulwoche Anfang Februar eingeführt, die auch (ob offiziell oder nur im Volksmund weiß ich nicht mehr) als "Energieferien" bezeichnet wurden. Nachdem diese Ferien in Österreich sich als für den Tourismus relevant erwiesen haben, gibt es sie bis heute, wenn auch mittlerweile gestaffelt zwischen den Bundesländern.

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