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BeitragVerfasst: Di, 17.04.2018, 19:25 
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Veysonnaz & Co. --- 12. April 2018 --- Auf Umwegen zum Ziel

Frühmorgens bei eisigen Temperaturen am Rheinknie losgedüst, bei ziemlich entspannter Fahrt und reichlicher Vorfreude auf meinen persönlichen Saisonabschluss ging es nach langer, langer Abstinenz ab nach Verbier. So zumindest mein Plan. Doch schön der Reihe nach. Unterwegs liessen sich teilweise spektakuläre Bilder und Szenerien mit Berner und Walliser Alpen beobachten, die gleissend hell und von Wolkenbrüchen umgeben in der Ferne schimmerten - und magisch lockten. Der Weg führte am Lac Léman vorbei nach Verbier in die Quatre Vallées. Ich hatte zwar an diesem Donnerstagmorgen Mitte April wohlweislich bei einem kurzen Zwischenhalt an den Gestaden des Genfersees noch einmal kurz online gecheckt, wie es mit dem Öffnungsstatus in Verbier tatsächlich aussah. Um 8:45 Uhr Uhr morgens war beim Statusstand der Bergbahnanlagen bis auf Mont-Fort, Mont Gelé und Tortin alles auf grün gestellt - also nix wie weiter!


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Bereits kurz nach St. Maurice entdeckte ich am Horizont des Rhonetals auffällige Föhnwolken. Und je näher ich in Richtung Martigny, und dann später Richtung Le Châble bzw. Verbier fuhr, desto mehr blieb mir nicht verborgen, wie stark in den oberen Etagen der Walliser Alpen ein veritabler Föhnsturm wütete. Nun gut - mein Entschluss stand ja fest. Es musste wieder einmal Verbier sein. Um 9.30 stand ich dann an den Ticketschaltern der EUB in Le Châble. Da mein Blick nicht sogleich zur grossen Anzeigetafel mit den offenen/geschlossenen Anlagen schweifte, lief ich schnurstracks zum Ticketschalter, um mir für 71 Franken eine Tageskarte für das Gesamtgebiet zu besorgen. Leider Fehlanzeige, ich stand an der Kasse wie ein begossener Pudel. Eine ziemlich resolute Dame hinter dem Schalter erklärte mir kurz und knapp, dass wegen zu starker Föhnwinde auf der Verbier-Seite sämtliche Anlagen geschlossen seien. Tageskarten würden bis auf Weiteres keine verkauft. Immerhin konnte ich in Erfahrung bringen, dass in Veysonnaz/Thyon 2000/Nendaz praktisch sämtliche Anlagen in Betrieb waren.

Zu überlegen gabs jetzt nicht allzu viel - wollte ich an diesem Tag noch Skifahren, so gab nichts anderes als raus aus den Skischuhen und nochmals eine gute Stunde Fahrt und die Weiterreise nach Veysonnaz bzw. Mayens de l' Ours in Angriff und unter die Räder zu nehmen. Am Fuss der legendären Piste de l'Ours mit seiner neuen EUB nach unzähligen Haarnadel-Kurven angekommen: Ein völlig leerer Parkplatz und... richtig viel Schnee. Gezwungenermassen beschränkte ich mich auf die drei Sektoren Veysonnaz/Thyon 2000/Nendaz, weil Verbier ja komplett geschlossen war (zumindest vormittags) und die Verbindungen Tortin-Col-de-Gentianes-Mont-Fort und Tortin-Col de Chassoure den ganzen Tag zu blieben (wie ich erst später erfahren sollte).

In den Skigebietsteilen Veysonnaz/Thyon 2000/Nendaz selber fand ich in Sachen Schnee grösstenteils Sulz, manchmal aber auch Pulver vor. Als erstes musste sogleich zweimal hintereinander die geniale Piste de l'Ours gefahren werden. Jene breite Piste also, deren schlangenförmige Schneise 1969 illegal in den Wald gehauen worden war. Besagte Bären-Piste war um 11:30 Uhr noch in einem perfekten Zustand. Teilweise hart, teilweise schon schön aufgefirnt. Wirklich eine schöne Piste, auch wenn sie etwas sehr "industriell" daherkommt. Danach erkundete ich peu-à-peu die übrigen Skigebietsteile. Zuerst Tyon 2000, dann Les Collons, rüber zum Greppon Blanc, runter nach Siviez etc.

Hintergründe zur Entstehung der Piste de l'Ours siehe auch hier:

http://www.sommerschi.com/forum/viewtopic.php?f=9&t=2690&p=36727&hilit=veysonnaz#p36727

Kurzfazit auf die Schnelle: Gut gefallen haben mir insbesondere die Weitläufigkeit des Skigebiets, die sehr unterschiedlichen und vielen Pisten, die unzähligen Routen, die teilweise coolen Anlagen, die famosen Talblicke. Nicht so toll empfand ich die zahlreichen Schiebestücke, Traversen und Ziehwege. Und ganz grässlich fand ich die Skilifte Greppon 1 + 2. Normalerweise bin ich ja ein Skilift-Fan. Aber diese beiden Exemplare sind extrem unbequem.


Bericht und Bilder folgen dann step by step. Zuerst einmal ein paar wenige Bilder:

Blick ins Rhonetal - am Horizont gut erkennbar, dass es auf den Berggipfeln eine windige Angelegenheit ist:

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On the Road zwischen Martigny und Le Châble mit Blick auf die Mittelstation Les Ruinettes oberhalb von Verbier. Da war die Vorfreude noch ungetrübt...

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Verbier is blowing in the wind...

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Auch wenn hier auf dem Bild noch einiges auf grün gestellt war; in Realität war auf der grossen Panoarama-Infotafel in der EUB-Talstation in Le Châble alles rot zum Zeitpunkt, als ich rauffahren wollte...

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WECHSEL NACH VEYSONNAZ:
Wie gesagt, war mir das Ganze zu unsicher, ob die irgendwann im Verlaufe des Tages in Verbier die Anlagen wieder freigeben würden. Ich ging dann noch ins benachbarte Tourismus-Büro, aber die wussten nicht einmal, dass überhaupt kein Betrieb war... Insofern war die Devise klar: Equipment einpacken und ab nach Veysonnaz. Dort angekommen, lockte sogleich die Piste de l'Ours. Diese präsentierte sich am Vormittag in einem tadellosen Zustand:

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In der EUB mit Blick auf die Piste de l'Ours und Sion im Talgrund:

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Skilift "Cheminée" oberhalb von Thyon 2000 - nett trassiert und erschliesst ein paar schöne Pisten:

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Immer wieder diese Traversen, die zwar notwendig, aber irgendwie trotzdem ätzend sind:

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Thyon 2000:

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4KSB Les Collons-L'Etherolla auf der Thyon-Seite:

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Skilift "Les Chottes" oberhalb von Veysonnaz. Im Hintergrund ist der kurlige Von-Roll-Sessel "Greppon 3" erkennbar:

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Von-Roll-Lattensessel Greppon 3:

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Wahnsinns-Hang: Tortin...

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Wie eine Kathedrale: PB-Stütze der Bahn Tortin-Col de Gentianes:

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Zuletzt geändert von intermezzo am Fr, 20.04.2018, 9:32, insgesamt 4-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Di, 17.04.2018, 19:53 
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Schon mindestens das dritte Mal, dass Du heuer ins Wallis zum Skifahren gefahren bist .... und jedes Mal was tolles vorgefunden ... auch Veysonnaz scheint einen guten Eindruck zu machen ....


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BeitragVerfasst: Di, 17.04.2018, 20:49 
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@ Kaliiningrad:

Scharf beobachtet. Bei mir war das in dieser Saison schon das vierte Mal Wallis. Nachdem ich jahrelang - ausser Zermatt - einen Bogen um diesen Kanton gemacht hatte, in letzter Zeit das Revival. Und ich muss schon sagen, ich werde garantiert auch nächsten Winter im Valais neue sowie bereits bekannte Skigebiete ansteuern.

2018: Lauchernalp, Bürchen, Veysonnaz und St. Luc - alles Volltreffer.


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BeitragVerfasst: Di, 17.04.2018, 22:04 
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Grundsätzlich sind die Quatre Vallées ein faszinierendes Skigebiet mit einer unglaublichen geografischen Ausdehnung und einer Fülle an Liften und unterschiedlichsten Ecken. Und der Mix aus Unpräparierten Routen, anspuchsvollen Pisten und glattgebügelten Carving-Autobahnen ist faszinierend. Gleichwohl überzeugt mich das Gebiet nicht vollends - Verbier bzw. La Tzoumaz/Savoleyres lasse ich aussen vor, weil ich die aus bekannten Gründen nicht testen konnte. Wieso mich der besagte 4V-Teil nicht restlos begeistern konnte: Schwer zu sagen. Nicht so gefallen haben mir die vielen ultraflachen und langen Verbindungswege und die in meinen Augen bescheidenen, weil eher lieblosen Gastroangebote im Skigebiet.


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BeitragVerfasst: Fr, 20.04.2018, 9:16 
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Panoramakarte mit den offenen und geschlossenen Anlagen - die Verbindung nach Verbier war leider "dicht":

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Piste de l'Ours mit Blick aufs braun-grüne Rhonetal:

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Ehemalige EUB-Station (links), aktuelle rechts im Bild:

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Mittelstation der EUB Mayens de l'Ours-Thyon 2000:

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Blick auf Thyon 2000 und Rhonetal:

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Die markante Bergspitze etwas links der Bildmitte müsste eigentlich der "Quille de Diable" im Skigebiet von Les Diablerets sein...

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Zoom ins Skigebiet von Crans-Montana:

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Schöne und steile Piste an der KSB Ethérolla:

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BeitragVerfasst: Fr, 27.04.2018, 6:38 
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Es geht weiter im Text.

Zwischenfazit der Quatre Vallées - ohne La Tzoumaz und Verbier: Das Gebiet ist vor allem gross, teilweise auch interessant (die Schiebestücke mal ausgenommen). Landschaftlich haben mir Weite und Talblicke imponiert. Besonders in Erinnerung geblieben sind die wunderbaren Fichtennadelwälder. Skifahren inmitten dieser Wälder, gepaart mit stahlblauem Himmel, das erfreute das Auge des Betrachters in höchstem Masse. Ausserdem: Vor allem die unterschiedlichen Gelände-Expositionen habe ich als spannend empfunden. Bei meinem Besuch konnte man beispielsweise auf den Pisten von Thyon 2000 in Richtung Mayens-de-Sion komplettes Frühlingsskifahren mit Sulz- und Wasserschlachten im unteren Bereich erfahren, währenddessen man in nur wenigen Minuten später in Richtung Nendaz bzw. rund um den Greppon Blanc teilweise noch pulvrige Verhältnisse antraf. Ergo ist alles dabei - das hat definitiv was... da störte es auch nicht wirklich, dass die Verbindung nach Verbier gekappt war. Andererseits hätte ich den Mont-Fort schon sehr gerne mitgenommen...

Verbindung der Skigebietsteile:
Obwohl ich erklärtermassen kein Freund extensiver Beschneiung bin, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass vor allem die Verbindungsachsen bei schwacher Schneelage extrem anfällig und kritisch sind. Dieser Winter war ja diesbezueglich eine grosse Ausnahme.

Auffallend in Thyon/Veysonnaz/Nendaz ist die vergleichsweise nach wie vor grosse Zahl an Schleppern. Bin ja normalerweise ein Fan von Skiliften, hier aber im Gebiet mit einer Ausnahme - Greppon Blanc 1 + 2. Diesen Doppellift empfand ich als reine Tortur. Bin noch nie so einen unbequemen Schlepper gefahren. Poma-Stangenschlepper sind im Vergleich dazu ein veritables Spa-Paradies! Diese Greppon-Blanc-1 + 2-"Folter" ist sicherlich einerseits der Steilheit der Trasse geschuldet, andererseits sind die dort verwendeten Teller einfach auch unglaublich unbequem (zumindest für einen alten Sack wie mich;-)...

Andererseits liegt für mich der Reiz der 4V eben gerade auch darin, dass es nach wie vor einen hochspannenden Mix zwischen modernen und alten Anlagen, Routen und glattgewalzten Pisten (und, und, und...) gibt.

Bericht wird dann zu gegebener Zeit mit zusätzlichem Bildmaterial fortgesetzt, unter anderem auch mit Fotos des Greppon-Schlepper-"Monsters"!

Hier nun der berüchtigte Greppon-Schlepper 1 + 2: Sieht auf den Bildern ziemlich harmlos aus, ist aber vor allem eins - extrem unbequem:

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Leichte Kurve nach circa einem Drittel der Strecke:

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Weiss nicht, an was es genau liegt, dass dieser Lift derart mühsam zu fahren ist, ich mutmasse mal, die ungenügend grossen Teller:

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In der Bildmitte ist der riesige Tortin-Kessel erkennbar:

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Verbindungsweg von der Bergstation Greppon Blanc rüber in den Sektor Thyon 2000/Veysonnaz: extrem flach, je nach Schneebeschaffenheit hat man das Gefühl, es sei eine Gegensteigung. Aber landschaftlich und von der Aussicht her prickelnd, ohne Frage:

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