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 Betreff des Beitrags: Die neue EUB am Patscherkofel -
BeitragVerfasst: So, 12.11.2017, 8:56 
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RetroRebel
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In großer Hast werden die Bauarbeiten an der neuen Patscherkofel EUB vorangetrieben, damit noch vor Weihnachten die Abnahme erfolgen kann.
Hin und wieder spaziere ich an den Anlagen entlang, jedoch vermiest der Container vom Wachdienst mit Inhalt eine stresslose tiefere Inspektion.

Die Architektur will sich bewusst Alpin-Urban geben, ich meine das ist gelungen. Die schlichten klaren Linien ohne "ich will mich groß in Szene setzen Bling-Bling" können gefallen. Die Betonflächen erscheinen mächtig, werden durch die lärchenholzgerahmten Fensterflächen gut entbrutalisiert.

Es wäre schön, wenn die ruhige Reinheit des Baus auch derart in seinem grünen Umfeld wirken könnte, eine skandinavisch Moderne in weiter Natur sozusagen. Moderne Architektur passt gut in die Natur, erfordert jedoch auch eine bedachhte Gestaltung des Umfeldes.

Es ist jedoch davon auszugehen dass das Umfeld mit den üblichen bunten Funktions- und Werbeelemeneten zugestellt wird. Fantasie und Energie sind hier bei Touristikern unbegrenzt: Mit grossem rundem Alkohlzelt in Plastik-Plexiglassbauweise und golden geschwungenen Gösser-Bier Grafiken drauf, Intersport Fahnenstangen, bedruckten Plastikplanen für Skischule hier und Parkscheinautomat dort.

Wie dem auch sei, ich werde auf die übliche Zustellung mit Bling-Bling ein Auge werfen, und die Transformation über die Jahre dokumentieren..

Auch interessant dürfte sein, wie sich Oberfläche und Anmut von Beton- und Holzflächen über die Zeit verändern, denn diese sind auch auf der Wetterseite nicht durch überkragende Dächer geschützt. Bleibt die Architekturintention erhalten, oder rücken bald markante Kalkausflockungen- und Ablagerungen nebst zu grau sich wandelnden Holzelementen ins Bild des Betrachters?
Bleibt es Innsbruck-Luxus (65 - 80 Mio €) oder bekomme ich hier in zehn Jahren einen Bocchette delle Pisse Charme im Tschernobyl Sarkophag?


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(Kamera OnePlus 3T mit reingepatchert Google Pixel 2 Kamera App - Der Geist von Google ist in der Fotoverarbeitung wohl unverkennbar, aber so ungeschickt meine ich ist die nicht....)


Zuletzt geändert von krisu am So, 12.11.2017, 14:12, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die neue EUB am Patscherkofel -
BeitragVerfasst: So, 12.11.2017, 13:58 
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RetroRebel
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Das ist sehr interessant - vielen Dank!

Soweit ich das erkennen kann, scheint mir auch die Architektur grundsætzlich gelungen. Als mittlerweile "Norweger" kann ich auch bestætigen, dass Norwegen zumindest einen sehr interessanten Architekturstil entwickelt hat, der schlicht, modern, in dieser Hinsicht auch bescheiden im Sinne von nicht ueberkandidelt wirkt, und oft gerade deswegen sehr gut mit weiten Landschaften funktioniert.

Ich bin mir bei der PK-Bahn nicht sicher, ob ich nicht - wieder einmal finde - dass die Stationsanlagen plus Umfeld zu groszspurig dimensioniert sind. Das kann man anhand der Bilder nicht so ohne weiteres sagen (glaube ich), aber ich finde ja oft, dass Raum heute nicht mehr unbedingt smart genutzt wird.

Was mir definitiv nicht so gut gefællt, wieviel "Wuehlarbeiten" offenbar mal wieder der Bau einer schnøden EUB auf deren Trasse erfordert zu haben scheint, wo dies uber Jahrzehnte in einer Weise møglich war, die das Landschaftsbild kaum nachhaltig verændert hat, und wo nach Abbau der Anlage (und der kommt eines Tages so sicher wie das Amen in der Kirche) selbst fuer Interessierte kaum auffindbare Spuren zurueck bleiben. Es wære aus meiner Sicht - ggf. auch bauordnungsrechtlich - viel stærker darauf hinzuwirken, dass Zufahrstraszen zu Stuetzen oder befahrbare Trassen entlang des Bahnverlaufs unterbleiben. Das wære mE æstetisher, und eben auch nachhaltiger.

Bin gespannt, wie Du weiter dokumentierst.

_________________
http://www.youtube.com/watch?v=7kQNFyEI2rs

... the echo of a distant time ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Die neue EUB am Patscherkofel -
BeitragVerfasst: So, 12.11.2017, 15:03 
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krisu hat geschrieben:
Der Geist von Google ist in der Fotoverarbeitung wohl unverkennbar
wie meinst du das?

_________________
http://ski.inmontanis.info - http://blog.inmontanis.info
NEU: Überblick Berichte Ski-Saison 1.10.2016-30.9.2017 (116 Tage, 71 Gebiete)


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 Betreff des Beitrags: Re: Die neue EUB am Patscherkofel -
BeitragVerfasst: Di, 14.11.2017, 13:38 
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krisu hat geschrieben:
Es wäre schön, wenn die ruhige Reinheit des Baus auch derart in seinem grünen Umfeld wirken könnte, eine skandinavisch Moderne in weiter Natur sozusagen. Moderne Architektur passt gut in die Natur, erfordert jedoch auch eine bedachhte Gestaltung des Umfeldes.

Das wäre wirklich schön. Ein schlichter Bau, der sich in seine Umgebung einfügt, ohne darin zu verschwinden. Aber auch nicht so: https://www.crosspoint.tirol/userfiles/ ... ry/1/1.jpg

krisu hat geschrieben:
Es ist jedoch davon auszugehen dass das Umfeld mit den üblichen bunten Funktions- und Werbeelemeneten zugestellt wird. Fantasie und Energie sind hier bei Touristikern unbegrenzt: Mit grossem rundem Alkohlzelt in Plastik-Plexiglassbauweise und golden geschwungenen Gösser-Bier Grafiken drauf, Intersport Fahnenstangen, bedruckten Plastikplanen für Skischule hier und Parkscheinautomat dort.

Dazu noch Rundumbeschallung mit BummBumm-Musik und das Grauen ist perfekt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die neue EUB am Patscherkofel -
BeitragVerfasst: Mi, 15.11.2017, 14:06 
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RetroRebel
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Beiträge: 503
téléski hat geschrieben:
Ein schlichter Bau, der sich in seine Umgebung einfügt, ohne darin zu verschwinden. Aber auch nicht so: https://www.crosspoint.tirol/userfiles/ ... ry/1/1.jpg


Es scheinen Architekturen für Skigebietsbauten in Mode zu kommen, nicht nur maßgebliche Touristiker "schön" finden können, sondern tatsächlich auch hinter etwas differenziert betrachtende Augen Wohlwollen auslösen. Das ist auf jeden Fall eine gute Entwicklung, denn damit "bleiben" à la longue Bauwerke, die damit historisch auch ihre ästhetische Relevanz, ihren "Platz", ihr "gerne zugestandenes Bleiberecht" finden können. Dies war so meine Einschätzung in den letzten Dekaden nur sehr vereinzelt der Fall. Zu sehr standen Minimierung der Kosten bei gleichzeitiger Maximierung des Durchsatzes an Beförderungsfällen und einer verstörenden Ästhetik des "Besonders geeignet für Tourismusprospekt" - Bauweise an. In diese Kategorie passen recht gut zahlreiche (alle?) grosse Multifunktionale Gebäudehüllen (300-Plätze Murmele Restaurant, à la Carte Ecke, Intersport, Skidepot...) der Tiroler Gletscherskigebiete, wie beispielsweise ganz neu das Zentrum im EKZ Look am Ötztaler Gletscherskigebiet. Oder dieses hier in Ischgl, ganz schlimm: https://www.ischgl.com/website/var/tmp/ ... 16079.jpeg

Ob jetzt im speziellen der neue Kombinationsbau in Hochgurgel (Mautstelle, Motorradmuseum, Seilbahnstation, Restaurant und wohl noch mehr) zur glücklichen Generation der guten Architektur zu zählen ist, oder doch eher nicht ... müsste ich mir auch erst mal ansehen vor Ort.
Bin im Sommer durchgeradelt als das alles noch im bau war. So ganz hats mich nicht überzeugt, aber es gibt ja keine universellen Wahrheiten :-)

***

Skandinavische Moderne: Die kommt ja gerne in der Landschaft frei stehend daher, nimmt Bezug auf diese und ist dennoch eigenständig und gar gemütlich. Im Ggs. zu Autocad-Glassfassaden-kubaturen, die Neugierde und Interesse Wecken solange sie "neu" sind, aber dann bald ausser Kalt und oft gar gekünstelt (Arlberg Funitelstation) nichts angenehmes vermitteln.

Ein bemerkenswert schönes Exemplar skandinavischer Baukunst findet sich hingegen in Venedig, 1968-1962, Sverre Fehn, für mich der schönste Hallenbau schlechthin:
https://www.google.at/search?q=padiglio ... 6&dpr=1.25


***

>Der Geist von Google ist in der Fotoverarbeitung wohl unverkennbar
>>
Startli hat geschrieben:
wie meinst du das?


Google ist recht stark in "computational photography" engagiert. Das neue hieran ist, dass verstärkt nachgedacht wird welche Möglichkeiten der Technologieträger Smartphone bereithält. Als da seien die heute sehr hohe Prozessorleistung, schnelle elektronische Shutter (*), und doch mittlerweile recht taugliche Algorithmen der Künstlichen Intelligenz.
So nimmt die Kamera die Umwelt wahr (Kontrastumfang , Bewegung von Kamera, Bewegung von Bildinhalten, Helligkeit u.a.), noch bevor ausgelöst wird.
Sodann werdem von der App Einstellungsreihen für die eigentlichen Bildaufnahme festgelegt: Standardmäßig wird nicht nur ein Bild aufgenommen, sondern je nach Notwendigkeit etwa 5 bis 15 bei entsprechender (ggf. Unterbelichtung), ohne dass der Anwender davon etwas merkt. Geschickt zusammengerechtnet ("übereinandergelegt") kann damit das Bildrauschen tatsächlich gut wirksam reduziert und der Dynamikumfang sinnvoll genutzt werden. Das "entwickeln" des Bildes in finaler Qualität dauert dann auch ein wenig (bis 1-2 sek.).

Google nennt das Ganze HDR+. Das ist etwas ungeschickt, denn der Dynamikumfang kann, muss aber nicht, gestreckt werden (was ja konsequent angewendet oft triste Graubilder ergibt).

Das war bei Kompaktkameras mit mechanischen Shutter alles so nicht möglich. Es fehlten Rechenleistungen, elektornischer Shutter und gesunde Algorithmen. Bei SLRs kann dies durch Bracketingreihen und entsprechender RAW-Photoshoppperei teilweise auch manuell erreicht werden. Bloss: Wer tut sich das an?

Ein nettes Gimmik sind für mich auch dir 360° Photo-Sphären, die mittlerweile sehr rasch (Kompass sei dank) erstellt werden können, und am Ende auch recht gut gelingen wie ich meine:
https://photos.google.com/photo/AF1QipM ... HE8XpbQeF3
oder
https://photos.google.com/photo/AF1QipO ... aGDWgPC_7G
oder
https://photos.google.com/photo/AF1QipO ... lnUlUFg6rn

Machen mir Spass diese Photospheren, ich kann richtig schön eintauchen in den Ort!


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