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 Betreff des Beitrags: Zell am See, 1983
BeitragVerfasst: Mo, 12.11.2007, 20:50 
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RetroRebel

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Nachdem ich Chasseral nicht den Triumph gönnen kann, in diesem "retro-lastigen" Forum den ältesten Bericht geschrieben zu haben, stelle ich auch hier meinen schon andernorts geposteten Text über einen Zell-am-See-Urlaub aus dem Jahr 1983 rein..... :wink:
(Genaugenommen hätte ich den ohnehin schon längstens hier reintun müssen)



Zell am See, 20. Februar 1983

Ich weiß zwar nicht, ob das hier jemals jemand lesen wird, aber ich denk mir halt einmal, ich schreib einen Bericht über einen wirklich tollen Winterurlaub in Zell am See. Zu meiner Person, ich bin vor ein paar Monaten 18 Jahre alt geworden, studiere Medizin im 2. Semester und bin mit einigen Freunden zum ersten Mal motorisiert auf Skiurlaub gefahren, was im Vergleich zu den bisherigen Bahn- und Busunternehmungen doch ein erheblicher Fortschritt ist.
Mama hat mir ihr Auto geborgt, einen escorialblauen Simca Horizon mit 83 PS, und den haben wir ziemlich angeräumt. Da wir insgesamt 6 Personen sind (Fritz, Karin, Eva, Susi, Ernest und meine Wenigkeit) war einiges an Logistik erforderlich, Ernest ist mit seinem und Susis Koffer im Zug gefahren, wir anderen haben uns mitsamt unserem Gepäck ins Auto gequetscht, die Ski am neu gekauften Dachträger montiert und sind am Samstag, den 19.2. 1983 fröhlich über die Westautobahn ins Salzburger Land gedüst.
Unter den Klängen vom Culture Club (Do You really want to hurt me) und der Deutschen Senkrechtstarterin Nena (99 Luftballons, ich verstehe wirklich nicht, wie jemand diese Frau als Deutschlands Antwort auf Mick Jagger bezeichnen kann (?????)) aus dem Autoradio ging es munter dahin, dazwischen gabs eine Analyse über die Krise im ÖSV, weil uns ja gerade die Scheizer mit Lüscher und das Einmannteam Stenmark aus Schweden so um die Ohren fahren, bei den Damen ist´s auch nicht viel besser, da steht Erika Heß nahezu andauernd am Podest.
Jedenfalls sind wir am Nachmittag gut in unserem Quartier, dem schon aus dem Vorjahr bekannten Haus �Hollaus� in Piesendorf angekommen und alles ausgeladen, dann wurde noch Ernest vom Bahnhof in Zell am See abgeholt.
Hier ein Bild von unserem Quartier, in der Einfahrt ist unser schnittiges Gefährt zu sehen.

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Im Inneren ist es ziemlich rustikal, das ist unsere Küche, die Schlafräume werden mit Uralt-Ölöfen beheizt, im Badezimmer steht ein richtiger Badeofen mit Holzbefeuerung und am WC hat es in der Nacht gemessene 3 Grad gehabt.

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Grund dafür sind die derzeit arktischen Temperaturen, in der Früh vor dem Haus Minus 22°, beim Schalten hat man das Gefühl, man rührt in einem Strudelteig um.

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Dafür herrlicher Sonnenschein, und am Sonntag um Acht haben wir uns alle 6 ins Auto geschlichtet und sind hinüber nach Zell ins Schmittental gefahren. Wenn ich daran denke, daß wir im vergangenen Jahr zu Weihnachten schon um 7 Uhr 15 im Skibus gesessen sind. Allerdings muß ich zugeben, daß wir dann doch etwas zu spät dran waren, weil bei der Schmittenhöhebahn sind die Leute schon bis zu den Schildern �Wartezeit 1 Stunde 15 Minuten� angestanden, gut, es ist ja auch Sonntag. Hier gibts jedenfalls das neue Panorama von Zell am See.

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Wir haben jedenfalls die modernere und schnellere Sonnenalmbahn genommen und uns zur Talstation von Sonnkogellift und Hochmaislift auf 1380m bringen lassen, wo auch dieses Bild entstanden ist, man erkennt gut die Schmittenhöhe:
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Hier stellen sich Karin und Fritz beim Hochmaislift an, hinten sieht man die Traßabfahrt.

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Während der Sonnkogel-Einersessellift mit seinen 420 Personen Stundenkapazität eine eher lahme Sache ist, wird man vom Hochmaislift in 5 Minuten auf 1728 m Seehöhe befördert. Hier sieht man Susi und Ernest beim Ausstieg, hinten wieder die Schmittenhöhe.

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Ebenso hier zwischen den Bäumen, der Tag ist einfach ursuper!

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Mit dem Osthanglift ging es dann auf den Sonnkogel, hier stehen (von hinten nach vorne) Ernest, Eva, Susi, Karin und Fritz, hinten die letzte Stütze des Sonnkogelliftes, ein altes schrottiges Ding, das schleunigst durch eine Doppelsesselbahn oder vielleicht gar durch so einen tollen Dreiersessellift wie die neue Gipfelbahn ersetzt werden sollte. Überhaupt finde ich, daß man all diese alten Schlepper, Sessellifte und Pendelbahnen samt und sonders ersetzen sollte, so wie man das in Ischgl macht, muß ein toller Ort sein, dort muß ich unbedingt mal hin!
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Nun befinden wir uns am Übergang zur Schmittenhöhe, hierher sind wir mit der Doppelsesselbahn Sonnengratbahn gekommen.

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Und schon sitzen wir im supermodernen Dreiersessellift Gipfellift.

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Oben fahren wir dann an der Kapelle vorbei, die auch einem Lift den Namen gegeben hat.

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Hier nähern sich Susi und Fritz der Bergstation des Hahnkopflifts auf 1875 m Seehöhe.

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Eva und Fritz in seinem grasgrünen Froschanzug nützen die Gelegenheit zu einer Mittagspause, die mitgebrachten Brote werden verzehrt.
Ganz rechts erkennt man übrigens meine neuen Riesenslalomski. Atomic ARC Team, 195 cm lang.

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Blick hinüber zu Schmittenhöhe und Kapellenlift

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Und noch eine Impression der Bergstation des Hahnkopflifts, schaut schon sehr nett aus, also ein paar Schlepper könnte man ruhig stehen lassen.

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Hier übe ich mich ein wenig im Skiballett, aber mit den 195cm Latten ist das eher mühsam.
Dafür hab ich unlängst im Fernsehen einen Bericht gesehen, in dem sie ein ganz neues Wintersportgerät vorgestellt haben, heißt Snowboard oder so ähnlich, da steht man irgendwie seitlich drauf, glaub nicht, daß sich sowas durchsetzen wird.

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Hier sieht man Fritz und Eva am Kapellenlift, hinten links der Hahnkopflift

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Und hier Lift pur:

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Aussicht von der Schmittenhöhe runter zum Zeller See, hinten der Ronachkopf bei Thumersbach mit einem Einersessellift.

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Und hier die Schmittenhöhenbahn, die einzige Bahn hier mit 1000 m Höhenunterschied, aber bei einer Beförderungskapazität von 500 Personen pro Stunde ist das eher fad.

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Wir blicken jetzt hinunter zu den Bergstationen des Breiteckliftes und der Breiteck-Doppelsesselbahn.

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Und wieder zurück zur alles dominierenden Schmittenhöhe:

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Hier haben sich Ernest, Eva und Gerrit als Vordergrund zum Kitzsteinhorn aufgebaut, hinten unten sieht man auch das Skigebiet des Maiskogels von Kaprun.

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Karin, Eva und Fritz stehen hier vor der schönen Hirschkogelabfahrt, die man leider nur sehr selten wirklich gut fahren kann, weil sich bei der Hirschkogelbahn trotz ihrer guten Kapazität von 1400 Personen pro Stunde immer alles staut. Hier kommen nämlich die Skifahrer von der Zeller Bergbahn und der Areitbahn aus Schüttdorf zusammen, vielleicht sollte man hier eine zweite DSB aufbauen.

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Hier befinden wir uns an der Bergstation des Ebenberglifts, das ist ein netter Schlepper, der irgendwie etwas abseits quasi durch die Hinterhöfe von Zell führt und eine steile Piste erschließt, hier muß man auch nie warten.

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Nun sehen wir den Schlußhang der Abfahrt nach Zell mit der modernsten Anlage des Gebiets, der Zeller Bergbahn (4-er Gondeln, 1440 Personen pro Stunde). Leider ist die Schneelage hier nicht so toll, angeblich gibt es ja schon Skigebiete mit der Möglichkeit, künstlichen Schnee zu machen, hier wäre sicherlich eine Einsatzmöglichkeit für so etwas.

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Am späten Nachmittag konnten wir dann fast ohne Wartezeiten über Zeller Bergbahn, Hirschkogelbahn, Breiteckbahn und Kapellenlift nochmal ganz hinauf zur Schmittenhöhe fahren, von dort dann auf der wirklich tollen Traßabfahrt hinunter zum Parkplatz im Schmittental.
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Und hier sieht man mich nach einem gelungenen Skitag strahlen.

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So, das war mein Bericht vom Februar 1983, es ist nur schade, daß ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, ob es irgendwo noch andere Leute gibt, die sich so für Skilifte interessieren wie ich bzw. wie man an die rankommen könnte. Leider gibt es ja keinen Club oder so etwas Ähnliches für solche Außenseiter, aber da kann man halt nichts machen.

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BeitragVerfasst: Mo, 12.11.2007, 21:12 
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@gerrit: Du willst mich ja nur ärgern. Den Bericht les ich ein andermal demnächst. :wink:

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BeitragVerfasst: Mo, 12.11.2007, 21:47 
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Endlich mal ein Bericht von der Schmittenhöhe! Ich habe in noch keinem Forum einen Schmittenhöhe-Bericht gesehen. :?

Aber zu Ischgl: Ischgl war 1983 alles andere als ein Leuchtturm der Modernität. Uralte PB, uralte EUB, eine halbwegs moderne EUB, eine 3KSB, eine DSB und der Rest alles alte Schlepper. Auf der Schweizer Seite alles ziemlich neu, aber auch nur eine PB und der Rest Schlepper. Da wirkt Zell am See skigebietsmäßig irgendwie weltstädtischer als Ischgl.

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BeitragVerfasst: Mo, 12.11.2007, 22:46 
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Chasseral hat geschrieben:
Endlich mal ein Bericht von der Schmittenhöhe! Ich habe in noch keinem Forum einen Schmittenhöhe-Bericht gesehen. :?

Aber zu Ischgl: Ischgl war 1983 alles andere als ein Leuchtturm der Modernität. Uralte PB, uralte EUB, eine halbwegs moderne EUB, eine 3KSB, eine DSB und der Rest alles alte Schlepper. Auf der Schweizer Seite alles ziemlich neu, aber auch nur eine PB und der Rest Schlepper. Da wirkt Zell am See skigebietsmäßig irgendwie weltstädtischer als Ischgl.


Papperlapapp!! :wink: Damals waren Skifahrer auch noch nicht solche Weicheier wie heute. SLs hatten damals überhaupt kein so schlechtes Image wie heute (im Gegenteil, sie waren ja leistungsstärker und schneller als die meisten damaligen ESLs und klapprigen DSBs, die SLs dort waren ja auch alle relativ neu damals ... also nix mit Holzbügel wie sie zu der Zeit andernorts durchaus noch üblich waren). Zell/See 1983 mit Ischgl 1983 zu vergleichen ist ehrlich jenseitig :shock: :wink:.

Ischgl war damals eines der wenigen Gebiete, wo langes Anstehen schon damals relativ selten war (gewisse bottlenecks gab's natürlich auch damals). Da damals Ischgl noch relativ wenig Gästebetten hatte (ca. 4000 oder so) waren die Pisten zudem relativ leer. Das Layout des Gebietes war sogar im Prinzip fast genau gleich wie heute. Dazu kommt, dass alle wesentlichen SLs als Doppelschlepper angelegt waren, was die Wartezeiten im Skigebiet auf beinahe Null gedrückt hat. Und drei Zubringeranlagen vom Tal im Skigebiet war ebenso unüblich.

Ischgl zählte damals sicher zu den Top 3 der Skigebiete in Österreich (damals gabs die ewige Diskussion ob Ischgl St. Anton/Arlberg den Rang als "bestes" Skigebiet Österreichs abgenommen hatte). Im Dezember 1983 (wenn ich mich richtig erinner) wurde zudem die 6er EUB als Ersatz für die PB Silvretta eröffnet.


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BeitragVerfasst: Di, 13.11.2007, 6:18 
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Mit gerade 18 im 2. Semester? Da hattest die Matura dnn aber sehr früh gemacht. War das bei dir 'n Sonderfall oder ist das so in Österreich?

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BeitragVerfasst: Di, 13.11.2007, 6:24 
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Bin im November geboren und damit schon zur Schule gegangen, als ich noch nicht ganz 6 war. Meine Eltern haben es offenbar nicht mehr ausgehalten mit mir zu Hause.... :wink:

Was Ischgl betrifft: Helmut hat recht, auch wenn die Anlagen (abgesehen von den damals wirklich hochmodernen 3 Zubringern vom Tal) oben nicht unbedingt besonders innovativ waren, so galt dieses Gebiet aufgrund der Ausdehnung und der guten Erschließungspolitik als eines der "modernsten" in Österreich, und aufgrund der damals noch deutlich geringeren Bettenzahl in Relation zu der durchaus ausreichenden Beförderungskapazität war es auch noch nicht so eng auf den Pisten dort wie heute.

@chasseral: Kanntest Du diesen Bericht noch gar nicht?

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BeitragVerfasst: Di, 13.11.2007, 8:31 
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gerrit hat geschrieben:
@chasseral: Kanntest Du diesen Bericht noch gar nicht?

Woher hätte ich den kennen sollen?


@Modernität in den frühen 80ern: Helmut hat natürlich Recht bei dem was er sagt, aber das ist eine Sicht der Dinge. Es gibt weitere Facetten - und bei meinen Darstellungen spielen natürlich immer auch die nicht ganz so guten persönlcihen Erfahrungen mit Ischgl rein.

Mal ein paar andere Sichtweisen:

- Modernität war Anfang der 80er ein weit weniger wichtiges und diskutiertes Kriterium als heute. Ein Skigebiet war einfach - so wie es war. Da die meisten Anlagen in der 1. Generation vorhanden waren - was nahezu selbstverständlich war - war es nicht besonders anrüchig, alte Anlagen zu haben. Erneuerung war noch kein großes Thema, eher war es üblich und von den Kunden gewünscht, dass überlastete Anlagen durch Parallelanlagen gedoppelt wurden. Ein Gebiet galt dann als "fix", wenn es möglichst rasch Engpässe durch Zusatzanlagen beseitigte. Der Markt war wohl auch noch expandierend, so dass dies eine stringente Strategie darstellte.

- Trotz der unbestrittenen und von Helmut genannten Vorteile von Schleppern, genoss ein Skigebiet bei mir vor allem dann großen Respekt, wenn es auch oben bei den Beschäftigungsanlagen über Doppel- und/oder Dreiersessellifte verfügte. Modern wäre vielleicht das falsche Wort für dieses Attribut gewesen aber irgendwie wirkte es weltoffener und überlegener mit Sesselbahnen. Das war eine klare Abgrenzung vom österreichischen "Standardskigebiet", das folgendermaßen aussah: ESL oder DSB als Zubringer und oben einige Schlepplifte.
Typische Vertreter dieser Sesselbahnspezies waren damals für mich: Grindelwald, Verbier, Arlberg, Lac de Tignes/Val d'Isére. Ob Zell am See auch dazu zählte kann ich nicht mehr objektiv beurteilen; ich war leider nie im Winter dort. Irgendwie besaß ich aber einen gewissen "Respekt" vor dieser Destination. Ich weiß - Ischgl hatte auch gerade seine Sesselbahn gebaut - sogar eine 3KSB. Dann gabs da noch die DSB Höllboden. Aber irgendwie war Ischgl für mich das etwas aufgeblasene "Standard-Skigebeit".

- Zu Ischgl selbst: Da lief bei mir irgendwie alles schief. Nachdem aus dem Bekanntenkreis durchgesickert war, dass Ischgl "durchmarschiert" sei und sich quasi zur östereichischen Konkurrenz der großen französischen Stationen gemausert habe, habe ich das Skigebiet 1981 erstmals via Samnaun besucht. Ich war damals schon erstaunt, wie 2 solch kleine Talorte diese Investitionen "gestemmt" haben und fand die Skigebietsgröße anerkennenswert. Auch war die Alp Trida mit ihren in alle Himmelsrichtungen hochziehenden Lifte faszinierend. Aber ich habe dann auch ganz schnell den Eindruck gewonnen, dass 90% der Pisten nix besonderes sind und viele kleine Gebiete diesbezüglich einfach besseres bieten. Außerdem habe ich mich bei der Größenbeurteilung an meinen ersten Informationen orientiert, die immer von dem Vergleich mit Frankreich geprägt waren. Und so war schnell die "Luft raus". Deutlich kleiner als Frankreich, alles Schlepper, keine besonderen Pisten, in den oberen Bereichen oft abgeblasen. So hat sich meine Anerkennung für Ischgl-Samnaun ganz schnell relativiert. Dann kam Ende der 80er ein neuer Schock hinzu: In Ischgl wurde ganz junge Gebäude abgerissen, um sie durch größere zu ersetzen. Das Skigebiet selbst hatte sich noch nicht großartig geändert (der Sessellift-Boom hatte auch noch nicht eingesetzt - nur die DSB Pauliner Kopf war dazugekommen). Mir widerstrebt es grundsätzlich, wenn funktionierende Dinge, die voll in Ordnung sind, schon wieder abgerissen werden und ersetzt werden, nur weils einem nicht gefällt oder man es jetzt doch größer haben will. Irgendwie hat Ischgl nie meine Sympathie gewonnen.

- Destination als Ganzes: Das ist ein Aspekt, der sehr stark subjektiv geprägt ist und sich in seiner Wahrnehmung nur sehr langsam verändern lässt. Und hier drücke ich es mal drastisch aus: Zell am See war für mich eine renommierte Skidestination, während Ischgl ein aufstrebendes Kuhkaff war (ich darf das sagen, ich bewohne selbst einen - nahezu stillgelegten - Bauernhof). Auch das mag meine Wahrnehmung prägen. Zu dieser Thematik war am Samstag ein interessanter Bericht in unserer Regionalzeitung. Der Zillertaler Tourismusverband stellt hier fest, dass sich trotz des radikalen Ausbaus des Skigebiets die Wahrnehmung und Einstufung der Urlaubsdestination durch die Kunden nicht spürbar geändert habe. Das Zillertal gelte nach wie vor als beschaulich, dörflich, gemütlich, leicht rückständig und ohne "Vollangebot" ausgestattet. Einierseits bedauert dies der Tourismusdirektor andererseits sieht er auch gerade darin eine Chance. Durch diesen - wenn auch zweifelhafte - Ruf grenz sich das Zillertal von anderen Großskigebieten ab und sichert sich eine Kundschaft, die das welststädtische nicht so mögen und mehr die Gemütlichkeit suchen. Und aus genau diesem Grund bewerbe man sich nicht um große Skiveranstaltungen. Man wolle die Pisten für den Gast bereithalten und nicht für irgendein werbewirksames Spektakel.

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BeitragVerfasst: Di, 13.11.2007, 14:38 
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@ gerrit: Schöner Bericht, schöner Text, hab mich gut amysiert beim Lesen. Wie kann man sich bloß über eine derartig lange Zeit so viele Details merken? :wink:

Eine kleine Frage hätt' ich noch:

Mit was für einer Kamera warst du damals unterwegs? Fotografieren war ja damals nicht gerade günstig, umso mehr erstaunt mich, dass du dir damals eine Kamera mitgenommen hast und noch einiges an Filmmaterial belichtet hast.

Irgendwie ärgert es mich, dass ich die damalige Zeit nicht miterleben konnt. Ich werde diesbezüglich ein ernstes Wort mit meinen Eltern reden müssen ;)

gerrit hat geschrieben:
....es ist nur schade, daß ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, ob es irgendwo noch andere Leute gibt, die sich so für Skilifte interessieren wie ich bzw. wie man an die rankommen könnte. Leider gibt es ja keinen Club oder so etwas Ähnliches für solche Außenseiter, aber da kann man halt nichts machen.


Das hab ich mir gut 20 Jahre meines Lebens auch gedacht. In der Schule belächelt ob meiner Hobbie, von den Lehreren für verrückt gehalten (Das Religionsheft war voller "Meisterwerke"). Aber jetzt kann ich sagen: ich bin nicht alleine auf dieser Welt ;)


MFG Dachstein

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BeitragVerfasst: Di, 13.11.2007, 15:26 
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Ich wollte jetzt eigentlich ein Ablenkungsmanöver mittels eines Flankenangriffs aus dem Jahre 1984 fahren, um dann den entscheidenden Vorstoß gegen gerrit mit einem Bericht aus 1982 starten. Aber irgendwie sehe ich keinen Sinn darin. Was sollen wir mit solchen Berichten aus Schladming+Reiteralm und Brand aus diesen Jahren? Ich hab ein paar Bilder, okay. Aber was soll ich denn schreiben? Man konnte Skifahren - viel mehr fällt mir nicht ein. Über Flims, Mythen und Wieden-Münstertal konnte ich highlightartiges und skurriles berichten; über Sölden konnte ich negatives berichten. Aber von Schladming und Brand? Alles schöne, unauffällige Durchschnittskost. Irgendwie wüsste ich nicht, wie ich diese Berichte gestalten soll. :roll:

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BeitragVerfasst: Di, 13.11.2007, 16:05 
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@ Casseral: die Bilder würden mich trotzdem interessieren. Und ich denke nicht nur mich ;)

Casseral hat geschrieben:
Alles schöne, unauffällige Durchschnittskost.


Gerade das macht die Sache interessant.

MFG Dachstein

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BeitragVerfasst: Di, 13.11.2007, 17:33 
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Also Schladming aus den 80ern fänd ich schon auch interessant! Einfach nur, um mal zu sehen, obs da schon immer so war wie heute oder ob das ggf. mal spannender war früher (was ich mir allerdings angesichts der Lage und Exposition noch nicht so richtig vorstellen kann... ).


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BeitragVerfasst: Di, 13.11.2007, 17:38 
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Hatte schon was. Anfangs hat man die Leute mit Bussen auf Planai und Hochwurzen hochgekarrt, weil es da noch keine Lifte gab....

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BeitragVerfasst: Di, 13.11.2007, 18:13 
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gerrit hat geschrieben:
... Anfangs hat man die Leute mit Bussen auf Planai und Hochwurzen hochgekarrt, weil es da noch keine Lifte gab....

Na, soo alt bin ich jetzt nun auch wieder nicht. :P



Mal sehen, was sich machen lässt. Vielleicht finde ich ja einen roten Faden. Brauch halt etwas Zeit.

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BeitragVerfasst: Di, 13.11.2007, 18:22 
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Stimmt. Das war in der ersten Hälfte der 70-er Jahre. Unsere Familie suchte im Sommer 1973 ein neues Quartier für den Schiurlaub und damals stand u. a. Schladming zur Diskussion. Hab noch ein Prospekt von damals, da wird die Hochwurzen noch mit Schibussen bespielt, ich glaub der erste Schlepper wurde gerade gebaut. Wir haben uns dann aber für Filzmoos entschieden.
Ich kann mich noch erinnern, dass ich damals mit der Planaibahn meine erste EUB gesehen hatte und mir überhaupt nicht vorstellen konnte, wie man in das Ding einsteigen sollte, weil drinnen waren wir nicht und dass man die Gondeln entkuppeln kann, hab ich nicht gewusst.... :oops:

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BeitragVerfasst: Di, 13.11.2007, 18:36 
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Meine erste EUB fuhr 1984 oder so in die Forcella Staunies - konnte mir auch nicht vorstellen, wie man in das Ding einsteigen sollte - es kuppelte nämlich tatsächlich nicht aus! :idea: :D


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