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 Betreff des Beitrags: Sommerski in Frankreich Juli 2014
BeitragVerfasst: Do, 09.10.2014, 16:20 
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Da gehts lang, da wollten wir hin! Ski d´été-Schild am Col de l´Iseran

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So in etwa haben wir uns das Ganze vorgestellt!

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So hat sich das Wetter dann in Realität dargestellt: Wintereinbruch auf 2100 m am 10. Juli Blick vom Hotelbalkon

Aber der Reihe nach:

Stehe um kurz vor 6 Uhr auf, werde dankeswerterweise mit dem Auto direkt zum Hbf gefahren. Wetter sehr schön, sonnig. Kurz nach sieben Uhr startet der Eurocity in Richtung Zürich, mit dem ich vor acht Jahren so regelmäßig gefahren bin. Versuche noch einige Stunden zu schlafen, was nicht sehr gut funktioniert, da v.a. eine Gruppe US-amerikanischer (?) Jugendlicher längliche Dispute mit dem Zugpersonal hat (haben nur Handy- aber keine gedruckten Tickets für die österreichischen und schweizerischen Strecken). Schöne Ausblicke auf die Allgäuer Alpen und den Bodensee, gelöste Stimmung und Vorfreude auf die so lange ersehnte Tour in die Westalpen und zum Sommerskifahren mit den legendären Retro Rebels. Um Viertel nach Zehn kommt der Zug in St. Margrethen an, wo mich k2k abholt. Sein Auto hätte ich eigentlich erkennen müssen, denn sein Kennzeichen inkludiert die Höhenangabe eines bekannten Berges in Frankreich.

Gegen Mittag treffen wir am Zürcher Flughafen ein, wo wir Trincerone treffen. Großes Hallo, toll, dass er es doch geschafft hat mitzukommen! Fahren weiter, immer sich brav an die zahlreichen schweizerischen Geschwindigkeitsbeschränkungen haltend. Zwischen Zürich und Bern sind nun einige Bereiche auch endlich 6-spurig ausgebaut, allerdings noch nicht freigegeben. Machen wie schon in der Vergangenheit so oft an der Raststätte in Estavayer-le-Lac Halt und Essen bei McDonalds zu Mittag. Es ist sehr heiß, über 30°C, je weiter südlich wir kommen, umso heißer wird es, bis zu 34°C im Grésivaudan zwischen Chambéry und Grenoble. Führen fast die gesamte Zeit lebhafte und angeregte Gespräche, bringen uns auf den neuesten Stand.

Von Grenoble zieht es sich noch ganz ordentlich das enge, dicht bewaldete, schluchtartige Romanchetal unmerklich hinauf, etliche Industrieanlagen aus der „houille blanche“-Periode, keine sehr attraktive Wohngegend. Kurz vor Bourg d´Oisans sehen wir dann die Grandes Rousses-Kette mit dem l´Etendard und dem Pic Blanc, dem Hauptgipfel von Alpe d´Huez. Im Bereich der legendären Tunnel-Abfahrt liegt schon noch Schnee, vielleicht klappt es ja am Dienstag damit?

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Les Deux Alpes-Signatur in die Bergwiesen hineingemäht

In Les Deux Alpes treffen wir gegen sieben Uhr abends ein, haben uns auch nicht übermäßig beeilt und einige kürzere Pausen gemacht. Im Ort ist Einiges los, man sieht viele Autos, die Geschäfte und Restaurants haben offen.

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Gut frequentiert in der Sommersaison: Restaurants in Les Deux Alpes

Man sieht auch die Baumaßnahmen für eine neue, dritte bzw. vierte Talabfahrt zwischen den beiden schwarzen „Combe Valentin“ und „Diable“. Unser Hotel „Pied Moutet“ (2 Sterne) wird offensichtlich von Nichtmuttersprachlern geführt (Osteuropäer?). Wir haben ein Dreierzimmer im 2. Stock und gehen erst mal ein Bier trinken (hohe Preise, aber es gibt allen Ortens Galettes und Crêpes!), sowie in einem eher schäbigen Fast food-Take away Entsprechendes Essen (ich einen Dürum Galette, der so schmeckt wie ein fader Dürüm bei uns, dazu zum zweiten Mal am heutigen Tag Pommes Frites). Hier sehr viel los: ganze Jugendmannschaften italienischer Skiclubs sind hier zu Gange! Trinken im Hotel noch ein Bier.

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Les Deux Alpes im Juli. Im Hintergrund die 3465 m hohe Muzelle

Sehr interessant nach dem hochwinterlichen Besuch Anfang März 2006 hier acht Jahre später im Sommer zu sein, im grünen, breiten Hochtal von Les Deux Alpes, einem der Hot spots des Sommerskilaufs. Das Wetter hat sich gegen Abend verschlechtert und es gewittert.

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6-KSB Diable vollständige Trasse

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6-KSB Diable im Zoom mit (teilweise?) beschneiter schwarzer Abfahrt

Sommerski in Les Deux Alpes

Obwohl eine Wetterverschlechterung angekündigt ist, machen wir uns auf zum ersten Sommerskitag und fahren nach einem Frühstück in Richtung Talstation des Jandri Expresses, wo wir ca. 5 Gehminuten entfernt einen Parkplatz finden und Tagesskipässe zu 37,5 € erstehen. Die Warteschlange an der Talstation der 20-DMC ist (wie fast immer) vorhanden, wir erreichen sie um 8.12 Uhr und sind 22 Minuten später in einer der nicht vollständig gefüllten Gondeln. Wir sehen, dass die Schlange hinter uns eher noch gewachsen ist und schließen daraus, dass evtl. aus Witterungsgründen nicht pünktlich um 7.30 Uhr geöffnet wurde.

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Wartezeiten an der Talstation Jandri-Express

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Bauarbeiten zur neuen Talabfahrt aus dem Jandri-Express gesehen

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Alpe de Venosc (südlicher Ortsteil von L2A) aus dem Jandri-Express gesehen; hinten der Pied Moutet

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DMC Jandri Express mit den „markanten“ Stützen

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Jandri Express hoch über der Combe de Thuit

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Sortierter Schotter. Pistenmodellierungen in L2A

Durchfahrtbetrieb an der Mittelstation auf 2570 m. Die Schneelage zur Mittelstation sieht nicht mehr sehr gut aus, weshalb Trinc und k2k nach den perfekten Verhältnissen vom letzten Jahr dort wohl nicht fahren werden wollen.

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Oberhalb von 2900 m noch viel Schnee, aber keine geöffneten Abfahrten

Wir erreichen die Gletscherstation gegen 9.00 Uhr

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Haupthang des Gletscherskigebiets, die SLte Puy-Salié 1+2

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Talstationen der zentralen SLte Puy-Salié 1+2 auf 3150 m mit Wartezeiten. Im Hintergrund der ehemalige Hang der DSB Jandri 4

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SLte Puy-Salié 1+2 und verlängerter, paralleler Entlastungs-SL (Dôme Nord?) im Zoom

Am Glacier de Mont de Lans auf 3150 m großer Auflauf, bereits längere Schlangen an den beiden zentralen Schleppliften zum Dome de Puy-Salié. Wir fahren zunächst die blaue Abfahrt zur 4-KSB Signal hinunter.

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Endlich auf der Piste! Auf dem Glacier de Mantel ou de Mont de Lans in Richtung Signal-Bahn

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Blaue Abfahrt „Signal 1“. Hinten die 3-SB Roche Mantel

Ungewohnt, diese alten Tourencarver wieder unter den Füßen zu haben! Am Rand noch gut präpariert und recht weich bereits. Unten nur mehr schmale Durchfahrt (Ziehwegbreit) zur Talstation auf 2850 m. Recht starker Wind bereits jetzt, große, dicke Wolken, die aber immer mal wieder kurze Sonnenscheinmomente erlauben.

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Piste „Signal 1“, in Bildmitte die weiße Talstation der 4-KSB Signal

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Breite Abfahrt „Signal 1“ Blick bergwärts vom Beginn der Engstelle aus gesehen

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Engstelle der Abfahrt „Signal 1“, hinten die Talstation der 4-KSB Signal
Von der KSB aus hat man einen sehr schönen Blick auf den gesamten plateauartigen Gletscherdom mit seinen sechs (!) parallelverlaufenen Schleppliften im Gipfelbereich, die allesamt voll ausgelastet sind und mit Warteschlangen versehen. Also wenn L2A mit Sommerskilauf kein Geld verdient: wer dann? Gäste sehr international: sehr viele Italien, aber auch Spanier/Katalanen, Osteuropäer, natürlich Franzosen.

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Glacier de Mont de Lans (ou de Mantel) von der Bergstation der 4-KSB Signal (3170 m) aus gesehen

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Fünf parallele Schlepplifte auf der Eiskappe des Dôme de Puy-Salié, 3423 m

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Nordwestlicher Plateau-SL am Dôme de Puy-Salié (Muretouse?)

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Bergstation der 4-KSB Signal (3170 m)

Fahren die recht pappige (Gegenwind!) Abfahrt „Signal 2“ samt Ziehwegquerung zur 3-SB Roche Mantel, Baujahr 1976 aus der Ur-Erschließung des Gletschers. Mittlerweile weit vom Eisrand entfernt stehend. Im unteren Teil des Haupthanges bereits einige Blankeisstellen sichtbar, erstaunlich so früh in der Sommersaison!

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Talstation der 3-SB Roche Mantel auf ca. 3000 m

Fahren den kurzen Verbindungshang zur Talstation der unterirdischen Standseilbahn Dôme Express, vorbei an der ehemaligen Trasse der DSB Jandri 4, die 2006 noch gestanden ist. Ihr Abfahrtshang ist zu weit abgeschmolzen, übersteilt und wird von einem neuen kleinen Eissee abgeschlossen, was wohl zur Einstellung und Abbau der Bahn geführt hat. Die Standseilbahn wird sehr eng gefüllt und fährt erst einige Kurven und flach unter den Gletscher hinein um dann ziemlich steil in der zweiten Hälfte die Höhe zu gewinnen.

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Dôme de la Lauze und SL, eine der höchsten Liftanlagen der Alpen

Mit den Aufzügen hinauf zur Gletscherkuppe und flache Verbindung (kleine Neuschneespuren hier auf 3400 m!) zum SL Dôme de la Lauze, dem höchsten SL des Gebietes, der 2006 geschlossen war und nach den Zermatter Schleppliften und zusammen mit den Anlagen in Saas-Fee der ca. 4. oder 5. höchste Schlepplift der Alpen ist. Hier ca. 10 Minuten warten: der Lift fährt nicht volle Geschwindigkeit, die „Profi-Trainierer“ können oft nicht zu zweit fahren oder lassen den Bügel wieder aus.

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Wartezeiten SL Dôme de la Lauze

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SL Dôme de la Lauze und eindrucksvolle Wolkenstimmung

Tolles Gefühl diese abgehobene Gletscherkuppe hinaufzufahren, sehr nah an den dichten Wolken, welche die spitzen Felsberge des Ecins-Massivs einhüllen. Die Grandes Rousses und den Pic Blanc bei Alpe d´Huez, das man hier von oben sieht, verblassen höhenmetertechnisch. Fahren zunächst ganz rechts (talwärts gesehen) ab, tatsächlich durch Neuschnee, ein sehr schöner Hang! k2k und ich fahren ein zweites Mal, nachdem etwas weniger los ist und fahren nun ganz links außen, außerhalb der vielen Trainingskurse.

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Pic Blanc, 3323 m und 4-SB Glacier in Alpe d´Huez im Zoom vom Dôme de la Lauze, 3520 m

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Dôme de la Puy-Salié und Verbindungs-SL vom Dôme de la Lauze aus gesehen

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Sturm zieht auf von Süden

Mit Hilfe des flachen Verbindungsliftes zum Puy-Salié. Wetter nun immer finsterer, k2k meint Blitze aus den Wolken zu sehen. Wir nehmen den kurzen Fils de neige im Anfängergelände um für die Traversierung genügend Schwung zu haben. Hier einsetzende Graupelschauer, recht weiche und zerfahrene Piste, in der flachen Querung zum Restaurant wo wir Trinc treffen wollen wegen Gegenwind sehr langsam. Schade, wäre gerne die steilste Abfahrt, die rote zum Signallift noch gefahren.

Kurzes Beratschlagen am Rande des Gletscherrestaurants. Ich fahre allein den Haupt-SL Puy-Salié (der wenigstens volle Geschwindigkeit macht). Fahrt nach oben noch ok, dann immer stärkerer Sturm, Niederschlag und Graupel, Himmel sehr duster, Sonnenbrille nutzlos, außer zum Schutz der Augen vor dem Graupel.

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Trainingsgruppen auf dem Glacier de Mont de Lans

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Trainingsgruppen und Funpark am SL Soreiller

Das Gletschergebiet wird nun wegen des Wettersturzes geschlossen, in Massen strömen die Gäste zur Zubringerbahn, die aber den Betrieb wegen des Sturms einstellt. K2k und Trinc haben im nicht in Betrieb befindlichen Restaurant (eine Schande, lediglich eine kleine Snackbar für tausende von Gästen: warum?) einen Tisch ergattert und hier warten wir mind. 1 Stunde ab, bis sich der Andrang langsam legt und der Jandri-Express wieder fährt.

Sicht und Wetter bessern sich, so dass ich beschließe allein zur Mittelstation abzufahren, die Sonne scheint dabei zeitweise, die Abfahrt kenne ich von 2006, sie ist breit und flach.

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Blick in Richtung Mittelstation von der Gletscherstation auf 3150 m. Unten rechts die Talstation der SSB Dôme Express
Im oberen Abschnitt bis zur Mittelstation der 8-KSB Glacier keinerlei Schneeprobleme, lediglich kleinere Steine und eine kurze Engstelle.

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Abfahrt zur Mittelstation: eine Spur breit gewalzt Blick bergwärts. Oben die Gletscherstation auf 3150 m

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Abfahrt zur Mittelstation: eine Spur breit gewalzt Blick talwärts

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Pistenwalzendepot unterhalb der Mittelstation der 8-KSB Glacier. Rechts die gut fahrbare Restschneepiste

Ab dem Flachstück wo einige Pistenbullies parken nur mehr am schattigen Rand der breit modellierten Piste fahrbar, insgesamt vier Mal kurz Skiabschnallen und tragen und in einer langen Querung unterhalb der 4-SB Tourra und 3-SB Lac Noir zum Beginn des Transcorde abfahren.

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Abfahrt zur Mittelstation: Nur wenige Mal Abschnallen in diesem Bereich notwendig

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Abfahrt zur Mittelstation unterhalb der 4-SB Lac Noir und der 3-SB Tourra

Kurzer, nicht zu anstrengender Gegenanstieg zur Mittelstation des Jandri Express (nun Umstieg in der Mittelstation erforderlich) und Talfahrt gegen 13.00 Uhr. Bin froh, diese Abfahrt noch getan zu haben, nachdem der Skitag ja ansonsten wegen Wetter und Wartzeiten unerquicklich kurz gewesen ist. Um 13.15 Uhr im Tal und auf der Bank unterhalb des DMC Kleidung trocknen und auf die Jungs warten, die gegen 13.25 Uhr eintreffen.

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Baustelle der neuen Talabfahrt aus dem Jandri-Express gesehen. Im Profilm die 4-EUB Jandri 1

Eindeutige Schwachpunkte in L2A: zu viele Leute (eigentlich ja gut für das Sommergeschäft) und eine zu schwache Zubringerbahn, die beim Herauf- und Hinunterfahren große Wartezeiten entstehen lässt. Eine 3-S wäre wohl ein adäquater Ersatz, auch hinsichtlich der großen Spannfelder und der Windstabilität dieses Systems.

Fahren zum Hotel, ziehen uns um und gehen Mittagessen (Galette mit Ei, sehr gut) und trinken dabei ein Bier. Inzwischen Gewitter und Regenschauer, der Wettersturz ist vollends angekommen.

k2k und Ich steigen noch die 200 Hm entlang der 4-SB Super-Venosc hinauf zur Talstation der Montaz-DSB Pied Moutet 2 auf und wandern in weitem Bogen zurück mit schönen Ausblicken auf den großen Haupthang von Deux Alpes, den Ort und immer wieder rasch wechselnden Wetterbedingungen.

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Les Deux Alpes Ortsteil « Le Village ». Darüber der Ziehweg „Chemin des Desmoiselles“

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Baustelle der neuen Talabfahrt unterhalb des Jandri-Express in der Totalen vom Gegenhang (links 4-EUB Jandri 1, rechts außen 6-KSB Diable)

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Baustelle der neuen Talabfahrt unterhalb des Jandri-Express im Zoom

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Nicht ganz Hollywood Les Deux Alpes Schriftzug im Funparkbereich Lac Noir/Tourra


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BeitragVerfasst: Do, 09.10.2014, 16:22 
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Fahrt Les Deux Alpes – Les Menuires – Val Thorens – Col de l´Iseran – Bonneval s/ Arc


Ursprünglich wollten wir an diesem Tag in Alpe d´Huez die seltene Gelegenheit nutzen am Glacier de Sarenne bzw. evtl. sogar die Tunnelpiste zu befahren. Angesichts des schlechten Wetters und der Gewittergefahr gehen wir davon aus, dass kein Skibetrieb stattfinden wird und fahren stattdessen in die Trois Vallées, genauer gesagt ins Bellevilletal. Anstatt der Fahrt bei schlechter Sicht über Col du Glandon (in die Maurienne) und de la Madeleine (in die Tarantaise) fahren wir wieder über Grenoble und dann via Albertville nach Moutiers. Toll, endlich einmal im Sommer ins geliebte Bellevilletal zu kommen! Inzwischen deutlicher Temperatursturz: in Les Deux Alpes nur mehr 7°C (am Sonntag noch 18°C), in Grenoble 17°C (aber die Hälfte von Sonntagnachmittag!). Überall sehr grün und waldig, sehr viel ansprechender (trotz der grauen Witterung) als das spätwinterliche Graubraun.

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Les Menuires La Croissette front de neige mit 6-KSB Menuires und Le Brélin (hinten)

Machen einen ersten Stop in Les Menuires, Parken am Rande der Croisette am Hotel Pelvoux (wo sich k2k vor einigen Jahren im Sommer einquartiert hatte). Dauerregen, sehr frisch. Laufen durch die labyrinthartigen Galerien der Croisette (mal über-, mal unterirdisch), deutlich weniger Betrieb als in Les Deux Alpes, mehr geschlossene Geschäfte. Auch die Front de Neige der Croisette sehr grün, wohl länger nicht „umgegraben“ worden. Brelin grüßt in aller seiner Gigantomanie!

Weiterfahrt nach Val Thorens, wo es auf 2300 m schneit! Man sieht von der Straße aus die Baustelle der neuen 6-KSB Plan de l´Eau, am Rand liegen Bauteile für neue kuppelbare Sesselbahnen (Portette soll ja auch ersetzt werden diesen Sommer). Rekognoszieren zunächst das neue Quartier für k2k und seine Gruppe und parken dann hinter den Vanoise-Gebäuden, in denen wir im März 2012 residiert haben.

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Sommerlicher Place de Caron in Val Thorens mit Urlaubsdomizil 2012 Vanoise A-B (Bildmitte)

Wie ausgestorben, wobei der zentrale Place Caron schön begrünt ist. Die Galeries Caron, das Einkaufszentrum ist praktisch leer und alles geschlossen.

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Ausgestorbene Galeries de Caron in Val Thorens

Essen bei wenig serviceorientiertem und wohlschmeckenden Restaurant Pizzen.

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Dorfpiste Val Thorens mit Förderbändern im Sommer

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Talstation der 2013 neu erbauten 6-KSB/4-EUB Trois Vallées 1 in Val Thorens

Spaziergang über die Dorfpiste bis hinauf zum Stade de Slalom (dort große Baustelle mit extremen Hangangrabungen: wann stoppen die endlich das Ortswachstum in Val Tho?).

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Fleißig wird weitergebaut im obersten Ortsteil von Val Thorens

Sind begeistert von der teilweise extremen Architektur der 1970er Jahre (Stichwort: Hotel de Thorens mit seinen vielen spitzen Balkonen).

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Apotheose der eckigen Balkone - Hotel 3 Vallées in Val Thorens

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Val Thorens im Juli: Renovierte 1970er Jahre Bauten, Funitel Péclet verschwindet im Nebel, Piste „Béranger“

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Schild im obersten Ortsteil von Val Thorens

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Gelungener Stil-Mix oder Verrat des Funktionalismus an die Jodel-Romantik? Le Sherpa in Val Thorens

Im Office du tourisme erfahren wir auf trincs Nachfragen, dass es in St. Martin de Belleville ein Museum des Tales gibt, das auch die Expansion des Tourismus thematisiert. Dort fahren wir sogleich hin, nicht ohne die an der Virage de Caron lagernden Bauteile der abgebauten 4-SB Plan de l´Eau zu begutachten, die offensichtlich für eine Wiederaufstellung ordentlich gestapelt werden.

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Bonneval de Belleville? Rathaus in St. Martin de Belleville

Das Museum direkt neben der kleinen Kirche und gegenüber die Mairie in St. Martin kostet 3 € pro Person und ist sehr interessant. Erster Stock: das traditionelle Leben im Tal, Agrarwirtschaft, Familienleben, Jahreszeitlicher Ablauf, Wohnformen. Zweiter Stock: Beginn des Wandels, Landflucht, Modernisierung („huille blanche“, Industrialisierung der Täler), oberster Stock: Tourismusentwicklung, Konzept der Station integrée, einige tolle historische Aufnahmen, sind sehr angetan.

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Weiße Wüste. Oberes Bellevilletal im Frühjahr 1968 (Aufnahme im Talmuseum in St. Martin de Belleville)

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4-EUB Péclet ca. 1973. Noch keine DSB 3300 erkennbar (Aufnahme im Talmuseum in St. Martin de Belleville)

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Glacier de Péclet Anfang der 1970er Jahre. Noch keine DSB 3300 sichtbar, aber eine andere Lifttalstation und das "Croissant" als solches erkennbar (Aufnahme im Talmuseum in St. Martin de Belleville)

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Val Thorens 1974 (Herbst?). 4-EUB Péclet und DSB Trois Vallées erkennbar (Aufnahme im Talmuseum in St. Martin de Belleville)

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“Und wir haben immer noch keine Zeitmaschine!“ Werbung für ganzjährige Skidestination Val Thorens mit Schrägluftbild des oberen Glacier de Chavière (Aufnahme im Talmuseum in St. Martin de Belleville)

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Katasterplan Les Menuires mit ungefähren Baugenerationen der Gebäude (Aufnahme im Talmuseum in St. Martin de Belleville)

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Katasterplan Val Thorens mit ungefähren Baugenerationen der Gebäude (Aufnahme im Talmuseum in St. Martin de Belleville)

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4-EUB La Masse 1 (mit Ostereiergondeln), im Hintergrund Les Menuires in der klassischen „Mondstations“-Perspektive (Aufnahme im Talmuseum in St. Martin de Belleville)

Talfahrt nach Moutiers und hinauf die Tarantaise zur Barrage de Tignes, dann zum ersten Mal für mich mit dem Auto nach La Daille und Val d´Isère (meistens anderer Baustil als in den Musterstationen der troisième génération im Bellevilletal), zum Talschluss nach Le Fornet und ebenfalls zum ersten Mal den höchsten Alpenpass, den Col de l´Iseran, 2770 m (1937 eingeweiht) befahren. Sicht sehr schlecht, Regen, der in Schneefall übergeht. Die letzten 150 Hm ist die Straße bereits leicht schneebedeckt, wir kommen aber gut hinauf und hinüber, k2k fährt sehr vorsichtig, macht Bremsproben. Wir sehen die Sommerskianlagen bereits; hoffentlich können wir morgen Vormittag wieder hier hinauffahren!

Die Südseite des Passes im Vanoise Nationalpark ist eine weiße Ödnis, erst ab der Steilstufe mit der Schluchtquerung liegt kein Schnee mehr auf der Straße, eine flache, grüne, idyllische Hochalp tut sich auf, bevor eine weitere Steilstufe hinunter nach Bonneval sur Arc, den Talschluss der Maurienne auf etwa 1800 m, führt. Unser Hotel nennt sich „Glacier des Evettes“ und liegt gut erreichbar nahe der Hauptstraße.

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Hotel des Evettes in Bonneval sur Arc

Der „patron“ ist verwirrt wegen unseres Dreierzimmers, da das Doppelbett ein französisches ist. Er bietet uns ein weiteres, da freies Doppelzimmer zum gleichen Preis zusätzlich an, wenn wir eine positive Bewertung auf booking.com abgeben würden! (haben wir das inzwischen eigentlich gemacht? ;-))

Essen dafür im schön eingerichteten Hotelrestaurant zu Abend (esse Croziflette, eine Art Tartiflette mit Crozets, dazu ein Gläschen lokalen Weißweins, sehr gut!). Danach schauen wir das Halbfinale Deutschland-Brasilien in der zum Hotel gehörigen Kneipe, allerdings ohne Getränk, da der „patron“ uns nie frägt, sondern sich lieber selbst einen Pitcher hinstellt und unsere Bestellung dann auch bis zum Abpfiff „vergisst“.

Zum Spiel selbst: einfach unglaublich! Vier Tore innerhalb von 10 Minuten gegen desolate Brasilianer! Können es kaum fassen! Hinterher feiern wir noch mit einer Gruppe Franzosen, darunter eine seit 15 Jahren in Frankfurt lebende und ihrem Bruder (?), der ordentlich Deutsch spricht und uns einen ausgibt.

Gegen 1 Uhr ins Bett. Wetter: weiterhin Dauerregen, Schnee bis 2300 m. Müssen wir mit unserem Wetterpech für das Fußballglück büßen?


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BeitragVerfasst: Do, 09.10.2014, 16:25 
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Sommerski am Col de l´Iseran/Glacier de Pisaillas – Fahrt nach Tignes


Nach einer relativ kurzen Nacht liest k2k im Internet bei Radio Val d´Isère, dass die Iseran-Straße nur mit Winterausrüstung befahrbar sei, die wir begreiflicherweise für die Jahreszeit nicht mitgenommen haben. Wir befürchten also, dass wir über die Maurienne und Albertville nach Tignes fahren müssen – einen riesigen Umweg! Als Tagesprogramm nehmen wir uns eine Wanderung in Bonneval vor. Der Hotelier meint allerdings, dass die Sonne, die sich leicht zeigt, den Schnee rasch von der Passstraße schmelzen würde.

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Kontrastprogramm zu den Stations integrées der Vanoise

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Winterpistenplan Bonneval sur Arc

So laufen wir etwa 45 min durch das für einen touristischen Ort sehr malerische Bonneval s/Arc, das ein kleineres Skigebiet aufweist und ansonsten auf Wandertourismus im Vanoise Nationalpark setzt. Die touristische Architektur ist gänzlich anders als in den großen Retortenstationen der Tarantaise: kleinere Häuser, Schieferdächer, Granitverkleidungen, viel Holz, sehr ansehnlich! Allerdings muss man zugeben, dass Vieles an dieser vorgeblichen Authentizität sogenannte „staged authenticity“ ist, d.h. die Authentizität wird dem unbedarften Betrachter lediglich vorgespielt. Aber bei einem gelungenen Theaterstück applaudiert man ja auch, oder?

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Anti-Retortenstation Bonneval sur Arc

Wir gehen bis zur Talstation der Zubringerbahn ins Skigebiet, einer schlichten fixgeklemmten 4er Sesselbahn. Das Wetter ist so gut wie seit Sonntagnachmittag nicht mehr: blaue Flecken am Himmel, die Sonne scheint.

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4-SB Vallonet Talstation, Trasse und Talabfahrt

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Baustelle im „authentischen Stil“ in Bonneval sur Arc

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„Staged authenticity“ - Natursteine als Fassade für Betongebäude

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Beherbergungshäuser verschwinden in den Bäumen von Bonnval zur Arc

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Sympathische „gite rural“ samt Gemüsegarten in Bonnval zur Arc


Wir gehen zurück zum Auto und fahren hinauf zum Pass: die Straße wurde offensichtlich geräumt und evtl. auch gesalzen.

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Blick von der Südrampe der Passstraße zum Sommerskigebiet Iseran-Pisaillas. 4-KSB Cascade links oben, ganz links die Talabfahrt

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Sommerskigebiet Iseran-Pisaillas von der letzten Kehre der Südrampe der Passstraße aus gesehen. Links 4-SB Céma, rechts 4-KSB Cascade

Wir fahren zum kleinen Parkplatz des Sommerskigebietes, der direkt von der Passhöhe erreichbar ist: dort auch die berühmten Schilder „Ski d´été“!

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Am Parkplatz des Sommerskigebiets Iseran-Pisaillas mit Blick zum Col Pers und zur „Talfabfahrt“

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Am Parkplatz des Sommerskigebiets Iseran-Pisaillas und 4-KSB Cascade. Vor allem lokale Skiclubs unterwegs

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Zoom zur (beschneiten) „Talabfahrt“ zur 4-KSB Cascade

Wir ziehen uns rasch um und fahren die wenigen Meter vom Parkplatz hinunter zur Talstation der 4-KSB Cascade auf 2710 m. Leider wollen uns die Liftmitarbeiter keine Skipässe mehr verkaufen, wir seien zu spät (10.45/11 Uhr), der Kassier sei bereits wieder gegangen, da sei nichts zu machen.

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Infotafel Sommerskisaison 2014

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Kurze Zufahrtspiste vom Parkplatz zur 4-KSB

Wir sind schwer enttäuscht und überlegen, einfach zu Fuß hinaufzusteigen. Wir argumentieren, dass wir extra angereist seien und nur eine Fahrt machen wollten und auch den vollen Preis zahlen würden.

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Stolzer Halbfinalsieger an der Talstation der 4-KSB Cascade

Nach einigen Minuten ist der „Chef“ weg, da lässt uns die Mitarbeiterin doch mit der 4-KSB hinauffahren, so dass wir oben beim SL Montets, der keine Passkontrollmechanismen aufweist, Skifahren können!
Wir jubeln und sind sehr glücklich über diese Kulanz und Coolness dieser Mitarbeiter hier!

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Rückblick aus der 4-KSB Cascade auf die Passstraße (Südrampe), die Zufahrtsstraße, den Parkplatz sowie die Talstation

Die Sicht ist mäßig, recht nebelig, die Sonne ist sichtbar und zeigt sich, aber blauer Himmel reißt nicht auf.

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Hochsommer? Fahrt in der 4-KSB Cascade

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Bergstation 4-KSB Cascade auf 3130 m

Deutlich wird im oberen Bereich, dass der Glacier de Pisaillas nur mehr sehr klein ist: südlich im Bereich des ehemaligen SL 3300 sind nur mehr Felsen, auch der SL Montets steht vor allem auf Fels. Im Norden ist ein großes Flachstück zu sehen, auch hier ist die Eisfläche nur mehr sehr klein.

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Sommerskifahrer am Glacier de Pisaillas (hinten SL Montets)

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SL Montets und Talstation

Die Schneesituation ist gut: Neuschnee auf fester, gefrorener Unterlage. Wie im Frühjahr, wenn feuchterer Neuschnee fällt.

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SL Montets am Glacier de Pisaillas. Rechts die Bergstation der 4-KSB Cascade

Am Schlepplift Montets ist nicht viel los, wir gehen jeweils durch und ich fahre insgesamt 3 ½ Mal damit. Die halbe Fahrt kommt daher, dass mich der Liftmann gefragt hat, ob ich nach der Trainerin einer verletzten jugendlichen Rennläuferin fragen könne, die ich dann aber nicht fand. Dafür durften wir drei nochmals als letzte Gäste den SL fahren und dann auch die bis dato für die Rennteams reservierte nördliche Piste (vom SL aus gesehen). Trotz des Schneefalls und der kühlen Temperaturen richtiges Sommerskifeeling!

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Wissenschaftliche Hilfskraft der Retro Rebels am Glacier de Pisaillas (Bergstation SL Montets)

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Nach Trainingsschluss leere Piste am SL Montets I

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Nach Trainingsschluss leere Piste am SL Montets II

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Leeres Sommerskigebiet bei Liftschluss: SL Montets und 4-KSB Cascade

Dann die Abfahrt zum Parkplatz, die blaue „Moraine“. Die „Pisaillas“ ist gesperrt inzwischen. Die Abfahrt weist noch keine aperen Stelle auf, nur eine Schneeerzeugerzapfstelle ist ausgeapert und mit Stangen abgesperrt. Vor allem auf der flacheren Querung zurück zum Lift am Rand sehr guter, fast idealer Firn.

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Auf der „Talabfahrt“ zum Col de l´Iseran oberer Abschnitt Blick bergwärts

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Auf der „Talabfahrt“ zum Col de l´Iseran oberer Abschnitt Blick talwärts

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„Talabfahrt“ zum Col de l´Iseran mittlerer Abschnitt Blick talwärts

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Zweite Abfahrt zum Pass im unteren Abschnitt bereits gesperrt

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„Talabfahrt“ zum Col de l´Iseran mittlerer Abschnitt Blick bergwärts

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„Talabfahrt“ zum Col de l´Iseran unterer Abschnitt Blick talwärts

Sehr schade, dass wir nicht öfters die KSB fahren konnten. Dank der geringen Frequentierung gefällt mir der legendäre Pisaillas-Gletscher fast besser als das überlaufene Les Deux Alpes. Unvorstellbar, dass dort früher ohne Beschneiung 10 Anlagen herumstanden, darunter etliche Schlepplifte im eisfreien Bereich! Wie viel Schnee muss es in früheren Wintern gegeben haben, wie kühl und niederschlagsreich waren die Sommer?

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Selten, dass einem im Juli eine Pistenwalze entgegenkommt. Pistenschluss am Iseran

Nach der Abfahrt, auf der ich viel photographiert habe, steigen wir zurück zum Auto, erfreuen uns an unserem Coup (woher hätten wir wissen können/sollen, dass die Passstraße geräumt wird?), machen mir zu liebe einen kurzen Stopp an der Passhöhe…

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Neuschnee am höchsten Alpenpass

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Straße zum Sommerskigebiet, Abzweig am Col de l´Iseran

… und fahren nach Val d´Isére, wo wir ebenfalls einen kurzen Ortsrundgang einlegen (keine Front de neige, mangels Parkplätzen!), im Tourismusbüro nach historischen Dokumenten fragen und Prospekte schmökern, wo vor allem Mountainbiking propagiert wird und der Sommerskilauf quasi als Fußnote ganz nebenbei nur erwähnt wird. Das zeigt deutlich, eine wie unwichtige Rolle diese Aktivität inzwischen in Val d´Isère spielt!


Weiterfahrt nach Tignes le Lac und Suche unseres Quartiers im Hotel Le Bec Rouge, im größten Appartmentkomplex der Station (der zweite, höhere Querriegel auf der Palafour-Seite), direkt neben dem SL Chardonnet. Man kann nicht direkt zum Hotel hinfahren, da die Tiefgarage versperrt ist. Die angegebene Telefonnummer ist nicht besetzt. Wir gehen erstmal Mittagessen (de Chez Mao? Esse Lasagne, gut, aber 15 €…).

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Die beiden klassischen Hochhausriegel von Tignes-le Lac. Hinten links das Bec Rouge, unsere Unterkunft

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Tignes-Val Claret: klassische Ansicht im Sommer, hinten die Piste „Double M“

Fahren nach Val Claret. Dort wieder Dauerregen, keinerlei Aussicht. Wenig los, viele Geschäfte geschlossen. Informieren uns im Talstationskomplex der STGM: gestern und heute kein Skibetrieb an der Grande Motte wegen Sturm, Neuschnee und mauvaise visibilité. Die Damen in der Verwaltung meinen sich zu erinnern, dass bis ca. 1998/2000 ganzjähriger Skibetrieb angeboten wurde (skier 365 jours par an; la capitale du ski d´été). Seither deutlicher Niedergang, Gletscherschwund, Konkurrenz durch günstigere Mittelmeerziele.

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Regnerische Stimmung an den Talstationen der Grande Motte-Bahnen in Val Claret

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6-KSB Bollin-Fresse Talstation und Unterkunft des 2013er Skiurlaubs „Rond point des pistes“

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4-SB Tichot und SLte Balmes in Tignes ca. 1990 aus dem Buch „Sein oder Nichtsein“. Sieht fast 25 Jahre später nicht mehr ganz so schlimm aus, wie ich finde

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6-KSB Tichot und Abfahrten „Carline“ (links) und „Stade de Compétition“ (rechts)

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Überraschend grün im Sommer: Lac de Tignes, Golfplatz und Tignes-le Lac

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Lac de Tignes und Tignes le Lac

Zurück in Le Lac beziehen wir unser Zimmer im abstrusen Hotel. Die Tiefgarage wird eigens von einer Mitarbeiterin geöffnet, dann können wir ganz nach hinten oben fahren, aber es gibt keine Parkplätze für Hotelgäste! D.h. wir laden aus, checken ein (Zimmer teilweise neu renoviert: Laminat, Betten, Lampen, Schränke, Bad, aber nicht Fenster, Wände; Balkon und toller Blick auf den See und Val Claret). Erstaunlich grün auch hier oben (hat mich auch in Val Tho überrascht), sogar Rinderherden grasen auf den Skipisten unterhalb Palafour. Das Hotel scheint in belgischer Hand, alles steht zunächst auf Flämisch da. Frühstück gibt es nicht vor 8 Uhr (super, das Skigebiet würde um 7.15 Uhr öffnen!), aber sie könnten uns ja Cornflakes und Milch mitgeben… Wir parken das Auto in der Gratistiefgarage Le Lac 3 direkt unterhalb der neuen 10-EUB Tovière (Baujahr 2013), die wir für gut befinden.

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Kurzer Lichtblick vom Balkon des Bec Rouge auf den See und Val Claret

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Tovière-Gipfel, 2698 m im Zoom mit der neuen 10-EUB, unten der 6-KSB Paquis sowie der 8-KSB Tommeuses (links)

Abends wieder sehr spät essen gehen, in einem Etablissement gibt es nichts mehr, landen nach einem Rundgang durch die noch verwinkelteren und morbideren Katakomben der Hauptgebäudezeile von Le Lac in einem Nachbarrestaurant von heute Mittag. Esse Tartiflette wieder mit einem Glas Weißwein.

Schauen mit den anderen Gästen noch kurz ins langweilige Halbfinale Argentinien-Niederlande rein und gehen schlafen. Die Hoffnung auf Wetterbesserung und einen Skitag morgen ist nicht sehr groß, was an der Stimmung zehrt.

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Super-Tignes ohne Skistation und Grande Motte-Gletscher in alter Pracht. Das wäre mir sogar mehr als 84 € wert…


Letzter Tag

Leider keine Wetterbesserung, eher eine Verschlechterung. Dichter Nebel frühmorgens, Schneefall bis auf 2100 m hinunter nach Tignes le Lac, Stimmung wie Ende November vor dem Saisonstart. Sehr wahrscheinlich auch heute kein Skibetrieb an der Grande Motte, angesichts der bescheidenen Sichtverhältnisse aber auch keine Überraschung bzw. es wäre wohl auch kein guter Skitag zu erwarten. Die Blindflugverhältnisse dort oben kenne ich zur Genüge aus drei Aufenthalten selbst. Eine vollends gültige Verifizierung haben wir allerdings nicht, dazu hätten wir zur Talstation fahren müssen.
Bei der Abfahrt in Tignes, immer noch Schneefall, Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt. Auf eine erneute Fahrt zum Pisaillas-Gletscher haben die beiden anderen keine Lust („Nichts Neues im Vergleich zu gestern“), zudem ist für die Nordrampe Winterausrüstung erforderlich, wie wir in Les Boisses angezeigt sehen.

Mein Fehler war, dass ich entgegen meiner ursprünglichen Absicht nur bei guter Wetterprognose mitzufahren das einfach getan habe, obwohl die Aussichten nicht gut waren. Ich hätte es besser wissen müssen, aber wir hatten ja bereits die Unterkünfte reserviert und ich wollte einfach endlich einmal mitfahren… Vielleicht haben wir also wirklich für das unglaublich-einmalige 7 zu 1 gebüßt, wer weiß? Trotzdem habe ich viele neue Eindrücke gesammelt, ich war zum ersten Mal in den Westalpen Sommerskifahren, ich war zum ersten Mal in den französischen Retortenstationen in der Sommersaison, ich habe zum ersten Mal mit trinc und k2k gemeinsam eine Tour gemacht, wir hatten sehr viele, sehr gute, sehr lustige und niveauvolle Unterhaltungen - alles in allem möchte ich diese Tage nicht missen! Vielleicht klappt es beim nächsten Mal dann mit dem Wetter?


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BeitragVerfasst: Fr, 10.10.2014, 22:33 
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Danke für den super Bericht !!!!
habe ich auch fast alles schon mal so gesehen, ausser Tignes.
Hatte jedoch etwas mehr Glück mit dem Wetter :wink:


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BeitragVerfasst: Do, 16.10.2014, 10:08 
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... Wetter gehört zum Gebirge dazu! Daher finde ich diesen Bericht durchaus interessanter als nur Schönwetterberichte.

Der Pistenbau schaut ja krass aus - auch wenn später sicherlich viel begrünt wird. Warum ist da an so vielen Stellen die Grasnarbe entfernt worden? Abzweigungen?

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BeitragVerfasst: Fr, 17.10.2014, 21:52 
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Danke für Eure Rückmeldungen!

Zitat:
Der Pistenbau schaut ja krass aus - auch wenn später sicherlich viel begrünt wird. Warum ist da an so vielen Stellen die Grasnarbe entfernt worden? Abzweigungen?


Auf welche Bilder beziehst Du Dich gerade? L2A, die neue Talabfahrt?

Übrigens, keine guten Neuigkeiten aus Sommerski- und Nostalschigesichtspunkten: die 3-SB Roche Mantel wurde/wird in diesen Tagen wohl ersatzlos abgebrochen in L2A, zusammen mit der DSB Vallons (Beschäftigungsanlage am Diable) und der DSB Pied Moutet, deren Station k2k und ich im Rahmen der Wanderung uns noch angeschaut haben. Auch 2 kleinere Talschlepper glauben dran...
Quelle: http://www.remontees-mecaniques.net/forums/index.php?showtopic=19938&st=520


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BeitragVerfasst: Fr, 17.10.2014, 22:09 
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^ Der 3SB trauer ich mal sicher nicht nach, sorry :)

Erstens war sie (im Sommer) sowieso nur mit Schieben erreichbar, und zweitens mag ich Sessellifte ohne Fußraster nicht (außer ESL, wenn man die Skier in der Hand trägt, das ist etwas bequemer)

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BeitragVerfasst: So, 19.10.2014, 18:03 
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@Pistenbau: ja ich meinte die Talabfahrt

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BeitragVerfasst: So, 19.10.2014, 19:14 
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RetroRebel
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@CV: ja die Piste ist wieder so eine Überkatstraophe, finde ich.

@Starli: was das schieben angeht, hast Du recht, war aber trotzdem mein Lieblingslift am Gletscher. Dafür, dass die Piste doof ist, kann ja der Lift nichts... ;)

... und bei der KSB muss man genauso schieben, halt nur oben. Warum die da endet wo sie endet lässt sich vermutlich auch nur mit dem Gletscherstand aus der Ära des Baus erklären. Mir tuts auch um Jandri 4 leid. Der Hang ist sehr cool und da standen sicher nicht tausend Slalomstangen rum...

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BeitragVerfasst: Fr, 31.10.2014, 21:53 
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Zitat:
... und bei der KSB muss man genauso schieben, halt nur oben. Warum die da endet wo sie endet lässt sich vermutlich auch nur mit dem Gletscherstand aus der Ära des Baus erklären.


1995 bzw. 1996 (?) ist zwar auch bald schon wieder 20 Jahre vorbei, aber auf dieser Trasse muss die 4-KSB eine Neuerschließung gewesen sein. Die Vorgängeranlage von ihrer Talstation war wohl eine DSB Signal 1, deren Station stand noch länger neben der heutigen Talstation und die muss bei der Talstation Roche Mantel geendet haben. Ich meine, dass k2k und ich explizit ein größeres Fundament dort begutachtet hätten. Diese Trassierung über Eck ergibt Sinn, v.a. im Hinblick auf den 1976 sicherlich noch deutlich mächtigeren Gletscher, da man möglichst nahe wohl die Randfelsen versucht hat auszunutzen und keine direkte Trassierung machbar war. Der Vorteil der alten Liftkette war, dass man via Roche Mantel natürlich direkt an der Gletscherstation und damit dem Pistenstart herausgekommen ist. Die heutige bzw. nun ehemalige Roche Mantel-Piste war bis auf spätere Sommerwochen (unten aper) wohl nicht das Hauptinteresse.
Die heutige 4-KSB erschließt ja auch die Hänge bergwärts gesehen rechts von ihr (gletscherfrei), die man im Frühsommer ja oftmals noch fahren kann. Jandri 4 fehlt natürlich heute im Sommer um eine bequeme Verbindung zum Rest-Gletschergebiet herzustellen.

Die neue Talabfahrt: Warten wir mal ab, wie es final aussieht und wie dann alles wieder eingewachsen sein wird, in etlichen Jahren. Den generellen Trend zur "Vereinfachung" und Banalisierung, um das treffende Wort mal wieder zu bemühen, heiße ich genauso wenig gut. Schlimm genug, dass dies in Méribel nun meiner geliebten "Lac de la Chambre" blühen soll. Was man dort wohl machen will? Wenn ein Fahrer diese harmlose Rote nicht hinunterkommt - dann fährt man einfach (noch) zu schlecht...


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