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BeitragVerfasst: Di, 11.03.2008, 22:16 
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Vue des Alpes-Tête-de-Ran 2.1.2008 "Niemandsland"

Für Trincerone als Schmerzlinderung.

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Morgens 6 Uhr Basel Hauptbahnhof. Start für ein Skiabenteuer der Spitzenklasse. Mit einem leises sirren setzt sich der ICN Basel-Genf in Bewegung. Gemächlich gondelt der neue Neigezug über den Vorbahnhof bevor er kurz vor dem Wolf Richtung Dreispitz abzweigt. Dann gibt er Schub. Es geht das Laufental hoch via Dornach-Laufen nach Delsberg oder auf französisch Delemont. Ja Richtig gesehen diese Stadt ist zweisprachig. wir haben also die Sprachgrenze überfahren. langsam bricht das Tageslicht an. Nebel nichts als Nebel. Delemont ist eine Spitzkehre. Weiter fährt der Zug Rückwärts dank den Triebwagen geht das jetzt viel schneller. Durch die Gorges de Moutier nach Moutier im Kanton Bern. Die kleine Stadt liegt eingeengt zwischen 2 Engen Durchstichen. Sogenannte Klus.
Hier teilt sich die Bahnstrecke wieder auf. Eine Nebenlinie führt Crémines nach Gänsbrunnen und durch den Weissensteintunnel nach Solothurn. Wie man sehen kann liegen hier die Sprachgrenzen sehr eng. Eine weitere Linie führt von Mountier über Reconvilier nach Tavannes und weiter nach Biel/Bienne. Da hin wollen wir auch. Aber wir fahren direkt durch den Grencherbergtunnel nach Grenchen. Der Jura ist einmal von Nord nach Süd durchfahren. Ein kurzes Stück geht es jetzt im deutschsprachigen Sektor nach Biel/Bienne. Euch eine zweisprachige Stadt. Jetzt muss ich umsteigen. Kurz nach 8 Uhr geht es weiter ins Land des legendären Jurablitz. Mittlerweile ist es hell. Immer noch Nebel. 2 mal die Sprachgrenze durchfahren!
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Durch enge Schluchten geht es nach Sonceboz-Sombeval. Hier trifft sich unsere Linie mit der Bahnlinie über Tavannes. Wir fahren aber von Sonceboz weiter das Sazetal hoch über Courtellary nach Saint Imier. Auch ein kleiner Wintersportort. Hier steigen die meisten Skifahrer aus. Entweder zum Chasseral oder Mont Soleil. Ich bleibe sitzen. Die Ortschaft Renan der letzte Ort auf Berner Boden denn La Chaux de Fonds gehört zum Kanton Neuenburg. Der nächste Halt. La Chaux de Fonds. Eine aussergewöhnliche Stadt. Nach einem Grossbrand 1794, bei dem 75% der Stadt vollständig abbrannten, wurde sie ab dem Reissbrett streng rechtwinklig wieder aufgebaut. Wie ein Schachbrett Haus um Haus jedes genau gleich. Frei nach dem Amerikanischen Vorbild. Eine Industriestadt, grau und kalt, lebte Jahrzehnte von der Uhrmacherei. Viele Fabriken mit Kaminen und Hallen. Für viele Leute war sie über Jahre die hässlichste Stadt der Schweiz. Zusammen mit dem rauhen Juraklima an manchen Tagen ein ungemütlicherOrt. Aber irgend wie hat das ganze seinen Reiz. In den 70er Jahren ging es rapide abwärts. Vor allem die Uhrenindustrie verschwand und wurde nach China verlagert. Mittlerweile hat man sich hier aber arrangiert und auf Hochleistungselektronik umgesattelt. Auch die hässichen Fassaden und Industriebauten wurden renoviert, umgenutzt und sind heute als Baudenkmal geschützt.
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Die letzte Etape setzte ich nicht mehr auf Normalspur. Von La Chaux de Fonds fährt ein kleiner rotweisser Triebwagen durch das Hochland von La Sagne nach Le Pont du Martel. Ich steige aber beim ersten Halt in Le Corbatière aus. Jetzt geht es Skifahren. Mit einem Pfiff verabschiedet sich der kleine Flitzer im lichten typischen Jura Nadelwald.
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Willkommen 40 Jahre zurück. Zu Fuss über die verkehrsarme Strasse zum Skilift. Die Stromleitung links ist eine der ersten Transitleitungen der Schweiz und stammt aus den 20er Jahren. Der Parkplatz ist heillos überfüllt wie man sehen kann. Der Nebel wird lichter. Dennoch sind die Temperaturen hier im Sibirin der Schweiz nicht sehr angenehm. Minus 15 Grad. Ganz in der Nähe befindet sich, ob mans glaubt oder nicht, der kälteste Punkt der Schweiz. hier gibt es auf gerade mal 1100m sogar Unterirdische Gletscher. :shock:
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Nach einer kleinen Wartungsaufgabe ging es schon los. Insgesammt 8 Skilifte gibt es hier. Alle sind mehr oder weniger gut verbunden. Einen gemeinsamen Skipass gibt es nicht. Hier wurstelt noch jeder wie vor 40 Jahren für sich was vor sich hin. Dabei versucht man die ach schon wenigen Leute mit Dumpingpreisen anzulocken. Dennoch für die 8 Lifte musste ich 4 Skipässe lösen. 2 Lifte waren Konkurs sonst währen es noch mehr geworden und auch wenn die Tageskarte nur 15 bis 20 Franken kostet gehts trotzdem ins Geld. Aber das geb ich gerne aus. Andere nicht.
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Strategisch wichtig, der Vue des Alps Pass. Hier wurde anfangs 2WK das erste mal eine Festung errichtet, die nicht nur die Passhöhe schützte sondern die ganze Region als solches durch ein Netzwerk von Bunkern, Stellungen Tanksperren und Sprengpunkten war der Pass von La Chaux de Fonds weg verteidigt. In Späteren Phasen des 2WK wurde dann auf diese Position als Sperstelle verzichtet und zur Verzögerungsstellung deklassiert.
Auf der Passhöhe sah man kaum die Hand vor Augen. Daher keine Bilder vom Skilift Loges I + II wobei nur einer lief. Poma Stangenschlepper nichts besonderes. Mit den Tourenski ging es über die den Bergrücken des Safrière nach Le Bosse.
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Der erste Skilift welcher hier gebaut wurde. Seit 1942 surrt hier der Lift. Anfänglich zur Freude der Aktievdienstler jetzt für normale Skifahrer.
Der jetztige Lift vom Stahlwerk Wartmann Brugg ist eine Konstruktion von Karl Brändle.
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Der Lift wurde als einziger nach dem Konkurs der Skilifte Tete de Ran dank Sponsoren weiter betrieben. Vermutlich wegen dem Hotel. Die Bergstation befindet sich weniger Meter unter dem Gipfel des Tete de Ran.
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Hier ist Fertig betrieb. die Rollen drehen nicht mehr. Eine komische Atmosphäre. Der Lift von Les Hauts-Geneveys zum Tete de Ran wurde von Habegger gebaut und ersetzte eine 2EUB von Giovanola welche nur etwa 15 Jahre in Betrieb war.
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Die Bergstation gleich daneben steht noch immer. Seit über 35 Jahren lagern hier immernoch Gondeln, Klemen und Seile sowie sonstiger Skiliftgerümpel. Die Bahn wurde abgebrochen die Kabinen, Klemmen und Seile hat man stehen und liegen gelassen.
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Trauriger Ort. Hab da ine Tafel Schokolade verputzt. Zur Bergstation des Dritten Liftes ging ich dann wegen Nebel nicht. Hab lieber dem Le Bosse de Tete de Ran beim drehen zugesehen:
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Der Lift brüstet sich der billigste der Region zu sein. Als Goodie gibt es einen beheizten abgewrackten Wohnwagen an der Talstation sowie kostenlosen Glühwein und Punsch.
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Der Lift ist zudem mit Flutlicht ausgestattet. am Masten 4, ein einseitiger Niederhalter, Endet die Präparierte abfahrt. Hier kann man aussteigen. Weiter hoch ist verdammt steil. Hier gibts nur noch ein verwachsener Buckelkräutergarten. Einfach cool.
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Die Talstation des 1942 gebauten Lift steht noch immer und sieht aus als hätte der 2WK hier wirklich seine Spuren hinterlassen. Skpass muss man hier auch einen eigenen kaufen wie am Skilift Les Loges auch schon. Gibt auch Punktekarten für Wiederholungstäter!
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Zurück gings dann auf mehr oder weniger Abschüssigen Langlaufloipen zum Skilift Crete de Muron. Ah ja auch der mit eigenem Skipass. dabei ist er sogar mit dem Skilift von Le Corbatiére mit einem Abhang verbunden!!
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Der Lift selber ist ein Zwilling. Der Bruder war aber eine Todgeburt. Auch ein Lift reicht. Klassischer Doppelmayr Skilift von Garaventa. Hinter der Bergstation kann man zum Skilift Roche aux Crocs abfahren. zwar keine Pisten und mit Stacheldrahtverhau gesperrt aber dank militanten Skitourengehern abgezwackt.
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Auch hier währe Problemlos eine Pistenmaschinenspur möglich und ein kombinierter Skipass würde das Gebiet um einen Lift bereichern.
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Die Abfahrt trifft sich etwas weiter unten trifft sich die Abfahrt mit der Piste vom Roche aux Crocs. Durch ein abgelegenes Seitental einer Klus geht es zur Talstation.
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Die direkte Abfahrt ist unpräpariert und ein richtig schöner Buckelknüller. Man hat sie direkt unter der Hochspannungsleitung aus den 20er Jahren angelegt. Von wegen Elektrosmog beim Skifahren. Herzschrittmacher bitte ausschalten.
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Der Skilift Roche aux Crocs ist ein gebastel aus Habegger, Küpfer und Baco. Angeschrieben ist Bircher Seilbahnen Adelboden. Wegen der Kurve und der Steilheit des Liftes ist er recht langsam.
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Der enge Einschnitt des Roche aux Crocs war auch Strategisch Wichtig. Zwar kann man hier wegen dem Fluss und der allgemein steilen Topografie nicht mit Panzern durchfahren aber mit Strosstrupps die Hauptverteidigung am Vue des Alps umgehen und einen Flankenangriff starten. Das vor allem mit Infanterie oder Geländefahrzeugen. Darum hat man hier an der engsten Stelle eine Tanksperre positioniert. Stacheldrahtverhau, Minenfeld und als Schutz 2 schwere Maschinegewehrstellungen an den Felswänden welche sich gegenseitig decken.
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Heute sind nur noch die Betonteile vorhanden sowie ein riesen Berg rostiger Stachendraht. Dazwischen durch fürt die Talabahrt zum Skilift Le Corbatiere.
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Ein äusserst flacher Skilift von Tebru. sehr beliebt bei Anfängern. Weil die Piste immer die gleiche Stegung besitzt. Ein Normalskifahrer muss hier aber angeben um zur Talstation zu kommen.
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Nach einer etwas längeren wartephase und Fotophase hab ich mich als Singel freundlich beim Liftwart gemeldet worauf ich mit einem weiteren Einzelfahrer eingespannt wurde. Einfach reden dann gehts. 8) Der Lift ist relativ langsam ideal für Beginner. Oben wartet sogar ein Abbügler. Elektrische Einrichtung ist irgend was französisches.
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Viel grösser, schwere und steiler aber nicht viel Schneller der Skilift Roche aux Crocs mit seinen bulligen Rohrmasten. 7 an der Zahl.
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Praktisch in der Mitte des etwa 700m langen Liftes befindet sich die Kurve in steiler Hanglage. Es handelt sich um ein neueres Produkt nach System Bachmann zweite Version.
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von der Bergstation kommt man durch ein kleines Tal direkt zum Skilift Crete de Muron. Da ich ja alle Tageskarten gesammelt hab und an meinem Kristbaum an der Jacke montiert, ging es auch hier. Cool. Auch dieser Lift bietet Nachskifahren an. Erreichbar ist er über eine Seitenstrasse nach Le Bosse vom Vue des Alps zum tete de Ran.
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Zwischen den Liften ist Niemandsland. Teilweise mit Stacheldrahtverau abgesperrt. dennoch gibt es landschaftlich ein paar ganz geile Abfahrten wie diese hier durch ein Enges Tal.
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Der Tete de Ran traut sich gegen Abend doch noch aus dem Nebel! Jetzt erkennt man wie kurz die distanzen hier sind. Ein kurzer steiler Tellerlift und 2 Babylifte würden reichen und man hätte eine Hardcore Freakarena.
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Langsam neigt sich dieser affengeile Tag dem Ende. Leider. War der freakigste Skitag der Saison!
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Es war den ganzen Tag recht frisch. Aber jetzt wo die Sonne untergeht wird es im Sibiren der Schweiz eher unangenehm. Die Stimmung mit den eisigen Bäumen einfach gewaltig.
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Eine letzte Abfahrt durch das langsam aber sicher eisig werdende Hochland.
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Zum Abschluss noch ein geiles Bild das alles an diesem Tag in meinen Augen vereint. Der untere Lift läuft fast bis 17.30 Ein echte Familienlift für Schlittler, Kinder und Anfänger.
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Alle Bilder:
http://www.stahlseil.ch/gallery/main.ph ... emId=27291


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BeitragVerfasst: Di, 11.03.2008, 22:45 
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Hey, hab vielen lieben Dank für den Bericht! Ist ja echt eine abgefahrene Ecke... musste kurzh an La Dôle und das "Amt für Seilbahnen, die eigentlich keine Genehmigung mehr bekommen" würden denken... ;) Die alte Freileitung ist auch interessant, die hat ja noch teils stehende Isolatoren! Gibt es eigentlich heute in der Schweiz noch aktive Minenfelder? So à la Golan?


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BeitragVerfasst: Di, 11.03.2008, 22:57 
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.. so ein Google Earth - Bild mit GPS-Track wär jetzt was feines ... ,-)


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BeitragVerfasst: Mi, 12.03.2008, 10:51 
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Toll, endlich wieder einmal ein Bericht von dir lesen zu können! Spannende geschichtliche Hintergrundinfos.
Ich kann nur bestätigen, wie eigenartig diese Region dort ist. War mal eine Woche im Herbst im Nachbardorf von La Brévine. Da weiss man wirklich nicht ob man nicht irgendwo im russischen Niemandsland gelandet ist.


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BeitragVerfasst: Mi, 12.03.2008, 11:02 
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Ich kenne die Gegend nur vom Sommer, finde es aber genial, wenn ich mal meine Ruhe haben will.

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BeitragVerfasst: Mi, 12.03.2008, 19:33 
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[trincerone] hat geschrieben:
Die alte Freileitung ist auch interessant, die hat ja noch teils stehende Isolatoren!

Das sind Niederhalter. :lol: Wie bei der Seilbahn.

Zitat:
Gibt es eigentlich heute in der Schweiz noch aktive Minenfelder? So à la Golan?


Kleine erklärung zur Kriegsdoktrin der Schweiz. Nach Beginn des 2WK sah man sich gegen Norden plötzlich einem Feind gegenüber. Glücklicherweise liegt dazwischen der Rhein über welchen nur wenige Brücken führen und so ein Natürliches Hinderniss die Grenze markiert. Im Westen bauten die franzosen ebenfall entlang des Rheines die Maginotlinie. Frei nach diesem Beispiel folgten die Schweizer mit einer verstärkten Verteidigung entlang des Rheines denn man hielt die Maginotlinie für uneinnehmbar. Sowas wollte man auch. Dazu platzierte man entlang des ganzen Uferbereiches ein Maschinengewehrbunker neben dem Nächsten die sich gegenseitig Abdecken. Da dazwischen der Rhein liegt musste man nur mit einer Amphibischen Landung rechnen sprich Boote oder Pontonbrücken. Das konnte mit einem schweren Maschinengewehr gut abgewehrt werde. Um das ganze aber abzudecken und zu verhindern, dass man vom anderen Rhein Ufer Schützenhilfe mit Panzern geben konnte, baute man ein paar Kilometer hinter der Grenze in den ersten Hügelzügen grosse Artilleriewerke. Beispiel der Beserstein oder Reuenthal. Mit diesen konnte man bis weit nach Deutschland schiessen und so die Bunker an der Front abdecken. Ein Grenzfall befindet sich auf der Schafmatt oberhalb Basel. Da die Schweiz nocj nicht genügend Kanonen fertigen konnte bzw dessen Produktion in grossem Stiel erst anlief, schloss man mit den Franzosen einen Geheimpack. Man baute in einem Waldstück bei Gempen eine Reihe Kasematten mit Einfahrtrampen. Sobald die Deutschen über Basel in die Schweiz eingedrungen währen, währen die Franzosen über das Laufental nach Gempen gestossen und hätten hier in den bereitgestellten Bunkern ihre Flanke geschützt. So weit kam es aber nie.

Nach dem Fall Gelb zeigte sich, dass auch die Maginotlinie umgehen werden konnte und so Nutzlos war. Nun war die Schweiz auf allen 4 Seiten von den Achsen umgeben. Jetzt wurde die Strategie umgestellt. Anstelle der Festung Schweiz setzte man auf das Reduit und den Hohen Eintrittspreis. Jedem Gegner wurde klar gemacht, wenn er die Schweiz angreifft wird er zuerst mit den Vorhandenen Stellungen an der Grenze möglichst lange Aufgehalten. Jeder Schweizer der eine Waffe tragen konnte wurde aufgeboten um sich dem übermächtigen Gegner zu stellen. Daher werden Schweizer Büger ab 18 Jahren auch heute 60 Jahre danach noch mit einem Gratis Gewehr und Munition ausgestattet. Jeder der jemals Diensttauglich war.(Ab 08 keine Munition mehr) Das Gewehr ist danach eigentum und kann für den Rest des Lebens behalten werden.
Zurück zur verbrannten Erde. In der Zwischenzeit hätte das ganze Mittelland evakuiert und in die Alpentäler geschafft werden sollen. Danach hätte man alles in die Luft gesprengt was jemals von Nutzten gewesen währe. Jede Brücke, jeder Tunnel, jede Strasse jede Mauer, jede Fabrik alles war vermint und verkabelt. Ein Knopfdruck hätte genügt um die ganze Schweiz innert Sekunden in die Steinzeit zurück zu versetzten. Auch wenn die Schweiz keine Chance gehabt hätte, das Land währe für Jahre destabilisiert gewesen. Man hätte bei Null anfangen müssen. Und das in einem Land das keinerlei Rohstoffe besitzt. Ziemlich sinnlose Aktion. Wie lose der Finger auf dem Drücker sass zeigt die irrtümliche Sprengung einer Eisenbahnbrücke bei Winterthur nach einer Falschmeldung.
Die weitere Taktik sah vor aus dem Reduit heraus einen Widerstand zu Organisieren und mit Anschlägen das Land weiter zu destabilisieren. Ein heutiges Beispiel dieser Taktik dürfte der Irak sein. Im späteren Verlauf des Krieges rutschte eine Invasion der Schweiz auf der Seite der Achsen immer mehr in den Hintergrund, denn die Schweiz besitzt eine Doppelspurige Hochleistungs Eisenbahnlinie von Basel bis nach Chiasso. Durchgehend elektriviziert und gegen Bombenangriffe geschützt. Bei einer invasion währe diese Achse zerstört sorden. Auch wenn es Kommandoeinheiten wie 1943 geplant gelungen währe die Strecke in einem Handstreich zu Sichern hätten die Alliirten Bomber das Bauwerk innert weniger Tage eingeäschert. Wieso nicht mitmachen und einfach Güter quer durch die Alpen schicken. Die Schweizer stellten kaum Fragen was sie da transportierten. Wollte eh keiner Wissen. Wenn man zwischen den Fronten steht und mit beiden Seiten krumme Geschäfte macht kommt man vielleicht sogar heil raus. Was jetzt nicht heisst, dass ich dieses Verhalten Richtig finde. War wohl aber zu der Zeit die einzige Lösung. :( Nach dem Krieg war der Böse Achse weg. Aber es kam der Russe. Und so wurde munter weiter investiert. Due neuen Autobahnen wurden alle mit vorgefertigten Sprengkammern ausgerüstet. In den 70er Jahren dann aus Kostengründen sogar mit fix einbetoniertem Sprengstoff. Aus Kostengründen wird das heute aber kaum mehr ausgebaut bzw einfach Zünder entfernt. An den Passstrasse gibt es an wichtigen Kurven Sprengkavernen in der Strasse. Erkennbar an den Grossen Quadratischen Deckeln. teilweise baut man sie beim Strassenneubau aus. Allerdings hab ich bei meinem Wallisbesuch am Col des Planches gesehen dass man hier in eine Nigelnagelneue Strasse wieder Sprengkavernen eingebaut hat. Kein Wunder die Strasse hat unsere ewiggestrige Armee verbrochen was man an desn Batalionszeichen an diversen Bauten erkennt. :lol:

Zitat:
.. so ein Google Earth - Bild mit GPS-Track wär jetzt was feines ... ,-)

Google Earth wie uncool. Hab dafür eine eigends gezeichnete Karte.
(c) schweizer Landestopographie.
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Anlagen:
1.) La Corbatière La Sagne
2.) Roche aux Crocs
3.) Crêt Meuron
4.) Les Loges-Vue des Alpes I
4.) Les Loges-Vue des Alpes II
5.) Bosse de Tête de Ran Les Hauts-Geneveys
6.) Les Hauts Geneveys-Tête de Ran
7.) Le Serment Les Hauts-Geneveys

@piano: Jetzt weisst du wieso man den welschen Russen sagt. :wink:


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BeitragVerfasst: Mi, 12.03.2008, 19:51 
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Vielen Dank für all die Infos.

Ist das eine Autobahn dort auf der Karte im Tunnel? Wenn ja, welche?


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BeitragVerfasst: Mi, 12.03.2008, 20:07 
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Eine Schnellstrasse die 1994 von Neuenburg durch den Vue des Alp Tunnel nach La Chaux de Fonds gebaut wurde. Nummer lautet J20. links davon der 1860 gebaute Eisenbahntunnel. Diese Nebenstrecke verbindet Neuenburg mit La Chaux de Fonds. Interessant ist die Spitzkehre in Rochefort. über der Areuseschlucht. Eröffnet 1859.
Als seltenheit in der Schweiz die Spitzkehre. Im Jura gibt es sogar 2 davon. :lol:


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BeitragVerfasst: Mi, 12.03.2008, 20:24 
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Ah, jetzt check ich das, ich dachte beide gestrichelten Linien wären ein und derselbe Tunneln (Autobahntunnel werden ja z.T. so breit dargestellt). Aber das ist einmal die Straße und einmal die Eisenbahn.. und ich hab mich schon gewundert, warum die Straße außen nur so schmal ist... ;) :lol:


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BeitragVerfasst: Mi, 12.03.2008, 20:35 
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Schwarze Linie ist die Eisenbahn. Gestrichelte Schwarze Linie ist Schmalspurbahn.


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BeitragVerfasst: Mi, 12.03.2008, 22:00 
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Öhm, jeder wehrpflichtige Schweizer hat eine geladene Waffe daheim? Das war mir neu. Die Sachen mit der Selbstzerstörung hatte ich noch von einem deiner früheren Erläuterungen im Kopf - was ich eigentlich etwas kindisch finde. ("Das ist mein Spielzeug, und bevor du mir das wegnimmst, mach ich es lieber kaputt!")

Erstaunlich aber, dass da in den letzten Jahren nie was schief gegangen bzw. fehlgezündet ist ... (12.2.2009 - Pass XYZ versehentlich in die Luft gejagt - 12 Tote)


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BeitragVerfasst: Mi, 12.03.2008, 22:26 
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Wieso macht DM das nicht eigentlich so mit seinen KSBs? Ich mein, falls die mal besetzt werden... ;)

Aber die Taktik macht schon Sinn! Bei Brücken und Pässen kann ein weiteres Vordringen verhindert werden und bei Fabriken z.T. deren Nutzung zum Kampf gegen das Land, in dem sie stehen. Außerdem verhindert es vielleicht einen Angriff, wenn man hinterher nur Einöde findet, abgehesen von der Bedrohung die davon ausgeht. Ein ähnlicher Gedanke liegt ja auch Minenfeldern zugrunde.


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BeitragVerfasst: Do, 13.03.2008, 8:23 
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Schade, dass ausgerechnet die längsten Lifte stillgelegt worden sind. :(

@trinc: Stehende Isolatoren gibts auch bei Hochhalter-Masten. Die nennt man dann Stützenisolatoren. Gibts aber wohl nur bis max. 50 kV.

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BeitragVerfasst: Do, 13.03.2008, 17:21 
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Zitat:
Öhm, jeder wehrpflichtige Schweizer hat eine geladene Waffe daheim? Das war mir neu.

So ist es.
Aber aufgrund verschiedener Zwischenfälle ist die Waffe zum Politikum geworden.
Nun wird die Munition bei "allen" (es gibt Ausnahmen) Wehrmänner bis im Dezember 2009 eingezogen. Und es ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die Waffen eingesammelt werden.


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BeitragVerfasst: Do, 13.03.2008, 17:26 
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Es ist aber interessant, das das an sich sehr lange sehr gut funktioniert hat und eigentlich ja auch noch funktioniert. Wenn man bedenkt, dass in den USA oftmals die sehr laschen Waffengesetze für den dortigen Missbrauch von Waffen verantwortlich gemacht werden bzw. die sehr scharfe dt. Regelung für die hiesigen verhältnismäßig ruhigen Zustände, dann ist die Schweiz eigentlich das beste Beispiel dafür, dass die Tatsache, dass Waffen verfügbar sind, nicht allein Grund für deren Einsatz sein kann, sondern dass offenbar auch noch soziale Gründe eine Rolle spielen müssen.


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