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 Betreff des Beitrags: Von Hall und Von Roll
BeitragVerfasst: Di, 03.09.2019, 19:21 
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Prolog

Normalerweise meiden wir die Sommerferien für größere Reisen, da es uns in der Nebensaison im Mai/Juni bzw. September/Oktober in vielerlei Hinsicht in den meisten Ländern besser gefällt. In diesem Jahr jedoch wollten wir einige Ziele in den USA besuchen, die teilweise nur stark zeitlich begrenzt im Sommer stattfinden und so bisher durch das Raster gefallen sind. Zudem wurde die Route - ausnahmsweise - nicht unter Berücksichtigung von Pendel-, Sessel- oder Gondelbahnen geplant sondern der Fokus mehr auf den Besuch von Freunden oder Nationalparks genommen. Dass einige weise Liftbauer in der Vergangenheit interessante Anlagen entlang der Route positioniert hatten, war somit natürlich reiner Zufall.

Die Route führte uns vom Nordwesten des Landes in einigen Schleifen bis hinunter nach Los Angeles, ehe wir über die Wüsten Arizonas bis hoch die Rocky Mountains Colorados fuhren. Nach einem kurzen Flug setzen wir die Reise in Chicago fort und nahmen uns den nördlichen mittleren Westen vor. Minneapolis, im Land der zehntausend Seen gelegen, war der letzte und für die Reise ausschlaggebende Zwischenstopp, ehe wir uns aus Chicago verabschiedeten und in rekordverdächtigen sieben Stunden nach Deutschland zurückflogen.

Ein alter Bekannter durfte auf dieser Reise natürlich nicht fehlen: das omnipräsente Wetter. In einem Land, in dem wegen jedem kleinen Regenschauer gerne mal das Fernsehprogramm mit „Breaking News“ unterbrochen wird, waren die Gewitter ein ständiger Begleiter und sorgten, bis auf zwei Ausnahmen, für konstante Unsicherheit bei der Planung. Teilweise waren es nur Minuten, die zwischen dem Besuch einer Seilbahn und dem Eintreffen des Gewitters vergingen. Ob am Ende alles gut gegangen ist, wird diese Berichtserie zeigen.

Für den Anfang jedoch geht es kurz über die Grenze in das Nachbarland, dessen Staatsbürgerschaft unter US-Amerikanern zu einem heiß begehrten Gut geworden scheint. Vor genau 10 Jahren waren wir bereits in Vancouver und schafften es in mehreren Monaten nicht ein einziges Mal, auf den bekannten Hausberg der Stadt, Grouse Mountain, zu fahren. Von Seattle aus ist es nur noch ein Katzensprung, selbst das Passieren der Grenze war - in eine Richtung - mit keiner großen Verzögerung verbunden. Wir wählten den Tag nach der Ankunft, einen Sonntag, da der Verkehr rund um Seattle an jedem Wochentag aus Dauerstau besteht. Somit war die Interstate zwar relativ leer, aber an unserem Ziel die Hölle los. Nach dem eher kurzen Besuch des Berges schauten wir uns noch in der Stadt um, schwelgten ein wenig in Erinnerungen und machten uns relativ früh wieder auf den Heimweg, da sich der Grenzübertritt in die Gegenrichtung doch relativ lange hingezogen hat.

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Der obere Parkplatz war gesperrt, aber wir fanden weiter unten noch eine kleine Lücke und erwischten einen Moment ohne größere Wartezeiten. Heute war nur die 100-PB von Garaventa aus dem Jahr 1976 in Betrieb. Die kleinere, etwas ältere Schwester von Habegger läuft mittlerweile nur noch für Versorgungsfahrten oder bei extremen Wartezeiten. Bei Bedarf und gegen Aufpreis kann man auf dem Dach der Kabine mitfahren.

Die lifttechnische Erschließung des Berges begann 1949 mit einer Eigenbau-DSB (lt. dem Betrieber die erste DSB der Welt :? ), deren Überreste (Holzstützen, etc.) heute noch entlang der alten Trasse zu finden sind (https://forums.clubtread.com/attachment ... 1497454031 und https://forums.clubtread.com/attachment ... 1433945686). 1966 beginnt die Ära Habegger mit dem Bau der Pendelbahn von der anderen Seite des Berges sowie zwei Sesselliften. Danach entstehen Anlagen von Garaventa, Müller, Doppelmayr und Leitner-Poma. Heute wirkt der Berg stark verbaut und obwohl es nett ist, dass man die Stützen der beiden Habegger DSB als Flutlichtmasten weiterverwendet, trägt es eher noch zu einem abschreckenden Anblick bei.

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Die Kabine war bis auf den letzten Platz gefüllt, zum Glück erwischten wir einen Platz am einzigen geöffneten Fenster. Im Hintergrund sind Downtown und Stanley Park zu sehen.

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Ein kurzer Schwenk nach rechts und man sieht fast nur noch Natur. Hinter dem gegenüberliegenden Hügel befindet sich das Skigebiet Cypress Mountain.

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Die alte Habegger-PB zeigt sich

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Die alte Bahn endet direkt am Restaurant und man kann sich dort relativ frei bewegen, da es mehrere Aussichtsplattformen gibt.

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Blick hinauf zum höchsten Punkt, der Rest ist von der Bergstation nicht so gut einsehbar. In das Windrad hat man eine Aussichtsplattform gebaut.

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Davon dürfte es auch nicht allzu viele geben...

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Nochmal der Blick über die Stadt bis zum Flughafen, der seit der Olympiade durch eine Bahn an das Zentrum angebunden ist. Übrigens einer der schöneren Flughäfen dieser Welt.

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Wir entscheiden uns für die Talfahrt, das Skigebiet ist jetzt nicht ganz so interessant, genauso wie der Rummel hier oben.

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Es war schön, mal wieder in Vancouver gewesen zu sein, aber nun begann die eigentliche Reise erst.

FF


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Hall und Von Roll
BeitragVerfasst: Di, 03.09.2019, 21:09 
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Wie immer sehr schöne Bilder und interessante Informationen. Freue mich auf die Fortsetzung. Einfach vom Design her eine coole CWA-Kabine, hat mich als Teenager schon fasziniert. Die Flutlichter auf den Habegger-Stützen sind zwar skurril, es gibt jedoch m.E. deutlich Schlimmeres.

PS: Hätte auch noch den einen oder anderen Bericht in petto, bin aber derzeit leider etwas faul...


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Hall und Von Roll
BeitragVerfasst: Mi, 04.09.2019, 6:02 
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Na hoffentlich haben oben am Berg nicht die Aliens zugeschlagen (X-Files lassen grüßen). 8)


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Hall und Von Roll
BeitragVerfasst: Mi, 04.09.2019, 14:35 
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intermezzo hat geschrieben:
PS: Hätte auch noch den einen oder anderen Bericht in petto, bin aber derzeit leider etwas faul...

Das Wetter soll in den kommenden Tagen eher schlechter werden, da bietet sich doch das Schreiben eines neuen Berichtes an. ;)

cyper hat geschrieben:
Na hoffentlich haben oben am Berg nicht die Aliens zugeschlagen (X-Files lassen grüßen). 8)

Die Talfahrt in einem UFO wäre sicher interessant gewesen.



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 Betreff des Beitrags: Re: Von Hall und Von Roll
BeitragVerfasst: Mo, 09.09.2019, 20:47 
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Teil 1 - Mitten im Nichts

Da der nächste Tag auf einen Montag fiel und damit extremer Verkehr zu erwarten war, entschieden wir uns für ein entspanntes Programm rund um Seattle. Alternativen wie der Olympic Nationalpark oder die Aussichtsplattform am Mt. St. Helens hätten einen Tag im Auto bedeutet, worauf wir angesichts der bevorstehenden Strecken gerne verzichteten. So fuhren wir Rtg. Snoqualmie Pass, machten jedoch keinen Abstecher zum dortigen Skigebiet sondern beließen es bei den gleichnamigen Wasserfällen weiter unten. Angesichts der Jahreszeit waren die Wassermengen eher spärlich und aus den Fällen ein kleines Rinnsal geworden. Für den späten Nachmittag stand Seattle auf dem Programm, wo wir es bei den bisherigen Besuchen nicht geschafft hatten, die Aussichtsplattform auf der Space Needle, einem zur Weltausstellung 1962 errichteten Turm, zu besuchen.

Am nächsten Tag machten wir uns dann auf den Weg in RIchtung Südosten. Das erste Ziel war der Mount Rainier Nationalpark, der sich hauptsächlich um den gleichnamigen, 4.392 m hohen, schlafenden Schichtvulkan erstreckt. Im weiteren Verlauf machten wir kurz Halt an einem kleinen Skigebiet, ehe es weiter nach Kennewick ging.

Das eigentliche Highlight wartete nach einer weiteren, knapp vierstündigen Fahrt auf uns. Mitten im Nichts, an dem kleinen Gebirgssee Lake Wallowa gelegen, wartet hier eine spektakuläre Kleinkabinenbahn von Hall auf den Besucher. Ursprünglich sollte hier in den 1970er Jahren ein großes Skigebiet entstehen, die Pläne konnten aus verschiedenen Gründen jedoch nie umgesetzt werden. Das lag zum einen daran, dass man an der Bahn aus Schneemangel im unteren Bereich nur selten hätte bis ins Tal abfahren können, zum anderen nicht annähernd genug Skifahrer im Einzugsgebiet lebten. In der Region wurden daher mehrere kleine Skigebiete entwickelt. Zum Glück blieb jedoch die Zubringeranlage erhalten.

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Übersicht der Strecken nach Vancouver und zum Lake Wallowa. Spokane sei hier noch hervorzuheben, dort war die Basis von Riblet samt Wohnhaus mit eigener Pendelbahn.

Aber vorerst zurück nach Seattle und der Expo 1962. Auf dem Gelände befand sich neben der heute noch bestehenden Alweg-Einschienenbahn auch eine Von Roll 101. Diese wurde 1980 verlegt und läuft seitdem nur noch zur jährlichen Washington State Fair im Herbst. Bilder der Anlage gibt es im Liftblog: https://liftblog.com/skyride-washington-state-fair-wa/

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Blick auf das Expogelände, im Hintergrund der Mount Rainier (Bild von 2008)

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Rechts, 2008, ein Zug der Einschienenbahn. Links, heute, die Space Needle von unten. So sieht es übrigens unter der Haube aus: https://www.seattlemonorail.com/wp-cont ... G_6890.jpg

Mit einem der drei Außenaufzüge geht es nach oben. Unter dem Turm selbst wartet am Ende der obligatorisch Souvenirladen. Man steigt in der oberen Etage auf ca. 158 m aus, wo sich der verglaste Außenbereich befindet.

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Auf der Aussichtsplattform, im Hintergrund die Elliott Bay mit den Olympic Mountains

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Eine Fähre macht sich auf den Weg

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Blick auf das Viertel Queen Anne mit den markanten Antennen. Hinter der linken Spiegelung links unten endete frühere die VR 101.

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Eine Etage weiter unten folgt der Tiefblick durch den Glasboden. Überall sitzen oder liegen Besucher und genießen den Blick.

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Dier zweite Zug der Einschienenbahn wartet auf die Ausfahrt.

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Mittlerweile fährt die Bahn hier durch das Museum für Popkultur, früher stand direkt daneben die zweite Station der Von Roll.

So sah es hier zur Zeit der Expo aus, die Seilbahn ist ab ca. 9:40 zu sehen:



Damit verabschiedeten wir uns aus Seattle und machten uns auf den Weg zum ersten Nationalpark. Knapp 2,5 h dauert die Fahrt zum Sunrise Visitor Center im nordöstlichen Bereich des Parks. Einen kurzen Abstecher erlaubten wir uns und fuhren das Skigebiet Crystal Mountain an.

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Ein paar ganz nette Hänge, aber nichts sonderlich Spannendes. Die zwei ältesten der zehn Lifte sind hier zu sehen, zwei Thiokol/CTEC-Lifte. CTEC (Cable Transportation and Engineering Corporation) wurde von zwei ehem. Thiokol-Mitarbeiten gegründet, als sich das Unternehmen 1977 von seiner Liftsparte trennte. Im Jahr 1993 fusionierte CTEC mit Garavanta, später dann mit DM. Thiokol-Lifte gibt es nicht mehr allzu viele und dazu werden sie oft mit CTEC verwechselt, da man nach der Übernahme lange Zeit kaum etwas an der Struktur veränderte.

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Man ist im Nationalpark näher dran am Vulkan als gedacht, so bleiben die Ausmaße auf Bildern kaum erfassbar (außer man findet die anderen Touristen zwischen den Bäumen). Wir blieben einige Zeit im Park, wanderten ein wenig, und machten uns dann auf die Weiterfahrt nach Kennewick.

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Wir verließen den Park in südlicher Richtung, um kurz nach der Ausfahrt Richtung Osten auf den White Pass abzudrehen. Das sollte die landschaftlich schönere Route sein und am gleichnamigen Skigebiet vorbeiführen, wo einer der ältesten Riblet-Doppelsessellifte des Landes steht (Baujahr 1957/58). An einer der letzten Aussichtspunkte machten wir kurz halt und genossen das Panorama. Wenig später sollte sich die Landschaft nämlich deutlich ändern und Gewitter kündigten sich auch bereits an.

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Ich hatte dem Skigebiet einige Tage zuvor eine E-Mail geschrieben, jedoch keine Antwort erhalten. Anstatt vor Ort lange im Büro nachzufragen, begab ich mich direkt zur Lift Maintenance. Es hat sich mit der Zeit herausgestellt, dass dort a) die richtigen Ansprechpartner sind, diese jedoch b) fast immer keine Mails aus dem Büro zu lesen bekommen. Und dann braucht man etwas Glück. Manchmal wird man für einen Anwalt gehalten, dessen Mandant möglicherweise ein Problem im Skigebiet hatte, oder die Leute freuen sich wie kleine Kinder, dass sich jemand für ihre Schätze interessiert. Dieses Mal ging die Tendenz eher in Richtung der Schätze. Der Leiter der Lifties zeigte sich relativ aufgeschlossen und hätte mich direkt für eine Fahrt mit dem Lift mitgenommen, jedoch war das Gewitter nur wenige Minuten entfernt und sie mussten dringend eine Sache an einem anderen Lift erledigen. Ich bekam seine Nummer und sollte mich auf dem Rückweg einfach kurz melden. Zum Lift selbst bleibt vielleicht so viel zu sagen, dass er im Winter nicht mehr läuft und nur als Backup für die Plastikschüssel nebenan bereitgehalten wird, die allerdings auch schon 25 Jahre auf dem Buckel hat. Sobald genügend finanzielle Mittel bereitstehen, wird der Lift geschliffen.

Wie erwartet, begann es nur Minuten später heftig zu schütten. Und auch die Landschaft änderte sich mit jeder Meile...

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Hier hatten wir den Pass und die Gewitter hinter uns gelassen, binnen einer Stunde waren die Tannen verschwunden und es fühlte sich an, als würden wir durch die Canyons des Südens fahren.

Am frühen Abend erreichten wir erschöpft Kennewick, wo es allerdings für einen ordentlichen Burger reichte. Für den nächsten Tag waren bereits ab den Mittagsstunden Gewitter angekündigt. Damit die lange Fahrt nicht umsonst war und wir sowieso noch im deutschen Schlafrhythmus waren, fuhren wir bereits gegen 6:00 Uhr weiter.

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Kurz nach Kennewick, rechts ist hinter dem langen Güterzug der Columbia River zu erkennen, dessen Flussbett sich hier stark verbreitert. Würde bei uns vermutlich bereits als See aufgefasst. Es ist zwar nicht zu erkennen, aber in dieser Gegend wird extensiv Landwirtschaft betrieben.

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Irgendwo im Nirgendwo. Rechts und links brachliegende Felder. Ich machte mir so langsam Sorgen, ob die Route nicht doch wieder eine Gravel Road enthält, was Google Maps gerne mal verschweigt.

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Komplett freie Fahrt hatte man auf den Hauptstraßen eher selten, lange Trucks oder lahme Autofahrer machten einem das Leben schwer. Nur dann, wenn es komplett geradeaus ging, war man plötzlich alleine unterwegs.

Zu unserer Erleichterung war die 204 ein Highway und damit asphaltiert, zu Beginn sogar zweispurig. Es folgte eine landschaftlich schöne Fahrt über die Hochebene bei Tollgate. Auf der mitlaufenden Karte kam mir etwas bekannt vor und wenige Meilen später fiel es mir wieder ein, auch hier oben gab es ein kleines Skigebiet.

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Spout Springs ist der Name, der Zustand hingegen nicht ganz so eindeutig. Ein intermittierendes LSAP könnte man es nennen. Mal laufen die beiden kurzen Hall-DSB, mal nicht. Unsere Gastgeber konnten uns später davon berichten, dass die Lifte wohl noch betriebsbereit seien, der Geldbeutel des Besitzer jedoch eher weniger. Immerhin gibt es eine aktuellen Homepage: http://www.spoutspringsskiarea.com Da die Lifte etwas abseits liegen und die Zeit drängte, beließ ich es bei einem Bild vom Parkplatz aus.

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Und dann, nach einer guten halben Stunde, erheben sich endlich die Wallowa Mountains über der Prärie. Auf einer Länge von knapp 65 Kilometer dehnen sich die Berge aus und erreichen dabei gut 3.000 m in der Höhe. Es gibt nur wenige Straßen hinein und von dieser Seite kommt man wohl auch nicht wieder hinaus, außer man fährt wieder alles zurück.

Hier und da zeigte sich eine kleine Quellwolke, aber noch würde das Wetter halten. Die letzte Stunde sollte sich wie eine Ewigkeit anfühlen. Natürlich gab es eine Road Work auf der Strecke, dazu viele Trucks und einen weiteren, relativ kurvigen Straßenabschnitt.

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Vor dem See passiert man Joseph, einen gemütlich-kleinen Ort im Westernstil. Dahinter folgt der eigentlich See, an dessen Südspitze und dem Talende eine kleine Siedlung liegt. Weder die Talstation noch die Trasse ist vom See aus oder auch zwischen den Bäumen zu erkennen, wenn man nicht ganz genau hinschaut.

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Es ging noch relativ entspannt zu, was sich bis zu unserer Rückkehr ins Tal ändern sollte. Aufgrund der extrem geringen Förderleistung von nur 140 Personen/h kann es sich hier schnell stauen. Die Bahn überwindet auf einer Länge von fast 3 km gute 1.100 Höhenmeter, passiert dabei 25 Stützen und braucht dafür knapp 14 Minuten. Durch den extrem weiten Abstand zwischen den Gondeln hat man fast immer das Gefühl, komplett alleine unterwegs zu sein.

Natürlich hätte ich mich auch hier gerne mit den Besitzern unterhalten, aber sowohl per E-Mail vorab als auch vor Ort gab man sich ziemlich wortkarg. Das Gespräch dauert am Ende weniger als eine Minute. Leider hat die Anlage über die Jahre wohl mehrfach die Besitzer gewechselt und sämtliche Hinweise auf PHB oder Hall sind verschwunden. Auch die typischen PHB-Skycruiser-Kabinen wurden irgendwann gegen gebrauchte CWA-Modelle von einer Müller-Anlage getauscht. Derzeit werden die Seilrollen modernisiert und müssen denen von Doppelmayr weichen. Kaum zu nehmen ist der Bahn jedoch der klassische Look. Die minimalistischen Stützen von Hall, noch nicht durch Anhebeböcke oder Lifting Frames, wie man in den USA sagt, verschandelt, dazu der manuelle Umlauf in den Stationen und die Geräusche vom Kuppelvorgang - zurück ins Jahr 1968.

Aber nun wollten wir nicht länger warten und starteten das Abenteuer Wallowa Lake Tramway. Ein weiterer Vorteil, selbst bei gut besuchten Bahnen: hier bekommt jeder seine eigene Kabine.

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Blick vom Parkplatz hinauf zur Talstation. Die Tickets kauft man an einer kleinen Hütte rechts unten.

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Hier ist viel Handarbeit gefragt. Auch die Fahrt wird manuell ausgelöst. Bis auf die Stellwände neben dem Antrieb, scheint hier vieles im Originalzustand. Die Bremskonstruktion habe ich so auch noch nicht gesehen.

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Reduzierung auf das Wesentliche

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Das muss man wohl in Kauf nehmen. Skytrac wurde übrigens 2008 von dem mittlerweile verstorbenen CTEC-Gründer und langjährigen Garaventa CTEC bzw. Doppelmayr CTEC-Präsident Jan Leonard mitgegründet und ist heute neben Leitner-Poma der dritte unabhängige Hersteller in den USA.

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Gleich geht es los...

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Die Trasse ist äußerst abwechslungsreich, es wechseln sich steile und flachere Abschnitte ab.

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Blick auf den See, an dessen Nordspitze liegt der kleine Ort Joseph

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Oben angekommen, wartet ein kleines Restaurant sowie einige Rundwege auf den Besucher. Wir entschieden uns für den Weg zu einem Aussichtspunkt und ein Mittagessen im Tal. Ich überlegte kurz, ob ich von hier aus nicht PHB in Deutschland anrufen sollte... doch leider lässt sich die Zeit nicht zurückdrehen weshalb mein einziger Kontakt zu PHB eine ehemalige Mitarbeitern ist. Sie zeichnet für die Bahn verantwortlich, wortwörtlich.

Springen wir für einen Moment zurück ins Jahr 1966. PHB und Hall gehen eine Kooperation ein, nachdem PHB bereits mit Constam erfolgreich Kleinkabinenbahnen in den USA gebaut hatte. Der Vertrag mit Hall sieht vor, dass PHB die Bahnen in die USA bringt, Hall dafür Schlepp- und Sessellifte nach Europa. Außerdem wird Hall ein PHB-Mitarbeiter zugesagt, der in die USA kommt und dort das Wissen an die eigenen Mitarbeiter weitergibt. Doch dazu kommt es erstmal nicht, denn eine Frau möchte diese Rolle übernehmen.

Es gibt wohl einige Diskussionen zwischen den Direktoren in den Unternehmen und am Ende muss sich die Dame hochoffiziell bei Hall bewerben. Sie durchläuft den normalen Bewerbungsprozess, wird am Ende genommen und so kann PHB letztendlich auch diesen Teil des Vertrages erfüllen. Ihre Aufgabe wird es sein, das Streckenprofil für die Bahn am Wallowa Lake zu zeichnen. Im Gegensatz zu PHB kann Hall bereits auf Computer zurückgreifen und damit die Berechnungen für die Profile validieren lassen. Erst deutlich später kooperiert PHB dazu mit der Uni Stuttgart, die ihre Rechner zur Verfügung stellt. Als die Mitarbeiterin in den USA lebt, verbringt sie einige Zeit vor Ort in einem Trailer der Besitzer und begleitet den Bau. Es sind mittlerweile zwei Jahre vergangen und Hall war bis dahin schon in den Bau einer Anlage an der Ostküste involviert. Dies reichte aus, dass von Hall jetzt ausschließlich eigene Teile für Wallowa verwendet werden und PHB nur noch die von Giovanola lizenzierten Klemmen liefert. Einige Quellen gehen davon aus, dass die Rollenbatterien von PHB sind, was mir von der Mitarbeiterin nicht bestätigt werden konnte.

Insgesamt dürften es bis 1972 kaum mehr als fünf Anlagen geworden sein, denn damals baute Hall bereits seine letzte Kleinkabinenbahn an einem recht ungewöhnlichen Ort in Kalifornien. Auch auf der anderen Seite des Atlantik sah es nicht besser aus, wurden doch nur wenige Hall-SL und höchstwahrscheinlich keine einzige Hall'sche Sesselbahn in Deutschland gebaut. 1982 schließt sich das Kapitel Hall endgültig, als das Unternehmen von Von Roll übernommen wird. Zu diesem Zeitpunkt ist die Mitarbeiterin schon lange zurück in Deutschland, doch auch bei PHB hat die verhältnismäßig kleine Sparte Personenseilbahnen ihre besten Zeiten hinter sich. Das Interesse der Direktion an diesem Bereich ist spürbar zurückgegangen und es beginnen turbulente Zeiten, die letztendlich im Konkurs enden.

Und damit zurück in die Gegenwart...

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Wir machten uns auf den Weg zu einem kleinen Aussichtspunkt

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Die Bergregion wird angeblich auch die „Alpen von Oregon“ genannt

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Die verschiedenen Farbtöne von vermutlich früher vergletscherten Bereichen sehen faszinierend aus

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Von allen Seiten stürmten diese Kollegen auf die Besucher zu

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Sieht man bei uns auch nicht mehr so oft

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Fernblick

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Auch die Bergstation ist kaum zu sehen

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Und noch einer...

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Für „Mitten im Nichts“ ist hier dann doch ein bisschen was los. Aber es ist natürlich auch Hochsaison, selbst hier in der Prärie. Im Winter gibt es ein Tal weiter ein kleines Skigebiet mit einem relativ kurzen DM-SL.

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Impressionen aus der Bergstation

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Die speziellen Niederhalter dürfen natürlich nicht fehlen

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Blick zurück auf den obersten Streckenabschnitt

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Wie auch immer man das macht, aber hier werden wohl die Rollen ausgetauscht

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Und noch ein Niederhalter

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Wie so oft, kaum jemand zu sehen :). Man hat das Gefühl, es fehlen einige Stützen, aber die Strecke wurde nach den damals gültigen Vorschriften für Deutschland gezeichnet.

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Könnte fast ein SL sein

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Eine wirklich beeindruckende Anlage, die sich trotz der Abgeschiedenheit halten konnte und hoffentlich lange halten wird. Auch wenn es seit 2015 keine PHB-Skycruiser und seit 2019 keine Pohlig-DSB mehr in den USA gibt, ist in dem Land mit dieser Bahn und dem Streckenprofil aus deutscher Hand noch ein wenig PHB erhalten geblieben.

Bereits eine halbe Stunde später begann es zu regnen und auf der Fahrt zu unserer Unterkunft bei La Grande gab es heftige Gewitter. Das frühe Aufstehen hatte sich also mehr als gelohnt, eine zweite Chance hätten wir bei unserem straffen Zeitplan kaum gehabt. Trotzdem sollten uns die Gewitter nicht zum letzten Mal begegnet sein.

FF


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Hall und Von Roll
BeitragVerfasst: Mo, 09.09.2019, 21:17 
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Sehr schöne Fortsetzung. Puh, und was für eine schöne, minimalistische EUB. Die Stützen sind ja fast Bühler-ähnlich...sage ich, der alles andere als einSeilbahn-Experte bin. Nur das nötigste, und dann noch formschön. Gefällt, wie auch der Mt. Rainier etc.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Hall und Von Roll
BeitragVerfasst: Do, 12.09.2019, 8:09 
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intermezzo hat geschrieben:
Puh, und was für eine schöne, minimalistische EUB. Die Stützen sind ja fast Bühler-ähnlich...

Es gibt vermutlich nur noch wenige EUB, die so minimalistisch sind. Auch weil schon fast jede Form der Modernisierung diesen Anblick zunichte macht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Hall und Von Roll
BeitragVerfasst: Di, 17.09.2019, 15:49 
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Teil 2 - Portlandia

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Morgendlicher Blick durch das Mückengitter

Es hielt uns nicht lange in der Prärie Oregons, wir wollten wir zurück ans Meer. Auf dem Weg dorthin lag mit Portland ein Zwischenstopp, den wir schon einige Jahre wieder besuchen wollte. Damals, im Jahr 2008, als Change und Yes, we can! in aller Munde waren und eine euphorisierende Aufbruchstimmung in der Luft lag, waren wir zum ersten Mal in der Stadt. Es ging locker zu, man sah ungewohnt viele Trambahnen und ungewohnt wenig Pick-ups. Die Stimmung war lässig entspannt, man vergnügte sich in den vielen Mikrobrauereien und genoss das gute, häufig bereits biologische oder vegetarische Essen. Alles war ein auch wenig schräg und anders, was kurze Zeit später als Anlass für eine eigene Fernsehserie diente. Hier ein kleiner Ausschnitt dazu...



Umso krasser konnte der Kontrast bei diesem Besuch nicht sein, als wir bereits in der Tram von einem offensichtlich psychisch angeschlagenen Mann verbal angegriffen wurden. Das ist an sich noch nichts ungewöhnliches, gibt es in den USA schon länger ein wachsendes Problem in diesem Bereich. Doch auch in der Innenstadt zeigte sich ein komplett anderes Bild. Obdachlose überall, auf vielen Grünstreifen, unter Brücken und auf Parkplätzen waren ganze Zeltstädte entstanden. Dazu war die positive Stimmung von damals komplett verschwunden. Das Positive und das Schräge hatte sich in Vororte zurückgezogen, fast ein wenig um sich zu verstecken. Als wir am frühen Abend an der Haltestelle auf die Tram warteten, stand in der Menge eine Frau, schliff seelenruhig ihr selbstgebautes Messer und zog damit kurze Zeit später drohend umher. Da war es dann auch für uns genug. Eine neue Verschwörungstheorie ist, dass man die Stadt angeblich „umdrehen“ will, indem man den liberalen Geist durch die Finanzierung der Ansiedlung von möglichst vielen Hinterwäldlern zerstört.

Ungewöhnlich ist die Stadt vielleicht auch deshalb noch, weil es eine Seilbahn im ÖPNV gibt, die die verschiedenen Bereiche der Oregon Health & Science University verbindet. Der Großteil inkl. des Krankenhauses liegt auf einem nur über enge Straßen zugänglichen Hügel oberhalb der Innenstadt, ein weiterer Campus befindet sich an der South Waterfront. 2007 wurde die Pendelbahn eröffnet, um für die Mitarbeiter und Besucher die Erreichbarkeit zu verbessern. Betreiber der Anlage ist Doppelmayr USA. Für die knapp 1 km lange Strecke benötigt man in einer der beiden 78 Personen fassenden Gangloff-Kabine ca. drei Minuten. Speziell ist sicher auch das Design, das von den Züricher Architekten agps entwickelt wurde.

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Ein kurzer Sprung zurück in das Jahr 2008, als wir schon einmal mit der Bahn fahren wollten. Wir hatten erst am späten Abend Zeit dafür und konnten in der Dunkelheit das Parkhaus nicht sofort finden. Kurz vor Betriebsschluss, überfuhr ich, auch noch viel zu schnell, an der Notaufnahme ein Stoppschild und wurde prompt von der Polizei angehalten. Es bleib zum Glück bei einer kleinen Verwarnung. Wir durften dann kurz an der Straße halten, um zumindest noch einen Blick auf die Bahn werfen zu können.

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Blick auf das nächtliche Portland und den Willamette River. Das Parkhaus ist unten zu erkennen und über einen Aufzug direkt mit der Bergstation verbunden.

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Zurück in die Gegenwart, wo wir die knapp vier Stunden Fahrt zwischen La Grande und Portland mit der Fahrt über den Deadman Pass begannen. Es war ziemlich windig, was auch sonst.

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Irgendwann gesellte sich der Columbia River hinzu und begleitete uns auf der restlichen Strecke. Auch der Mount Hood kommt in Sicht, an dessen Ausläufern es mehrere Skigebiete gibt. In Erwartung des guten Biers, leckeren Essens, entspannter Leute und der Seilbahn, ließen wir diese wie auch die alte Riblet-DSB heute links und rechts liegen. Das Tal verengte sich mehr und mehr, gleichzeitig wurde auch der Wind immer stärker. Eine minimale Nervosität machte sich breit, ehe der Wind, als sich das Tal zur Ebene von Portland hin öffnet, schlagartig verschwand.

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Die Talstation ist mittels der sog. Streetcars zu erreichen, die neben der MAX Light Rail eine von zwei Tram- bzw. Stadtbahnsystemen in Portland darstellt.

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Blick auf die einzige Stütze, von hier aus ist der markante Knick nicht zu sehen.

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Offener Eingang, hinter mir spielte gerade jemand auf einem Klavier.

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Die Tickets werden an Parkautomaten verkauft.

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Eine schöne Informationstafel. Wie in den USA üblich, haben sowohl die Stationen (Chemeffu und Chamanchal, Nord-Kalapuya für „Am Fluss“ bzw. „Am Berg“) als auch die Kabinen (Walt und Jean, für den ersten afroamerikanischen Absolventen und die erste weibliche Absolventin der Ingenieurwissenschaften) eigene Namen bekommen. Nett ist auch der folgende Satz: „Built to Swiss and American standards, the Tramway can withstand just about any weather the Northwest can dish out“.

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Blick auf die einfahrende Kabine, im Hintergrund ist die Bergstation zu erkennen.

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Auch die Brücke ist Teil des Konzeptes, um das Wohnviertel mit anzubinden. Dazu passiert man mit einer achtspurigen Interstate eine fast schon normale, innerstädtische Straßengröße.

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Blick von oben auf die Trasse, der Mt. Hood war nicht zu sehen.

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Es war ca. 17 Uhr, eine längere Schlange wartete auf die Talfahrt. Ich beschloss daher, in die Innenstadt zurück zu laufen.

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Die Bergstation steht vollkommen frei zwischen den verschiedenen Gebäuden. Das hat man durchaus interessant gelöst.

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Bereits wenige Minuten später war von dem Trubel auf dem Hügel, wo auch noch eine Demo für bessere Arbeitsbedingungen stattfand, kaum noch etwas zu spüren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Von Hall und Von Roll
BeitragVerfasst: Di, 17.09.2019, 22:10 
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Futuristisch gelöst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Hall und Von Roll
BeitragVerfasst: Mo, 07.10.2019, 13:32 
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Teil 3 - Ein sinnloser Zwischenstopp

Von Portland ging es weiter in Richtung Pazifikküste, wo wir uns für ein paar Nächte in einem kleinen Motel mit Strandzugang eingemietet hatten. Wir wünschten uns natürlich möglichst gutes Wetter, aber für diese Zeit war es tatsächlich nicht so wichtig, ob es nun ein Gewitter gab oder nicht. Nach diesem Kurzurlaub im Urlaub ging es weiter in Richtung Süden zum Redwood National Park. Dort finden sich die höchsten Bäume der Welt und Teile des Parks waren z.B. Schauplatz für Filme wie Jurassic Park. In der Nähe hat es eine Seilbahn, die aber derart sinnlos ist, dass wir uns ärgerten, dort gestoppt zu haben.

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Von La Grande, wo wir nach Wallowa übernachteten, ging es über Portland an die Pazifikküste.

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Einige Küstenabschnitte in Oregon gehören für mich zu den schönsten Plätzen der Welt.

Ein kleiner Rückblick ins Jahr 2008...

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Rauh, mit kleinen Buchten und endlosen Sandstränden, kann man es hier gut aushalten.

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Damals hatten wir uns in ein recht teures B&B eingemietet. Leider hat die ehem. Besitzerin verkauft, heute kann man nur noch das ganze Haus mieten.

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Die Aussichten sind spektakulär. Ganz rechts sieht man jedoch bereits den berühmt-berüchtigten Nebel in Richtung Küste ziehen.

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In den Redwoods mit dem PT Cruiser. Rechts der Big Tree, damals ca. 101 m hoch (lt. einer Info am Zaun). Bei unserem ersten Besuch hatten wir ein B&B direkt neben dem Park ausgewählt, so waren wir mehr oder weniger die Ersten im Park und komplett alleine unterwegs. Man hört dort sowieso kaum Vögel, aber damals war es totenstill. Dazu der Nebel und die hohen Bäume, das war eine sehr spezielle Stimmung. Ein Besuch Ende September/Anfang Oktober ist daher nur zu empfehlen.

Zurück ins Jahr 2019...

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Irgendwo in den Wäldern entlang der Küsten.

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Farn gibt es hier auch relativ viel.

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Blick zum Heceta Head Light Leuchtturm im Morgenlicht.

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Die Bucht von damals, nur aus einer anderen Perspektive.

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Dieser Kollege am Eingang des Parks mit der Seilbahn hätte uns schon eine Warnung sein sollen, aber die sieht man hier einfach zu oft. Wir waren davon ausgegangen, dass die Seilbahn dazu genutzt wird, entlang der Mammutbäume zu fahren - das wäre eigentlich eine geniale Idee gewesen. Aber leider stellte man die Bahn an einen Hang in einen abgelegenen Teil des Parks, wo nur kleinere Bäume zu finden waren. Dazwischen wurde man Zick-Zack durch eine Labyrinth geführt, ähnlich wie in einem Märchenwald.

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An der Talstation. Zwischen den einzelnen Stopps für die Kabinen drehte man die Bahn voll auf, das Heulen des Antriebs war weithin zu hören. Während der Fahrt hatte es ein Gefühl von Achterbahn.

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An der Bergstation wartete ein kleine Aussichtplattform ohne jegliche Aussicht. Wir sind direkt wieder runter. Durch die dunklen Scheiben war sowieso kaum etwas zu erkennen.

Den Nachmittag verbrachten wir noch mit ein paar Trails im Park. Danach ging es weiter nach Redding, von wo aus wir am nächsten Tag einen Abstecher zur Nachfolgefirma von Yan in Nevada machten.

FF


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