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BeitragVerfasst: Fr, 10.03.2017, 18:57 
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RetroRebel

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Der Monte Viso, lokal auch als „Re di Pietra“ (König aus Stein) bezeichnet, überragt als höchster Berg der Cottischen Alpen mit seinen 3841 Metern seine Nachbarn um etwa 500 Meter und ist der südlichste Alpenberg über 3500 Meter. Somit ist er als Landmarke weithin sichtbar, sei es aus der Po-Ebene, von der Punta Indren im Monte Rosa Gebiet, aus dem Schigelände von Abries, in dem ich vor Jahren wunderschöne Tage erlebte und auch von den vielen Tourenbergen des Valle Maira, in das uns unsere heurige Schi-Reise geführt hat.
Die unwegsamen Täler der Cottischen Alpen wurden zwar bereits vor 4000 Jahren besiedelt (wegen der schluchtartigen Zugänge teilweise über den Alpenhauptkamm hinweg aus Frankreich), gelten aber heute wegen massiver Abwanderungen im 19. und vor allem 20. Jahrhundert zu den am dünnsten besiedelten Regionen Europas mit einer Einwohnerdichte von ca 2 Personen pro Quadratkilometer. Die in kleinen Weilern bis weit hinauf in die Almregionen errichteten Steinhäuser verfielen und erst in den letzten Jahrzehnten kam es durch sanften Tourismus zu einer leichten Trendumkehr. Im Sommer kommen Wanderer und Mountain –Biker, letztere freuen sich über Single-Trails und über zahlreiche unter Mussolini angelegte ehemalige Militärstraßen bis in höchste Bergregionen, im Winter sind es Tourengeher, dies seit einigen Jahren zu einer fast ganzjährigen Auslastung der steigenden Zahl kleiner Albergos in liebevoll renovierten Steinhäuser geführt haben. Im gesamten Tal gibt es (mit Ausnahme eines schon seit längerem nicht mehr in Betrieb befindlichen ca. 400m langen Schleppers) keine Aufstiegshilfen, dafür unzählige Möglichkeiten für leichte, schwierige und extreme Schitouren, von denen Bruno Rosano in seinem reichlich bebilderten Tourenbuch viele vorzüglich beschrieben hat. In Pratorotondo, einem kleinen, nur mehr im Sommer besiedelten Weiler geboren, kennt er das Tal und die umgebende Gebirgslandschaft wie kein anderer.
Ich selbst habe vor ca. 3 Jahren in einer Bergzeitschrift über Schitouren im Valle Maira gelesen und war von der Kombination aus Natur, alter Kulturlandschaft, idealem Tourengebiet und piemontesischer Kulinarik gleich begeistert, schon im vergangenen Winter war eigentlich die Reise dorthin geplant, doch der 2016 praktisch völlig fehlende Schnee hatte zu einer Verschiebung auf Februar 2017 geführt. Auch heuer waren wir uns lange noch nicht sicher bezüglich des Zieles unserer Reise, doch neuerliche Schneefälle Mitte Februar veranlassten uns schließlich zur Buchung zweier Zimmer in der Locanda al Brieis in einem ca. 1400 Meter hoch gelegenen Weiler in der Gemeinde Marmora. Wir, das sind das schon in einigen Reisen bewährte Team, bestehend aus meiner Frau Sabine, Helmut „Gletscherfloh“ und meiner Wenigkeit als Chronist und Photograph.
Und so dient wie schon zwei Mal in früheren Jahren (Chamonix, Monterosa) das Haus von Freunden in Vicenza als Übernachtungsstützpunkt (herzlichen Dank!), und am 17. Februar erblicken wir von einer der Autobahnen in der Po-Ebene erstmals seit 2 Jahren wieder den Monte Viso in gleißendem Sonnenlicht. Zwar liegt der letzte Neuschnee schon eine knappe Woche zurück, aber für die nächsten Tage ist ein stabiles Hoch vorausgesagt und wir hoffen durch die Weitläufigkeit des Gebiets noch auf ein paar gute Pulverhänge, jedenfalls aber auf tolle landschaftliche Eindrücke und auf gutes italienisches Essen.
Dronero ist ein lokales Zentrum zwischen Talausgang und Po-Ebene, von hier aus geht es dann auf einer schmalen und kurvenreichen Straße hinein ins Valle Maira. Während die Talstraße ja noch zweispurig und relativ gut befahrbar ist, winden sich die Zufahrten in die Nebentäler (und damit zu den Ausgangspunkten der Schitouren) oft spektakulär über steile Hänge und durch Schluchten, sind über lange Abschnitte nur einspurig befahrbar, Tunnel und Galerien erhöhen den ästhetischen Reiz und die sichtbaren Folgen von häufigem Steinschlag den Nervenkitzel.
In einem der kleinen Talorte verlassen wir die Hauptstraße, da wir ein Hinweisschild auf einen Lebensmittelladen erblicken und noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen wollen. Der Laden findet sich dann auf einem typischen verschlafenen Hauptplatz mit Kirche neben einer kleinen Bar. Wir kaufen ein und setzen uns dann noch in die Sonne auf die bereitstehenden Plastikstühle und der Greißler wechselt die Rolle und kommt nun aus der Bar und bringt uns die bestellten Getränke und Panini. Richtig gemütlich ist es, so soll ein Schiurlaub in Italien beginnen!
Bei Ponte Marmora verlassenen wir das Haupttal und eine vergleichsweise kurze Schluchtpassage und dann eine Galerie bringt uns zu einer Straßengabelung, rechts ginge es über Canosio in das Hochtal von Preit, wir halten uns aber links, passieren den Weiler von Caeglio (mit der empfehlenswerten gleichnamigen Pension und der ebenfalls sehr netten Locanda La Marmu) und zweigen dann von der „Hauptstraße“ nach links ab, um gegen 15 Uhr bei strahlendem Sonnenschein in Brieis anzukommen, einem kleinen Ensemble aus Steinhäusern, manche verfallen, einige wurden aber mit viel Detailliebe renoviert und bieten als „Locanda al Brieis“ ca. 12 gemütliche Zimmer (jedes mit eigenem offenen Kamin) für Besucher des Valle Maira an.

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Im zentral gelegenen Gebäude findet sich ein kleines Restaurant, in dem wir in den nächsten Tagen wirklich hervorragend bekocht werden sollten, auch gibt es eine holzbefeuerte Sauna in einem großen Fass, ein ebenfalls holzbefeuertes Whirlpool und eine Salzgrotte.

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Wir beziehen unsere vorläufig bis Mittwoch gebuchten Zimmer (jedes nach einem Berg benannt, unseres nach dem vom Fenster aus gut sichtbaren „Monviso“), im Kamin prasselt bereits ein nettes Feuer.

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Dann setzen wir uns aber noch ein Stündchen in die Sonne, genießen den Ausblick in die umliegenden Berge und besprechen die Tourenpläne der nächsten Tage.

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Insgesamt werden es sieben Touren-Tage sein, die wir erleben werden, zumindestens zwei von uns, denn für mich sind es letztlich nur sechs Touren geworden. Alle von der Charakteristik ziemlich unterschiedlich, gemeinsam aber waren landschaftlich überwältigende Eindrücke, die mich auch zu entsprechend vielen Bildern motiviert haben.

18.2.17
Monte Bodoira 2746m

Für den ersten Tag entscheiden wir uns für einen Berg in der Nähe, den Monte Bodoira, 2746m hoch und – wie sich im Laufe des Tages herausstellt, nicht nur 1200 Meter oberhalb, sondern auch ziemlich in der Horizontalen vom Ausgangsort entfernt. Nur ca. 15 Minuten dauert die Fahrt, zunächst hinunter nach Caeglio, dann durch das ebenfalls ganzjährig bewohnten Dorf Canosio hinauf ins Hochtal von Preit di Canioso, 1541m, wo sich einer der typischen Startpunkte für Schitouren im Valle Maira findet. Vielleicht 30 PKW haben Platz auf einem Parkplatz wie diesem:
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Wie bei den meisten Touren im Valle Maira passiert man zunächst eine Kulturlandschaft mit Almwiesen und niedrigen Laubbäumen. Noch ist es leicht bewölkt, aber es klart zusehends auf.

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Immer wieder geht es vorbei an alten Steingebäuden in unterschiedlichen Erhaltungsstadien.

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Wir verlassen den Talgrund und halten uns am linksseitigen Hang, bald kommen wir in den für die Region typischen schütteren Lärchenwald.

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Bei den 3 fast gleich hohen Gipfeln in der linken Bildhälfte handelt es sich um eines der Wahrzeichen des Tals von Preit, um Le tre Punte.

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Immer wieder Zeugen früherer und fallweise noch aktueller Bewirtschaftung.

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Langsam gewannen wir an Höhe.

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Langsam kommt das erste Zwischenziel des heutigen Tages in Sicht, der Passagio del Preit.

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„Sind wir auch wirklich richtig?“ 

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„Ja!“

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Der Passagio del Preit stellt den Übergang zur Gardetta-Hochebene dar und vermittelt uns einen absoluten „WOW-Effekt“: hier wandelt sich das Landschaftsbild schlagartig, man hat plötzlich das Gefühl, sich im Hochgebirge einer wahrlich weltabgeschiedenen Gegend zu befinden
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Am Rande dieser Hochebene befinden sich auch die „Dolomiten“ des Valle Maira.

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Der Kamm, in dem sich unser Gipfel befindet, hüllt sich noch in Wolken.
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Zeit für eine Trinkpause

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Langsam durchschreiten wir eine Märchenlandschaft.

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Blick zurück

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konteplatives Voranschreiten bringt den Horizont langsam näher, die letzten Wolken verschwinden, rechts ist unser heutiges Ziel zu sehen, der Monte Bodoira.

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Hinter uns kommt auch der Monte Viso ins Bild.
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Noch mit „Schal“, wie Sabine meint.

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Auch wenn die Sonne scheint, der Schnee glänzt und die Landschaft toll ist, schön langsam zieht es sich.

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Dafür legt auch der Monte Viso seinen Schal ab.

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Und wir erreichen endlich den Gipfelaufbau. Hier müssen wir für ein paar Schritte die Schi abschnallen.

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Der breite Gipfelkamm verbindet Süd- und Nordgipfel.

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On Top of the World….

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Leider ist es zu kalt und zu windig für eine Pause, daher tragen wir unsere Jause wieder hinunter. Dafür entschädigt der Schnee, in Nordlage alter aber trockener Pulverschnee, teilweise etwas vom Wind gepresst, aber gut zu fahren. Für die Abfahrt wählen wir nicht die Aufstiegsroute, die flacher ist und einen Gegenanstieg zum Passagio del Preit nötig gemacht hätte, sondern die westlich gelegene Normalroute.

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Bei der Abfahrt haben wir den Monte Viso im Blick.

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Rückblick

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Der Spätnachmittag macht einfach schönes Licht.

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Der Schnee wird zunehmend harschiger, je weiter wir nach unten kommen.

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Den steilen Hang unterhalb der Tre Punti können wir auf einer Straße überwinden, der unterhalb gelegene Südost-Hang aber bringt Bruchharsch der übelsten Sorte und ist für uns praktisch unfahrbar. Mit „gotischen Schwüngen“ (Spitzkehren) quälen wir uns nach dieser doch sehr langen Tour mühsam hinunter zum Talboden, um dann endlich wieder halbwegs entspannt flach hinaus nach Preit zu gleiten. Alles in allem ein landschaftlich tolles Erlebnis mit im oberen Bereich durchaus guten Schneebedingungen, aber nach Ende der Tour gegen halb fünf waren wir alle drei „rechtschaffen müde“ und freuten uns schon sehr auf Dusche, Abendessen und Bett.

wird fortgesetzt

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BeitragVerfasst: Fr, 10.03.2017, 20:15 
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gerrit hat geschrieben:
Alles in allem ein landschaftlich tolles Erlebnis (...)

Danach sieht es aus, vielen Dank für die tollen Aufnahmen.


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BeitragVerfasst: Fr, 10.03.2017, 20:18 
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Folge mit sehr großem Interesse! Habe meinen besten Dank dafür!


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BeitragVerfasst: Fr, 10.03.2017, 21:33 
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RetroRebel

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19.2.17
Cime delle Serre 2384m u. Cugn di Gloria 2385
Nach dem Hatscher von gestern wollen wir uns heute ein bißchen „erholen“, daher stehen heute nur knapp 900 Höhenmeter auf dem Programm, und die auf sanften Süd- und Westhängen oberhalb des Weilers Elva. Dieser kleine Ort beherbergt das wahrscheinlich einzige Haar-Museum der Welt, da die Bewohner von Elva im 19. und 20. Jahrhundert einen Teil ihres Lebensunterhaltes durch das Sammeln und Verkaufen von Haar an die Pariser Perückenindustrie verdienten. Dadurch gelangte das Dorf auch zu bescheidenem Wohlstand, den sie zum Teil in die Ausgestaltung ihrer Kirche investierten, die Fresken des Chores sind von überregionaler Bedeutung, leider scheitern wir am Nachmittag bei der Besichtigung an der geschlossenen Kirchentür.
Zunächst aber heißt es, diesen Ort und seine sanfte Almlandschaft überhaupt zu erreichen, im Winter gibt es nur eine Zufahrt, und diese überwindet eine ca. 10 Kilometer lange enge und dunkle Schlucht, die schmale Straße windet sich kurvenreich vom Haupttal hinauf und führt durch zahlreiche Tunnel und Galerien. Fast hätten wir die Abzweigung übersehen, es gibt kein Hinweisschild und die schon zu Beginn extrem enge Straße lässt uns zweifeln, ob wir auch richtig sind. Zahlreiche Felsbrocken liegen auf der Fahrbahn und erhöhen den schon durch die Kurven und Tunnel ausreichenden Nervenkitzel, denn schließlich müssen die ja auch irgendwann herunterkommen. Wir sind so konzentriert, dass es von der Auffahrt gar keine Bilder gibt, da wir so schnell wie möglich aus dem düsteren Schlund hinaufwollen, weg von den Felswänden zu den sanften Wiesenhängen oberhalb der Schlucht. Aber von der Rückfahrt gibt es doch einige Bilder, die am Schluss des Tagesberichts zu sehen sind.

Hier befinden wir uns schon oben in der Sonne, in Serre, dem Hauptort der Gemeinde Elva.
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Der Hund auf dem Bild ist stellvertretend für wirklich viele Hunde, die uns nach der Ankunft am Parkplatz zwar etwas vorsichtig, aber freundlich begrüßen, alle laufen frei durch den Ort und vertragen sich untereinander, aber offenbar auch mit den ebenfalls die Sonne genießenden Katzen und Truthähnen.
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Über komplett durchgefrorene flache nach Süden orientierte Wiesen oberhalb des Dorfes führt der Beginn der Tour.
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Wir planen den Aufstieg auf den Cime delle Serre, oben am Kamm, der das Valle Maira vom Valle Varaita trennt, von dort aus wollen wir den Kamm entlang nach Osten zum Cugn di Gloria queren und dann auf nach Westen geneigte Wiesen und Waldlichtungen zurück nach Serre abfahren.

Rückblick auf Serre

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Dort drüben werden wir am Nachmittag abfahren.

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Einfach idyllisch hier.

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Die am weitesten rechts gelegene Pyramide kann man von der Hinterseite mit Schiern bis zum Gipfel besteigen.
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Es wird nun ordentlich warm, wir wissen gar nicht, was wir noch alles ausziehen sollen.

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Im Zoom sehen wir nun sonnenbeschienen knapp links der Bildmitte unseren gestrigen Gipfel, den Monte Bodoira. Der niedrigere Berg im Schatten unterhalb ist der Monte Bert mit seiner markanten Nordrinne, auch diese werden wir in den kommenden Tagen befahren.

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Einfach nur schauen und genießen.

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Hier blicken wir nach Osten, die sanfte Erhebung im linken Bilddrittel ist die Cugn di Gloria, die wir als zweiten Gipfel erreichten werden.

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Die drei das Elva-Gebiet beherrschenden Dreitausender Monte Chersogno (3024m), Rocca La Marchisa (3074m) und Pelvo d´Elva (3061m)

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Helmut posiert vor dem Monte Viso.

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Und hier lassen sich Sabine und der Verfasser ablichten.

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Hier blicken wir ins Valle Varaita, auf dem gleichmäßigen Südhang findet sich das Schigebiet von Pontechianale.

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Über diesen Kamm werden wir nun abfahren und dann wieder anfellen, um auf die Cugn di Gloria zu wandern.

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Die sanften Hügel stellen auch ein ideales Terrain für Schneeschuhgeher dar.

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Und die Cugn di Gloria ist auch der einzige Gipfel in dieser Woche, auf dem wir nicht alleine sind. Eine große Gruppe Schneeschuhgeher hat sich versammelt.

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Hinter den Seealpen befindet sich schon das Mittelmeer.

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Im Tal im rechten Bilddrittel befindet sich Marmora, in dieser Gemeinde liegt auch unser Quartier. Von rechts nach links zieht ein zunächst sanfter Kamm, die erste markante Erhebung ist die Costa Chiggia oberhalb unserer Pension, die wir am Donnerstag besteigen werden, weiter hinten am Kamm kann man auch die Punta la Piovosa erkennen, die wir morgen angehen werden.

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Überraschend ist die noch durchaus brauchbare Schneequalität auf den Westhängen.

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Helmut in Aktion.
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Und hier freut sich Sabine!

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Und auch meinereiner kann seinen altmodischen Stil ausleben.

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Ganz unten ist der Schnee dann aber schon extrem schwer und aus den leichten Schwüngen von oben werden höchst anstrengende Bögen.

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Ein kurzer Fußmarsch auf der Straße bringt uns wieder nach Serre.

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Wo wir in der Bar unser Flüssigkeitsdefizit ausgleichen.

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Auch hier einer der zahlreichen Hunde von Elva.

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Den Abschluss des Tages bildet wieder die abenteuerliche Fahrt hinunter durch die Schlucht.

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Das begrenzende Geländer erweckt Vertrauen.

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Blick zurück zur Kirche von Serre.

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wird fortgesetzt

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BeitragVerfasst: Sa, 11.03.2017, 0:01 
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Eigenartig und aus meiner Sicht schade, dass da keine Skigebiete gebaut wurden. Das Gelände scheint mir da viel weitläufiger als in manch anderen Skigebieten des Piemonts... (aber mehr als ein paar einzelne SL oder KSSL würd ich da oben auch nicht sehen wollen)

(Aber auch krasse Straßen)

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http://ski.inmontanis.info - http://blog.inmontanis.info
Überblick Berichte Ski-Saison 1.10.2015-30.9.2016 (109 Tage, 72 Gebiete)


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BeitragVerfasst: Sa, 11.03.2017, 15:31 
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starli hat geschrieben:
schade, dass da keine Skigebiete gebaut wurden.


Es gab schon ein paar Kleinstschigebiete im Valle Maira:

Acceglio

Prazzo

Canosio & Borgata Preit

Die schönen oberen Hänge wurden aber tatsächlich nie durch Lifte erschlossen.


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BeitragVerfasst: So, 12.03.2017, 9:58 
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Auch von mir ein grosse Merci für diesen schönen Bericht, gerrit! Man lebt beim Lesen und Betrachten der schönen Eindrücke richtig mit. Und die Landschaft ist so oder so grandios, und ich gehe davon aus, dass neben der wintersportlichen Betätigung auch Speis' und Trank nicht zu kurz kamen...

Die Unterkunft sieht sehr ansprechend aus. Bin auf die weitere Fortsetzung gespannt.


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BeitragVerfasst: So, 12.03.2017, 11:52 
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Geniale Bilder und tolle Beschreibungen! So muss ein Bericht aussehen :-) Vielen Dank für die spannende Reise, ich bin schon in freudiger Erwartung auf die Fortsetzung!


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BeitragVerfasst: So, 12.03.2017, 13:38 
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RetroRebel
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Ich folge ebenfalls mit Begeisterung. Vielen Dank schon jetzt.

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BeitragVerfasst: So, 12.03.2017, 19:06 
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RetroRebel

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Wird ein paar Tage dauern, bis es hier weitergeht, war am WE wieder im Schnee unterwegs und hatte keine Zeit zum Bilder sortieren. 4 Touren im Valle Maira müssen ja noch dokumentiert werden!
Ja, kulinarisch war der Urlaub auch ein voller Erfolg. Reisen nach Italien bringen immer kulinarischen "Kollateralnutzen" und auch in Brieis war es so. Ein junger Koch servierte uns jeden Tag Köstlichkeiten, von selbstgemachten Gressini und Polentachips über tolle Pasta, Suppen bis hin zu hochkalorischen Nachspeisen (Wenn ich da so an die "Schokoladesalami" denke..... ).

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BeitragVerfasst: So, 19.03.2017, 12:43 
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RetroRebel

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20.2.17
Punta La Piovosa 2602m

Heute werden wir wieder in „unserem“ Tal bleiben, der Ausgangsort für das heutige Ziel, die Punta la Piovosa (2605m) befindet sich nur wenige Fahrminuten von unsrem Quartier entfernt, Tolsano auf 1516m Höhe, einer der zahlreichen im Winter unbewohnten Weiler in dieser Region.
"Die lange uns gewundene Rinne, die die nordwestliche Flanke der Punta La Piovosa durchzieht, scheint von Marmora aus zum Skifahren wenig geeignet, erweist sich aber als hervorranende Tour, sowohl wegen der ästhetischen Linie und der schönen Landschaft als auch wegen der schönen Abfahrt im Pulverschnee, den man hier häufig antrifft.“
So schreibt Bruno Rosano in seinem Führer und wir hoffen natürlich, diese Zeilen am heutigen Tag bestätigt zu sehen.
Hier blickt man von Caeglio aus auf die besagte Nordwestrinne, über die wir heute aufsteigen und abfahren wollen.

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Und hier ein kurzer Eindruck, auf welche Gefahren man bei Fahrten auf den Nebenstraßen des Valle Maira gefasst sein muss:

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Der erste Teil des Aufstiegs lässt uns an der im Buch beschriebenen Güte des hier angeblich häufig anzutreffenden Pulverschnees massiv zweifeln, die Route führt durch schattigen nach WEsetn geneigten Hochwald, doch für die ersten paar hundert Höhenmetern ist von Powder nichts zu sehen oder spüren, vielmehr ist es wieder grässlicher Bruchharsch, der bei uns keine rechte Freude auf die Abfahrt aufkommen lässt.
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Nichtsdestotrotz genießen wir unseren langsamen Aufstieg, und schon bald zeigt sich wieder der Monte Viso, den wir von allen unseren Touren sehen werden.

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Langsam kommen wir auch in die Sonne.

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An der Waldgrenze führt die Spur durch ein mit zahlreichen großen Felsbrocken versetztes Kar.

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Und man kann erkennen, dass es hier mehrere Abfahrtsvarianten gibt.

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Nun ist auch die Schneequalität deutlich besser.

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Und die Vorfreude auf die Abfahrt beginnt zu steigen.

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Der sanfte Kamm im Vordergrund endet an der Costa Chiggia, die wir in dieser Woche auch noch besteigen werden.

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So viele Berge…..

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Das Kar unterhalb des Gipfels sieht auch sehr appetitlich aus.

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Eine Gruppe ist schon bei der Abfahrt, die sind etwas früher aufgestanden.

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Wir haben noch ein paar Höhenmeter vor uns.

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Nun haben wir endlich den Gipfelkamm erreicht.

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Die Gipfelsieger.

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Allein in diesem Sektor unzählige weitere Tourenmöglichkeiten.

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Hier die Idealhänge unterhalb der Punta Tempesta und der Punta Sibulet

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Draußen in der Po-Ebene hängt der Dunst.

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Sabine mit Monte Viso

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Und hier bei der genussvollen Abfahrt unterhalb des Gipfels.

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Weiter geht es dann in dem für die Region typischen Lärchenwald, es gibt immer noch genug Möglichkeiten für frische Spuren.

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An dieser Stelle verlassen wir die Aufstiegsroute und wenden uns nach rechts und damit gleichzeitig nach Norden, weil hier der Schnee auch weiter schön pulvrig bleibt.

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Blick zurück, von rechts oben sind wir gekommen.

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Nun stehen wir wieder vor einer Entscheidung. Nahezu alle Spuren führen nun wieder nach Westen und die Schneequalität lässt spürbar nach. Nach rechts (und damit noch immer nach Norden) findet sich jedoch lockerer Hochwald mit altem und praktisch unverspurtem Pulverschnee. Natürlich drängt sich der Verdacht auf, warum fast alle geradeaus gefahren sind, es könnte natürlich sein, dass die Variante nach Norden in einer unpassierbaren Schlucht endet. Aber der unverspurte Schnee lockt und lockt, so beschließen wir, es zu riskieren (genauer gesagt sind es Helmut und Sabine, ich bin eher skeptisch) und im schlimmsten Fall wieder aufzusteigen.
Die Abfahrt ist aber wirklich höchst genussvoll.

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In der Tat wird es unten steiler, doch wir treffen dann auf eine einsame Schispur nach links den Hang entlang und folgen ihr.

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Und wirklich, etwas oberhalb einer kleinen Schlucht führt uns die Abfahrt zurück zur Straße knapp unterhalb des Ausgangsortes. Hier noch ein Blick auf den allgegenwärtigen Monte Viso und die kleinen Ortschaften auf dem nach Westen ausgerichteten Hang von Marmora.

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BeitragVerfasst: Mi, 22.03.2017, 19:01 
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RetroRebel

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21.2.17
Cumbal Cassorso (ca. 2530m)

Der morgendliche Blick aus dem Fenster verspricht wieder Wetter vom allerfeinsten:

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Heute haben wir uns eine Tour vorgenommen, bei der wir schon im Plan darauf verzichten, den Gipfel zu erreichen. Unser Ziel ist das Cumbal Cassorso, ein einsames Hochtal in der Nordwestflanke des Monte Cassorso (2774m). Natürlich wäre der Gipfel interessant, doch erstens ist der Weg ziemlich weit und eine im Führer beschriebene ziemlich steile Schlüsselstelle unterhalb des Gipfels lässt uns auch am Erreichen des höchsten Punktes zweifeln. Dafür erwarten wir uns auf den nord- und nordostseitig exponierten Hängen im oberen Bereich noch ideale Pulververhältnisse.
Ausgangsort ist ein weiterer „Tourenhotspot“ des Valle Maira, der auch im Winter noch teilweise bewohnte Weiler Chialvetta di Acceglio (1475m). Hier befindet sich der wahrscheinlich größte Parkplatz des Tales, den wir auf dem kommenden Bild bereits hinter uns gelassen haben.

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Rückblick auf Chialvetta, die gleichmäßig geneigten Hänge links befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite des Haupttals und bieten auch tolle Möglichkeiten.

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Entlang eines Baches geht es im Schatten taleinwärts.

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In der Sonne sehen wir Pratorotondo, den Geburtsort von Bruno Rosano, hier liebt im Winter niemand mehr.

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Typische Vegetation für den Anfangsbereich einer Valle Maira Schitour

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Typisch für die Touren dort ist auch das bereits einige Tage nach dem letzten Schneefall entstehende Spurensystem. Von den definierten Startpunkten bzw. Parkplätzen bewegt man sich zunächst auf einer „Schitourenautobahn“, die sich aber bald in die verschiedenen regionalen Hauptsektoren und dann zu den einzelnen Tourenzielen verzweigt. Etwa eine Woche nach dem letzten Schneefall mussten wir zu keinem unserer Ziele spuren, trotzdem haben wir insgesamt tagsüber nur eine Handvoll Leute getroffen.

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Über unsere heutige Tour schreibt Bruno Rosano, dass sie bis vor wenigen Jahren völlig unbekannt war und auch heute noch wenig frequentiert sei. In der Hoffnung auf unverspurte Hänge haben wir eben den Cumbal Cassorso als Ziel gewählt. Eine kleine Schlüsselstelle kommt bald nach der Abzweigung vom Haupttal, im Führer heißt es: „Man….steigt in das tief eingeschnittene und immer enger werdende Cumbal Vallonetto ein. Es erscheint unmöglich an seiner orographisch linken Seite unter der ernsten Nordostwand des Bric Cassin hinaufzukommen.“
Ganz so schlimm ist es dann nicht, aber einige Spitzkehren in sehr steilem Waldgelände stellen durchaus eine Herausforderung dar.

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Weiter oben wird das Gelände wieder sanfter.

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Im Hintergrund kann man das Schneefeld des oberen Cumbal Vallonetto erkennen, durch das man den Bric Boscasso erreichen könnte.

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Links das Cumbal Vallonetto, wir zweigen nach rechts ab zum Cumbal Cassorso.

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Wenn man technisch bedeutend besser ist als wir, kann man auch durch diese Rinne abfahren.

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Auch wenn diese Stelle auf dem Bild eigentlich absolut harmlos aussieht, haben manche von uns hier doch ein bißchen geschwitzt, nach der Spitzkehre in wirklich steilem Gelände war dann Abschnallen angesagt, um die Steilstufe zu überwinden.

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Dafür war es oben dann „paradiesisch“.

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Blick zurück nach Norden

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Hier sind wir schon im eigentlichen Cumbal Cassorso, nach links ginge es zum Gipfel.

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Zwar schon einige Spuren hier, aber immer noch genug Platz.

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Der Gipfel ist uns aber nun definitiv zu weit und so wenden wir uns nach links und damit ziemlich genau nach Süden in Richtung einer Scharte im Bereich des Kammes zwischen Monte Cassorso und Bric Cassin.

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Auch hier findet sich dankenswerterweise eine Aufstiegsspur.

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Die „Hauptabfahrt“ vom Monte Cassorso.

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Für uns nun die letzte Etappe.

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Wer erkennt den Berg? :wink:

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Die Vorfreude steigt!

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Ja, das passt!

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Von einem weiteren ebenfalls ziemlich idealen Hang in Nordostausrichtung gibt es keine Bilder mehr, da wir schon eher spät dran waren.
Weiter unten im Wald ändert der Schnee dann seinen Charakter in extrem schweren Pappschnee, der den letzten Teil der Abfahrt zum Talboden eher schweißtreibend gestaltet.

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Deshalb schaut Sabine hier ziemlich skeptisch.

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Auch wenn die Aussicht weiterhin recht hübsch ist.

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Auf einer Anhöhe oberhalb von Pratorotondo trhont das Rifugio Viviere, das seit vergangenem Jahr auch im Winter geöffnet hat.

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Hier der eher abweisende Wald, durch den wir uns am Vormittag hinauf- und jetzt wieder heruntergeplagt haben.

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Dafür passieren wir auf dem Bummel talauswärts nun Pratorotondo.

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Die Schneefelder des Cumbal Cassorso schimmern im Abendlicht.
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Und wir erreichen Chialvetta, unseren Ausgangsort,….

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wo wir in den letzten Sonnenstrahlen unsere Flüssigkeitsbilanz in Ordnung bringen.

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Wieder ein absoluter Traumtag und wieder noch einige hundert Höhenmeter in fast idealem Pulverschnee.

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BeitragVerfasst: Mi, 22.03.2017, 19:27 
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gerrit hat geschrieben:
In der Sonne sehen wir Pratorotondo, den Geburtsort von Bruno Rosano, hier liebt im Winter niemand mehr.

Ach, woran erkennt man das denn? :)

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Überblick Berichte Ski-Saison 1.10.2015-30.9.2016 (109 Tage, 72 Gebiete)


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BeitragVerfasst: Mi, 22.03.2017, 19:33 
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RetroRebel

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Schweben im Powder - Die, die es erlebt haben, verstehen, den anderen kann man es nicht erklären!


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