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 Betreff des Beitrags: Re: Terra Australis
BeitragVerfasst: Sa, 07.08.2021, 10:12 
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Wohnort: Forêt-Noire
Nachdem wir den Kosciuszko Nationalpark verlassen hatten, ging es weiter in Richtung Norden - und damit auch bei diesem Urlaub in Richtung Heimat. Auf dem Weg nach Sydney lagen noch einige wichtige Ziele vor uns. Zehn Jahre zuvor hatten wir hier viele nette Bekanntschaften gemacht und wollten mal wieder Hallo sagen. Außerdem lag in der Nähe auch genau der Wasserpark, in dem die Überreste des Kosciusko Chalet Chairlift aufgebaut wurden.

Obwohl keine zwei Stunden vom Stadtzentrum Sydneys entfernt, geht es hier absolut beschaulich zu. Die Landschaft sieht aus wie eine Mischung aus Irland und Oberbayern, zudem gibt es Regenwälder und schier endlose Sandstrände. In der jetzigen Situation kann man nur wehmütig auf die Bilder schauen. Wer weiß, wann solche Reisen wieder möglich sein werden...

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Am Lookout in Gerroa mit Blick auf den Seven Mile Beach. Ein Traum zum Surfen.

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Im Hinterland zehn Jahre zuvor an einem diesigen Frühsommertag.

Naja und dann begann sich natürlich das übliche Drama zu entfalten. Im Vorfeld hatte ich bereits die üblichen Punkte beim Park angefragt, aber man wollte stellte sich taub oder quer oder beides. Über einen Kontakt bekam ich die private E-Mail des Besitzers, aber auch hier war nichts zu machen. Also blieb nur der Weg des größtmöglichen Widerstands in Form des normalen Parkbesuchers. Für den einzig möglichen Besuchstag war, man ahnt es, Regen vorhergesagt.

Am Morgen regnete es noch, doch nach und nach ging es in Niesel über. Wir hatten also keinerlei Druck, direkt zur Öffnung am Park zu sein - bei Regen würde der Lift nämlich nicht laufen. Die Anlage hat im Grunde genommen nur einen Zweck: Zubringer zur Rodelbahn. Auch wenn die Talbeförderung möglich ist, solange nicht gerodelt wird, wird auch nicht geliftelt. Punkt.

Auch an der Kasse hatte ich keine Chance, eine Sonderfahrt zu erwirken. Bei auch nur einem einzigen Tropfen auf der Brille des Liftlers wird der Lift sofort abgestellt. Oder gar nicht erst angeworfen. Wir warten vermutlich eine halbe Stunde vor Ort, aber das Tröpfeln wollte sich nicht einstellen. Als auch ein weiterer Überzeugungsversuch fehlschlug, entschieden wir, dem nahegelegenen Minnamurra Rainforest einen Wiederholungsbesuch abzustatten.

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Was vor zehn Jahren noch beeindruckend war, konnte uns nun nicht wirklich mitreißen. Lag vielleicht auch an der Stimmung.

Nach einer guten Stunde im Regenwald, ging es zurück in Richtung Wasserpark. Aus dem Tröpfeln war mittlerweile ein Tröpfelchen geworden, aber an der Kasse wurde ich erneut abgewiesen. Eine weitere Stunde ging vorbei und mittlerweile war es komplett trocken, doch noch immer verweigerte der Liftler den Betrieb. Die Rodelbahn sei noch feucht. Und es drohte neues Ungemach in Form einer weiteren Regenfront, die sich laut Radar auf dem Weg befand. Das Fenster wurde immer kleiner.

Doch dann, endlich, nach gefühlten Tagen, knarzte das Go aus dem Walkie-Talkie. Gute 70 australische Dollar später, um die 44 Euro, flitzte ich durch den Park, da mir an der Kasse noch der Hinweis auf den bevorstehenden Schauer hinterhergerufen wurde. Und wir wissen ja, ein Tropfen auf der Sonnenbrille des Liftlers...

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Talstation mit Antrieb in neuem Gehäuse, dahinter die originale Abspannung.

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Irgendwie verrückt, dass das gescheiterte Projekt hier noch eine zweite Chance bekommen hat.

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Die Stützen sind ein wenig verbastelt, aber die Sessel oder zumindest die Rahmen dürften noch Original sein.

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Es geht entlang der typisch australischen Vegetation.

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Die Klemmenhalterung könnte auch noch das Original sein - wie sieht es bei der Klemme selbst aus?

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Nach dem Steilstück ist die Bergstation erreicht.

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Die Umlenkscheibe sieht nach dem Original aus, Steher und Halterung wurden neu gebaut.

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Meerblick!

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Wie man am Parkplatz sieht, viel los war nicht. Auch der Lift fand eher wenig Zuspruch. Dabei war das Wetter sogar recht angenehm, man war nicht binnen fünf Minuten komplett verbrannt.

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Und wieder ein neuer Haken auf der endlos langen Liste und ein paar graue Haare mehr auf dem Kopf.

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 Betreff des Beitrags: Re: Terra Australis
BeitragVerfasst: Mi, 11.08.2021, 9:54 
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Registriert: Do, 17.03.2011, 20:54
Beiträge: 765
Wohnort: Forêt-Noire
Ein paar Tage nach dem Besuch des Wasserparks, ging es für uns zu einer weiteren bekannten Touristenattraktion westlich von Sydney: der Scenic World im Blue-Mountains-Nationalpark. Bisher hatten wir diesen Teil links liegen gelassen - zu touristisch. Aber nun war noch etwas Zeit übrig und die wagten den kurzen Abstecher in die Berge. Interessant ist dabei bereits die Anfahrt auf der kurvigen und relativ schnell zu befahrenden Straße. Gefühlt befindet man sich auf einem Bergkamm, auch wenn es eher eine Art Hochplateau ist. Für einen Crashkurs in Sachen Linksverkehr direkt nach der Ankunft aus Europa wird man hier fündig.

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Bei Katoomba, 1984 © https://flic.kr/p/2axfXtC

Die Vorläufer der Scenic World gehen zurück auf das Jahr 1933, als ein Kohlebergwerk seinen Betrieb einstellte und der Schrägaufzug/die einspurige Standseilbahn? für den Personentransport eingesetzt wurde. 1945 übernahm ein Geschäftsmann den Betrieb und gründete die Scenic World. Hier ein Bild aus dem Jahr 1946:

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© https://flic.kr/p/2c8jZpU (gecroppt)

Heute touristisch voll erschlossen mit Ketten wie Subway, etc., sah Katoomba 1940 so aus (gleiche Stelle heute: https://goo.gl/maps/eGpcayu7DkVs32Q68) - immerhin gab es schon Souvenirs zu erwerben.

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© https://flic.kr/p/55nQmv

Ein Gruppenfoto (ca. 1955) der damaligen Eigentümer an der Bergstation. Im Hintergrund die Felsformation Three Sisiters:

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© https://flic.kr/p/2j6kwK9

Die Wagen der an ihrer steilsten Stelle 52° bzw. 122 % steilen Anlage wurde im Laufe der Zeit mehrfach modernisiert. 2013 erfolgte dann die Generalsanierung (https://www.doppelmayr.com/products/ref ... c-railway/) inkl. moderner, (leider) vollverschlossener Wagen.

1958 entschied man sich für den Bau einer einspurigen Pendelbahn, genannt Scenic Skyway, um die ca. 390 m breite und etwa 270 m tiefe Schlucht neben der Bergstation mit Blick auf die Three Sisters zu überqueren und damit eine weitere Attraktion zu schaffen. Für den Bau wurde Ben Esgate beauftragt, ein Anwohner und Buschläufer aus Katoomba. Ob eine der bekannten Seilbahnunternehmen in den Bau involviert war, ist leider noch nicht bekannt. Hier ein Bild aus den späten 1960er Jahren:

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© https://flic.kr/p/Z2XB3L (gecroppt)

Damals wie heute ist die Seilbahntechnik gut sichtbar und überspannt teilweise die Gebäude bzw. den Platz davor:

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© https://flic.kr/p/8U3BTm (gecroppt)

Auch diese Anlage erhielt mehrere Upgrades, zuletzt durch den Marktführer im Jahr 2017. Im Jahr 2000 kam die vorerst letzte Attraktion hinzu, eine weitere einspurige Pendelbahn vom Marktführer, genannt Scenic Cableway, die auf 470 m Länge den Talboden erschließt und etwa im rechten Winkel zur bestehenden Pendelbahn verläuft.

Wie so oft waren wir bereits vor Betriebsbeginn vor Ort, da sich die Massen erst mit etwas Verzögerung einfinden sollten. Und es hatten sich gelohnt, die erste Stunde waren wir relativ entspannt unterwegs, ehe es schlagartig brechend voll wurde.

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Die Sicht auf den Nationalpark, links die Three Sisters. Das Blau kommt von den durch die Eukalyptusbäume ausgesonderten ätherischen Ölen, die eine Lufttrübung verursachen.

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Wir starten mit einer Fahrt der Scenic Skyway, welche die Schlucht überquert. Hier zum Vergleich ein Bild der Vorgängeranlage: https://flic.kr/p/2feqM9N

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Nach rechts gedreht, ist die Bergstation des Scenic Cableway zu erkennen...

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...unter der sich der Einstieg zur Scenic Railway befindet.

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Blick zu den Three Sisters. Der Boden unter unseren Füßen schaltete irgendwann während der Fahrt auf durchsichtig.

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Den Orphan Rock konnte man früher erklimmen, der Weg wurde jedoch leider nach einer Schlammlawine gesperrt.

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Am Abend vorher war es an der Aussichtsplattform noch richtig voll, kein Vergleich zun den frühen Morgenstunden.

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Blick auf den Komplex gegenüber.

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Die jeweiligen Talstationen der Anlagen sind von hier aus kaum bzw. so gut wie nicht zu sehen (jeweils rechts).

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Die Tiefe der Schlucht ist auch nicht gut zu erkennen. Zu dem anderen Aussichtspunkt sind wir später allerdings nicht mehr gefahren.

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Blick zur zweiten Pendelbahn mit der schrägen Kabine.

Anschließend ging es zur zweiten Attraktion. Noch musste man selbst für den bei Achterbahnen so beliebten Platz in der ersten Reihe nicht anstehen. Aber auch die letzte Reihe, direkt vor dem Liftler, hatte ihren Reiz.

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Schade, dass Jessie nicht mehr in Betrieb ist - dann wäre das hier glatt als Thrillride durchgegangen.

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Heute eben leider Vollkaskozüge.

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Dennoch ist das Gefühl bei der Fahrt an dieser Stelle nicht zu verachten. Dazu erklingt die Indiana-Jones-Melodie aus den Lautsprechern.

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Auf geht's!

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Nach einem Tunnel folgt eine Öffnung, ehe es auf das letzte Steilstück geht.

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Alt...

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...und neu.

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Der Eingang zu einer der Minen.

Von der Talstation kann man, natürlich auf dem Scenic Walkway, ein paar Meter durch den Nationalpark zur zweiten Talstation „wandern“. Ein netter, kurzer Spaziergang.

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Quasi mitten im Nichts endet die Scenic Cableway...

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Tatsächlich gab bzw. sollte es im Park Ende der 1980er Jahre eine weitere Attraktion geben, die Achterbahn Orphan Rocker. 1988 errichtet und mehrfach umgebaut, wurde die Bahn nie eröffnet. Bis heute stehen weite Teile der Anlage in der Nähe des Orphan Rock sowie rund um das Hauptgebäude. Laut den Besitzern hatten die anderen Projekte schlicht immer Vorrang, was die vielen Theorien über die Bahn jedoch nie endgültig widerlegen konnten.

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Teile der Achterbahn sind während der Fahrt mit der Scenic Cableway zu erkennen.

Bis es zu voll wurde, sind wir noch ein paar Mal mit den verschiedenen Bahnen gefahren. Die alte, offene Kabine über die Schlucht, Jessie, die Achterbahn sowie ein Korblift auf den Talboden wären natürlich spannender gewesen, aber auch mit den modernen Anlagen sorgte der Park für ein kurzweiliges Vergnügen.

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Es wurde richtig voll, Zeit zu gehen.

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Auf dem Parkplatz, Seilbahntechnik und LSAP-Achterbahn.

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Natürlich folgte noch ein Abstecher zur alten Kabine, die man zu einem Picknickbereich umfunktioniert hat.

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Hier noch ein paar bewegte Bilder mit dem alten Wagen:



FF


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