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BeitragVerfasst: So, 25.02.2024, 20:57 
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Skiurlaub Hochpustertal Faschingswoche 2024 (10.-17.02.2024)

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Sextener Dolomiten vom Hasenköpfl im Skigebiet Helm-Vierschach-Drei Zinnen

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Skiberge Helm und Stiergarten im Zoom von unserer Unterkunft

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Pragser Dolomiten von Niederdorf aus gesehen

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Morgenlicht

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Dreischusterspitze, 3152 m vom Bergstationsbereich Helm. Links die Bergstation 10-EUB Helm-Jet

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Blick von 8-EUB Drei Zinnen auf die Sextener Dolomiten

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Nicht nur künstlicher Winter – Februar 2024 in den Sextener Dolomiten

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Traumhaft schön: Die Sextener Dolomiten vom Helm

Unser Faschingsskiurlaub 2024 (Ferienzeit wegen K1 nun seit drei Jahren nötig) fand im Hochpustertal vom 10.-17. Februar statt. Hier berichte ich über die allgemeinen Umstände des Urlaubs und die fünf Skitage in den „Drei Zinnen“. Separate Berichte wird es über die Tage bzw. Stunde am Kronplatz (LINK) und in Prags (LINK) geben.

Unterkunfts- und Destinationswahl

Da wir nicht zu denjenigen gehören, die am Ende eines Urlaubs gleich die Buchung für das nächste Jahr fixieren und wir eine Tendenz zur Abwechslung haben, waren wir Ende November 2023 schon recht spät dran für die bayerischen Faschingsferien, die in 2024 ja auch noch mit Teilen der österreichischen Semesterferien und gefühlt mit Ferien im ganzen Rest Europas zusammenfielen.

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Innichen im Pustertal im Zoom vom Skigebiet Vierschach-Helm

Über die Webseite http://www.roterhahn.it (Urlaub auf dem Bauernhof in Südtirol) haben wir dann nach noch freien Unterkünften auf Bauernhöfen (warum das? Weil sich das mit unseren Kindern in der Vergangenheit bewährt hat und die Tiere dort und das „Mithelfen“ für die Kinder teilweise auch die größere Faszination als das Skifahren ausmacht) in relativer Nähe zu ansprechenden Skigebieten gesucht und dann entsprechende Anfragen gestellt.
Fündig wurden wir schließlich im Hochpustertaler Ort Niederdorf (grob: zwischen Bruneck und der österr. Grenze, fünf Kilometer von Toblach entfernt, etwa gleich weit von Vierschach wie von Percha oder Olang entfernt) auf einem freistehenden Bauernhof am unteren Südhang mit tollem Ausblick auf die Pragser und Teile der Sextener Dolomiten.

https://www.roterhahn.it/de/urlaub-auf-dem-bauernhof/suedtirol/ferienwohnungen-und-zimmer/haubenthal-niederdorf+5477-1

http://www.haubenthal.it

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Der Hof liegt ca zwei Kilometer vom Ort entfernt (von der Pustertalstraße etwas weniger) und damit auch vom Bahnhof, von dem man aus im Halbstundentakt als Übernachtungsgast kostenfrei in die großen Skigebiete Drei Zinnen (Vierschach) bzw. Kronplatz (Percha/Ried) fahren kann.

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Ausblick von der Unterkunft auf die Pragser und Sextener Dolomiten

Im Hochpustertal gibt es zudem ja noch die kleineren Skigebiete am Haunold/Innichen, Rienz/Toblach und Prags, so dass wir je nach Motivation und Fortschritten im Fahrkönnen von K2 recht flexibel in der Skigebietswahl zu sein dachten.

Fazit zur Unterkunft: wir waren vollauf zufrieden, die hohen Bewertungen hat der Hof zurecht, sehr nette Gastgeber, die einem spannende Einblicke in die Arbeit als Bergbauern vermitteln und sehr kinderfreundlich sind.

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Brücke zwischen Bahnhof Vierschach und der dortigen „Front de neige“

Der Nachteil an unserer Konstruktion war natürlich die nicht ganz geringe Fahrerei jeden Tag nach Vierschach, aber ich möchte auch zugeben, dass Unterkünfte direkt an der Piste in dieser Ferienwoche und mit unserer späten Buchungszeit uns schlichtweg zu teuer waren und teilweise das Doppelte oder gar Dreifache von unseren Kosten für die Unterkunft ausgemacht hätten.

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Diese Ski-in-Ski-out-Unterkünfte in Vierschach sind toll gelegen, aber vermutlich nicht sehr günstig. Schöne „staged authenticity“ im Übrigen…

Meine Frau und ich sind irgendwie immer noch die Preise in Frankreich vor >10 Jahren zu zweit in der Nebensaison in einer kleinen Bruchbude gewohnt (ich sage nur 2012: 600 Euro/Person für Unterkunft und Skipass 3V in Val Tho…).

Für die Skipässe haben wir nun bezahlt (inkl. 5% Rabatt für Online-Kauf mind. 2 Tage zuvor:
6 Tages Drei Zinnen: Erwachsene 356 Euro, Kind unter 6 Jahre frei.
6 Tage Dolomiti Superski: Erwachser 383 Euro (pro Tag 63,8 Euro), Kind über 6 Jahre 268 Euro (pro Tag 44,7 Euro). Immer noch teuer, aber vertretbarer als die 80 Euro für einen Tag ohne Vorverkaufsrabatt. Immer hin auch eine gewisse Größendegression erkennbar.

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Haunold-Massiv, 2966 m, oberhalb von Innichen, photographiert von Niederdorf aus


Anreise am 10.02.2024

Da wir das große Chaos eines „Großkampftages“ (Samstag Beginn der Faschings- und sonstiger Ferien) befürchteten, fuhren wir bereits kurz vor 7 Uhr im Münchner Südosten los und gleich gar nicht auf die Autobahn (Unfall bei Hofolding), sondern blieben auf der bei uns ohnehin durchziehenden Rosenheimer Landstraße (bis auf einen Lkw ok) und fuhren erst in Bad Aibling auf die A8. Wir kamen dank Online-Vignette in Österreich (Fortschritt!) gut bis Innsbruck, wo wir angesichts der Wetterprognose (wir wollten heute nicht mehr auf die Piste) einen 1,5-stündigen Stopp einlegten (Parken am „Hafen“), per Bus in die Innenstadt fuhren, um den Kindern meinen Arbeitsplatz der Jahre 2020 bis 2022 zu zeigen, wobei das Interesse an kulturhistorischen Aspekten von Seiten des Nachwuchses recht beschränkt blieb.

Weiter ging es dann nach Tanken per Brennerautobahn (Video-Maut in Schönberg) bis zum Brenner, dort dann wegen auf Google Maps angezeigtem Stau an der Sterzinger Mautstelle per Landstraße nach Sterzing und dort erst auf die A22 bis Ausfahrt Pustertal/Brixen. Ab hier dann in Kolonne (aber ohne richtigen Stau – dafür in Gegenrichtung bis zur Autobahn!) bis Bruneck, wo wir eine längere Einkaufspause einlegten, um dann gegen 14 Uhr die Unterkunft zu erreichen. Bei besserer Wetterprognose und bei klarem Vorsatz heute noch ein paar Stunden Ski zu fahren hätten wir sicherlich auch eine Stunde früher losfahren können.

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Pragser Dolomiten von Niederdorf aus gesehen


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BeitragVerfasst: So, 25.02.2024, 21:02 
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Abläufe

Unser Skiurlaub lief dann in etwa wie folgt ab: K2 hatte von Montag bis Freitag einen Platz in einem Anfängerskikurs in Vierschach bekommen (puh, da waren wir auch wieder spät dran; die Alternative wäre Waldheim in Sexten gewesen, was auch sehr nett aussieht, aber eben nicht direkt mit dem Rest des Skigebietes verbunden ist), der von 10-12.30 Uhr angesetzt war (sehr fair: wenn das Kind nicht sämtliche Tage absolviert zahlt man nicht den vollen Preis; am teuersten ist, logischerweise, der erste Tag). D.h. entgegen unserer normalen Gewohnheit (wir mögen alle frisch gewalzte Pisten und wenig Wartezeiten), wäre es wenig zielführend gewesen bereits um 8.30 Uhr am Lift zu stehen, denn so wäre K2 bis Kursbeginn vielleicht schon wieder zu müde gewesen. Da wir feststellten, dass die Parkplätze in Vierschach sich morgens rasch füllen, sind wir dann gegen 8.30 Uhr an der Unterkunft losgefahren (ca. 20 min von Vierschach), haben am Parkplatz Skistiefel und Helme angezogen und sind dann bis Skikursbeginn ein bzw. meist zwei Mal die DSB Raut gefahren (K2 mag das Sesselliftfahren, er nennt es „Skifliegen“, weil man ja hoch über dem Boden schwebt, er kommentiert alles Mögliche, was er dabei sieht und ich habe ein wenig das Gefühl mein 35 Jahre jüngeres Ich erleben zu dürfen… ;-)), die mit einem Ziehweg den flachen, breiten Schlussteil der roten Talabfahrt 13 erreicht.

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Morgens im Hochpustertal. Vierschach im Blick von der Bergstation des DSB Raut. Die blaue 18a biegt nach links unterhalb der Rauthütte ab

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Haunold im Zoom aus dem Bereich Rauthütte

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Breite Übungsskiwiesen in Vierschach. Südhänge, trotz Neuschnee in den Tagen zuvor, aper

Auf dieser Strecke bin ich dann mit K2 zwischen den Beinen (er vorne an meinen quergehaltenen Stöcken festhaltend) gefahren, um „Pizza“ (ich sage meist immer noch eher Pflug, alte Gewohnheit) und „Pommes“ zu üben, um einfach zu „Fahren“, ein gewisses Gefühl für das Skifahren an sich zu gewinnen (das haben wir letztes Jahr ebenso gehalten, als er noch nicht in einen Skikurs wollte – vielleicht schaffe ich in den nächsten Wochen den Bericht noch…). Wer es von Euch kennt, weiß, wie anstrengend dieses Zwischen den Beinen mit dem Kind-Fahren ist (oder hier zeigt sich vielleicht auch einfach mein allgemein beklagenswerter Fitnesszustand, wer weiß), v.a. für den Rücken. Im Oberschenkel hinten spürte ich dann auch Muskeln, von denen ich gar nicht wusste, dass mein Körper diese enthält…

Jedenfalls nach diesen gemeinsamen Fahrten zu viert (einmal fuhren Frau und K1 bereits alleine nach oben um die Talabfahrt frisch für sich zu haben), bei denen K2 dann ermuntert wurde parallel zum flachen Skischulgelände selbst mal zu fahren, was nicht immer angenommen wurde, haben wir ihn dann in der Skischule abgeliefert (ging unproblematisch, puh, aber er ist ja auch im Kindergarten und Schwimmkurs).

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Loacker sponsort offenbar die Skischule Helm…

Für die drei „fortgeschrittenen“ Skifahrer:innen unserer Familie ging es dann kurz nach 10 Uhr endlich los mit dem „eigentlichen“ Skitag und zwar mit der entsprechenden Schlange an der 6-EUB Vierschach-Helm. Dabei erlebten wir zumeist die größte Wartezeit des Tages, teilweise bis zu 20 min, obwohl die Bahn volle Geschwindigkeit fuhr. Die Drehkreuze werden interessanterweise à la Blockabfertigung immer wieder blockiert. Ist mir bisher noch nirgendwo anders so aufgefallen.

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Crowding was reported – Bergstation 6-EUB Vierschach-Helm

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Absolute Hochsaison: Viele Leute im Bergstationsbereich des Helm

Da mindestens einer von uns Erwachsenen K2 um 12.30 Uhr beim Skikurs abholen musste, war der zeitliche Rahmen sehr eng gesteckt. Wir wollten zudem auch jeweils gemeinsam Mittagspause machen, die dann drei Mal am Helm-Restaurant stattfand, einmal auf der Rauthütte und einmal mit Broten in Sexten an der Rotwandbergstation vor dem Rodeln.

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Zoom in die Sextener Dolomiten. Der Zwölfer, 3094 m?

Sprich, wir timten unsere Skitage so, dass wir K2 um 12.30 Uhr in Vierschach aufgabeln konnten (meist ging es über die rote 13 ins Tal) und fuhren dann zu Viert mit der 6-EUB nach oben (zu dieser Zeit dann keinerlei Wartezeit mehr), damit der Junior, der gerne Seilbahn fährt (klar, als Kind eines Forumlers ;-)), dies tun kann, er oben auch die Chance hat, das hochalpine Panorama zu bestaunen, den oberen Teil des Skigebietes sehen kann und damit wir nach der Mittagspause (diese zog sich hin, da es nicht immer einfach war einen Platz zu bekommen und man im SB-Restaurant am Helm oben auf das Essen durchaus warten musste – erwähnte ich schon, dass ich die Nebensaison vermisse?).

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Rotwandmassiv und Kreuzbergpass vom Helm-Restaurant. Ganz vorne Ziehweg Piste 11 rot nach Sexten. Links in Bildmitte die rote Variante 11c vom SL Hahnspiel

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Dreischusterspitze vom Helm-Restaurant


Nach der Mittagspause ging es dann mit K2 zwischen den Beinen auf meist zwei oder drei Liftfahrten mit der 4-SB Übungslift oder der 8-KSB Hasenköpfl weiter, danach fuhren meine Frau und K2 per Gondel ins Tal, während K1 und ich die schwarze 13b unter die Bretter nehmen durften als Abschlussfahrt. Auch hier war die Intention wie am Morgen vor dem Skikurs: normale Abläufe im Skigebiet zeigen, Abwechslung zum Skikindergarten mit dem Förderband bringen, „richtiges“ Skifahren mit den Großen erleben, zusammen den Urlaub verbringen. Und ich muss schon sagen, dass ist ein tolles Gefühl, dass wir nun zu viert im Viersessellift sitzen können – es schließt sich hier irgendwie ein Kreis. Super zum „am Stock“-Fahren ist die sehr breite, flache Gipfelkuppe des Helm und die folgenden Kamelbuckel. Der Hang hinunter zu Restaurant/Bergstation ist dann eigentlich schon zu steil. Die blauen Übungspisten 15 und 15a an der 4-SB sind okay, aber für jemanden, der eben noch keine eigenen Plug beherrscht auch fast zu steil.

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Talstation 4-SB Übungslift am Helm. Links die 6-EUB Vierschach-Helm und die 8-KSB Hasenköpfl. Neben der 4-SB die blaue 15


Am letzten Skikurstag erlebte K2 dann eine Epiphanie: der selbstständige Pflug (von „Bogen“ will ich jetzt noch nicht sprechen) wurde plötzlich beherrscht (beim morgendlichen Einfahren an der DSB nämlich noch nicht oder wurde geschickt verheimlicht, nach dem Motto „Wenn die Eltern wüssten, was ich alles kann…“), das Skikursabschlussrennen seiner Größenkategorie mit einer Siegerzeit von 37,88 Sekunden souverän gewonnen (wir trauten unseren Augen und Ohren nicht) und nach dem verdienten Schnipo zu Mittag wurde dann auch immer mehr ohne den Papa alleine gefahren (auch schon leicht größenwahnsinnige Prognosen aufgestellt wann rote und schwarze Pisten befahren werden würden) bzw. an den Stöcken gut mitgebremst, so dass auch steilere Passagen viel weniger anstrengend wurden. Wir sind dann mit den Stöcken sehr viel flexibler geworden: wurde es dem Kleinen zu schnell (oder mir zu unkontrolliert!), bin ich herangefahren und habe die Stöcke über Kopf gesenkt, so dass sich K2 rasch festhalten und bremsen konnte – ging es für ihn alleine gut, wurden die Stöcke weggehoben und frei Fahrt erteilt. Der Skikurs hat also wirklich viel gebracht. Das gesamte Handling der Skier, das Stapfen mit den Skistiefeln, alles ist deutlich besser und sicherer geworden. Ihr könnt Euch vorstellen, an diesem Tag (und das hält bis jetzt an), waren wir alle mega-stolz und sehr glücklich über diese Fortschritte, die ja jetzt Vieles ermöglichen, z.B. nächste Übungstage in Wegscheid oder auf der Winklmoosalm, sofern das die jeweiligen Schneelagen diese Saison noch erlauben (ich träume schon: Ostern ein-zwei Tage Stubai?). Oder nächsten Winter Kindergarten-Skikurs mit einigen Tagesfahrten (vsl. nach Wegscheid) und ein weiterer Kurs im noch zu planenden Urlaub und dann und dann… ;-)

Diese Umstände sind auch der Grund, warum ich es in diesem Skiurlaub nicht bis zum Kreuzbergpass oder gar nach Padola geschafft habe – bei Start um 10.00 Uhr in Vierschach und mit der Maßgabe um 12.30 Uhr in Vierschach oder um 13.00 Uhr oben am Helm zu sein, wäre das nicht schaffbar gewesen, angesichts der Wartezeiten an den nächsten Bahnen (s.u.) und trotz der insgesamt flotten Fahrweise von K1 (die auch sehr gerne Ziehweg fährt – ich glaube, das bin ich als Kind auch, hier darf man ja „ungestraft“ einfach Schuss fahren). Meine Frau hat ohnehin zugunsten von mir auf etliche Fahrten verzichtet und auch unseren Kronplatztag mit K2 übernommen. Daher kann ich diesen südlichen Teil des Skigebietes ab SL Porzen nicht aus eigener Anschauung charakterisieren.


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BeitragVerfasst: So, 25.02.2024, 21:04 
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Skigebiet „Drei Zinnen“

Nun etwas ausführlicher zu meinen Eindrücken des Skigebietes „Drei Zinnen“, oder vielleicht präziser der Skischaukel Vierschach-Helm-Sexten-Stiergarten-Signaue-Rotwand-Kreuzbergpass-Padola. Die Drei Zinnen sieht man nämlich maximal aus recht großer Distanz und dann auch nur zwei davon (vom Bereich der 8-EUB Drei Zinnen aus) – also haben wir es hier mit dem „Schlegeis“-Phänomen zu tun (oder auch „Wildspitze“ im Pitztal): man benennt Lifte und Pisten nach dem, was man in der Entfernung sehen kann und nicht nach dem, worauf man fährt. Ich finde, das führt zu Missverständnissen. Klar, marketingtechnisch sind die Drei Zinnen sehr bekannt, aber hätte es nicht auch „Sextener Dolomiten“ getan?

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Pistenplan Skigebiet Drei Zinnen

Dieses Skigebiet ist in dieser Form relativ jung und erst 2014 durch den Bau der 8-EUBs Drei Zinnen und Stiergarten verbunden worden. Davor waren Helm und Rotwand nicht pistentechnisch verbunden, wenn ich das richtig sehe. (ich gebe zu, ich habe nicht das gesamte AF-News-Topic zu diesem Gebiet vor dem Aufenthalt hier durchgeackert, das wäre aber vielleicht rückblickend echt interessant).

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Skiberg Helm im Zoom von unserer Unterkunft in Niederdorf. Man erkennt gut die beiden Waldschneisen-Talabfahrten 13b schwarz links und 13 rot rechts

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Skiberg Helm von der Talstation in Vierschach. 6-EUB Vierschach-Helm und DSB Raut

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Haunold-Massiv von der Talstation Vierschach

Der erste Skiberg ist der Helm, erschlossen auf der Nordwestseite von Vierschach im Hochpustertal seit 1976 (erst durch eine DSB-Kette, oder?), dann seit 1989 durch die heute noch bestehende 6-EUB, im obersten Drittel gedoppelt durch die 2018 erbaute 6-KSB Mittelstation (davor DSB, Rest der ersten Bahnkette, stimmt das?).

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6-EUB Vierschach-Helm und DSB Raut Bergstation

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6-EUB Vierschach-Helm und 6-KSB Mittelstation

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Bergstation 6-KSB Mittelstation


Von der Bergstation auf 2050 m (knapp oberhalb der Waldgrenze) führen zwei schöne, lange und höhenmeterintensive (915 Hm jeweils) Talabfahrten nach Vierschach: die rote 13 (mit zwei gut laufenden Umfahrungen im oberen Abschnitt bis zur Jägerütte). Gab es eigentlich jemals einen Ziehweg von der Talstation des Sesselliftes Mittelstation hinüber zur roten Talabfahrt? Open Ski Map und alte Skiatlanten zeigen einen solchen. Heute ist davon nichts mehr zu sehen bzw. mir ist nichts aufgefallen. Diese Abfahrt hat uns sehr gut gefallen, eine wirklich lange, schöne Waldabfahrt mit steileren und flacheren Passagen, Kurven, Ausrichtungswechseln (für die letzten >300 Hm dreht sie auf glatt Nord, davor West-Nordwest am Kamm entlang, nach der Einfahrt ein kürzeres Stück auch Südwest).

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Auf der Piste 13 rot nach Vierschach

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Auf der Piste 13 rot nach Vierschach, Blick bergwärts

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Auf der Piste 13 rot nach Vierschach, Blick talwärts

Die zweite Talabfahrt (Nordwest-Ausrichtung) führt zunächst entlang der 6-EUB über die anfängertaugliche Gipfelkuppe des Helm (daher steht hier auch die 4-SB Übungslift)…

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Blaue Piste 15a entlang der 4-SB Übungslift (rechts außen). In Bildmitte die 6-KSB Mittelstation

… und wird dann steiler (zurecht rot, Nr. 14), immer unter den Liften bis zur Talstation der 6-KSB (ungefähr 350 Hm). Danach folgt die schwarze 13b über >450 Hm in schönen S-kurvigen steilen Waldschneisen unterhalb der 6-EUB bis zur Rauthütte.

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Schwarze Talabfahrt 13b oberhalb der DSB Raut

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Schwarze Talabfahrt 13b oberhalb der DSB Raut

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DSB Raut und Blick ins Pustertal von der Talabfahrt 13b


Von dort aus dann die letzten 120 Hm ins Tal entweder nochmals kurz weiter schwarz (links des Liftes, talwärts gesehen), etwas flacher blau (18) rechts oder per oben erwähntem Ziehweg (18a blau). Die schwarze 13b sind wir jeweils nachmittags gefahren (insgesamt drei Mal), zwei Mal war es sehr schön aufgefirnt, einmal härter. Wer mich kennt weiß, welche Bedingungen ich bevorzuge. Bei allen drei Fahrten war nicht viel los, was sehr angenehm war und K1 ist hier beeindruckend souverän, sicher und angstfrei hinuntergefahren. Eine schöne Herausforderung, diese Abfahrt!

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Innichen im Zoom vom Bergstationsbereich Helm

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Gipfelbereich des Helm im Zoom von Niederdorf. Man erkennt die große Pistenfläche und -vielfalt an der 8-KSB Hasenköpfl


Die Gipfelkuppe des Helm wird seit 2019 von der 8-KSB Hasenköpfl erschlossen, die eine oben und unten kürzere 3-SB ersetzt hat. Für die angegebenen 3600 p/h Förderleistung war ich dankbar, denn dies ist die eindeutige Hauptbeschäftigungsanlage hier oben, die mit 300 Hm auf 1400 m Länge zwar im Schnitt nicht sehr steil ist, aber neben zwei blauen Pistenarmen auch vier kürzere Steilhänge (16b bis e) erschließt. Die Pistenfläche passt hier also gut zur hohen Kapazität und die Bahn war auch immer gut ausgelastet, wobei die Menschentrauben schneller wegeschaufelt wurden, als es der erste Eindruck der Menge vermuten lassen würde. Insbesondere hier oben auf maximal 2225 m hat man eine schöne Aussicht auf die Sextener Dolomiten im Süden, das Hochpustertal samt Kronplatz im Westen, die Deferegger Berge im Norden und Nordosten in denen man das Skigebiet von Sillian erahnen kann. Die freie Nordwestausrichtung sorgt für gute Sicht, auch und gerade am Nachmittag, das gefällt mir.

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8-KSB Hasenköpfl und Abfahrten 16a blau, 16b rot und 16c schwarz

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8-KSB Hasenköpfl und Abfahrt 16a blau

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8-KSB Hasenköpfl und Abfahrt 16 Kamelbuckel


Die Südabdachung der Hasenköpfl-Gipfelkuppe erschließt der kurze Tellerlift Hawaii (Hahnspiel wohl offiziell) mit weniger als 100 Hm, Baujahr 1983. Hier war laut Skiatlas 2006 mal eine KSB geplant und sogar im Plan verzeichnet, kann das sein? (es ist dort von einer neuen Piste „Hahnspiel“ die Rede mit 1,2 km Länge und 413 Hm und einem Sessellift mit 2200 p/h). Der Lift erschließt zwei kurze, direkte rote Südhänge (12, 12a) und eine etwas längere Schleife zur Anbindung der Hahnspielhütte (12b). Die sah nett aus, hier wären wir aber mit K2 wohl nicht richtig gut hin und v.a. zurückgekommen (der SL ist nicht ganz flach).

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SL Hahnspiel/Hawaii und Trasse


Von der Talstation der SL Hahnspiel/Hawaii kann man direkt dem immer steiler werdenden Südhang in Richtung Sexten folgen mit der 11c (rot) bzw. dem wohl neuen schwarzen Steilstück 11b (Hahnspieleck). 11b und 11c treffen dann auf ca 1950/1900 m Höhe auf die lange Ziehwegeinfahrt der roten 11, der Hauptpiste vom Helm nach Sexten, der 1980 durch eine 80-PB von dort aus erschlossen wurde und diese Skischaukel begründete. Erst 2020 wurde diese PB durch eine sehr komfortable 10-EUB (zeittypisch Helm-Jet benannt). Diese Piste 11 nach Sexten hat bei mir einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen: landschaftlich und v.a. vom Panorama her eine der schönsten Abfahrten, die ich in den letzten Jahren kennenlernen durfte: einfach wunderschön mit den lichten Lärchwäldern, im lockeren Schuss durch die Flachpassagen, die Felsdome und -türme der Sextener Dolomiten im Hintergrund aufragend… Aber andererseits haben wir diese Abfahrt oftmals viel zu voll erlebt, v.a. den Bereich nach dem Zusammengehen der beiden Äste …

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Abfahrt 11 rot vom Helm nach Sexten, oberhalb der Lärchenhütte. Von rechts kommt die schwarze 11b vom SL Hahnspiel/Hawaii dazu


… und weiter zur wirklich sehr schön gelegenen Lärchenhütte und den steileren Abschnitt danach. Sobald es flacher und etwas breiter wird bis hin zur Talstation der 8-EUB Stiergarten geht es wieder, aber so viel „Pistencrowding“ wie hier habe ich schon länger nicht mehr erlebt, schade.

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Abfahrt 11 rot vom Helm nach Sexten, unterhalb der Lärchenhütte. Hinten die Sextener Dolomiten


Die Talstation der Stiergartenbahn als Verbindung in Richtung Signaue, Rotwand etc. steht an einem Punkt wo die 11 von Süd auf Südwest dreht und auf gut 150-200 Hm im sog. Kristler-Hang (11a schwarz) wirklich steil wird. Hier gibt es nun rote, serpentinenartige Umfahrungen (11 rot), die aber wenn ausgefahren und weil schmal vielleicht auch nicht einfacher zu bewerkstelligen sind. Sobald der flachere Talhang erreicht wird dreht die Abfahrt nach Nordwest und führt dann rasch und angenehm zur Talstation des Helm-Jet. Einen leichteren, auch etwas Anfänger-tauglicheren Rückweg nach Sexten gibt es nur per Umweg über den Stiergarten.

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Kristlerhang (11a schwarz) nach Sexten in Bildmitte. Rechts die 7b vom Bereich Stiergarten/Drei Zinnen kommend – bei unterschiedlichen Sichtverhältnissen

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Blick vom Ende des Kristlerhangs auf Sexten

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Blick vom Ende des Kristlerhangs auf die flache Querung zur Talstation Helm-Jet


Die 2014 errichtete 8-EUB Stiergarten erwies sich bei uns mehrfach als Flaschenhals. Stand man um 10 Uhr 10-15 min in Vierschach und wollte dann gleich weiter in Richtung Rotwand, so wartete man erneut sicherlich 10 min an der Stiergartenbahn, die mit 1500-1800 p/h keine wirkliche Hochleistungsbahn ist. Man frägt sich, wie das im Falle eines erfolgten Zusammenschlusses mit Sillian werden soll…

Interessant an der Bahn ist ihre Aufteilung in zwei recht unterschiedliche Sektionen: die ersten 56 Hm bzw 530 m Strecke überspannen ziemlich hoch einen tiefen Taleinschnitt um in der Mittelstation von West-Südwest auf Nordwest die Ausrichtung zu ändern und danach recht steil 360 Hm auf 1280 m Strecke zu überwinden und neben der 8-EUB Drei Zinnen auf fast 2100 m Höhe zu enden. Hier würde sich auch die Verbindung in Richtung Sillian anschließen, die bis zum 2500 m hohen Grenzkamm erst einmal weiter hinauf müsste.

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8-EUB Stiergarten Sektion I Blick zur Talstation

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8-EUB Stiergarten Sektion I Blick zur Mittelstation. Hinten Piste 40 schwarz


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Zoom zum Stiergarten und zum Bereich Hochgruben, wo die Verbindung in Richtung Sillian auf Südtiroler Seite verlaufen könnte. Die Schneise der Piste 40 schwarz ist gut erkennbar


Die Stiergartenbahn erschließt mit der schwarzen 40 eine schöne, eigenständige, oben flache und unten ziemlich steile Abfahrt, die wenig frequentiert wird. Ein Grund dafür ist, dass man in der Mittelstation wegen von unten voller Gondeln kaum zusteigen kann. Daher fahren einige Wiederholungsfahrer (das haben wir auch einmal gemacht) einmal den vollen Kreis: Einstieg zur Talfahrt, dann in der Talstation sitzen bleiben. Die Talfahrt ist auch notwendig, wenn man bisher vom Rotwand-Signaue-Gebiet zurück zur Sextener Helmbahn gelangen wollte, bevor für dieses Saison die blaue Piste 41c eröffnet wurde, die von der Drei Zinnen-Abfahrt abzweigend zum SL Bruggerleite führt, der dann wiederum einen blauen Ziehweg mit einmal Abschnallen und leichtem Gegenanstieg in Richtung Helmbahn vermittelt.

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Gemeinsamer Bergstationsbereich der 8-EUBs Stiergarten und Drei Zinnen. Von hier aus soll womöglich die Verbindungsbahn Drei Zinnen II den Grenzkamm erreichen bzw. starten

Von der Bergstation Stiergarten hat man dann tatsächlich einmal einen Drei (oder nur Zwei?) Zinnen-Blick und kann die rote 41 (mit blauen Ziehwegumfahrungen 41a und b oben und unten) zur Signaue nehmen. Die rote 41 ist 2,5 km lang, bietet gut 650 Hm und ist südwestexponiert, daher auch früh aufgefirnt bzw. angesichts der immer wieder nicht geringen Steilheit zur Buckelbildung neigend. Teilweise war es uns auch hier etwas zu voll.

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Piste 41 rot oberer Abschnitt

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Piste 41 rot aus der 8-EUB Drei Zinnen

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Piste 41 rot, mittlerer Abschnitt

Am Kronplatz hätte eine solche Bahn (z.B. à la Marchner) zwei Abfahrtsschneisen. Ich weiß schon, das ist die Crux der heutigen Zeit, dass eben beinahe nur das absolute Minimum an Pistenfläche genehmigt wird (oder nicht UVP-pflichtig ist)… Zur Nebensaison ist das vermutlich kein Thema.

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Blick aus der 8-EUB Drei Zinnen in Richtung Rotwand. Oberhalb des rechten Seils sind zwei Zinnen erkennbar, oder?

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Blick aus der 8-EUB Drei Zinnen in Richtung Dreischusterspitze

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8-EUB Drei Zinnen


Die neue Piste 41c (blau) hat uns gut gefallen, da der Kristler-Hang sicherlich nicht immer jedermanns Sache ist und somit auch Abwechslung geboten ist. Hier war auch nie etwas los und die Abfahrt läuft gut bis zum toppräparierten kurzen Bruggerleitenhang. Hier hat man den nur 300 m langen und 80 Hm ergiebigen Tellerlift jüngst 2020 getauscht. Etwas ärgerlich und typisch Dolomiti Superski: ein Zaun verhindert, dass man ohne Aufsteigen von der 41c zur 7b blau weiterfahren kann und so generiert man weitere Piepse am SL. Fand ich nicht weiter tragisch, da die Schlepplift-Piste 7 so gut ging und ich gerne SL fahre an Lärchen und Hotels vorbei.

Die 41 rot führt dann zur 1440 m hoch gelegenen Signaue, einem erst 2007 beim Bau der gleichnamigen 8-EUB in Richtung Rotwand errichteten Einstiegspunkt ins Skigebiet. Von der Piste 41 kommend, bringt einen ein kurzes Förderband hinauf zur anderen Seite.

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Schlusshang der 41 rot zur Signaue und Talstation der 8-EUB Drei Zinnen. Mittig die Abfahrt 10 rot, von rechts kommt die blaue 10b

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Signaue von oben aus der 8-EUB Drei Zinnen und Talstation der 8-EUB Drei Zinnen

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Talstation 8-EUB Signaue

Die 8-EUB Signaue ist mit 1,3 km bei 300 Hm recht kurz (Exposition Nordost) und erschließt die eigenständige rote 10, Teile der blauen Hauptabfahrt 3 des Rotwandgebietes mitsamt der blauen 10b zurück zur Signaue.

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Pistenverzweigung an der Bergstation der 8-EUB Signaue zwischen 3 links und 10 rechts

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Pisten 10 rot an der 8-EUB Signaue. Rechts ein Teil der gut abgesicherten Rodelbahn von der Rotwand ins Tal

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Pisten 10 rot an der 8-EUB Signaue Blick talwärts. Hinten die 8-EUB Drei Zinnen und die rote 41

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Start der Piste 10 rot an der Bergstation 8-EUB Signaue

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Bergstation 8-EUB Signaue


Per Ziehweg (?) 10a und 6 kann man hier auch nach Sexten Moos ins Tal fahren, das haben wir aber nicht ausprobiert. Das Rotwandgebiet haben wir aus den oben erläuterten Gründen insgesamt am wenigsten kennengelernt. Etwas negativ ist mir hier aufgefallen, dass die Signaue-Bahn nicht weit genug hinaufführt, um zum SL Porzen und damit zum Startpunkt der Skireise zum Kreuzbergpass zu gelangen (ich kenne Gebiete, v.a. wohl in Frankreich, da hätte man das anders gelöst, aber vielleicht gibt es auch einen guten Grund, den ich bislang nicht kenne). D.h. man muss zunächst zur 6-EUB Rotwand ins Tal nach Sexten-Bad Moos fahren, entweder über die blaue 3, die uns gut gefallen hat und bis auf eine S-Kurve in nördlicher Ausrichtung bzw. gut beschattet ins Tal zieht, oder über die grimmige schwarze Holzriese II (3b), die angeblich steilste Skipiste Südtirols oder gar ganz Italiens.

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Piste Holzriese II (3b), schwarz, von unten. Die extreme Steilheit kommt nicht wirklich heraus

K1 und ich sind sie gefahren und ich war froh, dass wir heil unten angekommen sind, ehrlich gesagt. Der Zustand war gut: griffig, keine Buckel, wenig Leute, aber es ist echt sakrisch steil und wenn man da mal ins Rutschen kommt, gibt’s kein Halten mehr. Solche Hänge sehe ich als Vater natürlich jetzt schon anders als noch vor 10-15-20 Jahren, keine Frage. Dennoch hat K1 das super und sturzreif gemeistert, auch ohne erkennbare Angst ob des sich auftuenden Abgrunds und war hinterher schon megastolz (die „Hernegg“ am Kronplatz wurde dann als „rot“ eingestuft, weil sie ja nicht so steil sei). Die wohl zahmere „Holzriese I“ wollte K1 dann aber nicht mehr fahren… ;-)

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Unterster Teil der blauen Abfahrt 3 nach Sexten-Bad Moos, die 6-EUB im Hintergrund

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Blick von der Bergstation der 8-EUB Signaue zur Bergstation 6-EUB Rotwand mit der Piste Holzriese I (3a), schwarz

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Rotwandmassiv und Skigebiet im Zoom vom Helm

Die 6-EUB Rotwand (2 km lang, 566 Hm, Bj. 1993, Nordexposition) startet direkt neben einem sehr attraktiv aussehenden Hotel am Eingang ins Fischleintal mit den imposanten Riesen der Sextener Dolomiten. Leider ist ihre Kapazität mit 1500 p/h nicht der Hochsaison angemessen und wir haben ein, zwei Mal relativ lange gewartet – auch weil Ausflügler und Rodler mittransportiert werden wollen. Am Donnerstag, 15.02. sind wir hier dann selbst auch gerodelt, was großen Spaß gemacht hat. Skipässe hatten wir ja, zwei Rodel wurden dann für je 11 Euro für einen halben Tag gemietet, d.h. wir hätten durchaus noch einige Male fahren können, aber sind dann noch weiter nach Prags (LINK).

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Talstation 6-EUB Rotwand

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Trasse 6-EUB Rotwand

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Wartezeit an der 6-EUB Rotwand

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Bergstation 6-EUB Rotwand

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An der Bergstation der 6-EUB Rotwand

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Schneemenschen an der Bergstation Rotwand

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Chalet-Dorf und Hütte an der Bergstation Rotwand

An der Bergstation Rotwand ist man dann fast direkt unter großen Felsbergen, egtl. das einzige Mal im Skigebiet, denn der Helm und der Stiergarten liegen ja gar nicht in den Dolomiten, sondern im Karnischen Kamm! Der Schlepplift Rotwandwiesen bietet kurzes (340 m lang, 86 Hm) Genussterrain in leichter Manier (4a rot, 4 blau), leider auch hier mind. 5 min Wartezeit…

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Talstation und Trasse SL Rotwandwiesen

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Bergstation SL Rotwandwiesen

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Blick von der Bergstation SL Rotwandwiesen in Richtung Porzen

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Sieht fast aus wie die Rockies im Summit County. Der Karnische Hauptkamm von der Rotwandwiese. Vorne die Pisten 4 und 4a

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Pistenstart am SL Rotwandwiesen. Hinten die Bergstation der EUB


Sowohl von der Bergstation Rotwand als auch des SL kommt man via 5b (rot) oder dem oberen Abschnitt der blauen 3 zum Schlepplift Porzen (800 lang, 200 Hm), meinem Highlight hier in diesem Bereich: altertümlicher Tellerlift entlang eines mal hochwinterlich verschneiten Waldrandes, daneben eine breite, zur Hälfte per Zaun als Trainingsstrecke (?) abgesteckte, bei unserem Besuch aber offene super Carving-Piste mit schönen Wellen und wechselnder Neigung. Piste leer, am Lift aber mind. 5-7 min Wartezeit. Alter trade-off: Lieber hier Warten und freie Piste und kultiger Lift? Oder weniger Warten, vollere Piste, mit vielen anderen in einer KSB/EUB? Wie man dem News Topic entnehmen kann, soll der SL ja bald auf verlängerter Trasse durch eine KSB ersetzt werden. Gut wäre, wenn dies per Anschluss an die 8-EUB Signaue geschähe, so dass die Rotwandbahn entlastet werden könnte. An der Bergstation des SL Porzen beginnt dann der lange Ziehweg zum Kreuzbergpass (4 km laut Open Ski Map), den wir aber wie beschrieben nicht genommen haben.

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Rotwand-Massiv. Rechts der SL Porzen und die Piste 5

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SL Porzen und Piste 5 von der Talstation

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Im SL Porzen

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Piste 5 rot am SL Porzen


Was ist mein Fazit zum „Drei Zinnen“-Skigebiet? Wir haben fünf schöne Skitage gehabt, das Panorama der Sextener Dolomiten ist grandios, die restliche Aussicht auch ansehnlich. Vierschach und Sexten gefallen mir als Orte (Sexten mit sicherlich schönerer Lage). Die Skischaukel, v.a. zwischen Helm und Stiergarten, erscheint mir ein bisschen „erzwungen“. Der Helm-Südhang ist einfach steil und schneearm, deshalb kein Wunder bzw. sinnvoll, dass das Mitterberg-Projekt nicht realisiert wurde. Ähnlich wie in der Zillertalarena steckt man in einer Art linearer „Verbindungsschlauch“ bei dem man immer wieder aufs Neue warten muss, auch weil einfach Alternativen fehlen (als fiktives Beispiel: von Sexten Bereich Kristler/Helmtalstation ein Lift in Richtung Moos und Signaue), die eben die Topographie nicht hergibt. An der „Drei Zinnen“-Bahn wäre eine zweite Abfahrt schön, eine blaue, in weiten Bögen den aussichtsreichen Hang hinunter. Die Einschätzung wird sicherlich durch die absolute Hochsaison negativ beeinträchtigt, denn ohne die Wartezeiten an den beiden älteren 6-EUBs sowie der Stiergarten-Bahn wären wir noch mehr zum Fahren gekommen in unserem kurzen Zeitslot. Die beiden Talabfahrten nach Vierschach sind super (bleibt das auch so, wenn die 6-EUB Vierschach-Helm bald durch eine Hochleistungs-10-EUB ersetzt wird?), auch der Helmgipfelbereich bietet viel. An der Rotwand ist die Schneequalität dank Ausrichtung sehr gut, die Holzriesen sind aber für die breite Masse zu schwierig und oben steht keine kapazitätsstarke Beschäftigungsanlage wie die Hasenköpfl-Bahn am Helm. Die Skireise nach Padola hätte ich natürlich gerne angetreten, keine Frage, leider kann ich daher auch keine Meinung zu den dortigen Verbindungsplänen abgeben.
Das Gesamtangebot der Skiregion Hochpustertal mit den drei kleineren Gebieten (von denen wir zwei gar nicht getestet haben), der Zuganbindung zum Kronplatz oder einem möglichen Abstecher nach Cortina (nur 28 km von Toblach, dort steht ja auch verlockenderweise: Venezia 200 km!) und dem Thurnthaler in Sillian würden so schnell keine Langeweile aufkommen lassen, sofern man nicht durch den Skikurs räumlich gebunden ist und etwas Auto- oder Zugfahren nicht scheut.


Heimreise am 17.02.2024

Wir fuhren am Bauernhof um 7.40 Uhr los und waren dann mit Tanken und einer Toiletten-Pause am Brenner 4 h 20 min später zu Hause (Navi sagt „normal“ 3 h 40 min). Auf der Pustertalstraße war es noch okay vom Verkehr, wenn nicht zwei Traktoren (einer mit Transparent) über Kilometer bis zur Brunecker Umgehung verzögert hätten. Auffahrt A22 Brixen unproblematisch. Auch wenn Ö3 eine halbe Stunde Verzögerung an der Sterzinger Mautstelle meldete, war das gar kein Problem. Mehr los war in Schönberg mit kurzem Stau davor. Angesichts des Grenzstaus in Kiefersfelden fuhren wir dann dem Navi folgenden in Jenbach ab und über die Achenseestrecke und Tegernsee nach Hause, meist in Kolonne. In Gegenrichtung aber ab Maurach bis hinunter zum Inn Stau (ab dort weiter Stau ins Zillertal). Die neue Dosierungsampel für die Achenseestrecke stand kurz nach dem Grenzübergang, dort war aber noch kein wirklicher Rückstau zu erkennen (Freunde von uns waren in Pertisau im Urlaub, die sagen, sie hätten dank der Ampel 2,5 Stunden statt normal 1,5 dorthin gebraucht). Auf der Tegernseestrecke dann wie an einem schönen Ausflugswochende Rückstau der Ampel in Kreuzstraße, die wir in bewährter Manier umfahren – irgendwie lustig, weil am Tegernsee selbst wohl gar nichts los war, bei trüb-feuchter Regenstimmung.
Eindrucksvoller Föhn mal wieder: 10°C in Sterzing, nur mehr 5°C am Brenner.

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Rotwandmassiv im Zoom

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Neuer Bergliebling. Dreischusterspitze, 3152 m

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Heißluftballon, der die Zielregion benennt


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BeitragVerfasst: Mo, 26.02.2024, 15:16 
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Danke für die Eindrücke und die Fotos. Ich habe erst einmal quergelesen, werde mir das in aller Ruhe ansehen!


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BeitragVerfasst: Mo, 26.02.2024, 16:47 
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Registriert: Fr, 11.05.2012, 20:42
Beiträge: 2534
^ Ich auch danke Dir für den schönen Bericht.


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BeitragVerfasst: Mo, 26.02.2024, 17:45 
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Registriert: Do, 17.03.2011, 20:54
Beiträge: 981
Emilius3557 hat geschrieben:
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Bergstation 6-EUB Rotwand

Die Stationen gefallen mir gut, ohne das Dach schön minimalistisch. Auch das Logo passt wie ich finde sehr gut. Nur sind solche Stationen zum Arbeiten wohl nicht ideal, weil man Wind und Wetter ausgesetzt ist. Hörte ich zumindest schon öfter von den Liftlern in den USA, die an den kuppelbaren Yans gearbeitet haben.

Danke auch für die sehr detaillierte Beschreibung eures Urlaubs. Immer spannend zu lesen.


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