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 Betreff des Beitrags: Re: Ski The Great Potato
BeitragVerfasst: Sa, 13.06.2020, 17:07 
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2 - Winter in Öl

Nun stand der erste richtige Skitag vor der Tür und mit Sun Valley wartete wohl eines der bekanntesten Skigebiete der USA auf mich. Die Ursprünge des Skigebietes reichen bis 1936 zurück, heute gehört das Unternehmen der Sinclair Oil Corporation - eigentlich ein Betreiber von Tankstellen. Sun Valley ist dabei genau genommen nicht ganz korrekt, denn die beiden Teilgebiete heißen Bald Mountain bzw. Baldy und Dollar Mountain. Bald Mountain liegt bei Ketchum, der Nachbarort von Sun Valley. Früher gab es noch zwei weitere Gebiete, Proctor und Ruud Mountain. Bekannt ist die Gegend v. a. wegen der ersten Sessellifte, deren Geschichte ich hier ausführlich dokumentiert habe: viewtopic.php?f=8&t=3371. Ausführlich dokumentiert habe ich in diesem Bericht auch die Liftanlagen und dabei während des Skifahrens weniger auf Bilder von den Pisten geachtet, das möge man mir an dieser Stelle bitte verzeihen. Ich hoffe der Skiberg kommt trotzdem gut genug zur Geltung.

Was den Skiberg betrifft, so hat man vom Ruud Mountain einen guten Überblick über weite Teile der heutigen Skigebiete:

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Ganz links ist Dollar zu sehen, wo einer der ersten beiden ESL stand und das auch heute noch tendenziell eher als Anfängergebiet dient. Die knapp 200 hm werden heute relativ unspektakulär von einer DM-CTEC-KSB erschlossen. Noch etwas weiter links, ein Teil der Stützen ist gerade noch zu sehen, steht eine Thiokol-3SB von 1972 und dient einmal als quasi Privatlift für die Reichen und Schönen des Ortes.

Etwas weiter rechts sieht man das Hauptgebiet Bald Mountain. Die erste, durch Lifte erschlossene Erhebung auf der linken Seite ist Seattle Ridge mit 2.682 m. Der eigentliche Gipfel (Bald Mountain, 2.789 m) wird etwas verdeckt, die Spitze weiter rechts ist allerdings auch nur unwesentlich niedriger gelegen. Der Bereich wird Lookout genannt und ist der zentrale Punkte des Skigebietes, von dem aus die meisten Abfahrten bis zu einem Höhenunterschied von knapp 1.000 m erreicht werden können. In das Skigebiet kann man an zwei Stellen einsteigen, die hier beide nicht zu sehen sind: River Run Plaza in Ketchum und Warm Springs im gleichnamigen Seitental, auf dem Bild also rechts hinten.

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Blick auf Baldy von Dollar Mountain aus, links unten der Einstieg River Run, rechts hinter dem Kamm Warm Springs, davor der Bereich Frenchman's.

Hier noch der Pistenplan von Baldy aus der abgelaufenen Saison: https://d26zlhfpekbdmm.cloudfront.net/f ... 20_WEB.jpg

Auch wenn das Gebiet auf den Bildern einen sehr kompakten, fast schon langweiligen Eindruck macht, empfand ich es als äußerst abwechlungsreich. Insbesondere die langen Abfahrten von Lookout mit den großen Höhenunterschieden bieten jede Menge sportliche Herausforderungen. Daneben kann man sich auf Buckelpisten oder in den Bowls austoben, aber auch entspannt auf den blau-grünen Pisten dahincruisen. Und natürlich bieten die beiden Gebiete in Sun Valley und Ketchum nicht nur schöne Abfahrten sondern auch interessante Lifte. Wie oben schon erwähnt, begann alles 1936 mit der Erschließung von Dollar und Proctor Mtn. sowie ein Jahr später mit der Verlegung des Kurven-J-Bar an den Ruud Mtn.

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Blick auf den ersten ESL am Dollar Mountain mit der Lodge im Hintergrund, darüber würde in den nächsten Jahrzehnten Sun Valley entstehen.
[F 04632] © The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

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Skifahrer am Dollar Mtn.
[F 05076], [F 06321] © The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

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Skifahrer am Dollar Mtn, im Hintergrund die heute noch existente Sun Valley Lodge, rechts: Frosty The Ski Dog.
[F 06467], [F 09217] © The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

Zur Saison 1948/49 wird der erste ESL demontiert und nach Michigan verkauft. Die nächste Generation ESL folgt, erneut von American Steel & Wire installiert. Neben der Hauptanlage wird ein zweiter ESL installiert:

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Links: Dollar Chair, rechts: Half Dollar Chair
[F 15001549], [F 15001843] © The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

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Links: Half Dollar Chair mit Ruud Mtn. im Hintergrund.
[F 15001546], [F 15001843] © The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

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Früher und heute.
[F 15001961] © The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

Bis 1969 blieb dieses Setup bestehen, ehe man mit einer Hall-DSB Quarter Dollar einen weiteren Anfängerlift neben der bestehenden Anlage baute. 1972 erweiterte man dann den Bereich erneut und ließ von Thiokol (Vorgänger von CTEC) die 3SB Elkhorn errichten:

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Quarter Dollar (links, ein seltener Hall-Centerpole) und Elkhorn.

1977 ersetzte Lift Engineering (LE, Yan) den langen ESL durch eine DSB, 1978 dann auch den kürzeren ESL von AS&W. Die kürzere DSB besteht heute noch, die lange DSB wurde 2007 gemeinsam mit Quarter Dollar durch Kuppelbares von DM-CTEC ersetzt. Somit ist der heutige Dollar Chair die vierte Generation.

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Dollar DSB von Lift Engineering, die letzte Generation vor dem Marktführer.


Timelapse vom Umbau

Auf der anderen Seite des Tals, am Bald Mtn., blieb es bis heute noch etwas interessanter...

Man merkte in den 1930ern schnell, dass die bisherigen Erschließungen noch nicht der ganze große Wurf waren. So wurde 1939 der Lookout mit drei Sektionen ESL von American Steel & Wire erschlossen. Die erste Sektion, [Lower] River Run, führte vom Flussufer des Big Wood River ca. 1 km in ein kleines Tal, von wo aus man in die zweite Sektion, Exhibiton, umsteigen musste, um das Restaurant Roundhouse erreichen zu können. Die letzte Sektion, Christmas, führte dann zum heutigen Lookout.

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Die erste Sektion kurz nach dem Verlassen der Talstation (links). Heute ist der Bereich nicht mehr zu erkennen (Aufnahmestandort in etwa an der alten Talstation), da er komplett zugewachsen ist und durch die neue Lodge verdeckt wird.
[F 15001368] © The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

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Die zweite Sektion Exhibition über der gleichnamigen Abfahrt (links), daneben der Blick auf die Abfahrt heute, über der die EUB zu sehen ist, die River Run direkt mit dem Roundhouse verbindet.
[F 15002393]© The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

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Links zu sehen sind die dritte Sektion (die rechte der beiden Anlagen) neben dem von Proctor Mtn. verlegten ersten ESL - ganz am Rand die Bergstation von Exhibition. Rechts der Blick heute mit einer LE-DM-KSB sowie einer DM-CTEC-EUB.
[F 05537] © The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

1947 wird aus einem Seitental der Bereich Cold Springs mit dem gleichnamigen Lift, einem AS&W ESL erschlossen. Diese Anlage wird 1970 durch eine DSB von Riblet ersetzt. 1992 wird die Bergstation samt Antrieb von LE ausgetauscht (Original-Bergstation: https://sinclairoil.app.box.com/s/sz1uu ... 4631051009). Zur Saison 2020/21 wird hier vsl. eine DM-KSB in Betrieb gehen.

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Cold Springs ESL, rechts: Riblet DSB mit Lift Engineerings „drive terminal“.
[F 15001488] © The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

Hier zwei Videos mit einer Übersicht über die Erweiterungspläne sowie einem Bild der Riblet-DSB vor dem Umbau durch LE.





Wie oben bereits zu sehen, wird 1953 der ESL vom Proctor Mtn. auf die Hauptachse neben Christmas verlegt. Der Lift erhält den Namen Ridge (oder auch #5). 1967 erfolgt der Austausch durch eine DSB von Riblet:

Bild
[F 15001947] © The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

Zum Vergleich, die gleiche Stelle mit der neuen KSB von Lift Engineering:

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1970 geht dann die Zeit der ESL so langsam dem Ende entgegen. Gemeinsam mit Cold Springs, werden 1970/71 zwei der drei Sektionen durch Anlagen von Hall ersetzt. Aus dieser Zeit gibt es allerdings so gut wie keine Aufnahmen. 1977 fällt schließlich der letzte ESL und Lift Engineering ersetzt Exhibition durch eine 3SB.

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Christmas-DSB von Hall (vorne) und Riblet (hinten), die zweite Generation Exhibition mit einem für Yan'sche Verhältnisse fast schon minimalistischen return tension terminal (rechts).

Die nächste Iteration der Hauptachse folgt, als das kuppelbare Zeitalter mit zwei Anlagen von Lift Engineering beginnt. Die mittlere Sektion, Exhibition, erhält keinen direkten Nachfolger und wird 2009 abgebaut. Der quasi-Nachfolger ist die bereits angesprochene EUB von DM-CTEC. Die Hall-DSB der oberen Sektion, Christmas, überlebt ihren älteren Nachbarn von Riblet nicht und muss 1988 einer 4KSB von LE weichen. Die untere Sektion, River Run, wird 1992 auf leicht veränderter Trasse von LE ersetzt. 1993 wird dann noch die verbliebene Riblet-DSB Christmas eingestellt. Beide LE-KSB sind (natürlich retrofitted) bis heute in Betrieb.

1978 baute man parallel zur Hauptachse eine 3SB von Lift Engineering, Sunnyside (oder #6), die allerdings nicht bis zum Lookout führte, dafür aber den ganzen rechten Bereich Warm Springs schneller erreichbar machte. Die Anlage konnte mit den für LE charakteristischen Einfahrtstützen aufwarten. 1993 behob man das „Problem“ der Erreichbarkeit und errichtete daneben die LE-KSB Lookout Express so, dass man nun direkt zum Lookout fahren konnte. Sunnyside wurde 2014 ersatzlos gestrichen. Die Liftnummer 6 wurde nach der Einstellung nicht mehr vergeben. Von 1993 bis 2009 konnte man somit von dieser Engstelle mit Anlagen von Lift Engineering in drei Richtungen starten.

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3SB Sunnyside mit dem tri-leg return tension terminal und den signature breakover towers an der Bergstation.

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Der „Yan-Hub“ am River Run, fast zu seinen besten Zeiten.

Die Erschließung von Warm Springs aus begann im Jahr 1965. Zwei Sektionen Riblet-DSB führten auf knapp 2,7 km von der Talstation zum ca. 960 m höher gelegenen Lookout. 1972 gibt sich WSO ein kurzes Stelldichein und baut die DSB #9 Flying Squirrel, die neben der zweiten Sektion eine Piste erschließt, aber unterhalb von Lookout endet (etwa dort, wo auch Sunnyside endete). 2014 wird die DSB nach einem Brand in der Bergstation abgebaut. 1988 wird die untere Sektion der DSB durch eine LE-KSB ersetzt, daneben baut man eine weitere KSB von Lift Engineering bis hoch zum Lookout. Möglicherweise lief die zweite Sektion Riblet sogar noch zwei Jahre parallel dazu.

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Die erste Sektion Warm Springs (links, Mitte), darauf folgte Limelight.
Mitte: [F 09220] © The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

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Städeli in Sun Valley.

Der letzte Bereich des Gebietes ist Little Baldy bzw. Seattle Ridge (im Bild eingangs links zu sehen). 1972 baut Thiokol eine heute noch existente Zubringer-3SB vom Lookout zum eigentlichen Gipfel Bald Mtn. windgeschützt unterhalb des Kamms. Nach einer Abfahrt durch die dortigen Bowls kommt man ab 1976 mit der Hall-3SB hinauf zur gleichnamigen Seattle Ridge (von dieser Anlage gibt es keine Bilder). Zwei Jahre später und zwei Nummern weiter (die 13 wurde übersprungen), baute LE eine 3SB, um die Hänge und Bowls unterhalb des Gipfels direkt zu erschließen. Auch diese Anlage besteht heute noch, wurde aber im Verlauf gekürzt.

Zu einem Lift Nr. 15 ist es bis heute nicht mehr gekommen, denn für die letzte Neuerschließung in den 1990er Jahren verwendete man die 1990 freigewordene Acht. Die letzte KSB von Lift Engineering in Sun Valley im Jahr 1994 erhält den Namen Frenchman's und besteht auch bis heute, Retrofit inklusive. In keinem Skigebiet konnte LE mehr kuppelbare Anlagen erstellen, auch wenn es Gebiete gab, in denen er insgesamt mehr Lifte errichtete. Vier der sieben KSB erhielten die Klemme „Yan 11“, drei die Klemme „Yan 7“. An zwei kann man heute noch die berühmten, super gemütlichen Tränensessel in Betrieb erleben.

Nach 1994 wurde 15 Jahre kein Lift gebaut. Erst 2009 kommt es mit der einzigen EUB im Gebiet zu einer direkten Anbindung des Roundhouse vom Tal aus. Weitere 11 Jahre hat es gedauert, ehe man in diesem Jahr mit dem Cold Springs Express das Gebiet merklich erweitert, was wohl selbst Corona nicht verhindern kann.

Skilifte hat es übrigens, bis auf ein kurzes Intermezzos eines Übungsliftes von Poma, nie gegeben.

Nun springen wir noch für einen Moment ins Jahr 1990:



LE hat bereits drei der insgesamt sechs KSB erstellt, zu diesem Zeitpunkt laufen alle in der Originalausstattung. Ansonsten findet man fixgeklemmte Anlagen von Hall, Riblet, Städeli, Thiokol und auch LE. Folgende Ausschnitte im Video oben sind interessant:

04:19 Blick vom hinteren Einstieg in das Skigebiet, Warm Springs, erschlossen durch die beiden KSB Greyhawk und Challenger. Letztere erreicht auf fast 2,8 km gute 960 hm.
04:40 Bergstation Greyhawk
05:00 Fahrt in Challenger
06:30 Bergstation Greyhawk, vor dem Retrofit durch DM
07:40 Limelight DSB von Riblet kurz vor dem Abriss - da die Sessel noch hängen, ist es möglich, dass die Anlage nach dem Bau der KSB noch als Verstärker im Einsatz war
10:40 Exhibition 3SB
22:50 Der gesamte Bereich oberhalb Warm Springs ist zu sehen - am linken Bildrand die Städeli-DSB Flying Squirrel und daneben Limelight (auch noch bei 25:10 etwas unscharf zu erkennen)

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Vergleich von Challenger vor und nach dem Retrofit durch Doppelmayr, auch die Robas hat DM ersetzt. Was für ein gewaltiger Unterschied zwischen der filigranen Anmutung von Yan und dem Aufbau von DM. Der hatte und hat allerdings auch seine Vorteile, denn bei den Liftlern war die Arbeit an den minimalistischen Stationen ohne Schutz vor dem Wetter nicht gerade beliebt.

Aber nun zurück in die Gegenwart und damit zum ersten Skitag in Sun Valley. Es war relativ wenig los, als ich den Wagen um kurz vor neun auf dem ersten der vielen Parkplätze parkte. Anfang Februar sollte ideal sein, da wir so noch im Hochwinter, allerdings außerhalb der Hochsaison unterwegs sein würden. Erst in der dritten Februarwoche, der sog. Presidents' Week, nehmen sich viele US-Amerikaner zum Skifahren ein paar Tage frei.
Vom Parkplatz fährt ein Shuttlebus die letzten Meter zur Talstation und der Lodge. Ungewohnt war das Bild in der Lodge, wo die Skifahrer im Warmen auf den Liftstart warten. Nur einige wenige Skifahrer stellen sich überhaupt weniger als fünf Minuten vorher in die Schlange. Allerdings ist das Publikum in der Nebensaison auch eher von der Sorte rüstiger Rentner. Der Skipass schlug mit 145 USD zu Buche. Das hätte man im Vorverkauf günstiger bekommen können, doch ist mir die Flexbilität bei solchen Reisen wichtiger als 10 % zu sparen.

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Die ewig Schlauen standen natürlich ganz vorne in der Schlange und beglückten die Wartenden mit ihren Weisheiten. Als wäre der Powder Day schlechthin, dabei hatte es schon länger nicht mehr richtig geschneit. Während weiter südlich in Utah ein sehr guter Winter über die Bühne ging und es auch nördlich von Sun Valley ordentliche Schneehöhen gab, blieb das Tal hier mal wieder von größeren Niederschlägen verschont. Somit war der Schnee gut, aber auch nicht überragend.

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Wenige Minuten später saß ich bereits in der zweiten der ehemals drei Sektionen auf einem supergemütlichen Tränensessel. Wie üblich, lief die Bahn mit 1000 ft/m oder 5 m/s. Niemand in den USA käme auch nur für eine Sekunde auf die Idee, die Lifte absichtlich langsamer laufen zu lassen.

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Der Blick wanderte nach links zum Bereich Seattle Ridge. Die Schneise der ehem. Dreiersesselbahn von Hall ist links noch gut zu erkennen.

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Weiter ging der Flug hinauf zum Lookout. Rechts der Lookout Express.

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Am Lookout angekommen, ging es natürlich direkt mit dem alten Thiokol - für mich eine Premiere, bisher blieben mir Fahrten mit dem Vorgänger von CTEC leider verwehrt. Ganz links erschließt Mayday den eigentlich höchsten Punkt.

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Die Aussicht am Lookout ist fantastisch. Das Tal hinau schaut man über Hailey, den Flughafen und danach in die weite Ebene Idahos.

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Aber auch in die andere Richtung kann sich das Panorama sehen lassen.

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Lifthütte mit Schindeldach und Abspannung.

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Die Sitzfläche ist relativ klein, so bleibt nicht viel Raum für Fehler. Ich ließ die Kamera lieber im Rucksack und fotografierte mit dem Handy weiter.

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Bei guten Verhältnissen sicher ein Traum. Aber die Aussicht war auch nicht zu verachten.

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Blick auf der anderen Seite des Kamms in die Wildnis Idahos.

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Das kurze Stück war der absolute Sahnehang. Perfekt präpariert, bis zum Schluss. Vorsicht war nach dem Einbiegen auf den kleinen Waldabschnitt geboten, wo Bäume mitten auf der Piste stehen und es ein paar Eisflächen gab. Da zerlegte es später am Tag einen Skifahrer ordentlich.

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Es ging direkt hinab bis nach Cold Springs. Ursprünglich sollte Sun Valleys letzte DSB von Riblet bereits ein Jahr zuvor ersetzt worden sein, aber ich hatte Glück und durfte das Unikat noch fahren. Der Bodenabstand war an dieser Stelle nicht zu verachten.

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Die nächste Runde führte mich vom Lookout die beschneite Abfahrt Christmas Ridge hinab. Mit den Lanzen zwar kein schöner Anblick, aber durch das Panorama und die Bäume ansprechend.

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Weiter ging es zurück zum Bereich Cold Springs und Seattle Ridge.

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Die alte Mayday führt ein wenig ein Schattendasein, erschließt aber schöne Hänge, an denen man es entspannter angehen kann:

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Unterhalb der gleichnamigen KSB von LE, die auch neue Sessel erhalten hatte, warten ein paar schöne Carvinghänge auf den Skifahrer. Hier war eigentlich immer am meisten los und die Pisten nachmittags auch zerfahren. Leider auch hier ein Lanzenwald neben der Piste.

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Erneut ein großartiger Blick hinter der Seattle Ridge Day Lodge.

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Blick über Mayday hinweg zum Lookout.

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Sun Valley im Hintergrund mit den früheren Skigebieten Ruud und Proctor.

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Mayday ist kein Highlight wie sonst die ein oder andere LE-Anlage, aber man nutzt den Lift irgendwie gerne. Nur die Sessel sind am Rücken extrem unbequem.

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Irgendwo dort hinten war ein weiterer Skitag geplant.

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Es gibt schlechtere Aussichten.

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Und noch einmal im Zoom ... ganz links die alte Bergstation.

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Tiefblick zur Talstation von Mayday.

Jetzt wird es Zeit zum Mittagessen, das ich natürlich im Roundhouse zu mir nahm. Ungewohnt vornehm ging es zu, die Bedienung stieß beim Laufen mit der Nasenspitze regelrecht an die alten Holzbalken des Gebäudes. Und so war auch der Burger für 20 USD eine ziemliche Enttäuschung. Danach entschied ich mich für eine weitere Runde über Cold Springs, ehe ich mir die restlichen Teile des Skigebiets anschauen wollte.

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Erneut der Blick von Lookout in Richtung Gipfel.

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Christmas... man kann den Vorgänger noch erahnen. DM hat wohl fast komplett entkernt und dann die Technik auf die alten Fundamente gesetzt.

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Natürlich ist auch der Antrieb „gebrandet“.

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Über die komplette Runde geht es hinab ins Seitental von Cold Springs. Dort muss man abrubt abbremsen, um nicht in die überdimensionale Talstation der gleichnamigen Bahn zu rauschen - auf dem Liftblog als die weltweit längste, fixgeklemmte Station bezeichnet.

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Leider wohl seit diesem Sommer Geschichte, wenn die Bahn nicht als Gebrauchtanlage irgendwo aufgestellt wird.

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Erschließt unter anderem diese schönen Wannenabfahrt.

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An Stützen wurde nicht gespart.

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Wie bereits erwähnt, wurde die Antriebsstation durch LE ausgetauscht. Diese Aufträge konnte Yan häufiger an Land ziehen und quer durch alle Hersteller über 100 Umrüstungen umsetzen.

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Tiefblick auf Ketchum (vorne) und Sun Valley.

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Durch Upper und Lower Canyon ging es hinab zum ehemaligen Yan-Hub.

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Von ehemals vier LE-Anlagen, sind heute noch zwei in Betrieb. Sunnyside startete links neben der hinteren Station. Hier stieg man während des Betriebs der ersten Liftgeneration auch zwischen der ersten und der zweiten Sektion um:

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Blick hinauf zur schwarzen Abfahrt Exhibition, über die frühere die Trassen des ESL bzw. der 3SB verliefen.

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Weiter ging es mit dem Lookout Express über 2,3 km und 814 hm zurück zum Lookout - somit erreicht man ganz knapp 1.003 Höhenmeter bei einer Abfahrt.

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Hier treffen sich Canyon von links und River Run von rechts.

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Weiter oben die Buckelpiste Holiday.

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Auf gleicher Höhe im Wald rechts endete früher Sunnyside, und wir haben noch ein Stück vor uns bis ganz oben.

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Tränensessel in Sicht.

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Blick in die Antriebsstation. Hier ist der Retrofit kaum zu erkennen.

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Das Bild hätte ich gerne mit dem original Equipment gemacht.

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Ungefähr so, nur ohne Robas, Klemmen und Joch von DM.

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Etwas besser.

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Nun fehlten mir noch zwei Bereiche: Frenchman's (auch noch mit Tränensessel) und Warm Springs.

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Frenchman's Antrieb von unten. Es gibt ein gutes Vergleichsbild, das jedoch wahrscheinlich von Greyhawk stammt:

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Die unpräparierten Abfahrten konnten zumindest landschaftlich überzeugen, waren aber ziemlich abgefahren. Hier sparte ich mir eine Wiederholungsfahrt.

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Es ging wieder zum River Run. Gegenüber ist oben rechts das Roundhouse mit der EUB zu erkennen, von links unten kam früher die zweite Sektion Exhibition (siehe Vergleichsbild rechts).
[F 15001579] © The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

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Auch wenn aufgrund der Größe keine Details zu erkennen sind, aber das fantastische Panorama sollte zu sehen sein.

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Zum Abschluss des Tages am Bald Mtn., ging es noch die steilen Pisten hinab nach Warm Springs. Bei gutem Schnee sicher ein Traum, damals war es schon etwas abgefahren. Man hätte vielleicht nachts mal die Lanzen anwerfen sollen, um dem Altschnee etwas Neues unterzumischen - falls das Sinn macht.

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Weiter unten, rechts die ehem. Talstation der Städeli-DSB.

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Wieder hinauf ging es mit Challenger. Es war früher Nachmittag und nicht mehr viel los. Die Schneise links gehörte zur ersten Generation.

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Am zentralen Punkt, Lookout.

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Blick von unten in den DM-LE-Mischmasch.

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Am River Run pausierte ich den Skitag für einen Moment und wechselte mit dem Auto ins das kleinere Teilgebiet, Dollar Mtn. Eigentlich war der Skitag damit vorbei, denn auf der anderen Seite ging es eher gemütlich zu. Auch wenn der Lift von Thiokol nicht laufen soll, fuhr ich dort sicherheitshalber kurz bis ganz nach hinten und schaute mich kurz aus dem Auto heraus um - weniger Minuten später stand bereits der Sicherheitsdienst in der Entfernung und wartete darauf, dass ich weiterfahre. Also zurück zum Parkplatz, wo leider das Klischee bedient wird und reiche Mütter (alternativ: die Nannies) aus dicken Luxus-SUV aussteigen, um ihre Kinder zum Skikurs zu bringen.

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Die Anfänger-DSB am Anfängerhügel / Funpark, davor eine Zapfsäule - natürlich von Sinclair.

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Solche Anlagen hat Lift Engineering auch nicht gerade wenige gebaut.

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Im Hintergrund der schönen Stützen die Lodge.

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Blick auf Sun Valley. Hinten rechts bei der Baumreihe ist das erste Foto entstanden. Hier noch einmal zum Vergleich, wie es früher aussah:

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[F 15001546] © The Community Library Ketchum, Regional History Department (http://www.comlib.org/regionalhistory/)

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Nach einer Fahrt mit einem alles andere als historischen Lift, schaute ich die Trasse des ersten ESL hinab und versuchte das Moderne auszublenden. Es wollte nicht so recht gelingen. Der Vollständigkeit halber sei unten rechts noch der kuppelbare Vierteldollar zu erwähnen, der Skinachwuchs will schließlich schnell lernen.

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Über die Villen hinweg ging der Blick ein letztes Mal zum Ruud Mtn., der alte ESL ist von hier aus kaum zu erkennen. Damit endet ein durchaus guter Skitag, bei dem natürlich mehr die Lifte und die Historie des Gebietes im Vordergrund standen. Der Schnee hätte besser sein können, aber das Gebiet an sich gefiel mir gut.

FF


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 Betreff des Beitrags: Re: Ski The Great Potato
BeitragVerfasst: Sa, 13.06.2020, 17:58 
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^ Noja, paar nette Ecken hätte es ja, in Europa (mit Fußrastern und günstigeren Preisen :) ) würd ich das Skigebiet wohl mal anfahren. Mit den originalen Yan-Stationen wäre der Bericht aber wesentlich schöner geworden als mit diesen DM-Stationen, ja ..

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 Betreff des Beitrags: Re: Ski The Great Potato
BeitragVerfasst: Mo, 15.06.2020, 8:42 
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Wow, wieder mal grosses Kino. Habs nur punktuell überflogen, leider. Eine profundere Lektüre hole ich später sicher noch nach. Das Gelände sieht teilweise sehr ansprechend aus...

Ich weiss, dass Wintersport in den USA teuer ist, aber 145 USD? Oh my god...


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 Betreff des Beitrags: Re: Ski The Great Potato
BeitragVerfasst: Do, 18.06.2020, 18:15 
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Danke, intermezzo. Ich du findest die Zeit für eine profunde Lektüre bei einem guten Glas Wein.

Ja, die Preise sind nicht ohne, lassen sich aber eben auch mit diversen „Tricks“ reduzieren. Sei es der Vorverkauf online, bei bekannten Skiläden in den Hubs wie z. B. Salt Lake City, über Coupons oder die bekannten Saisonpässe (Epic, etc.). Wir schon im Bericht erwähnt, ist mir halt die maximale Flexibilität im Urlaub wichtiger als 20 Dollar zu sparen. Sei es wegen Wetter, geschlossener Lifte, geschlossener Zufahrtsstraßen oder sonstiger Umstände. So kam es dann auch, dass ich etwas später im Urlaub 192,34 USD für einen Eintagesskipass bezahlen „durfte“. Aber dazu komme ich noch...


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 Betreff des Beitrags: Re: Ski The Great Potato
BeitragVerfasst: Sa, 20.06.2020, 21:11 
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téléski hat geschrieben:
Wir schon im Bericht erwähnt, ist mir halt die maximale Flexibilität im Urlaub wichtiger als 20 Dollar zu sparen.
Ob jetzt 125 oder 145 USD wäre mir dann in der Tat auch schon egal, ich würd beides ungern bezahlen wollen :)

Aber ich dachte, die Ermäßigungen, die man da so bekommen kann, lägen eher im Bereich 30-50%?

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 Betreff des Beitrags: Re: Ski The Great Potato
BeitragVerfasst: So, 21.06.2020, 9:43 
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Zitat:
Aber ich dachte, die Ermäßigungen, die man da so bekommen kann, lägen eher im Bereich 30-50%?

Das eine schließt das andere ja nicht aus. Wobei es mich interessieren würde, wo man mehr als 30 % ohne größeren Aufwand für eine Tageskarte bekommt.

Hier ein Beispiel für einen Händler aus Utah, bei dem man den Rabatt sogar noch für den gleichen Tag bekommt: https://www.skinsee.com/discount-lift-tickets. Will man nun aber z. B. Alta-Bird machen, d. h. Alta und Snowbird an einem Tag fahren (160 USD am Schalter), geht es schon nicht mehr.


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