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BeitragVerfasst: Sa, 04.04.2020, 9:57 
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RetroRebel

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Im Zeichen des Harscheisens

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5 Schitouren im Tal von Avers, 14. bis 18. Februar 2020


Der Winter 2019/2020 war auch schon vor Ausbruch der Corona-Krise kein einfacher, zumindestens meteorologisch gesehen. Nach anfänglich durchaus ansehendlichen Schneefällen im Süden und einer kurzen Phase mit brauchbaren Verhältnissen in meiner zweiten Heimat Ausseerland entwickelten sich weder ergiebige Nordstaulagen noch stabile Hochdruckgebiete mit längerwährenden Temperaturen im winterlichen Bereich. Immer wieder zogen Warmfronten von Westen her über den Alpenbogen und verursachten Regen bis in hohe Lagen, ständig mussten Sturmwarnungen ausgesprochen werden, die zu nahezu flächendeckenden Skigebietssperren führten, wie ich sie in meiner Erinnerung noch nie erlebt habe.
Das Ziel unserer jährlichen Ski-Reise wird ja traditionell erst ein bis zwei Wochen vor Abreise gewählt, um an die aktuelle Schnee- und die prognostizierte Wetterlage angepasst zu werden. Nachdem sich nicht nur das Valle Maira, das wir eigentlich gerne wieder besucht hätten, sondern auch viele andere potentielle Ziele ziemlich frühlingshaft und schneearm präsentierten, waren wir auf der Suche nach einem möglichst hohen Standort, der uns doch erlauben sollte, bereits zu Beginn der Touren die aufgefellten Schi an den Füßen und nicht am Rucksack zu haben. Helmut liebäugelte ja schon seit Jahren mit einem Besuch des Tals von Avers, in dem sich mit dem Weiler Juf auf 2126 Metern Seehöhe die höchste ganzjährig bewohnte Siedlung der Alpen befindet. So wurden für die diesmal etwas größere Gruppe Zimmer in einem kleinen Hotel gebucht, und am Donnerstag, den 13.2.2020 setzte sich der erste Teil der Gruppe in Bewegung, um nach dann doch ziemlich langer Fahrt am Abend gerade noch rechtzeitig zum Essen in Avers einzutreffen.
Die kommenden 5 Tage waren für Schitouren im Tal von Avers vorgesehen, auch das interessante kleine Schigebiet sollte erkundet werden.
Nachdem ich weiß, dass Schitouren hierorts nicht ganz „Mainstream“ sind und ich – wie immer – zu viele Bilder als unbedingt publikationswürdig erachtet habe, folgt hier pro Tag zunächst nur eine Handvoll Bilder ohne viel Text, mehr Bilder und detailliertere Texte gibt’s dann weiter hinten.
Die gesamte Reise umfasste insgesamt 9 Schitage, im Anschluss an den Aufenthalt in Avers verbrachten wir noch 3 Nächte im höchst empfehlenswerten Hospiz am Julierpass und eine Nacht in Davos (beide Stationen werden in einem eigenen Thread abgehandelt), und die Mehrzahl der Unternehmungen stand im Zeichen des Harscheisens. Ich kann mich an keine einzige frühere Februartour erinnern, in der ich je auf die Idee gekommen wäre, Harscheisen anzulegen, aber an 6 der 8 Schitourentage waren sie nötig (auch wenn sie nur 5 mal auch im Rucksack waren….), da die Kombination aus vorhergehenden Warmlufteinbrüchen, nächtlichem Frost und (auch während unseres Aufenthalts) heftigen Stürmen an vielen Stellen zu extrem abgewehter und pickelharter Schneeoberfläche geführt hatte.


14.2.20 Bödagrat (2959m)

Direkt vom Zentrum des kleinen Schigebiets auf ca. 1980m Seehöhe wählten wir den Gipfel des Bödagrats für unsere erste Tour, noch ohne Harscheisen (da diese für die gewählten breiten Schi nicht vorhanden waren). Die Tour zeichnete sich durch heftigen Sturm, stark wechselnde Schneeverhältnisse und – wie alle Touren dort – durch wunderbare landschaftliche Schönheit aus.

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15.2.2020 Wengahorn (2849m)

Von Juf aus (2126m) versuchten wir die Besteigung des Wengahorns, diesmal mit Harscheisen, jedoch scheiterten wir trotzdem an einer Steilstufe etwa 50 Höhenmeter unterhalb des Gipfels. Das letzte Stück wäre technisch sicher machbar gewesen, aber der extrem harte Untergrund in Kombination mit dem heftigen Wind und der fehlenden Aussicht auf Abfahrtsgenuss ließen unsere Anstrengungen erlahmen. Aber auch von unserem Umkehrpunkt zeigten sich Piz Bernina und Biancograt in der Ferne.

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16.2.2020 Uf da Flühe (2775m)

Ebenfalls von Juf aus ging es an diesen Tag auf den vermutlich auf der ganzen Welt bekannten und berühmten Gipfel „Uf da Flühe“, auch hier kamen die Harscheisen für eine kurze Passage vor dem Übergang ins Tal von Bivio zum Einsatz, im oberen Teil handelte es sich um einen aussichtsreichen relativ flachen Höhenrücken.

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17.2.2020 Pjotjoch (2836m)

Auch diese Tour zeichnete sich durch landschaftliche Schönheit, aber auch durch extreme Sturmböen aus, sodass der Aufstieg bei etwa 2700m Seehöhe abgebrochen werden musste. Dafür war es die einzige Tour im Tal von Avers, wo keine Harscheisen nötig waren.

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18.2.2020 Tscheischhorngrat (ca. 2620m)

An diesem Tag wechselten wir unser Quartier, davor gab es noch eine Tour ausgehend vom Weiler „Am Bach“ (Talsohle 1920m) bis zum Felsaufbau des Tscheischhorngrats, das Tscheischhorn (3019m) selbst ist namensgebend für den langen der beiden Schilifte (Tscheischa) und wird mit Tourenschiern nicht von dieser Seite bestiegen. Auch hier landschaftlich extrem lohnend und stark wechselnde Schneeverhältnisse, Harscheisen waren vor allem an der Steilstufe gleich nach Beginn der Tour nötig.

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BeitragVerfasst: Sa, 04.04.2020, 19:54 
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Sehr schön! Da bin ich schon gespannt auf die Fortsetzungen.

Ich war in der Ecke selbst leider noch nicht auf Tour, nur mal 2007 ein paar Stunden an den beiden Liften. Die Landschaft und besonders die Weite sind wirklich eindrucksvoll. Persönlich geht es mir aber in Gebieten mit derart gleichmäßigen idealen (und wenig gegliederten) Hängen immer so, dass ich die Touren irgendwann relativ austauschbar, ja sogar manchmal ein Stück weit monoton, finde. Das hörts sich jetzt vielleicht etwas negativ an, weil das ja eigentlich Gebiete mit besonders attraktivem Skigelände sind (trifft zum Beispiel für mich auch auf Teile des Sellrains, des Safientals, der Tuxer und Kitzbüheler Alpen zu), aber persönlich mag ich einfach verwinkelte Touren mit kleinräumigeren Gelände lieber. Oder Touren in steilen Karen/Rinnen, in Gebieten mit schroffen Felsgipfeln oder Gletschern aber auch mit schönen Waldpassagen. Trotzdem ist Avers eine faszinierende Region, der Bericht hier im Forum über eine herbstliche Wanderung dort hat sich mir ins Gedächtnis eingebrannt, das wollte ich auch immer mal machen.

Die eher wechselhaften Schneeverhältnisse durch Sturm und Regen bis in hohe Lagen waren in den letzten Monaten wohl wirklich fast alpenweit eher Standard als Ausnahme, auf manchen Bildern sieht es aber trotzdem sehr lohnend und nach viel Spaß aus :-)


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BeitragVerfasst: So, 05.04.2020, 9:01 
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RetroRebel

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Deine Einschätzung bezüglich der "Monotonie" der Tourenmöglichkeiten trifft bedingt zu. Auch ich hatte vor unserem Besuch ein wenig die Befürchtung, dass sich die Touren stark ähneln würden, vergleicht man mit meinem absoluten Lieblings-Tourenziel, dem Valle Maira, dann stimmt das auch, weil dort durch die noch viel größere Weitläufigkeit der Tallandschaft sehr unterschiedliche Touren in allen Himmelsrichtungen möglich sind, aber bei unseren Touren im Tal von Avers ein "wesentliches" Problem daraus zu machen, wäre Jammern auf höchstem Niveau. Ein Nachteil dieses Hochtals ist sicher die Tatsache, dass sich eigentlich alle Touren im Talschluss oberhalb der Baumgrenze abspielen und somit deutlich schlechtwetteranfälliger sind als eben im Valle Maira, wo man auch Möglichkeiten unterhalb der Baumgrenze hat.

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BeitragVerfasst: So, 05.04.2020, 10:01 
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RetroRebel

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Nun folgen - wie angekündigt - detailliertere Bereichte zu den einzelnen Tagen

14.2.20 Bödagrat (2959m)

Der morgendliche Blick vom Hotel aus verspricht zwar sonniges Wetter, aber am Kamm oberhalb des Tscheischa-Lifts ist schon klar zu sehen, was die heutige Tour wohl durchaus anspruchsvoll machen wird, der extreme Sturmwind, der es schaffen wird, sogar mich, der ja nicht gerade der Allerschlankste ist, gelegentlich aus dem Gleichgewicht zu bringen.

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Und sogar am Talboden des Bergalga-Nebentals, durch das wir zu Beginn des Aufstiegs zum Bödagrat marschieren, weht uns ein heftiger Wind entgegen.
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Blick zurück ins Haupttal.

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Sturm

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Kurze Wind-Pause

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Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Aufstiegsbilder als so ästhetisch empfinde? :wink:

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Die neue Kamera (Olympus OMD EM-5 Mark III mit Olympus Zuiko 14-150) bekommt aber einiges zu tun.

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Je näher wir dem Gipfel kommen, umso heftiger zeigen sich die Auswirkungen des Sturms auf die Schneeoberfläche, die Rippen sind ziemlich hart und zwischenzeitlich an den steilen Passagen vermissen wir Harscheisen, die wir für die heute verwendeten bereiteren Schi gar nicht besitzen, ziemlich heftig. Deshalb kommen auch (mit Ausnahme des letzten Tages in Davos) in der Folge nur die schmäleren Ski-Trabs (mit vorhandenen Harscheisen) zum Einsatz.

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Wir nähern uns dem Gipfel

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Angesichts der Verhältnisse beim Aufstieg sind wir höchst angenehm überrascht, dass wir in einigen sanften Rinnen durchaus brauchbare Schneeverhältnisse vorfinden.

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Langsam nähern wir uns wieder dem Talgrund.

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Ein Bach wird überquert.

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Vorbei am Cavettalift ...

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.... sehen wir bereits unser Hotel (links)...
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und blicken von dort zurück zum Cavettalift in der Abendsonne.
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Nun liegt der erste Tourentag hinter uns, wie schon erwähnt waren wir mit für Februar außergewöhnlichen Bedingungen konfrontiert, neben dem phasenweise extrem harten und abgewehten Untergrund hat uns heute auch ein wirklich extremer Sturm vor allem den Aufstieg erschwert, was aber nichts am positiven Gesamterlebnis einer etwas herausfordernden Tour in wunderschöner Umgebung getrübt hat.

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BeitragVerfasst: So, 05.04.2020, 21:14 
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Wow, vielen Dank für die tollen Bilder. Bei derart stürmischen Verhältnissen so ausgiebig zu fotografieren, ist auf jeden Fall eine respektable Leistung. Aber es hat sich definitiv gelohnt, für mich sind solche Bilder oft die interessantesten Fotos, weil die Bedingungen spürbar bzw. nacherlebbar werden (und optisch schön ist es ganz nebenbei auch ;-) )

Den Eindruck von etwas monotonen Touren an endlosen baumfreien Bergflanken musste ich beim Blick auf die (genialen) Schweizer Karten und auch nach deinem ersten Tourenbericht selbst auch schon ein ganzes Stück weit revidieren. Einige Touren sind doch etwas verwinkelter oder vom Gelände her teilweise kleinräumiger und abwechslungsreicher, als ich das zunächst erwartet hatte. Dazu sorgen natürlich auch die flachen aber landschaftlich grandiosen Talzustiege für Abwechslung. Insofern freu ich mich natürlich auf alle weiteren Fortsetzungen.


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BeitragVerfasst: Mo, 06.04.2020, 9:21 
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RetroRebel

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15.2.2020 Wengahorn (2849m)


Für alle weitere Touren dieses Aufenthalts kommen nur mehr die schmäleren Ski-Trabs zum Einsatz, sodass unsere derzeitigen absoluten Lieblingsschi, der K2 Wayback 96 bzw. für Sabine Talkback 96 (warum K2 wohl das Damenmodell mit diesem Namen versehen hat... :wink: ) mangels Harscheisen leider in der Schibox bleiben müssen. Das erste, was wir nach dem Urlaub gemacht haben, war die Bestellung von Harscheisen auch für diese Schi.
Unsere heutige Tour startet in der letzten Siedlung des Tales, in Juf, wie schon erwähnt, der höchste ganzjährig bewohnte Ort der Alpen. Die folgenden Bilder dieses Weilers stammen zwar vom Nachmittag, passen aber erzähltechnisch besser hierher:

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Die Tour beginnt mit einer ganz kurzen Passage in Richtung Talschluss, wo auch (auf dem Bild links) ein Winterwanderweg und eine Loipe verlaufen, ganz nach hinten werden wir 2 Tage später zum Ausgangspunkt des Aufstiegsversuchs zum Pjotjoch gehen.
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Bereits nach wenigen Metern wenden wir uns jedoch schon nach rechts (Südwesten) und beginnen den Aufstieg zum Wengahorn. Wir blicken zurück zum Weiler Juf.

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Wir sind nicht die einzigen, die heute auf diesen Berg wollen, und wir werden auch nicht die einzigen sein, die den Gipfel nicht erreichen werden.

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Heute ist es nicht ganz so windig und in der Sonne fallweise sogar angenehm warm.


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Auch hier erkennt man gut die – nennen wir es interessante – Schneebeschaffenheit, die den Genuss in vielen Passagen der Abfahrt ziemlich minimiert, aber phototechnisch dafür sehr ergiebig ist.

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Tiefblick auf Juf (links unten), gegenüber ist unser morgiges Ziel, der aussichtsreiche (naja, was ist dort nicht aussichtsreich....) Höhenrücken „Uf da Flühe“ zu sehen, unsere Route wird durch das kleine Kar (zwischen linken und mittleren Bilddrittel) zum Übergang nach Bivio und dann am Rücken nach rechts bis zum höchsten Punkt führen.

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Wir gewinnen zügig an Höhe, und im Süden taucht die eindrucksvolle Silhouette des Piz Bernina mit seinem berühmten Biancograt (links am Kamm) auf.

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Je weiter wir aufsteigen, desto unangenehmer wird der Schnee, auch hat der Wind wieder zugelegt, und so beschließen wir etwa 50 Höhenmeter unterhalb des Gipfels auf einer Steilstufe, die Unternehmung abzubrechen. Das Abfellen in dem steilen Gelände gestaltet sich offenbar so anspruchsvoll, dass es vom Umkehrpunkt nur dieses eine Bild gibt.

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Die Abfahrt wird dann phasenweise brauchbar, phasenweise aber doch ein wenig mühsam werden.

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An dieser Passage durchaus nett:

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Und wir nähern uns wieder Juf...

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.... wo eine kleine Belohnung auf uns wartet.

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BeitragVerfasst: Mi, 08.04.2020, 10:17 
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RetroRebel

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16.2.2020 Uf da Flühe (2775m)

Zweifellos mangelt es den Tourenzielen im Tal von Avers an weithin bekannten Gipfeln, so wird wohl unser heutiges Ziel, der Höhenrücken „Uf da Flühe“ wohl bei den wenigsten Bergaffinen ein wohliges Schauern auslösen können. Nichtsdestotrotz handelt es sich um eine nette und wenig schwierige Tour mit schönen Ausblicken in die Täler von Avers und Bivio sowie zum Julierpass.
Heute ist die Sicht nicht ganz so gut wie an den vorhergehenden Tagen, dafür hat der Sturm auch ein wenig nachgelassen, erst oben am Rücken werden wir wieder mit einigen heftigen Böen konfrontiert werden.
Hier der Beginn der Tour, direkt oberhalb von Sabine ist der Einschnitt zum Übergang nach Bivio zu sehen, den wir ansteuern, um von dort dann über den Höhenrücken zum Gipfel aufzusteigen.

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Rückblick nach Juf, knapp rechts der Bildmitte gegenüber das Wengahorn, an dem wir gestern knapp unterhalb des Gipfels gescheitert sind.

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In den Talschluss werden wir morgen auf dem Weg zum Pjotjoch gehen.

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Gute Laune haben wir jedenfalls!

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Auch wenn das auf den Bildern ganz harmlos aussieht, auch hier haben wir für eine kurze Strecke die Harscheisen aktiviert.

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Hier wird es wieder flach, oben ist schon der Übergang nach Bivio zu erkennen.

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Über den Höhenrücken nach rechts geht es dann zum Gipfel.

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Passhöhe

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Von rechts nach links: Gerhard, Helmut und meine Wenigkeit, wie man sieht mit deutlich kleinerer Fototasche als früher durch die neue Kamera.

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Nun wird es wieder phasenweise ziemlich windig.

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Vor uns der Gipfelaufbau, der nochmals die Harscheisen erfordert.

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Sabine, Gerhard und Helmut am Gipfel

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Zoom ins Schigebiet von Bivio

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Und zum Julierpass, an dem wir in diesem Urlaub auch zwei Nächte verbringen werden.

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Blick talauswärts (Tal von Avers)

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Beim Blick nach Südwesten erkennt man unser morgiges Ziel, der Berg in der Mitte ist der Piz Pjot, wir werden beim Anstieg zum Pjotjoch (rechts davon) ca. 100 Höhenmetern unterhalb des Jochs wegen extremer Sturmböen umdrehen.

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Hier befinden wir uns schon an der Steilpassage unterhalb des Passübergangs zwischen Juf und Bivio.

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Blick über Juf talauswärts

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BeitragVerfasst: Do, 09.04.2020, 11:30 
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RetroRebel

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17.2.2020 Pjotjoch (2836m)

Nachdem Helmut heute leicht kränkelt und keine besondere Lust auf den langen Talhatscher von Juf zum Talschluss hat, sind wir heute nur zu dritt unterwegs.
Auf dem Winterwanderweg geht es nach hinten. Wie üblich in der Schweiz sind auch im Tal einige Möglichkeiten für Nicht-Schifahrer vorhanden, es gibt Loipen, zahlreiche Winterwanderwege, einen Eislaufplatz und etwas talauswärts auch eine Rodelbahn.

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Blick zurück nach Juf mit Loipe und Wanderweg

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Sofort nach der Biegung des Tals nach Südwesten macht sich wieder ein starker Wind bemerkbar, unsere Tour wird zunächst an der linken Talseite verlaufen, am Talschluss dann nach rechts in eine auf diesem Bild nicht sichtbare Rinne und anschließend auf dem hier besonnten Hang in Richtung Pjotjoch, der Piz Pjot in der Bildmitte.

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Auch wenn man es auf dem Bild nicht sieht, hier ist es schon sehr windig.

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Und hier sieht man es auch auf den Photos.

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In der oben erwähnten Rinne lässt der Sturm dann für kurze Zeit nach....

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... um dann wieder kräftig zuzulegen.

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Einen Eindruck von den Verhältnissen bietet dieses Video, vor allem am Ende der Sequenz kann man den Sturm gut nachvollziehen.

https://youtu.be/-ujQ8ovgu74


Etwas weiter unten lässt der Sturm dann noch ein Bild unseres gestrigen Zieles „Uf da Flühe“ zu, der Gipfel ziemlich genau in Bildmitte.

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Im Triebschnee sind dann noch ein paar passable Lines möglich.

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Auch hier lässt sich der Sturm im oberen Bereich bildlich erahnen.

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Beim gemächlichen Hinuntergleiten auf dem Wanderweg bzw. der Loipe lässt der Sturm in Dorfnähe wieder weitgehend nach.

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Trotz der eigentlich gar nicht so vielen gemachten Höhenmetern war die Unternehmung wegen des extremen Sturms überraschend anstrengend, und so genießen wir knapp vor Juf einige Minuten Sonne auf einer Bank, die vermutlich sonst von den spazierengehenden Pensionisten genützt wird.

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BeitragVerfasst: Fr, 10.04.2020, 10:20 
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RetroRebel

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18.2.2020 Tscheischhorngrat (ca. 2620m)

Für den heutigen Tag ist der Wechsel unseres Standorts vorgesehen, wir werden die kommenden beiden Nächte im Ospizio La Reduta am Julierpass verbringen. Aber davor ist noch eine letzte Schitour im Tal von Avers geplant. Nachdem uns die schönen Nordosthänge etwas weiter talauswärts schon die ganze Woche gereizt haben, steht für heute eine schon von der Planung gipfellose Tour vom Weiler „Am Bach“ aus in Richtung Tscheischhorn auf dem Programm.
Der Weiler liegt etwas oberhalb der Talsohle, wir fahren daher auf Fellen bis zum tiefsten Punkt, überqueren einen Bach und dann geht es gleich sehr steil hinauf, bei im Schatten extrem glattem Untergrund kommen schon nach kurzer Zeit wieder die Harscheisen aus dem Rucksack.

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Rückblick zum Ortsteil „Am Bach“...

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...und taleinwärts in Richtung Juf.

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Nach der ersten Steilstufe wird es gemütlicher.

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Auch die nächste Geländekammer weist (so wie fast alle Geländekammern hier) ideales Tourengelände auf, der Übergang im linken Bildteil nennt sich Pürder Lücka.

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Sonne, blauer Himmel und Schnee – einfach nur genießen!

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Hier kann man ganz gut erkennen, warum da wieder die Harscheisen drauf waren.

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Ganz ungewöhnlich, dass ich auch einmal auf Aufstiegsbildern zu sehen bin.

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An der Licht-Schattengrenze im linken Bilddrittel etwa in Höhe der rechts gelegenen kleinen Einsattelung wird unser Aufstieg enden.

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Helmut ist schon auf unserem heutigen „Gipfel“ angekommen.

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Der Beginn der Abfahrt bietet durchaus passable Verhältnisse.

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Hier ist auch der Photograph mit am Bild....

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Hier bewundert man das Werk.

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Kann sich schon sehen lassen....

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Weiter geht es, allerdings möchte ich über die Abfahrtsverhältnisse weiter unten lieber den Mantel des Schweigens hüllen....

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Ziemlich fertig kommen wir in der Talsohle an und schwitzen dann noch ein bißchen beim kurzen Aufstieg hinauf zur Straße.
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Trotz der nicht einfachen Verhältnisse liegen fünf tolle Tourentage hinter uns, wir sind mit der Wahl des ersten Ziels unserer Reise absolut zufrieden und werden dieser schönen Tallandschaft sicher irgendwann einen weiteren Besuch abstatten.

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BeitragVerfasst: Sa, 11.04.2020, 10:46 
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Wirklich sehr schön! Danke für die ausführliche Dokumentation und die tollen Bilder. Da muss ich doch irgendwann mal wieder hin, wenn es wieder möglich ist.

Interessant fand ich den unterschiedlichen Eindruck, den die einzelnen Touren bei mir hinterlassen haben (unabhängig von den Bedinungen am jeweiligen Tag): Von "genau meins" am vierten und fünften Tag (ich mag Muldengelände wie an Tag 4 und vor allem schöne Nordhänge wie an Tag 5), über "sehr schön" (Tag 1) bis hin zu "geht so" (Tag 2 und 3). Letzteres nicht wegen der Schneeverhältnisse, sondern am Wengahorn tatsächlich wegen der von mir doch als eher monoton empfundenen Topographie (geradliniger Rückenaufstieg) und bei der "Uf da Flüe-Tour" aufgrund des arg inhomogenen Geländes (unten die Steilstufe mit wohl eher selten richtig schönen Abfahrtsverhältnissen, dann sehr flach).

Das find ich ganz witzig, weil das zum Teil gar nicht wirklich objektiv begründbar ist. Objektiv betrachtet sind zum Beispiel die Unterschiede zwischen Tour 2 (Wengahorn) und 5 nicht so groß. Aber am letzten Tag war die Exposition eben nordseitiger, dazu die wunderbare Skimulde oben und die Tatsache, dass diese Tour wohl mangels Gipfel seltener begangen wird, das reicht schon, um das Ziel für mich für reizvoller erscheinen zu lassen.

Noch ganz konkrete Fragen zum Abschluss: Die Unterkünfte im Tal sind ja nicht so zahlreich. Hattet Ihr einfach Glück mit einer relativ spontanen Buchung oder war es tatsächlich so einsam, wie es auf vielen Bildern wirkt? Sprich außerhalb der Ferien kann man auch spontan mal ein Quartier finden? (damit habe ich immer häufiger Probleme...) Und war Eure Unterkunft empfehlenswert?


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BeitragVerfasst: Sa, 11.04.2020, 18:52 
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RetroRebel

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Wir haben knapp 2 Wochen vor dem Urlaub in dem Hotel angerufen und gebucht, dort war wenige Wochen vorher ein Besitzerwechsel und es ist noch nicht alles ganz rund gelaufen, war aber durchaus brauchbar. Der Besitzer hat gemeint, wir hätten Glück gehabt, da genau in dieser Woche noch relativ viel frei gewesen sei, die Woche vorher und nachher sei er komplett ausgebucht;
es gibt nicht sehr viele Beherbergungsbetriebe dort, auch die Qualität dürfte eher unterschiedlich sein, man kann aber auch Ferienwohnungen oder -häuser mieten, das aber vermutlich nur für eine ganze Woche.
Extrem empfehlen kann ich das Ospizio La Reduta am Julierpass, die Zimmer zwar überwiegend nur mit Etagendusche und -WC, aber sehr nett und sauber, das Essen dort war phänomenal gut. Ich hoffe, in den nächsten Tagen auch darüber etwas schreiben zu können.
Was die unterschiedliche Charakteristik der 5 Touren betrifft: am "schwächsten" war auch für mich die Tour am 3. Tag (Uf da Flühe", allerdings führe ich das überwiegend auf das im Vergleich zu den anderen Tagen doch phototechnisch schlechtere Licht zurück, ich denke, bei blauem Himmel wären auch die Aufnahmen eindrucksvoller gewesen, die Tour selbst war aber durch die Zweiteilung des Geländes (steiler Aufstieg zum Übergang, flacher Höhenspaziergang mit schöner Aussicht) trotzdem interessant. Die 4 anderen Touren boten durch die sehr abwechslungsreichen Untergrund-, Licht und Windverhältnisse einiges an Herausforderung (sowohl schi- als auch phototechnisch) und boten deshalb wirklich sehr viele unterschiedliche Sinneseindrücke. Mir gefallen die Bilder von diesen Touren auch selbst wirklich gut, weil man den Sturm und seinen Einfluss auf die Schneedecke m.E. sehr gut erkennen kann, die Photos unterscheiden sich deshalb deutlich von "normalen" Tourenbildern.

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BeitragVerfasst: So, 12.04.2020, 21:51 
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Herzlichen Dank für die Infos und Einschätzungen. Sehr interessant (und hoffentlich irgendwann in anderen Zeiten für mich auch praktisch wieder sehr hilfreich).

Mir geht es auch so, dass das Wetter den Eindruck einer Tour (unabhängig von Gelände, Landschaft und Schneequalität) ganz maßgeblich beeinflusst. Ich glaube, wer mit Kamera auf Tour geht, ist da irgendwie auch vorbelastet ;-) Wobei ich gar nichts gegen "schlechtes" Wetter habe, Hauptsache die Bodensicht zum Skifahren ist gut und es gibt schöne Lichtstimmungen. Am wenigsten komme ich wirklich mit hoher Bewölkung und diffusen Lichtverhältnissen zurecht, also letztlich teilweise den Bedingungen bei der dritten Tour von Euch. Da wirkt für mich schnell jede Landschaft langweilig und trostlos, was ich bei "wild bewölktem" Wetter überhaupt nicht so empfinde..

Freue mich auch schon auf die Fortsetzung am Julierpass, da war ich auch mal für einen Tag auf Tour, als wir einige Tage im Engadin waren. War keine große oder schwere Tour, aber es hat mir dort auch sehr gut gefallen.


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