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BeitragVerfasst: Mi, 30.12.2020, 23:21 
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Saas-Fee August 2002 – oder die Teleologie einer Bergsteigerkarriere

Weiter geht mit meinen damals nicht geschriebenen Berichten. Gut eine Woche nach unserer Eingeh-Tour aufs Zuckerhütl (http://www.sommerschi.com/forum/reportagen-f8/zuckerhuetl-wilder-pfaff-%E2%80%93-august-2002-t4362.html) versprach die Wettervorhersage das passende Schönwetter-Hoch und wir packten die Sachen und fuhren erstmalig für sommerliche Hochtouren in die Westalpen, und zwar nach Saas-Fee.

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Mischabel-Gruppe von Saas-Fee aus gesehen: Täschhorn, Dom und Lenzspitze


Für die Vorgeschichte muss ich ein wenig ausholen und auch erklären, was ich mit „Teleologie einer Bergsteigerkarriere“ meine (Teleologie = Auffassung, nach der Ereignisse oder Entwicklungen durch bestimmte Zwecke oder ideale Endzustände im Voraus bestimmt sind und sich darauf zubewegen). Ich war eigentlich immer gerne in den Bergen und vor allem beim Skifahren, aber eine regelrechte Faszination wurde erst im Lauf des Sommers 1996 daraus (von „Sucht“ will ich nicht sprechen) und ab da, haben wir das auch etwas systematischer betrieben. Natürlich war ich schon zuvor auf Gipfeln über 2000 m, aber den ersten bewusst angepeilten 2000er habe ich 1997 mit dem Guffert (2196 m) bestiegen, dem erklärten Lieblingsberg meines Vaters, der natürlich bei all diesen Unternehmungen mit dabei war. 1998 waren wir dann fünf Tage im Karwendel unterwegs mit Birkkarspitze, Bettelwurf, Vomper Loch (von der Eng bis in die Eng), teilweise bei Gluthitze und in anspruchsvolleren und gesichertem Gelände. 1999 haben wir beim DAV an Pfingsten einen Grundkurs Bergsteigen im Höllental unterhalb der Zugspitze belegt und Ende Juli einen Klettersteigkurs am Elfer im Stubaital. Beides sehr hilf- und lehrreich, obwohl wir natürlich keine Anfänger mehr waren. Noch in diesem Sommer begingen wir dann Alpspitze und Zugspitze über das Höllental in einer dreitägigen Tour und Anfang September im Rahmen einer DAV-Veranstaltung als geführte Tour den Großvenediger, als meinen ersten 3000er und erste richtige Gletschertour (nach dem Höllentalferner). Nachdem die Bayerischen Voralpen und die Nördlichen Kalkalpen quasi „abgehakt“ waren, lockte nun das ewige Eis der Zentralalpen und im Jahr 2000 verbrachten wir fast eine Woche bei einem Grundkurs „Eis“ auf der Braunschweiger Hütte im Pitztal und bestiegen den berühmten-berüchtigten Linken Fernerkogel sowie die Innere Schwarze Schneid. Im Herbst diesen Jahres wagten wir uns dann selbstständig an einen großen Gipfel und bestiegen an einem traumhaften Wochenende die Wildspitze, 3774 m über die Breslauer Hütte von Vent aus. Dies zeigte uns, dass wir große Berge ohne größere anspruchsvolle Kletterpassagen und mit vertretbarer Spaltengefahr auf den Normalwegen schaffen konnten und das nächste logische Ziel waren damit die Westalpen und die magische 4000-Meter-Grenze. Im Jahr darauf, 2001, kam da nichts zu Stande, aber 2002 sollte es dann soweit sein. Wir testeten uns und Ausrüstung am Zuckerhütl, schmiedeten Pläne und fuhren frühmorgens los.

Aber warum jetzt Teleologie? Auf einem Gipfel angekommen, blickt man ja bekanntlich um sich. Vom Alpenvorland, in dem ich aufgewachsen bin, sieht man bei guter Witterung die Bayerischen Voralpen, allen voran den Wendelstein, den Hirschberg. Mir fiel es früher nie auf, aber man sieht natürlich auch die höhere, zweite Reihe, bei uns vor allem das Karwendel, mit dem oft auch im August noch weiß blinkenden Firnfeld unterhalb von Birkkar- und Ödkarspitzen (die wir im September 1999 in einer Gewalt-Tour mit City-Bikes (!) von Scharnitz aus an einem Tag begingen). Von den Voralpen-Gipfeln sieht man diese Kalkkolosse des Kaisers, Karwendels und Wettersteins natürlich umso näher und verlockender, aber der Charakter dieser Touren ist meist erheblich strenger, im Sinne von technischen und konditionellen Anforderungen. Wenn in den Voralpen 800 Höhenmeter meist leicht reichen für einen Gipfel, sind es hier dann schon 1200 oder mehr, in höherer Lage, schwierigerem Terrain etc. Und steht man auf der Birkkarspitze oder dem Großen Bettelwurf so blinken die firngekrönten, ruhigeren Gipfelformen der Zentralalpen in einen strahlend blauen Hochsommerhimmel und bieten sich als nächste, höhere Ziele geradezu an, die aber wiederum volle Eisausrüstung verlangen, Hüttenübernachtungen und/oder noch bessere Marschleistungen in größerer Höhe. Dass Berge rufe können, ist also keineswegs nur eine zu häufig gebrauchte Redensart. Dazu kommt begleitende Lektüre, etwa von Pauses „Münchner Hausbergern“ oder „100 schönsten Bergtouren“ oder „KlassischeAlpengipfel“, Messners heroische Grenzgänge, Bergklassiker wie Harrer (wie viele Alptraum-Nächte hat mir die Eiger-Nordwand beschert! Das war klar, so etwas in der Art werde ich nie versuchen, genauso wenig wie die hoch riskanten Expeditionen zu den 8000ern – so viel Realismus hatte ich mir immer bewahrt). Der Reiz war (und ist) immer der Gipfel, nicht die Kletterei als solche, die ich immer nur als Mittel zum Zweck betrachte, eben um den Gipfel zu erreichen. Bezeichnenderweise hat mich nur einmal bisher eine Kletterhalle von innen gesehen, denn das Natur-/Landschaftserlebnis draußen ist es offenbar, dass ich suche. Auf dieser quasi-geographisch vorgegebenen Leiter des „immer weiter, immer höher“ was die alpinistischen Zielsetzungen anbelangt, waren also leichte 4000er in westalpiner Umgebung mit das höchste, was realistisch selbstorganisiert zu erreichen war. Nur sechs Jahre nach dem Aufflackern und folgendem Hochlodern der Bergleidenschaft sollte dieses Ziel von uns erreicht werden.

Wir hatten gesehen: wenn man regelmäßig Touren geht (und wir hatten immer auch mal wieder „Double Feature“-Wochenenden eingelegt, also mit Touren an Samstag und Sonntag), ab und an einen Kurs belegt und nicht ganz „auf der Brennsuppn daher gschwommen ist“, wie man bei uns in Bayern sagt, dann kann man sich innerhalb weniger Jahre sehr stark steigern und verbessern, was Technik, Kondition, Erfahrung und damit Selbstvertrauen in alpiner aber auch außer-alpiner Hinsicht anbelangt – ich war ja in meinen späten Teenager-Jahren wo man ohnehin über Energie und Kraft ohne Ende ohne besonderes Training verfügt.

Wir kannten Saas-Fee vom österlichen Ski-Urlaub 1993 der durch häufigen Neuschnee und entsprechend notwendige Lawinensprengungen und vorhergehende Sperrungen geprägt war. Diesmal fuhren wir nicht übers Schweizer Mittelland und den Autoverlad ins Wallis, sondern ab Bodensee über die N3 nach Graubünden, das Vorderrheintal bis ans Ende, über den Oberalppass nach Andermatt, dann weiter über den Furkapass (mit Blick zum Finsteraarhorn? Auf jeden Fall sieht man von dort gewaltige Urgesteinsriesen) ins Goms, voller beschaulicher, augenscheinlich wenig vom Tourismus veränderter Ortschaften mit sonnenverbrannten Holzhäusern und teilweise sogar noch Getreideanbau.


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BeitragVerfasst: Mi, 30.12.2020, 23:23 
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1. Tag: Anreise Saas Fee – Aufstieg Britannia-Hütte

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Täschhorn, 4490 m, von Saas-Fee. Überragt den Ort um 2500 Meter! Das sind beinahe schon Himalaya-Dimensionen

„Man steht am Ende der Welt und zugleich an ihrem Ursprung, an ihrem Anbeginn und in ihrer Mitte“ schrieb der Schriftsteller Carl Zuckmayer in seiner 1966 erschienenen Autobiographie „Als wär's ein Stück von mir. Horen der Freundschaft“, S. 569 über seinen ersten Aufstieg nach Saas-Fee im Juli 1938.

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Saas-Fee mit Blick zum Hannig und der dortigen 4-EUB. Bei unserem Oster-Urlaub 1993 sind wir dort einmal als Fußgänger hinaufgefahren, da das Skigebiet wegen Lawinengefahr geschlossen war – leider keine Photos gemacht damals. Aus heutiger Sicht verrückt, dass dies damals erst neun Jahre zurücklag

Nach Ankunft in Saas-Fee stellten wir den Wagen im obligatorischen Parkhaus ab, zogen uns um, packten die Rucksäcke final und gingen durch den schönen Ort zur Talstation der 6-EUB Plattjen. Die Idee war den 1200 Hm-Aufstieg zur Britannia-Hütte abzukürzen und damit überhaupt Anreise und Hüttenaufstieg an einem Tag zu schaffen. Da wir aber ohnehin vorhatten die Metro Alpin zu benutzen wollten wir nicht den Querweg Felskinn-Hütte zweimal gehen und etwas mehr sportliche Leistung als „nur“ den Weg Mittelallalin-Gipfel wollten wir schon erbringen. Ein schöner Kompromiss erschien uns der Wanderweg Plattjen-Hütte.

Also fuhren wir mit den blauen Kabinen der 6-EUB Plattjen bis auf 2570 m. Beim besagten Oster-Urlaub 1993 fuhren wir aus nicht mehr ganz erfindlichen Gründen nur ein oder zwei Mal dort hinauf, noch mit der alten 2 (?)-EUB. Irgendwie sah das Teilgebiet auf dem Pistenplan attraktiver aus, als es dann in der Praxis war. Gab es bis zum Neubau der EUB nicht auch noch einen Sessellift für die oberste Partie?
Photos von der Auffahrt und der EUB leider keine – wir schreiben ja 2002 und man muss den wertvollen und teuren Speicherplatz dringend sparen: Zudem, wo kämen wir hin, wenn man jedes und alle Motive, die einem in den Sinn kämen, so mir nichts dir nichts einfach ablichtete?

Der Aufstieg zur Britannia-Hütte quert dann meist in mäßiger Steigung die steilen Ostflanken von Mittagshorn und Egginer. Sehr aussichtsreich geht es fast 1000 Hm oder mehr über dem Saas-Tal entlang (beim Blick auf die Karte: Hatte eigentlich noch niemand die Idee die Skigebiete von Allmagell und Fee per PB von und nach Plattjen zu verbinden? Das sind ja nur etwas mehr als ein Kilometer sehr steile Distanz…). Die meisten Höhenmeter werden im letzten Abschnitt überwunden wo es erst auf die Moräne und dann auf die Reste des Chessjen-Gletschers geht, den man, da spaltenfrei und gute Spur, seilfrei zur Britannia-Hütte des SAC überwinden kann.

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Auf dem aussichtsreichen Wanderweg von Plattjen zur Britannia-Hütte: Steinwild


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BeitragVerfasst: Mi, 30.12.2020, 23:23 
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Vom Weg Plattjen zur Britannia-Hütte hat man besten Blick auf den Mattmark-Stausee und den Monte Moro-Pass. Auf der Schweizer Seite des Passes lagen die beiden ehemaligen Gletscherskigebiete von Macugnaga: Galkerne-Gletscher (in den später 1960er Jahren) und Tälliboden-Gletscher (in den später 1970er Jahren). Beide jeweils mit Seilliften ausgestattet und beide damals bereits aufgrund von Schneemangel wieder aufgegeben


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Wanderer auf dem Weg Plattjen-Britannia-Hütte. Hinten der frisch verschneite Weißmies, 4017 m, ganz links außen das Lagginhorn, 4010 m

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Die Britannia-Hütte kommt in Sicht, im Sattel links. Ganz links der Kleine Allalin, 3070 m. Rechts unterhalb der Hütte der Chessjen-Gletscher. Der Gletscherhang am rechten Bildrand war früher durch den SL Kamel als Sommerskigebiet erschlossen. Man erkennt auch gut die querverlaufende Pistenraupenspur zwischen Felskinn-Bergstation (nicht im Bild) und Hütte


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BeitragVerfasst: Mi, 30.12.2020, 23:24 
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Zoom zur Britannia-Hütte. Gut erkennbar die vielbegangene Aufstiegsspur auf dem Chessjen-Gletscher

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Über eine steile Moräne geht’s hinauf. Hinten die Weißmies-Gruppe

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Blick zum Egginerjoch, 2991 m und zum gewaltigen Eisklotz des Alphubels, 4207 m. Teile der Aufstiegsspur aufs große Gipfelplateau sind erkennbar. Das größere Lifthaus am Joch links gehört zum ehemaligen Gletscher-SL Kamel. Direkt am Joch die Bergstation des SL Egginerjochs, der nach wie vor in Betrieb ist. Das sehr felsige Terrain im Vordergrund sieht mir nicht prädestiniert nach einer Skigebietserweiterung in Richtung Britannia-Hütte aus, von dem seit Jahr(zehnten) immer wieder die Rede ist


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BeitragVerfasst: Mi, 30.12.2020, 23:25 
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Vom Chessjen-Gletscher Blick hinüber zum Egginerjoch und darüber hinweg zur Mischabel. Von der Höhe her haben wir den Querweg vom und zum Felskinn fast erreicht


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Die Hütte ist erreicht, das Panorama weitet sich erheblich: Der riesige Allalin-Gletscher mit dem Strahlhorn (links, 4190 m), dem Adlerpass (Übergang nach Zermatt), dem Rimpfischhorn (gezackt wie ein Reptil, 4199 m), und die Südabstürze des Allalinhorns


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Nach dem Abendessen geht es noch rasch auf den nahen Hüttengipfel, den 3070 m hohen Kleinen Allalin. Die Weißmiesgruppe und ein Teil der Berner Alpen (links) zeigt sich im Abendlicht


Zuletzt geändert von Emilius3557 am So, 03.01.2021, 22:01, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mi, 30.12.2020, 23:25 
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Vom Kleinen Allalin sieht man das Allalinhorn, 4027 m von Osten mit dem Hohlaubgletscher und dem gleichnamigen Grat, den ich für uns als Aufstiegsroute wegen der Kletterstellen mit Sicherungsbedarf unterhalb des Gipfels ausgeschlossen hatte. Rechts das Drehrestaurant am Mittelallalin

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Strahlhorn und Rimpfischhorn im letzten Abendlicht. Man sieht gut, wieso erstgenannter Berg ein ideales Skihochtouren-Ziel ist, da über weite Strecken ein flacher Hatascher

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Britannia-Hütte, 3030 m, vom Kleinen Allalin aus gesehen


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BeitragVerfasst: Mi, 30.12.2020, 23:27 
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Mischabel vom Kleinen Allalin aus gesehen. Gut erkennbar, die Raupenspur zum Egginerjoch (von dort dann weiter zum Felskinn)

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Lagginhorn, 4010 m (Mitte) und Fletschhorn, 3996 m (links) im Abendlicht

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Weißmies-Gruppe abends

Zu Abendessen und Übernachtung weiß ich nicht mehr viel. Ich weiß, dass wir in einem großen Massenlager nächtigten und der Wirt (?) nachts gefühlt jede Stunde hineinkam, die Uhrzeit verkündete „es ischt drei Uhr“ , dann rumpelte eine gewisse Gruppe auf, zog sich an, raschelte mit Plastiktüten, schepperte mit Steigeisen, Eispickeln, Karabinern; dann wurde es wieder dunkel, man konnte versuchen weiterzuschlafen, dann kam wieder der Wirt: „Es ischt vier Uhr“ und das Spielchen ging von vorne los…

Fortsetzung folgt...


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BeitragVerfasst: So, 03.01.2021, 22:20 
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2. Tag: Britannia-Hütte – Felskinn – Mittelallalin – Allalinhorn – Längfluhhütte

Am zweiten Tag ist das Wetter nach wie vor prachtvoll. Wir müssen gar nicht so früh los wie viele andere Seilschaften, da die Metro Alpin ja gar nicht so früh startet. Gegen halb Acht starten wir an der Britannia-Hütte und Queren erst einmal via Egginerjoch zum Felskinn auf breiter Raupenspur, erst etwas bergab, dann wieder hinauf, dann wieder etwas hinab.


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Morgens vor der Hütte (07:30 Uhr). Das Strahlhorn macht seinem Namen alle Ehre

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Am Egginerjoch bzw. etwas oberhalb (07:47 Uhr). Gewaltiger Blick zur Mischabel: Täschhorn, Dom, Lenzspitze (v. l.). Die Bergstation Felskinn kommt ins Bild

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Querung zur Bergstation Felskinn in Raupenspurbreite (07:47 Uhr). Hinten der Alphubel, 4207 m


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BeitragVerfasst: So, 03.01.2021, 22:21 
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Um halb Neun sind wir oben am Mittel-Allalin auf 3450 m und genießen den klassischen Ausblick auf den Allalin, den wir ja vom 1993er Osterurlaub noch in bester Erinnerung haben, genauso wie die schönen Gletscherpisten hier oben.

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Allalinhorn-Standardblick vom Mittelallalin (08:30 Uhr). Man sieht rechts die Aufstiegsspur des Normalwegs via Feejoch. Links der Hohlaubgrat mit der felsigen Schlüsselstelle direkt unterhalb des Gipfels

In Goedeckes 4000er-Buch heißt es so „schön“: Die größte Gefahr auf dem ersten Teil des Normalwegs auf den Allalin bestehe darin, von einem „tempobesoffenen Skifahrer über den Haufen gefahren zu werden“. Ergo führt die Route zunächst auf der Skipiste ein Stück hinunter und quert dann leicht ansteigend zur Bergstation der parallelen Gletscher-Schlepplifte bis auf 3575 m. Erst danach verlässt man auf gut ausgetretener und gut frequentierter Spur das Skigebiet. Die Spur quert zunächst noch weiter eher flach und dann in einigen Serpentinen nun auch steiler in Richtung Feejoch, 3826 m.


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Blick über sommerliche Pistenbullies vom Mittelallalin hinüber zum Alphubel, dessen Normalweg genau in der Mitte des breiten Gipfelgletscherhangs nach oben führt (08:30 Uhr)

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Aufstiegsspur zum Feejoch, davor die Schlepplifte Allalin 2 und 3 (oder 1 und 2?). Man sieht, man ist hier nicht alleine unterwegs (08:30 Uhr)


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BeitragVerfasst: So, 03.01.2021, 22:22 
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Aufstieg zum Feejoch. Das Skigebiet liegt nun hinter uns. Hinten der Mittelallalin, der Egginer und die Weißmiesgruppe (09:22 Uhr)

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Nicht unimposante Seraks am Aufstieg zum Feejoch – diese Eisschichten! Wie in einem Kuchen (09:22 Uhr)

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Feejoch, 3826 m. Oben der Gipfel des Allalin, noch 200 Höhenmeter entfernt. Auch hier, wie erwartet, keine Einsamkeit, technisch unproblematisch (10:22 Uhr)


Zuletzt geändert von Emilius3557 am Mo, 04.01.2021, 14:19, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: So, 03.01.2021, 22:22 
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Am Feejoch eröffnet sich zum ersten Mal der Blick nach Westen aus dem Talkessel von Saas-Fee: Matterhorn, Dent d´Herens, Mont Blanc und Grand Combin (10:22 Uhr). Auch wenn es eher zum Utopie-Topic passt, aber für Saas-Fee wäre eine Bergstation auf diesem Grat mit freiem Blick nach Westen in Richtung Zermatt, Matterhorn und Mont Blanc schon ein erheblicher Gewinn

Bis zum Joch haben wir vom Mittel-Allalin fast zwei Stunden gebraucht. Ich kann es nach all den Jahren nicht mehr sagen, warum wir so verhältnismäßig langsam unterwegs waren. Ich vermute, die Anseilerei und eine etwas längere Frühstückspause haben Zeit gekostet. Auf der anderen Seite bewegen wir uns hier über 3500 m und das spürt man auch bei flacher Spur und technisch leichter Firnstapferei (mit Steigeisen). Den letzten Abschnitt vom Joch zum Gipfel haben wir dann in etwas weniger als einer Stunde hinter uns gebracht und erreichen gegen ca. Viertel nach Elf den Gipfel unseres ersten Viertausenders! Dort halten wir uns circa eine Dreiviertelstunde auf und genießen die phänomenale Aussicht bei diesem perfekten Wetter.

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Auf dem Allalin-Gipfel, unser erster 4000er! Hinten Matterhorn, Dent d´Herens, Mont Blanc, Grand Combin, Dent Blanche und Obergabelhorn. Im Mittelgrund, etwa unterhalb des Mont Blanc dürfte das Oberrothorn liegen, nicht? (11:19 Uhr)

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Auf dem Allalin-Gipfelgrat. Im Süden der endlose Dunst der italienischen Po-Ebene. Top-of-the-world Gefühl! (11:21 Uhr)


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BeitragVerfasst: So, 03.01.2021, 22:23 
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Meine jüngere Wenigkeit vor dem Gipfelkreuz des Allalin. Das Ziel vieler und langer bergsteigerischer Träume erricht! (11:22 Uhr)


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Tiefblick vom Allalinhorn nach Saas-Fee (oben) und ins Gletscherskigebiet: Rechts außen die Bergstation Mittelallalin, dann die damaligen vier Schlepplifte (Allalin 1-3 und Panorama) (11:16 Uhr)

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Ausblick Allalin in die Berner Alpen. In Bildmitte das Finsteraarhorn, 4278 m, darunter die Zunge des Großen Aletschgletscher. Im Vordergrund die Hänge, über die der Gsponer Höhenweg von Gspon nach Saas-Grund verläuft (11:17 Uhr)


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BeitragVerfasst: So, 03.01.2021, 22:23 
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Blick vom Allalin zum Monte Rosa (11:46 Uhr). Ganz unten der Adlerpaß mit seiner deutlich erkennbaren Spur. Rechts außen die Südabstürze des Rimpfischhorns. Links unten geht es zum Strahlhorn-Gipfel. In Bildmitte Dufourspitze (felsig) und Nordend (firnig), dann Zumsteinspitze und Signalkuppe (weiter nach links). Darunter die gewaltige Monte Rosa Ostwand in ihrem obersten Abschnitt


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Blick vom Allalin zum Breithorn und Kleinen Matterhorn (11:46 Uhr). Unten Stockhorn und Hohtälli. Man erkennt die alte Stockhorn-LSB noch sehr gut. In Bildmitte ganz rechts der Theodulpass und etwas links davon die Testa Grigia

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Tiefblick vom Allalin nach Saas-Fee (11:50 Uhr). Unten rechts das Drehrestaurant; rechts der Bildmitte Morenia (aka Maste 4)


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BeitragVerfasst: So, 03.01.2021, 22:24 
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Totale des Ausblicks nach Nordosten nach Saas-Fee, ins Saastal und zu den Berner Alpen. Links noch Teile der Mischabel (11:52 Uhr)


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Mischabel vom Allalinhorn. Schon heftig, der Dom ist nochmals 500 Meter höher als man selbst, obwohl man auf einem 4000er steht… Ganz links der Alphubel, mit dem man sich nun fast auf Augenhöhe befindet. Über die schräge Gletscherrampe in Bildmitte führt die Route dort hinauf von der Längfluh. Hinter der Lenzspitze ragt das Nadelhorn (?) ein wenig hervor (11:53 Uhr)

Irgendwann müssen wir dann weiter und steigen ab. Wir folgen dem Aufstiegsweg bis zur Sommerskipiste und folgen dieser dann bis zur Talstation des untersten Sommerskischleppliftes Allalin 1. Phantastische Sommerskiverhältnisse in diesen Tagen: alles frischer Schnee, keinerlei Eis sichtbar, es könnte auch Frühjahr sein…


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Im Abstieg. Spalte unterhalb des Feejochs (12:32 Uhr)


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BeitragVerfasst: So, 03.01.2021, 22:25 
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Sommerskibetrieb bei perfekten Verhältnissen am Mittelallalin. Leider nicht ganz scharf (12:52 Uhr)


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Eines meiner Lieblingsbilder schlechthin. Ist das April oder doch etwa August? Sommerskigebiet Saas-Fee (13:19 Uhr)


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