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BeitragVerfasst: So, 08.07.2007, 18:31 
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Ein Sommer wie damals: Silvretta 2.7. – 6.7. 2007

Nach unserem Glockner-Ausflug (Link) ging es für Gerhard und mich gleich weiter nach Mittersill (Pinzgau), wo wir in einer kleinen Privatpension ein wenig Erholung suchten. Einzelzimmer und Dusche nach Massenlager und anstrengenden Wanderungen tun immer gut!

Am nächsten Vormittag machten wir uns dann auf die Reise in Richtung Silvretta, wo wir auf meinem Studienfreund Christian treffen wollten. Ohne Zeitdruck entschieden wir uns für die Route über den Gerlospass und genossen als richtige „Autotouristen“ die beeindruckenden Ausblicke auf die berühmten Krimmler Wasserfälle.

Bereits ab dem Gerlospass begann es dann zu regnen – teilweise in Form eines heftigen Platzregens. Der prasselnde Regen ließ Erinnerungen an die Sommer meiner Kindheit in den 1970er wach werden. Wie herrlich das war im Rückblick: Wochenlang die Vorfreude auf die großen Sommerferien – nur um dann Tag für Tag bang um Badewetter zu zittern, das mehr selten als oft eintrat. Oft stand ich am Fenster, die Gewitterfront beobachtend und hoffend, dass das Gewitter nicht doch in den gefürchteten kühlen Landregen übergeht, der oft tagelang ununterbrochen anhielt. Damals wusste ich noch nicht, dass diese Witterung Balsam für die Gletscher war und ihnen zur bislang letzten Vorstoßperiode verhalf. Erst als Jugendlicher – 1984 – kam ich das erste Mal ins Hochgebirge und die Gletscher zogen mich sofort in ihren Bann. Das war auf der Wiesbadener Hütte, in der zentralen Silvretta und der Ochsentaler Gletscher erreichte gerade seinen Höchststand in Folge einer Vorstoßperiode, die über ein Jahrzehnt angehalten hatte …

Nun, mehr als zwei Jahrzehnte später, hatte ich also wieder das gleiche Ziel und war neugierig auf den Zustand der Gletscher und auf all die Erinnerungen, die bei dem neuerlichen Besuch wieder auftauchen würden. Im Vorjahr hatte ich Berichte über die Gegend gelesen und wie mühsam die Hochtouren in der Silvretta bei einer sommerlichen Hitzeperiode sind: fehlender Nachtfrost sorgt für Sulzstapferei auf den Firnfeldern bereits am frühen Morgen, die Gletscherzungen sind übersät von gurgelnden Schmelzwasserbächen etc.

Nun, der Wetterbericht deutete eher auf Abkühlung hin mit sinkender Schneefallgrenze bis gegen 2000m. Alles in allem war ein Sommer wie damals zu erwarten …

Die Fahrt durch das regnerische Paznauntal geriet dann zu einer Folge von sich steigernden Schocks. Mein Entsetzen über die dortige touristische Architektur war so groß, dass ich, wenn nicht Christian am vereinbarten Ziel der Bielerhöhe gewartet hätte, am liebsten umgedreht wäre und irgendwo weiter nach Südtirol gefahren wäre (mit dem Bonus des wahrscheinlich auch besseren Wetters). Praktisch das ganze Tal besteht aus einer Abfolge sich in ihrer protzigen Hässlichkeit gleichsam gegenseitig zu übertreffen wollenden Architektursünden. Der Stil der förmlich aus den Boden schießenden Hotel- und Appartementblöcke mit Namen wie „Monte Bella“ oder „Mirabella“ erinnert dabei irgendwie an eine perverse Kreuzung zwischen der klassischen (ihrerseits schon unrühmlichen) Tiroler Lederhosenarchitektur und einer wieder auferstandenen Neoform des Stalinismus mit Anklängen von Ceaucescus Visionen seiner architektonischen Umgestaltung Bukarests in den späten 1980er Jahren. Im Tal scheint ein Wettkampf darüber ausgebrochen zu sein, wer bei gegebenen Bauvolumen ein Mehr an Türmchen, Erkern und sonstigen verunzierenden Beulen an dem n-ten Hotel des jeweiligen Familenclans unterbringen kann. Mir ist zwar bewusst, dass Ästhetik auch und v.a. in der Architektur eine subjektive Kategorie darstellt, aber diese gesammelten Hässlichkeiten ließ mich tatsächlich an der Zurechnungsfähigkeit nicht nur der Bauherren sondern v.a. auch der dafür zahlenden Nächtigungsgäste zweifeln …


Als Stellvertreter für viele Bausünden im Paznaun
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Zum Glück kamen wir jedoch zügig durchs Paznauntal und erreichten schließlich die Bielerhöhe (2030m) an der Tiroler/Vorarlberger Grenze, wo wir auf Christian trafen und bei nunmehr leichtem Nieselregen den gemütlichen Aufstieg zur Wiesbadner Hütte antraten.

Silvretta-Stausee mit wolkenverhangenen Silvrettabergen
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Mit flottem Schritt (der Weg bzw. die Hüttenstrasse geht ja flach entlang des Stausees) ging’s zunächst voran, doch schon nach ca. 1km wurden wir plötzlich durch eine Panne gestoppt. Christians Uralt-Bergschuhe lösten sich aufgrund der Nässe plötzlich auf. Ein Blick auf die Uhr zeigte uns noch Chancen auf ein offenes Bergsportgeschäft in Galtür. Also schnell zurück zum Shoppen …

Im zweiten Versuch klappte dann der Aufstieg ohne zerfallende Ausrüstung und kurz vor 21h00 waren wir dann endlich auf der Wiesbadener Hütte, wobei wir immerhin die Gletscherzunge des Ochsentaler Gletschers als Aussicht beim Hüttenaufstieg genießen durften, wenn schon sonst alle Berge von Wolken verhüllt waren …

Zunge des Ochsentaler Gletschers – der mächtigste Gletscher der zentralen Silvretta und Ursprung der Ill
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Für den nächsten Vormittag wurde ein Schönwetterwenster vorhergesagt, so dass wir uns den Piz Buin vornahmen, nicht nur eine bekannte Sonnencreme sondern auch der höchste Berg Vorarlbergs.

Die Wetterprognose hat uns nicht enttäuscht und am nächsten Morgen lachten die Silvrettaberge nicht nur im Neuschneekleid sondern auch in der Morgensonne.

Berühmte Silvrettagipfel (von oben nach unten): Piz Buin; Silvrettahorn; Schneeglocke und Schattenspitze
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Durch das schöne Wetter motiviert ging es dann recht flott über das Moränengelände des stark zurückgegangenen Vermuntgletschers in Richtung Grüne Kuppe und von da zum mittleren Bereich der Zunge des Ochsentaler Gletschers, wo wir uns anseilten.

Bei der Grünen Kuppe werden wir mit einem schönen Ausblick zur Dreiländerspitze (3197m) und dem Vermuntgletscher belohnt – eines unserer Ziele für die nächsten Tage
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Der Ochsentaler Gletscher ist gewissermaßen die Ausnahme in der Silvretta, da er als einziger einen ordentlichen Gletscherbruch mit haushohen Seracs und LKW-breiten Spalten vorweisen kann.

Der imposante Gletscherbruch des Ochsentaler Gletschers
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Es gilt den ganzen Ochsentalergletscher unterhalb des Bruches zu überqueren und dann direkt ansteigend eine möglichst spaltenarme Linie zwischen Bruch und begrenzender Felswand zu finden. Trotz des Neuschneefalls der letzten Tage finden wir noch Anzeichen der alten Spur und können diese manchmal heikle Zone problemlos durchqueren.
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Belohnt werden wir mit imposanten Einblicke in die Welt des Ochsentaler Gletschers
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Silvrettaklassiker: Blick vom Gletscherbruch auf die beiden Buine – Gross (3312m, rechts) und Klein (3255, links); dazwischen die Buinlücke (3054m)
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Im darüberliegenden Nährgebiet des Gletschers - einem weiten, flachen Firnkessel – ist der Neuschnee tiefer – hier dürfen wir nun unsere eigene Spur ziehen. Eine Seltenheit in der viel besuchten Silvretta! Dank unseres frühen Aufbruchs sind wir auch weit und breit die einzigen.
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Das Wetter wechselt nun – aber immerhin haben wir den Piz Buin und die Anstiegsroute über die Westflanke klar vor Augen. Die Route führt über die Westflanke von rechts unten schräg nach links oben und umgeht die breite Felsmauer durch eine kaminartige Rinne in der Nordwand.
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Nach etwas monotoner Schneestapferei erreichen wir den Fuß der Westflanke und ich übernehme die Spurarbeit. Offensichtlich sind wir die ersten nach der vergangenen Schlechtwetterperiode und die sonst gut sichtbaren Steigspuren in der Flanke sind unter ca. 20 cm Neuschnee verborgen.
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Zum Glück leiten uns zwei, drei Steinmännchen zu der Stelle wo wir die Westflanke verlassen und in die kaminartige Rinne der Nordseite einsteigen. Bei trockenen Verhältnissen ist das eine leichte Angelegenheit und für Geübte seilfrei in wenigen Minuten zu machen. Angesichts der winterlichen Verhältnisse entscheiden wir uns aber für die langsamere, aber sichere Variante und ich steige die Klettermeter vor …
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… und sichere dann Christian und Gerhard einzeln nach
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Die „Kletterstrecke“ beläuft sich auf nicht mehr als zwei (sehr kurze) Seillängen und bald erreichen wir den flachen Gipfelhang, der problemlos – wenn auch durch tiefen Schnee – zum Gipfelkreuz leitet.

“Allein“ auf dem Gipfel des Piz Buin ist ein seltenes Vergnügen. Allerdings müssen wir auf die Aussicht verzichten – Wolken haben mittlerweile alle umliegenden Gipfel umhüllt.
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Bald erreichen wir wieder die Kletterstellen und ich sichere Christian und Gerhard runter um dann selbst abzuseilen.
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Der Abstieg führt uns dann den gleichen Weg wieder zurück. Von der Buinlücke über das weite Firnbecken des Ochsentaler Gletscher …
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… zwischen Felswand und Gletscherbruch …
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… und dann immer schon in Sichtweite der Wiesbadener Hütte …
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Nach ca. 9 Stunden sind wir wieder zurück auf der Hütte. Die angekündigte Wetterverschlechterung kann uns nun nach diesem herrlichen Tourentag nicht mehr schrecken …

[to be continued]


Zuletzt geändert von helmut am Mo, 09.07.2007, 17:33, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: So, 08.07.2007, 20:47 
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Klasse, das sieht echt gut aus. Vor allem erfreut der Neuschnee :D
Höchste Zeit für mich, auch mal wieder sowas zu machen...

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BeitragVerfasst: So, 08.07.2007, 21:21 
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k2k hat geschrieben:
Klasse, das sieht echt gut aus. Vor allem erfreut der Neuschnee :D
Höchste Zeit für mich, auch mal wieder sowas zu machen...


Im Vergleich zu den nächsten beiden Tagen war der Neuschnee am Piz Buin fast vernachlässigbar :D . Ich habe dann ehrlich die Ski ein wenig vermisst.

Übrigens suchen wir immer gerne nach verlässlichen Seilpartnern für vergletscherte Hochtouren. Zweierseilschaften auf spaltengefährlichen Gletschern sind nichts für meine Nerven ...


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BeitragVerfasst: Mo, 09.07.2007, 20:25 
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Gletscherrundtour bei Schneefall

Weiter geht’s mit dem Bericht vom Mittwoch. Über Nacht ist es noch mal deutlich kälter geworden und es hat sogar bis zu Hütte (2447m) etwas geschneit. Beim Frühstück reißen die Wolken jedoch plötzlich auf und wir verlassen eilig die Hütte.

Vermuntgletscher und Piz Buin im Sonnenschein
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Erfreut über das unerwartet schöne Wetter brechen wir Richtung Oberer Ochsenscharte (2997m) auf, wo wir Spaltenbergungsübungen vornehmen wollen und bei Gelegenheit die Dreiländerspitze (3197m) besteigen wollen.

Wir sind noch gar nicht lange unterwegs als es plötzlich wieder relativ stark zu Schneien beginnt – also wieder Rucksack runter und die entsprechende Kleidung anziehen …
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Kurz nachdem wir den (in Aufstiegsrichtung) linken Teil des Vermuntgletschers betreten haben, kommt wieder die Sonne hervor und wir genießen den Blick auf die Dreiländerspitze (Tirol-Vorarlberg-Schweiz) bei gleißendem Neuschnee …
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Angekommen auf der Oberen Ochsenscharte beginnt es wiederum heftiger zu Schneien.
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Die Dreiländerspitze wird für heute gestrichen und wir machen in einem riesigen Windkolk im Gletscher Spaltenbergungsübungen. Nachdem es noch recht früh ist, entschließen wir uns zu einer Gletscherrundtour rüber zum Jamtalferner auf Tiroler Seite und dann zurück über die steile Tiroler Scharte …

Dabei ist auf dem Jamtalferner im Nebel etwas Orientierungssinn gefragt, um den richtigen Abzweigepunkt Richtung Tiroler Scharte nicht zu verpassen – schließlich wollen wir nicht auf der Jamtalhütte (2165m) landen. Zum Glück sind mit Christian und mir gleich zwei Geographen in unserer Dreierseilschaft vertreten .
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Angekommen auf der Tirolerscharte weht uns heftiger und kalter Nordwestwind entgegen und wir beeilen uns schleunigst den kleinen Tiroler Gletscher und sein unangenehmes Moränenvorfeld zu verlassen.

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Bei der Wiesbadener Hütte selbst ist es noch nicht kalt genug – der hier nur leichte Schneefall „verpufft“ noch wirkungslos auf den grünen Wiesen rund um der Hütte …
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Doch nur kurze Zeit später wird es noch mal deutlich kälter und das Bild ändert sich schlagartig.
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BeitragVerfasst: Do, 12.07.2007, 20:21 
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Dreiländerspitze – Rückzug im Schneesturm

Auch der Donnerstag-Morgen begrüßte uns mit Neuschnee bis weit unter der Höhe der Hütte.

Die Kontraste durch den Neuschnee machen deutlich die Erosionsformen an der alten Seitenmoräne sichtbar
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Nichtsdestotrotz ließen wir uns durch ein klein wenig Schlechtwetter nicht abhalten und brachen mit dem Ziel Dreiländerspitze (3197m) auf. Es war noch mal deutlich kälter geworden, die kleinen Gletscherbäche waren sogar teilweise zugefroren.

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Als wir uns über die recht steile Firnflanke dem Gipfelgrat näherten konnten wir bereits die doch etwas unwirtlichen Verhältnisse im Fels bemerken.
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Aufgrund dieser schlechten Verhältnisse entschieden wir uns den an sich ganz einfachen Gipfelgrat mit Standplatzsicherung zu gehen. Ich stieg also vor und wollte Christian und Gerhard dann gesichert nachholen.
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Die Vereisung ließ nur relativ langsames Vorwärtskommen zu und Kälte, Sturm sowie der wieder stärker werdende Schneefall zehrten an unseren Nerven. Langsam begannen wir über Umkehr zu diskutieren …
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Sobald ein Weitergehen plausibel in Frage gestellt werden kann, ist es meist auch Zeit für die Umkehr. Also war der Entschluss schnell gefasst und wir verzichteten auf den Gipfel und machten uns schleunigst daran runterzukommen
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Auch am Freitag (unseren geplanten Abreisetag) hatte sich das Wetter nur unwesentlich gebessert. Immerhin war es wärmer geworden und der Schnee rund um die Hütte begann schnell zu schmelzen. Uns stand nun lediglich ein gemütlicher Abstieg zurück zur Bielerhöhe bevor. Um es nicht ganz zu bequem zu machen, stiegen wir zunächst wieder etwas auf um über den Radsattel ins Bieltal zu gelangen.

Dadurch wurden wir immerhin mit einem Blick auf die alpine Fauna belohnt und der Steinbock stellte sich uns brav für eine Fotosession zur Verfügung …
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Ab dem Radsattel (2652m) ging es dann flott bergab …
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… und wir verließen die Welt des sommerlichen Schnees mit einem Blick auf den romantisch gelegenen Radsee (2450m).
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Im weiteren Verlauf der Wanderung wurden wir immer wieder mit schönen Ensembles alpiner Flora belohnt …
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Bald näherten wir uns der Bielerhöhe und konnten das Pistengelände rund um den Skilift auf der Bielerhöhe von oben einsehen …
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BeitragVerfasst: Sa, 14.07.2007, 19:44 
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Endlich hab ich auch Zeit für diese Berichte gehabt, köstlich Dein Ausflug in die Architekturkritik über die vielen "schmucken" Bauwerke im Paznauntal.
O.T.: Ist Euch aufgefallen, daß zumindest in Ö das Wort "schmuck" fast ausschließlich in Zusammenhang mit irgendwelchen abartigen Verbrechern verwendet wird, die als Kindesmißhandler oder anderseitige Triebtäter nahezu ausschließlich in "schmucken" Einfamilienhäusern leben (und meist auch noch Frühpensionisten sind.....)
Schade, daß das Wetter nur teilweise mitgemacht hat, andererseits haben Neuschneetouren in diesem Jahr ohnehin Seltenheitswert und man muß halt nehmen, was man kriegt.

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Schweben im Powder - Die, die es erlebt haben, verstehen, den anderen kann man es nicht erklären!


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BeitragVerfasst: Sa, 14.07.2007, 23:36 
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gerrit hat geschrieben:
Endlich hab ich auch Zeit für diese Berichte gehabt, köstlich Dein Ausflug in die Architekturkritik über die vielen "schmucken" Bauwerke im Paznauntal.
....

Schade, daß das Wetter nur teilweise mitgemacht hat, andererseits haben Neuschneetouren in diesem Jahr ohnehin Seltenheitswert und man muß halt nehmen, was man kriegt.


Ich hoffe, ich konnte mein Entsetzen (und meine Empörung) richtig Ausdruck verleihen. Es war das erste mal seit 15 oder 16 Jahren, dass ich im Paznauntal war (bzw. bin ich diesmal ja nur durchgefahren). Natürlich war ich mir bewusst, dass es seither eine rege Bautätigkeit gegeben hat. Aber mit sowas hatte ich dann doch nicht gerechnet.

Das erste mal in Ischgl war ich übrigens Weihnachten 1982. Natürlich gabs auch damals schon grosse Hotels (z.B. das Elisabeth gabs damals schon). Aber der Ort machte als Ensemble noch einen netten Eindruck und die vielen kleinen Weiler (Versahl, Valzur etc.) strömten noch was Ursprüngliches aus ... Sowas findet man im Hochgebirge heute in Österreich nur noch in Osttirol (interessanterweise ist die Situation da in der Schweiz und in Südtirol ganz anders).

Das mit dem Wetter hat uns letztendlich gar nicht mal so gestört. Der Piz Buin Tag war ja sogar zeitweise (vormittags) sehr schön. Und der Schneefall an den anderen Tagen brachte ja immer tolle Erlebnisse. Gerade solche Schlechtwettertouren schaffen wichtige Erfahrungen. Und in der Silvretta ist das auch bei diesen Bedingungen weniger "wild" als anderswo. Also ein ideales Übungsterrain.

Gestern und heute hab ich die beginnende Schönwetterperiode (bzw. Hitzeperiode) übrigens für einen eher steinigen Ausflug genutzt. Aber darüber berichte ich dann demnächst ...

P.S.: Freut mich, dass du Zeit zum Lesen gefunden hast. Das gibt Hoffnung auf die Fortsetzungen der (noch) ausstehenden Winterberichte :wink:.


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BeitragVerfasst: So, 15.07.2007, 14:32 
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super Bilder und sehr schöner Bericht! Schaut ja mit Schnee wirklich phantastisch aus!

Könntest Du vielleicht Eure Route zum Gipfel des Buin in ein Bild einzeichnen? Ich kenn mich dort überhaupt nicht aus.

merci!
Stefan


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BeitragVerfasst: So, 15.07.2007, 20:49 
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CV hat geschrieben:
super Bilder und sehr schöner Bericht! Schaut ja mit Schnee wirklich phantastisch aus!

Könntest Du vielleicht Eure Route zum Gipfel des Buin in ein Bild einzeichnen? Ich kenn mich dort überhaupt nicht aus.

merci!
Stefan


Gerne. Hier der Gipfelanstieg über den Gipfelaufbau des Piz Buin. Die Route zur Buinlücke führt unterhalb des Gletscherbruchs des Ochsentaler Gletschers, dann rechts zwischen Bruch und Felswänden und dann in langer Wanderung über die weite Firnmulde des Ochsent. Gletschers.


Dateianhänge:
Dateikommentar: Normalroute über die Westflanke und Kaminrinne (Nordseite) zum Piz Buin Gipfel
PizBuin_Gipfelaufbau_small.jpg
PizBuin_Gipfelaufbau_small.jpg [ 88.72 KiB | 1667-mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: Mi, 25.07.2007, 10:43 
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helmut hat geschrieben:
... erinnert dabei irgendwie an eine perverse Kreuzung zwischen der klassischen (ihrerseits schon unrühmlichen) Tiroler Lederhosenarchitektur und einer wieder auferstandenen Neoform des Stalinismus mit Anklängen von Ceaucescus Visionen seiner architektonischen Umgestaltung Bukarests in den späten 1980er Jahren.
...
, aber diese gesammelten Hässlichkeiten ließ mich tatsächlich an der Zurechnungsfähigkeit nicht nur der Bauherren sondern v.a. auch der dafür zahlenden Nächtigungsgäste zweifeln …

Genial formuliert!!

Merci für den Bericht! Bist du an der Abseilstelle mitm Achter abgeseilt oder mitm Karabiner?

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BeitragVerfasst: Mi, 25.07.2007, 17:26 
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Chasseral hat geschrieben:
helmut hat geschrieben:
... erinnert dabei irgendwie an eine perverse Kreuzung zwischen der klassischen (ihrerseits schon unrühmlichen) Tiroler Lederhosenarchitektur und einer wieder auferstandenen Neoform des Stalinismus mit Anklängen von Ceaucescus Visionen seiner architektonischen Umgestaltung Bukarests in den späten 1980er Jahren.
...
, aber diese gesammelten Hässlichkeiten ließ mich tatsächlich an der Zurechnungsfähigkeit nicht nur der Bauherren sondern v.a. auch der dafür zahlenden Nächtigungsgäste zweifeln …

Genial formuliert!!

Merci für den Bericht! Bist du an der Abseilstelle mitm Achter abgeseilt oder mitm Karabiner?


Ich verwende auch zum Abseilen mein übliches Sicherungsgerät, den ATC-Guide (von Black Diamond). Abseilachter hab ich aber auch immer mit. Für den Fall, dass ich mal so ein Ding verlieren sollte (ist schonmal vorgekommen :oops:) ...

Bei trockenen Bedingungen ist die Stelle aber ganz problemlos zum Abklettern. Die Kletterstelle am Piz Buin macht auch nur einen ganz geringen Anteil des Gipfelhangs aus. Der überwiegende Teil besteht aus Stapferei über eine steile Geröll-/Schneeflanke.


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BeitragVerfasst: Mi, 25.07.2007, 20:16 
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helmut hat geschrieben:
...
Ich verwende auch zum Abseilen mein übliches Sicherungsgerät, den ATC-Guide (von Black Diamond).

Sowas hab ich ned. Ich bin altmodisch und mein Sicherungsgerät ist Schraubkarabiner mit Halbmastwurf. 8)
Abseilen tu ich mitm Achter.

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BeitragVerfasst: Mi, 25.07.2007, 21:44 
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Chasseral hat geschrieben:
helmut hat geschrieben:
...
Ich verwende auch zum Abseilen mein übliches Sicherungsgerät, den ATC-Guide (von Black Diamond).

Sowas hab ich ned. Ich bin altmodisch und mein Sicherungsgerät ist Schraubkarabiner mit Halbmastwurf. 8)
Abseilen tu ich mitm Achter.


HMS-Karabiner und HMS-Sicherung verwende ich auch noch häufig. V.a. zum Sichern des Vorsteigers (Vorstieg sichern tu ich mit dem ATC nur 1-Seillängen, wo dann abgelassen wird, z.B. im Klettergarten).

Schön beim ATC Guide ist, dass es beim Nachsteiger sichern selbstblockierend ist. D.h. man kann als Sicherer auch mal die Hand frei haben und fotographieren etc. bzw. ermüdet nicht, wenn sich der Nachsteiger mal zum Ausrasten ins Seil setzen muss etc. Zudem kann man bei Verwendung von Halbseilen 2 Leute gleichzeitig nachkommen lassen. Und zum Abseilen taugt es auch noch.

Im Gegensatz zum HMS krangelt beim ATC das Seil nicht, was schon sehr angenehm ist.

Ist vom Aufbau ein ganz einfaches Dings, aber irgendwie genial:
ATC Guide


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